Eifel-Krimi – 3. Der letzte Agent



Erster Eindruck: Sigi wieder im Einsatz...

Bei einem gemütlichen Waldspaziergang stolpert der Journalist Sigi Baumeister unversehens in einen neuen Kriminalfall. Denn er findet eine ziemlich entstellte Leiche, deren Bauch mit einer Art Kunststoff ausgefüllt wurde. Da er sich keinen Reim darauf machen kann, beginnt er mit seinen Recherchen und stößt tatsächlich auf ähnliche Fälle...

Mit „Eifel-Krimi“ hat WinterZeit eine neue Krimireihe auf den Markt gebracht, die sich in Atmosphäre und Setting angenehm von den übrigen Produktionen abhebt. Nun ist auch die dritte Episode erschienen, die wieder einen verzwickten Fall behandelt, der sich im Laufe der Zeit als deutlich komplexer erweist als anfangs gedacht. Das Thema ist dabei sehr gut gewählt und bestimmt die Atmosphäre der Folge, die einen etwas düsteren Anklang hat als die beiden Vorgänger. Auch die Recherchen von Sigi sind dabei spannend erzählt, da durch einen stetigen Informationsfluss eine dynamische Atmosphäre entstanden ist. Doch auch der private Anteil der Folge ist sehr gelungen, was besonders durch die wunderbare Figur der Tante Anni gewährleistet ist. Diese taucht unvermutet auf und bringt eine leicht aufgedrehte, aber auch geheimnisvolle Stimmung mit sich. Toll, wie sich dieser Teil in den eigentlichen Fall einfügt und beides einander sehr gut ergänzt. Dabei kommt der Humor nicht zu kurz, der insbesondere durch die trockenen Sprüche der Hauptfigur eingebracht werden. Erneut ist eine sehr hörenswerte Folge der Serie entstanden, die mich wieder wegen ihrer Kreativität vollkommen überzeugt hat.

Auch die Sprecher der Folge haben mir seht gut gefallen, vor allem da die wunderbare Daniela Hoffmann als Clara Gütt mal wieder eine große Rolle in einem Hörspiel hat. Ihre ebenso markante wie ausdrucksstarke Stimme zieht viel Aufmerksamkeit auf die interessante Figur. Tom Jacobs ist als Doktor Naumann zu hören, den er mit viel Charme und einer eingängigen Sprechweise vertont. Richtig toll ist auch Hildegard Meier als Tante Anni, die mit ihre aufgedrehten Art viel Schwung in die Handlung bringt und dabei direkt Bilder vor dem Auge des Hörers weckt. Weitere Sprecher sind Bert Stevens, Edda Fischer und Helmut Winkelmann.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist passend zu der Atmosphäre der Geschichte eher zurückhaltend gehalten, wird aber immer wieder durch stimmige Melodien begleitet. Und auch die Geräusche fügen sich sehr passend in die Dialoge ein und werden meist für eine lebendige Hintergrundgestaltung eingesetzt, machen aber auch die Handlungen der Protagonisten verständlicher.

Die Gestaltung des Hörspiels ist vor allem in schlichtem Schwarz gehalten, was durch den verwendeten Glanzüberzug noch verstärkt wird. Das Cover hat noch einige violette Elemente, was nicht nur für den Folgentitel, sondern auch für das eigentlich Motiv genutzt wird. Hier hebt sich die Silhouette eines Manns mit Pistole und weitem Mantel vom Hintergrund ab und hinterlässt eine mysteriöse Atmosphäre.

Fazit: Auch diese dritte Folge der Serie hat mir sehr gut gefallen, was nicht nur an dem herrlichen Humor und den prägnanten Figuren liegt, sondern auch an dem komplexen und geheimnisvollen Fall, der über die gesamte Laufzeit der Folge von über zweieinhalb Stunden sehr gut unterhalten kann, da immer neue Wendungen das Geschehen interessant gestalten.

VÖ: 27. Oktober 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-945624-58-6