Sherlock Holmes – 32. Der griechische Dolmetscher



Erster Eindruck: Ein Auftrag mit unerwünschter Wendung

Mitten in der Nacht wird der griechische Dolmetscher Mr. Melas in seinem Haus aufgesucht, um einen neuen Auftrag anzunehmen. Doch auf der Kutschfahrt wird er plötzlich von seinem Auftraggeber überwältigt und an einen unbekannten Ort gebracht, wo er einige gefährliche Beobachtungen macht. Von diesem berichtet er seinem Nachbarn Mycroft, der gleichzeitig der Bruder des berühmten Detektivs Sherlock Holmes ist...

Titania Medien hält sich bei ihrer Interpretation der Geschichten um Sherlock Holmes nicht nur sehr eng an die Vorlagen, sondern geht auch chronologisch vor. So kommt es, dass Dr. Watson und Mycroft Holmes hier das erste mal aufeinander treffen, was zu Anfang in einem langen, aber auch unterhaltsamem Intro erzählt wird – inklusive dem Besuch in einem ungewöhnlichen Club, der nichts mit dem Fall zu tun hat, aber dennoch sehr reizvoll umgesetzt wurde. Der Bericht von Mr. Melas bildet dann den Einstieg in die eigentliche Handlung, was mit einer sehr lebendig und bedrohlich wirkenden Szene umgesetzt ist. Überhaupt ist diese Folge nicht nur von Dialogen und statischen Betrachtungen der bisherigen Ereignisse geprägt, sondern von weiteren, sich anschließenden Entwicklungen. Das hält die Geschichte sehr lebendig, aber auch spannend, da die Gefahr nicht ausgestanden, die Protagonisten keinesfalls in Sicherheit sind. So steigert sich die Stimmung bis zum Finale immer weiter, wobei alle Figuren sehr gut zur Geltung kommen. Die Auflösung ist dann recht komplex, wird aber in gelungenem Erzählstil dem Hörer näher gebracht, sodass man allem gut folgen kann. Eine trickreiche und atmosphärische Folge mit vielen gelungenen Momenten.

Thomas Balou Martin wurde als Sprecher des Mycroft Holmes ausgewählt und lässt den Charakter etwas sperrig wirken, wobei er die Rolle seines Bruder dabei gekonnt ergänzt und wie er so einiges an spröden Charme verbreitet. Georg Tryphon hat mir als Mr. Melas ebenfalls sehr gut gefallen, seine markante Stimme und die gradlinige Art wirken sehr passend, zumal er in jeder Situation glaubhaft agiert. Besonders das Finale gestaltet er sehr eingängig. Annina Braunmiller-Jest hat einen sehr prägnanten Auftritt als Sophia, den sie voller Energie und mit viel aufwallenden Emotionen spricht. Unter anderem sind noch Timmo Niesner, Helmut Winkelmann und Sascha von Zambelly zu hören.

Wie auch die anderen Folgen der Serie konzentriert sich diese Produktion voll auf die Dialoge, dennoch sind natürlich wieder einige Musikstücke zu hören. Diese gestalten insbesondere Szenenübergänge und die Erzähltexte von Dr. Watson stimmungsvoll und atmosphärisch, zumal die jeweilige Stimmung gekonnt aufgegriffen wird. Die Geräuschkulisse hält sich auch eher zurück, ist aber dennoch präsent und gestaltet die Dialoge lebendiger.

Eine der ersten Szenen aus dem Hörspiel wurde von Ertugrul Edirne für das Cover sehr gekonnt in Szene gesetzt. Nicht nur die opulente Kleidung und der detailreiche Zeichenstil wissen dabei zu überzeugen, sondern auch das gelungene Zusammenspiel von Licht und Schatten. Im Inneren werden die bereits bekannten Zeichnungen der beiden Hauptfiguren verwendet.

Fazit: „Der griechische Dolmetscher“ hat eine sehr lebendige Ausstrahlung, da nach dem heiteren Intro um Mycroft eine bedrohliche und sehr dynamische Szenerie aufbaut. Immer mehr Rätsel bauen sich auf, die dann auch nicht allzu offensichtlich sind und zu einer spannenden Auflösung führen. Bis dahin geht es sehr unterhaltsam zu, da immer neue Wendungen aufkommen.

VÖ: 24. November 2017
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5547-1