TKKG – 202. Ein Paradies für Diebe



Erster Eindruck: TKKG unter Verdacht...

Tim beobachtet einen Diebstahl auf dem örtlichen Markt und setzt zur Verfolgung des Mädchens an. Doch er wird aufgehalten und gerät plötzlich selbst unter Verdacht, als in seiner Hosentasche eine Handyhülle gefunden wird. Zwar kann er sich dank der Hilfe von Kommissar Glockner aus dieser misslichen Lage befreien, doch sein Spürsinn ist geweckt...

Es ist sicherlich nicht zu vermeiden, sich in über 200 Folgen irgendwann einmal zu wiederholen. Und so geht es auch der TKKG-Folge „Ein Paradies für Diebe“, das einige bekannte Motive aufgreift und neu zusammenstellt. Dabei wird die Handlung aber auch in die heutige Zeit verfrachtet, das Internet, Smartphones und Mastenordnung sind hier völlig selbstverständlich. Nur wurde dies nicht ganz konsequent durchgezogen, ich kann mir beispielsweise kein Kaufhaus vorstellen, das seine teuren Computerspiele nicht mit einer elektronischen Diebstahlsicherung versehen würde. Abgesehen davon ist der Grundsatz der Geschichte durchaus gelungen und enthält einige spannende Szenen, ist aber manchmal auch leider etwas zu sehr in die Länge gezogen. Ein wirklich dynamischer Eindruck der Folge entsteht so nicht, eher ein etwas behäbiger. Die Schlussszene gefällt mir allerdings wieder richtig gut, hier ist eine trickreiche Wendung eingebaut, die das Geschehen noch einmal in eine andere Richtung lenkt. Insgesamt bleibt so ein eher durchwachsener Eindruck der Folge, die den Humor der Serie nur an einigen Stellen richtig ausnutzt.

Jannik Schümann ist in dieser Folge als Mattes zu hören, ein Mitschüler von TKKG auf dem Internat. Er ist mittlerweile ein echter Profi vor dem Mikrofon und setzt auch diese Rolle sehr glaubhaft um, er kann auch die teils heftigen Reaktionen des Jungen gut darstellen. Harald Weiler ist als Jörg Lammert zu hören, der mit ausdrucksstarker Stimme spricht und dabei einen sehr unsympathischen Charakter formen kann. Clarissa Börner überzieht als Melanie Müßig jedoch etwas und wirkt eher comichafter denn wie ein wirklicher Bösewicht. Weitere Sprecher sind Lucia Dahlem, Sven Dahlem und Marion Gretchen Schmitz.

Akustisch ist eine saubere Leistung von Europa abgeliefert worden, die Szenen sind stimmig umgesetzt und sorgen insbesondere mit vielen passenden Geräuschen für einen lebendigen Eindruck. Sei es eine stimmige Marktatmosphäre oder gekonnt umgesetzte Szenen im Kaufhaus, alles ist an seinem Platz und wird durch Musik aus dem umfangreichen Archiv von Europa unterstützt.

Es ist direkt die erste Szene, die auf dem Cover umgesetzt wird, sodass hier ein sehr auf die Geschichte angepasstes Motiv gezeigt wird, ohne zu viel von der Handlung zu verraten. Der farbenfrohe Markt, das flüchtende, rothaarige Mädchen, das sogar gerade seine Mütze verliert, Tim, der gerade aufgehalten wird – das wird alles gut dargestellt und sorgt für einen stimmigen Gesamteindruck.

Fazit: Die Motive, die hier verwendet werden, sind bereits aus vorigen Folgen bekannt, sind aber durchaus stimmig zusammengestellt. Einige spannende, aber auch einige langgezogene Szenen prägen das Bild, während die Handlung auch nicht ganz widerspruchsfrei ist. Vollkommen überzeugt hat mich „Ein Paradies für Diebe“ trotz guter Ansätze deswegen leider nicht.

VÖ: 22. September 2017
Label: Europa
Bestellnummer: 889853901920