John Sinclair – 114. Die Eismeer-Hexe

John Sinclair – 113. Mandraka, der Schwarzblut-Vampir

John Sinclair – 112. Tal der vergessenen Toten

John Sinclair – 2000. Das Höllenkreuz

John Sinclair – SE 6. Melinas Mordgespenster

John Sinclair – 111. Abrechnung mit Jane Collins

John Sinclair – 110. Die Träne des Teufels

John Sinclair – 109. Sieben Dolche für den Teufel

John Sinclair – 108. Satans Knochenuhr

John Sinclair – 107. Der Kampf mit den Giganten

John Sinclair – 106. Xorrons Totenheer

John Sinclair – SE 05. Voodoo-Land

John Sinclair – 105. Shimadas Mordaugen

John Sinclair – 104. Die magische Bombe

John Sinclair – 103. Ghoul-Parasiten

John Sinclair – 102. Wikkas Rache

John Sinclair – 101. Der Hexenwürger von Blackmoore

John Sinclair – 100. Das Ende

John Sinclair – 99. Das gläserne Grauen

John Sinclair – 98. Treffpunkt Leichenhaus

John Sinclair – 97. Die Tochter des Totengräbers

John Sinclair – 96. Pandoras Botschaft

John Sinclair – 95. Der Schädelthron

John Sinclair – 94. Verdammt und begraben

John Sinclair - 93. Der Pesthügel von Shanghai

John Sinclair – 92. Satans Eulen

John Sinclair – 91. Der Höllenwurm

John Sinclair – 90. Belphegors Rückkehr

John Sinclair – 89. In den Krallen der roten Vampire

John Sinclair – 88. Die Leichenstadt

John Sinclair – 87. Schlucht der stummen Götter

John Sinclair – SE04. Hexenküsse

John Sinclair – 86. Terror der Tongs

John Sinclair – 85. Kalis Schlangengrube

John Sinclair – 84. Ewige Schreie

John Sinclair – 83. Ein Leben unter Toten

John Sinclair – 82. Macht und Mythos

John Sinclair – 81. Allein in der Drachenhöhle

John Sinclair – 80. Sieben Siegel der Magie

John Sinclair – SE 03. Angst über London / Dark Symphonies

John Sinclair – 74. Lupinas Sohn

John Sinclair – 73. Die Werwolf-Elite

John Sinclair – 72. Das Ölmonster

John Sinclair – 71. Der Mann, der nicht sterben konnte

John Sinclair – 70. Die Hexeninsel

John Sinclair – 69. Der Ripper kehrt zurück

John Sinclair – 68. Die Leichenkutsche von London

John Sinclair – 67. Die Gruft mit dem Höllenauge

John Sinclair – 66. Hexenwahn

John Sinclair – 65. Das Vampirnest

John Sinclair – 64. Um Mitternacht am Galgenberg

John Sinclair – 63. Tokatas Todesspur

John Sinclair – 62. Bring mir den Kopf von Asmodina

John Sinclair - 61. Im Zentrum des Schreckens

John Sinclair - 60. Ich stieß das Tor zur Hölle auf

John Sinclair - 59. Das Erbe des schwarzen Todes

John Sinclair - 58. Asmodinas Todeslanyrinth

John Sinclair - 57. Im Jenseits verurteilt

John Sinclair - 56. Eine schaurige Warnung

John Sinclair - 55. Fenris, der Götterwolf

John Sinclair - 54. Ein schwarzer Tag in meinem Leben

John Sinclair - 53. Dämonen im Raketencamp

John Sinclair – 52. Horrortrip zur Schönheitsfarm

John Sinclair – 51. Mannequins mit Mörderaugen

John Sinclair - 50. Zombies in Manhattan

John Sinclair - 49. Ich jagte "Jack the Ripper"

John Sinclair - 48. Lupinas Todfeind

John Sinclair - 47. Die Werwolf-Sippe

John Sinclair - 46. Myxins Entführung

John Sinclair - 45. Die Teufelsuhr

John Sinclair - 44. Das Elixier des Teufels

John Sinclair - 43. Ich flog in die Todeswolke

John Sinclair Remastered - Box 2 - Damona Dienerin des Satans/ Der Mörder mit dem Janus-Kopf/ Schach mit dem Dämon

John Sinclair Remastered - Box 1 - Im Nachtclub der Vampire/ Die Totenkopf-Insel/ Achterbahn ins Jenseits


John Sinclair – 114. Die Eismeer-Hexe



Erster Eindruck: Mystische Wesen und ungeklärte Verhältnisse

Für John Sinclair steht es gerade nicht zum Besten: Die Bedrohung durch Mandraka ist immer noch sehr präsent, doch durch die überraschende Abkehr eines ehemaligen Verbündeten ist das Team sehr geschwächt. Nun müssen sie als letzten Ausweg die Hilfe eines mächtigen Wesens anfordern und dafür tief in die Rocky Mountains vordringen. Doch ist ihnen die Eismeer-Hexe tatsächlich wohl gesonnen?

Eigentlich dreht sich der erste Vierteiler der John Sinclair-Serie von Lübbe Audio unter der Regie von Dennis Ehrhardt um Mandraka und den Planeten der Magier, doch in der zweiten Folge taucht noch eine ganz andere mystische Gestalt auf und leiht der Episode ihren Namen: Die Eismeer-Hexe. Auch von ihr geht eine ganz besondere Aura aus, wild und machtvoll, sodass ihre leider rechr rar gestreuten Szenen sehr gut wirken. Doch dies ist nicht der einzige Aufhänger und tritt gegenüber einer anderen Frage zurück: Wie wird sich das Verhältnis von John Sinclair und Jane Collins weiterentwickeln. Sicherlich ist dies auch bereits in den vorigen Folgen thematisiert worden, doch nun werden dem noch weitere Facetten hinzugefügt – zumal sie einen ausgeblufften Plan ausklügelt, der ihrer Figur einen neuen Dreh gibt, noch mehr wird sie dazu zur treibenden Kraft statt einfach nur eine Randfigur zu sein. Der Verlauf der Folge ist mit vielen starken Szenen gespickt, die aber nicht immer wie eine Einheit wirken: Obwohl alles spannend und unterhaltsam ist, ist der darüber geschlagene Bogen etwas wackelig. Dennoch hat mir auch diese Folge sehr gut gefallen, da sie die Handlung des Vierteilers gekonnt weitertreibt und dabei mit vielen eindrucksvollen Momenten punktet.

Franziska Pigulla ist natürlich wieder als Jane Collins mit dabei, ihre dunkle und rauchige Stimme gelingt dabei eine sehr gelungene Mischung aus dem warmherzigen Ton der ersten Folgen und den bösartigen Auftritten der letzten Episoden. Stefanie Kirchberger ist als Eismeer-Hexe eine sehr beeindruckende Erscheinung, was nicht zuletzt durch ihre sehr präsente Sprechweise und den sehr betonten Ausdruck erzeugt wird. Douglas Welbat hat einen guten Auftritt als Dr. Grey, den er mit seiner professionellen Art gekonnt umsetzt. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Fjofor Olev und Linda Fölster.

Bei der akustischen Umsetzung darf man sich wieder auf den bereits bekannten Mix aus zahlreichen Sounds und passender Musik freuen, sodass schnell das typische Flair der Serie aufkommt. Das ist ziemlich wuchtig und vielseitig, sodass jede Szene ihre eigene Ausstrahlung bekommt. Insbesondere die Auftritte der Eismeer-Hexe sind sehr gelungen inszeniert.

Passend zum Titel ist auf dem Cover ein Eskimo abgebildet, dessen wettergegerbtes Gesicht von einer fellbesetzten Mütze umgeben ist. Als passendes Element dazu ist eine fauchende Ratte zu sehen, die auf seiner Stirn sitzt. Im Inneren wird das bewährte Konzept der sehr übersichtlichen Auflistung aller Mitwirkenden beibehalten, wobei keinerlei Extras geboten werden.

Fazit: Hier wird sowohl die Handlung des Vierteilers als auch der rote Faden der ganzen Serie vorangetrieben, dennoch hat diese Folge ihr ganz eigenes Gesicht. Die Eismeer-Hexe hat gelungene Auftitte, aber auch die Beziehung zwischen John und Jane wird sehr intensiv weitererzählt.

VÖ: 16. März 2017
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5425-2


John Sinclair – 113. Mandraka, der Schwarzblut-Vampir



Erster Eindruck: Ungewöhnliche Bündnisse

Vampire stellen ja schon kaum eine Herausforderung für John Sinclair dar, schon Dutzende hat er in seiner Karriere als Geisterjäger besiegt. Doch bisher hatte er es nicht mit Mandraka zu tun, dem Schwarzblut-Vampir, der es insbesondere auf magische Wesen abgesehen hat. Und so kommt es zu einer ungewöhnlichen Kooperation, denn der Höllenfürst Asmodis höchstpersönlich ist auf die Mithilfe des verhassten Gegners angewiesen...

Seit jeher sind Mehrteiler ein fester Bestandteil im Programm der Lübbe Audio-Serie über John Sinclair, mit Folge 113 hat nun sogar ein Vierteiler begonnen – selbst wenn die hier Geschichte nicht mit einem Cliffhanger endet, sondern eher mit einigen düsteren Zukunftsprognosen abschließt. Doch von Anfang an: Der Aufbau ist fast schon klassisch für die Serie und beginnt recht locker, bis sich die ersten düsteren Wolken über die Szenerie zusammenziehen. Von dort an entwickelt sich die Handlung sehr unterhaltsam weiter und präsentiert ganz neue Konstellationen für die bereits bekannten Charaktere – nicht nur beim um einen Bund bittenden Asmodis, auch andere Bekannte sorgen für Überraschungen. Nebulöse Andeutungen, die später mit Leben gefüllt werden, viele mysteriöse und gut platzierte Elemente, ein gelungener Spannungsaufbau: Die Serie dreht ihre Stärken wieder voll auf und präsentiert sich von ihrer besten Seite. Denn auch Mandraka entpupt sich als äußerts mächtiger und gerissener Gegener, der das Team um den Geisterjägers ziemlich auf Trab hält. Zudem wird die Lust auf die kommenden Teile geweckt, die ersten Ankündigungen werden bereits hier platziert.

Bernd Rumpf hat einen äußerst gelungenen Auftritt als Asmodis, den er mit hörbar viel Freude an der Figur umsetzt und ziemlich dämonisch und hinterhältig klingt. Auch Susanna Bonasewicz hat mir als Kara sehr gut gefallen, ihre ausdrucksstarke Stimme nimmt hier wieder einen nebulösen Klang ein, den sie mit viel Nachdruck hinterlegt. Hannes Stelzer ist in der Rolle des Nathan zu hören und kann sich gut an die vorherrschende Atmosphäre an. Weitere Sprecher sind Robin Brosch, Tim Kreuer und Peter Weis.

John Sinclair hat längst seinen ganz eigenen Sound gefunden, der natürlich auch hier wieder für das typische Flair sorgt. So sind nur nur wieder viele harte und temporeiche Musikstücke zu hören, sondern auch insbesondere viele Geräusche und Effekte, die auch mal etwas lauter sein dürfen. Das sorgt für einige gelungene Schockmomente und dramatische Kämpfe.

Das Cover wurde wie immer von einem Heftroman entnommen und zeigt Mandraka, der Asmodis im Würgegriff hält. Beide sind recht plakativ dargestellt und wirken so nicht wirklich bedrohlich, auch wenn die grimmigen Gesichter und der düstere Kulisse sich alle Mühe hierfür geben. Das Innere ist wieder im bekannten Look gehalten und enthält keine weiteren Informationen.

Fazit: Der Auftakt zum Fünfteiler ist sehr spannend gelungen und entwickelt sich von dem eher ruhigen Beginn zu einem wahren Spektakel, in dem Bündnisse geschlossen und andere gebrochen werden, in dem sich Figuren in einen neuen Kontext stellen und viele Andeutungen auf den weiteren Verlauft gemacht werden – eine sehr kurzweilige Umsetzung, die Lust auf mehr macht.

VÖ: 16. Februar 2017
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5244-9


John Sinclair – 112. Tal der vergessenen Toten



Erster Eindruck: Unheimliche Geschichte auf zwei Ebenen

Es ist ein gewöhnlicher, routinierter Tag im deutschen Bergbau nahe Köln, wieder steigen die Kumpel in ihre Gruben herab und fördern Kohle zutage. Doch an diesem Tag läuft etwas anderes, die Balken beginnen zu knarren, der ganze Stollen droht zusammen zu brechen – und das hat noch Jahre später Auswirkungen, und wieder einmal muss Geisterjäger John Sinclair eingreifen...

Seien wir mal ehrlich, für Feinfühligkeit ist die John Sinclair-Reihe nicht gerade bekannt, eher wird in zahlreichen Actionszenen mit Bombast-Effekten geprahlt. Das ist auch völlig okay so, doch umso überraschender und intensiver wirkt es, wenn dieses Muster aufgebrochen wird – so geschehen in der 112. Folge der Serie. Denn hier wird auf zwei Zeitebenen erzählt, in der einen steht natürlich John Sinclair im Mittelpunkt und ermittelt dieses mal in Deutschland rund um unheimliche Geistererscheinungen und skrupellose Kommunalpolitik. Doch seinen vollen Reiz erhält die Geschichte durch die zweite Ebene, in der die oben beschriebene Szene in Bergwerk erzählt wird. Hierzu wird ein zweiter Ich-Erzähler eingeführt, der zudem im Präsenz und recht schlichter Sprache spricht. Das wirkt sehr glaubhaft und nahbar, was die düstere Geschichte noch weiter unterstützt. Die Beklemmung in den unterirdischen Gängen, die sich immer weiter steigende Bedrohung, schließlich auch eine dämonische Erscheinung, die sich jedoch ganz anders äußerst als man es von der Serie gewohnt ist – das ist sehr sehr stark. Und zudem auch seit langer Zeit in der Serie auch richtig gruselig, was mir äußerst gut gefallen hat. Eine der stärksten Folge der letzten Jahre!

Tim Grobe ist in der Rolle des Christoph Krüger zu hören, der als Ich-Erzähler die Szenen im Bergwerk maßgeblich prägt. Das macht er nicht nur sehr glaubwürdig und mit authentischem Slang, sondern auch sehr intensiv und eindringlich, sodass sich der sich immer weiter steigende Schrecken auch auf den Hörer überträgt. Romanus Fuhrmann ist als Emil Fegemann zu hören, auch er bringt eine unheimliche Note mit ein und trifft die Szenerie dabei auf den Punkt. Lutz Riedel ist als Will Mallmann zu hören, der Kumpane von John Sinclair wirkt durch ihn ebenso sympathisch wie durchsetzungsstark. Weitere Sprecher sind Bert Franzke, Wolf-Dietrich Sprenger und Niel Rieke.

Wie die Geschichte selbst weicht auch die akustische Gestaltung stark von ihren Vorgängern ab, die Bergwerk-Szenen sind ruhig und dennoch sehr atmosphärisch umgesetzt worden. Dafür sorgen leise dräuende Musik und viele Geräusche, die das Geschehen greifbarer machen. Besonders die Schlusssequenz ist dabei sehr intensiv in ihrer Wirkung untermalt worden.

Das Cover wirkt im Vergleich zur Geschichte schon recht gewöhnlich, sogar etwas bieder – was aber auch daran liegt, dass wieder das Titelbild eines alten Heftromans verwendet wurde. Zu sehen sind einige Soldaten in einem Jeep, die von einer kleinen Gruppe an durchscheinden Geistern belagert werden. Das Innere ist wie immer übersichtlich und ohne weiteren Extras gestaltet.

Fazit: Diese Folge hat mich absolut begeistert und bringt mal ordentlich Abwechslung in die Serie. Die fast schon stille, sehr intensiv erzählte Erzählebene in der Vergangenheit bringt mal wieder ordentlich Gruselfaktor ein, während auch die Gegenwart nicht ganz so knallig gestaltet ist wie gewohnt. Darauf muss man sich einlassen können, ich fand es großartig!

VÖ: 9. Dezember 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3785752432

 


John Sinclair – 2000. Das Höllenkreuz



Erster Eindruck: Ein neuer Erzfeind

Das Leben im Sinclair-Team scheint gerade einmal in etwas ruhigeren Bahnen zu verlaufen, Glenda Perkins findet sogar die Zeit, einige Dates mit einem Verehrer zu haben. Doch als geheimnisvolle geflügelte Wesen John Sinclair in einer düstere Parallelwelt entführen, ist es mit der Ruhe vorbei. Und während John versucht, mehr über die Hintergründe zu erfahren, arbeiten Suko, Glenda und Sir James Powell fieberhaft an einer Rettung des Geisterjägers...

Bis die 2000. Folge der John Sinclair-Hörspielreihe erscheit, dauert es wohl noch ein wenig, bei den Heftromanen ist es nun so weit gewesen. Und zu diesem ganz besonderen Jubiläum hat Dennis Ehrhardt die fortlaufende Nummerierung der Serie hinter sich gelassen und diesen Roman als Hörspiel vertont – eben als 2000. Folge. Der Einstieg ist dabei geschickt gelöst, sodass man auch mit dem heutigen Wissensstand der Hörspiele der Geschichte gut folgen kann, wichtige Informationen werden dabei im Laufe des Hörspiels wie nebenbei gegeben. Und auch die Handlung des Zweiteilers ist gut gelungen, denn sie verdichtet sich immer weiter, fügt neue Elemente hinzu und lässt die eine oder andere überraschende Wendung aufkommen, sodass dem Hörer eigentlich immer etwas Neues geboten wird. Dennoch lässt sich Ehrhardt genügend Zeit, Handlung und Charaktere zu entwickeln und auch die fremdartige Welt gut zur Geltung zu bringen, einen bösartigen Widersacher zu positionieren und seinen diabolischen Plan einfließen zu lassen. Die ganz große Spannung kommt dabei vielleicht nicht auf, dennoch ist „Das Höllenkreuz“ sehr hörenswerte Horrorunterhaltung, mit dem das Jubiläum auh akustisch gebührend gefeiert wird.

Dietmar Wunder ist natürlich wieder in der Rolle des John Sinclair zu hören, mit seiner prägnanten und coolen Art setzt er die immer noch reizvoll wirkende Rolle sehr gekonnt um und sorgt für eindrucksvolle Momente. Martin May steht ihm als Suko in nichts nach, immer noch dynamisch lässt er auch diese Rolle alles andere als abgedroschen wirken und bringt die Dramatik dieser Folge sehr gt zur Geltung. Ilya Welter hat als Glenda mal wieder einen großen Auftritt, den sie mit viel Charme und einer sehr eingängigen Sprechweise sicher umsetzt. Weitere Sprecher sind Konstantin Graudus, Romanus Fuhrmann und Thomas Petrou.

Lobenswert ist auch die akustische Umsetzung dieser Folge, die sich stilsicher und mit einem sehr gelungenen Soundtrack gibt. Die ausgewählten Musikstücke bringen die harte Atmosphäre des Hörspiels gut zur Geltung, treten aber nie zu sehr in den Vordergrund. Auch die Geräusche, die natürlich auch mal etwas lauter sein dürfen, sind zielsicher eingefügt und verstärken die Atmosphäre der Serie.

Wenn es schon um das Höllenkreuz geht, gehört dieses selbstverständlich auch auf das Cover, das übrigens nicht identisch mit der Heftromanausgabe ist. Ein verzerrtes Gesicht ist auf dem dunklen, klobigen zu sehen, das von blauen Lichtblitzen umgeben ist und von einer krallenartigen Hand gehalten wird – sehr ansehnlich. Zudem gibt es im Booklet einen kleinen Text zum großen Jubiläum aus der Feder – bzw. aus der Schreibmaschine – von Jason Dark.

Fazit: Das große Jubiläum der Heftromane wird auch als Hörspiel zelebriert, und das mit einer hörenswerten und atmosphärisch dichten Geschichte, die durchaus wendungreich erzählt wurde. Die Anpassung der Handlung ans Medium Hörspiel ist ebenso gut gelungen wie die einfließenden Informationen für den Hörspielhörer über die neuen Gegebenheiten.

VÖ: 11. November 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5454-2


John Sinclair – SE 6. Melinas Mordgespenster



Erster Eindruck: Familie Sinclair und ein Zwillingspaar

Obwohl Horace Sinclair die Kommunikation mit seinem Sohn eher Seiner Gattin Mary überlässt, wendet er sich dieses mal direkt an John. Denn in seinem Heimatdorf sind auf geheimnisvolle Weise zwei Menschen spurlos verschwunden. Doch schon bei seiner Anreise wird es lebensgefährlich für den Geisterjäger, als die Scheibe seines Bentleys mitten in der Fahrt zerstört wird. Nicht die einzige Bedrohung, die ihm bevor steht...

„Melinas Mordgespenster“ war bereits einmal als reguläre Folge der John Sinclair-Reihe geplant, ist nun aber als mittlerweile sechste Sonderedition als Doppel-CD mit einer Laufzeit von über 90 Minuten erschienen. Die Geschichte ist auf mehreren Ebenen sehr stark und kombiniert diese Elemente geschickt, um eine einzigartige Atmosphäre für die Serie zu schaffen. In einer Art Rückblick wird zunächst eine Szene aus der Kindheit der titelgebenden Melina und ihrer Zwillingsschwester Iris gezeigt, die mit einem ziemlich unheimlichen und spukigen Finale endet und damit den Takt der Folge vorgibt. Der Schwenk auf Familie Sinclair ist dann recht abrupt, aber sehr stimmig, da sich schnell alles miteinander verknüpft. Und das ist einer der großen Vorteile der Folge: Da auch Vater und Mutter des Geistergägers im Mittelpunkt stehen, bekommt die Handlung noch einmal eine ganz neue Dramatik, zudem lernt man die Hauptfigur noch ein bisschen besser kennen. Die Ermittlungen sind rätselhaft, die Beziehungen in der Familie von Melina sind erst einmal nur schwer zu durchschauen. Die schaurige Atmosphäre klärt sich in der zweiten Hälfte langsam auf – und das auf eine für die Serie sehr ungewöhnliche Art. Dass dabei noch viele Details über psychische Erkrankungen einfließen, ist nicht nur sehr interessant aufbereitet, sondern sorgt auch für einen sehr eindringlichen Eindruck der Geschichte. Ich war schnell gefesselt ob der sehr speziellen Atmosphäre der Folge, die nicht vorrangig auf Actionelemente setzt, sondern eine erstaunlich kluge und sehr eindringliche Geschichte erzählt.

Dass Melina und Iris von ein und der selben Sprecherin vertont werden, hat mich sehr überrascht, da sie beiden Charakteren eine sehr individuelle Note verleiht. Ulrike Staats trifft dabei die beiden Kinder sehr genau und kann Melina verstörend beängstigend vertonen. In ihrer älteren Version werden die Zwillingsschwestern von Corinna Dorenkamp gesprochen, ebenso treffen und facettenreich, ebenso eingängig. Ernst-August Schepmann spricht Horace Sinclair, seine prägnante und deutlich gealterte Stimme passt wunderbar zu der Rolle, die so in jeder Situation sehr gut zur Geltung bringt. Weitere Sprecher sind Walter Gontermann, Luise Lunow und Karyn von Ostholt.

Diese besondere Geschichte, die oft sehr ruhig ist, schafft in Sachen Akustik eine gelungene Brücke aus dieser anderen Stimmung und der etablierten Konstruktion der Hintergrunduntermalung. Die Musik hat nichts an ihrer Härte und Präsenz verloren, aber eine Spur dezenter eingesetzt worden. Die Geräusche sind wie immer sehr prägnant, auch die typischen Schockmomente fehlen nicht, aber es gibt auch sehr stille Momente, was einen gelungenen Kontrast bildet.

Die Sonderedition ist in einem Pappschuber untergebracht, im Inneren befindet sich aber eine gewöhnliche Plastikhülle, die leider keinerlei Zusatzmaterial zu bieten hat. Das Cover ist dafür umso beeindruckender: Vor tiefschwarzem Hintergrund ist eine junge Frau mit gelockten Haaren zu sehen, die den Betrachter ernst anblickt – von den manchmal etwas trashigen Titelbildern der eigentlichen Serie ist hier keine Spur vorhanden.

Fazit: Melinas Mordgespenster überrascht gleich auf mehreren Ebenen, ist ruhiger und intensiver als üblich und löst die Geschichte sehr ungewöhnlich auf, was für eine spannende und düstere Stimmung sorgt. Die hervorragenden Sprecher und die ebenso gelungene Umsetzung tragen ebenso zum Gelingen bei.

VÖ: 21.Oktober 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5249-4


John Sinclair – 111. Abrechnung mit Jane Collins



Erster Eindruck: Der Kampf um Johnny

Johnny Conolly ist weiterhin in der Gewalt der alten Dame Martha Henshaw und ihrer bösartigen Enkelin, die ihn in ein abgelegenes, verfallenes Haus bringen – mit finsteren Plänen. Das Sinclair-Team arbeitet deswegen unter Hochdruck an der Suche nach ihm, ist jedoch auch gespalten und muss an vielen Fronten eine Schlacht schlagen...

Mit der 111. Folge schließt die John Sinclair-Serie einen Handlungsstrang ab, der vordergründig seit einigen Episoden vorbereitet wurde, aber auch die gesamte Serienhandlung mit erneuten Wendungen bei den Hauptfiguren vorantreibt. Da es sich um den Abschluss einen Zweiteilers handelt, wird natürlich direkt nach einer kurzen Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse in die eigentliche Handlung eingestiegen, sodass man sofort mehrere Handlungsstränge verfolgen kann. Obwohl sich diese parallel zueinander entwickelt, steigern die gleichzeitig die Spannung und steuern unüberhörbar auf einen gemeinsamen Höhepunkt zu. Durch die dynamischen Wechsel zwischen den einzelnen Elementen ist das Tempo zudem sehr hoch, an allen Ecken und Enden bekommt der Hörer neue Informationen, spannende Momente und dramatische Wendungen – da kommt man nur selten zur Ruhe. Und dann natürlich der große Höhepunkt der Folge, die direkte Konfrontation mit Jane Collins, die jedoch anders verläuft als vielleicht erwartet. Wie bereits in den Vorgängern thematisiert ist der Geist des Rippers zwr stark, aber nicht übermächtig, sodass sich nach vielen prägnanten Szenen eine sehr interessante Konstellation herauskristallisiert. Eine hörenswerte Folge mit vielen Wirrungen, sodass durchaus etwas Aufmerksamkeit gefordert ist, die jedoch auch mit viel Energie überzeugen kann.

Franziska Pigulla ist auch hier wieder sehr für ihre Interpretation der Jane Collins zu loben, sehr facettenreich und genau die Stimmung der ehemaligen Sinclair-Mitstreiterin treffend bringt sie die Figur auf den Punkt und überzeugt mit ihrer rauchig-geheimnisvollen Stimme. Regina Lemnitz macht sich nicht nur in ihrer Paraderolle als etwas kratzbürstige, aber gutmütige alte Dame gut, sondern punktet hier mit einem sehr kühlen, berechnenden und dämonischen Auftritt als Martha Henshaw. Sven Plate ist einmal mehr als van Dohlen zu hören und setzt seine unverkennbare Stimme wieder geschickt und zielgerichtet ein. Weitere Sprecher sind Sandra Schwittau, Emmi Bohla und Dirk Hardegen.

Wie eigentlich kaum anders zu erwarten ist auch die akustische Untermalung der Handlung wieder mit Wucht und sehr einprägsam umgesetzt. Dafür sorgt insbesondere die eingesetzte Musik, die mit ihren harten und prägnanten Melodien einen engen Rahmen um die Handlung ziehen. Und auch die vielfältigen und ausdrucksstarken Geräusche sind wieder sehr passend eingebaut worden.

Das Cover ist sehr stimmungsvoll – hat aber leider fast gar keinen Bezug zu der Handlung und passt deswegen nicht so recht dazu: Eine junge Dame, wie zu einem dämonischen Ritual auf die Knie gesunken, hinten ein düsterer Priester mit rotem Mantel, im Hintergrund noch ein Widderkopf. Das Innere birgt keine Überraschungen und ist wie immer übersichtlich aufgebaut.

Fazit: Die Handlung geht sofort in die Vollen und gibt dem Hörer kaum Verschnaufpausen, da die Weiterentwicklung an allen Ecken und Enden vorangetrieben wird. Das ist dynmisch erzählt und mit vielen spannenden Szenen gespickt, da es natürlich wieder sehr knapp ausgeht. Der eingebaute Wendepunkt bringt wieder neuen Schwung in die Konstellation der Serie.

VÖ: 9.September 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5242-5



John Sinclair – 110. Die Träne des Teufels



Erster Eindruck: Auf der Jagd...

John Sinclair ist immer noch nicht in den Besitz der Träne des Teufels, einem wertvollen Edelstein, der seinem Besitzer ewiges Leben schenken soll. Doch noch mehr will er den Stein in seinen Besitz bringen, weil Jane Collins damit die Tür zur Hexenwelt öffnen will, was die Welt ins Unheil stürzen würde. Und so beginnt eine Hetzjagd auf die Träne des Teufels – und den Edelsteinhändler Hendrik van Doolen...

Schon seit einigen Folgen beschäftigt sich die Lübbe Audio-Serie John Sinclair stärker mit Jane Collins, der ehemaligen Lebensgefährtin des Geisterjägers, die vom Geist des Rippers besessen ist und zur Seite des Bösen gewechselt ist. Ebenso wurde erst vor kurzem auch Sheila Conolly weiter in den Mittelpunkt gerückt, die ebenfalls in den Fängen von Wicca und Collins ist. Beide Handlungsstränge neigen sich mit „Die Träne des Teufels“ dem Ende entgegen, der Start eines Zweiteilers setzt fast nahtlos an die vorigen Folgen an und geht somit direkt in die Vollen. Schon in den ersten Minuten wird voll auf eine spannungsgeladene Atmosphäre gesetzt, in einer kurzen Szene mit Wicca wird die Brisanz der Folge gerade für Jane und Sheila noch einmal deutlich gemacht. Die Jagd nach der Träne des Teufels gestaltet sich für alle Seiten trickreich und ist gerade deshalb so unterhaltsam für den Zuhörer. John und Jane versuchen immer, sich zu übertrumpfen, dennoch spielen auch immer noch ihre widerstrebenden Gefühle in die Handlung hinein – sehr gelungen! Auch der Cliffhanger kann voll überzeugen und macht definitiv Lust auf die kommende Folge.

Martin May ist als Suko wieder eine absolute Bank, mit unüberhörbarer Spielfreude und einer sehr präzisen Betonung bingt er sowohl die ernsten als auch die heiteren Momente gut herüber. Dirk Hardegen ist wieder als Madra Korab zu hören. Er spricht wieder sehr ausdrucksstark und mit viel Energie, er passt damit wunderbar in die harte Atmosphäre der Serie. Sven Plate hat mir als Hendrik van Doolen wieder sehr überzeugt, seine ungewöhnliche Stimme bietet hier einen großen Facettenreichtum an. Weitere Sprecher sind Ilya Welter, Linda Fölster und Bernd Rumpf.

Diese Folge hat weniger Actionelemente als sonst, sodass die ganz großen Knallereien entfallen. Dennoch ist die akustische Untermalung wieder sehr vielfältig geraten, was durch abwechslungsreiche und auf die jeweilige Szene zugeschnittene Musik sowie die sehr gut platzierten und sehr präsenten Geräusche erreicht wird. Das ist sehr gut zusammengefügt und zieht einen völlig in die düstere Welt der Folge hinein.

Die Träne des Teufels ist nicht nur der Titel der Folge, sondern auch auf dem Cover zu sehen. In verschiedenen Farben glänzend und mit schreckerfüllten Gesichtern im Inneren liegt der Stein in einer schwarz behaarten Kralle. Ergänzt durch den schlichten schwarzen Rahmen und mit dem auffälligen, knallgelben Schriftzug entsteht wieder ein ansehnliches Titelbild.

Fazit: Die Geschichte um Jane Collins spitzt sich hier noch weiter zu, die Handlung startet sofort mit Vollgas und präsentiert eine Vielzahl packender Szenen, die gelungen miteinander verwoben wurden. Im Kampf zwischen John und Jane wird wieder die komplizierte Gefühslage der beiden sehr deutlich.

VÖ: 12.August 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5241-8


John Sinclair – 109. Sieben Dolche für den Teufel



Erster Eindruck: Düsteres aus Deutschland

Durch Will Mallmann bekommt John Sinclair einen Hinweis auf die Träne des Teufels, einen machtvollen Gegenstand, von dem er erst vor kurzem von Jane Collins erfahren hat. Deswegen reist er sofort gemeinsam mit Suko nach Deutschland, um dort in einem edlen Sexclub nach Spuren zu suchen. Doch noch jemand anderes ist dort untergetaucht, um der Sache auf den Grund zu gehen...

Auch wenn es sich bei den aktuellen Veröffentlichungen von John Sinclair nicht um einen Mehrteiler handelt und jede Folge für sich allein stehen kann, ist die Handlung stark miteinander verknüpft, und so setzt „Sieben Dolche für den Teufel“ fast nahtlos am direkten Vorgänger an und führt sowohl die Geschichte um Bills Familie fort, als auch zahlreiche neue Elemente vorkommen. So wird – typisch für die Serie – in einigen Szenen zum zwielichtigen Diamantenhändler Hendrik van Doolen und seiner Begleiterin geschaltet, die im oben erwähnten Sexclub verabredet sind und einer ziemlich merkwürdigen Zusammenkunft beiwohnen. Beachtlich ist die Folge, da kaum Actionelemente aufkommen und dennoch eine sehr dichte, spannende Atmosphäre geschaffen wird, die sehr rätselhaft ist. Der Hörer wird mal nicht über alle Fähigkeiten oder die Gegner aufgeklärt, sodass vieles im Dunkeln bleibt, sodass sogar an einigen Stellen wirklicher Grusel vorkommt. Sehr gut gefallen haben mir auch die Szenen mit Jane, die viel über die ziemlich komplizierte Gefühlslage von ihr und John aussagen. Eine richtig gut konzipierte Folge mit vielen einprägsamen Szenen und einer spannenden Entwicklung.

Auch die Sprecher haben mir hier besonders gut gefallen. Sven Plates unverkennbare Stimme passt wunderbar zu der Rolle des Hendrik van Doolen, sie nimmt hier einen schmierigen Klang an und sorgt mit facettenreichem Ausdruck für viel passende Stimmung. Bianca Krahl ist in der Rolle der Irina Lemberg zu hören, sie findet für jede Szene die richtige Tonlage und sorgt dabei für einen sehr eingängigen Ausdruck. Franziska Pigulla hat als Jane wieder einen neuen Kklang für ihre Stimme gefunden, besonders in dem letzten Gespräch mit John hat sie mich mitgerissen. Weitere Sprecher sind Ursula Sieg, Dirk Hardegen und Bodo Primus.

Akustisch wird hier wieder die gewohnte Mischung aus stimmungsvoller und harter Musik sowie lauten und prägnanten Geräuschen geboten. Das funktioniert wieder sehr gut und wird durch viele Hintergrundatmosphären sehr gut unterstützt. Insbesondere die düsteren Szenen in dem alten Schloss sind sehr passend untermalt und bringen so mehr Leben ein.

Ein Mann mit Mundschutz und Haarhaube, der den Betrachter eindringlich anzuschauen scheint, eine abgedeckte Leiche im Hintergrund – es hätte sicherlich passendere Motive für das Cover gegeben, es schrammt etwas an der Stimmung des Hörspiels vorbei. Dennoch gefällt mir der nostalgische Zeichenstil sehr gut, die restliche Gestaltung ist wieder übersichtlich und ansehnlich gestaltet.

Fazit: „Sieben Dolche für den Teufel“ ist eine sehr gut geschriebene Folge mit vielen spannenden Szenen, die aber nicht auf überbordende Action, sondern auf eine packende Handlung mit vielen Wendungen und starkem Ausdruck setzt. Das macht richtig Spaß und ist sehr kurzwelig, zumal einige Fäden für die weiteren Folgen gesponnen werden.

VÖ: 14.Juli 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5240-1


John Sinclair – 108. Satans Knochenuhr



Erster Eindruck: Die Conollys im Pech

Sheila Conolly verhält sich äußerst merkwürdig, ist ihrem Mann Bill plötzlich abweisend und kühl. Und auch Johnny Conolly ist wieder einmal ins Visier der dunklen Mächte gerückt. Nicht nur, dass er von einem unheimlichen Mann angesprochen wird,er hat auch ein merkwürdiges Video auf seinem Handy, auf dem eine Frau auf einer riesigen Uhr aus Knochen angebunden ist und Höllenqualen leidet...

Besondere Dramatik erhalten die Folgen von John Sinclair traditionsgemäß, wenn ein Mitglied des Teams um den Geisterjäger im Fokus der Bedrohungen aus der Hölle stehen – ein Element, das schon in den ersten Folgen angewendet wurde, aber nie überstrapaziert im Einsatz ist. „Satans Knochenuhr“ nutzt diesen Effekt ebenfalls und rückt Bill und seine Familie in den Mittelpunkt. Schon in den ersten Szenen wird dabei eine unheilvolle Stimmung aufgebaut, die sich immer weiter zu steigern weiß. Sowohl das merkwürdige Verhalten von Sheila, die mitten in der Nacht einen Brief schreibt und später spurlos verschwindet, als auch das Video mit der riesigen Knochenuhr sorgen für jede Menge Aufregung und zahlreiche packende Momente. Natürlich steckt wieder einer der Widersacher Sinclairs hinter dem Plan, hier gibt es ein wunderbares Verwirrspiel, sodass bald kaum einer der Beteiligten noch weiß, was er glauben kann. Die Knochenuhr ist zudem ein sehr gelungenes Element, dessen Geheimnis sehr gut in Szene gesetzt wurde. Ein besonderes Bonbon gibt es ganz am Ende, denn es gibt nicht das übliche Happy End, sondern einen offenen Handlungsfaden, der erst in den nächsten Folgen aufgeklärt wird.

Daniela Hoffmann ist natürlich wieder als Sheila Conolly zu hören, sie lässt ihre sonst so sanfte Stimme sehr hart und unnahbar klingen. Diese neue Facette kann sie sehr überzeugend einsetzen und sorgt dabei für einige Überraschungen. Flemming Draeger ist als Johnny Conolly ebenfalls überzeugend, für sein junges Alter spricht er die Rolle sehr flüssig und mit hörbarer Spielfreude. Auch Detlef Bierstedt ist natürlich wieder als Bill Conolly mit dabei und setzt seine Rolle sehr lebendig und mit viel Ausdruck um. Weitere Sprecher sind Reent Reins, Ursula Sieg und Achim Schülke.

John Sinclair steht seit langer Zeit für hochwertig produzierte Hörspiele, was natürlich auch hier wieder umgesetzt wurde. Die Musik ist wuchtig und hart, dabei unterstützt sie die Spannungsbögen der Geschichte und setzt bei den besonders dramatischen Szenen gekonnte Akzente. Auch die Geräusche und Soundspielereien sind natürlich wieder sehr gekonnt in die Handlung integriert.

Das Cover wurde natürlich von dem Heftroman übernommen, sodass der nostalgische Zeichstil auch hier wieder gut zur Geltung kommt. Lange Knochen sind dabei auf einem orange leuchtenden Ziffernblatt angebracht, auf einen davon ist der sich windende Geisterjäger angebunden. Die Dramatik der Handlung wird dabei leider nicht ganz erreicht. Die übrige Gestaltung ist bereits aus den vorigen Folgen bekannt.

Fazit: „Satans Knochenuhr“ ist eine atmosphärisch sehr dichte Folge, die von Anfang an eingängig in Szene gesetzt ist und viele packende Momente bietet. Besonders die Bedrohung von Familie Conolly ist sehr präsent und sorgt für einen eindringlichen Verlauf, der durch die titelgebende Knochenuhr einen sehr kreativen Einfall verpasst bekommt.

VÖ: 13.Mai 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5239-5


John Sinclair – 107. Der Kampf mit den Giganten



Erster Eindruck: Zwischen den Fronten

Der Kampf zwischen Xorron und Shimada ist vollends entbrannt, und auch die Göttin Pandora greift ein, um ihren Schützling Xorron unter die Arme zu greifen. Und inmitten des Krieges steht wieder einmal John Sinclair, der verzweifelt versucht, die unschuldig in die Auseinandersetzung hineingezogenen Menschen zu beschützen – und das auch mit durchaus unkonventionellen Mitteln...

Mit „Der Kampf der Giganten“ schließt sich eine weitere Trilogie aus der John Sinclair-Hörspielreihe, die sich mit dem Kampf zwischen dem japanischen Dämonen Shimada und einem der Erzfeinde des Geisterjägers, Xorron, beschäftigt. Die Figuren wurden in den beiden Vorgängerepisoden bereits in Stellung gebracht, sodass es hier direkt mit dem heißen Gefecht zwischen den beiden losgehen kann. Das ist gespickt mit viel Action und dementsprechenden lauten Effekten, mit zahlreichen brenzligen Situationen, mit dramatischen Wendungen. Wieder gut eingebaut ist dabei das Einwirken verschiedener dämonischer Mächte, aber auch die Sonnengöttin Amaterasu bekommt hier noch einmal viel Bedeutung zugesprochen, ebenso wie Mafiaboss Logan Costello wieder seine Finger mit im Spiel hat. Das ist alles ziemlich bunt gemischt und bedient sich unterschiedlicher Mythologien und Ansätze, ist aber stimmig zusammengestellt und bietet dem Hörer kaum eine Verschnaufpause, so dicht wird die Handlung hier erzählt. Ganz am Ende werden dann noch wichtige Änderungen im Gefüge der Mächte vorgenommen und die Weichen für weitere Folgen gestellt.

Eva Meckbach ist in dieser Folge wieder als Pandora zu hören, sie spricht die mythologische Figur mit einem sehr kalten und boshaften Klang spricht und ihr so einen machtvollen Ausdruck verleiht. Bernd Vollbrecht ist als Logan Costello wieder ein wunderbar zwiespältiger Charakter, seine schmeichlerische Art kommt auch hier wieder sehr gut zur Geltung. Martin May gibt als Suko wieder alles und spricht mit seinem bereits bekannten Elan. Weitere Sprecher sind Patrick Bach, Silke Haupt und Reent Reins.

Bei einer solch epischen Schlacht geht es natürlich heftig zur Sache, und das wird in der typischen Marnier der Serie auch akustisch sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Es kracht und knallt an allen Ecken und Enden. Die Soundkulisse, die für die Geschichte geschaffen wurde, ist wuchtig und beeindruckend, sodass wieder alles sehr gut zusammenpasst und die Ereignisse gekonnt mit einem Ausrufezeichen versieht.

Auch auf dem Cover wird das Zusammenprallen der verschiedenen Mächte dargestellt, wobei sich die nostalgische Wirkung des Zeichenstils wieder gut entfalten kann. Gepaart mit dem obligatorischem schwarzem Rahmen und dem gelben Schriftzug ist erneut ein ansprechendes und passendes Titelbilld entstanden. Im Inneren herrscht wie immer die schlichte Aufmachung ohen Zusatzinformationen vor.

Fazit: Die Trilogie wird gekonnt mit viel Wumms in Geschichte und Umsetzung abgeschlossen, wobei es durchaus einschneidende Änderungen im Gefüge der Serie gibt. Die unterschiedlichen mythologischen Aspekte werden dabei stimmig miteinander verknüpft, alles ist aufregend und spannend erzählt.

VÖ: 11.März 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5238-8


John Sinclair – 106. Xorrons Totenheer



Erster Eindruck: Erzfeinde in erbitterten Kampfvorbereitungen

Dass Shimada, ein alter japanischer Dämon, in London aufgetaucht ist, bereitet nicht nur John Sinclair, sondern auch besonders Xorron Kopfschmerzen. Denn die alte Feindschaft zwischen den beiden flammt sofort wieder auf, sodass der Herr der Zombies sein Totenheer in die Stadt schickt. Das ruft auch die sensationslüsterne Reporterin Jill Evans auf den Plan, die bald zwischen alle Fronten gerät...

Bei den bisherigen Dreiteilern von John Sinclair war die zweite Folge oft die schwächste – eingezwängt zwischen einem aufregenden Start und einem actiongeladenen Finale konnte sie oft keine eigene Identität entwickeln. Nicht so „Xorrons Totenheer“, das sich nicht wie die vorige Folge auf Shimada konzentriert, sondern eben Xorron und seine Galeere mit einer Armee in den Mittelpunkt stellt. So wird noch einmal ein ganz anderer Aspekt der großen Geschichte berücksichtigt, das einer eigenen Dramatik folgt und noch tiefer in den Kampf der beiden Dämonen eindringt. Die alte Feindschaft zwischen Shimada und Xorron wird sehr lebendig dargestellt, was einen düsteren Anklang hat, der sich schnell auf die gesamte Handlung überträgt. So wirkt alles sehr dicht und atmosphärisch, was durch einige gelungene Kniffe noch verstärkt wird. So wird wieder auf verschiedenen Handlungsebenen erzählt, was dynamische Wechsel und viele kleine Cliffhanger ermöglicht. Interessant wird es dabei besonders in einer eher kleinen Szene, in der die Beziehung zwischen Sukos Freundin Shao und der japanischen Sonnengöttin Amaterasu weiter beleuchtet wird. Und auch das Auftauchen von Jill Evans verleiht der Geschichte mehr Eigenständigkeit. Eine sehr spannende und lohnenswerte Folge, die mit sogar noch ein bisschen besser gefallen hat als der direkte Vorgänger.

Daniela Thuar ist hier in der Rolle der Jill Evans zu hören, sie legt viel Energie in ihre Sprechweise und schafft so einen aufgedrehten Charakter, der viel Schwung in die Handlung bringt. Udo Schenk ist mit seiner tiefen Stimme als Xorron für die düsteren und unheimlichen Momente in dieser Folge zuständig und kann diese sehr atmosphärisch gestalten. Dietmar Wunder klingt als John Sinclair wieder sehr motiviert, er findet genau die richtige Balance zwischen Ernsthaftigkeit und dem wunderbar trockenen Humor der Figur. Weitere Sprecher sind Hanns Jörg Krumpholz, Jan-David Rönfeldt unf Achim Schülke.

Viel Wert wurde bei der Produktion wieder auf eine fast durchgängige Geräuschkulisse gelegt, die jeder Szene ihre eigene Kulisse verleiht, die Actionszenen mit lauten Sounds untermalt und eine enge Verbindung mit den Dialogen eingeht. Und auch die Musik passt bestens in dieses Konzept, ist düster und hart, sodass die Stimmung der Folge noch weiter hervorgehoben wird.

Auch hier kommt das Titelbild eines der Heftromane für das Cover zum Einsatz, zu sehen ist das titelgebende Totenheer von Xorron auf der Galeere. Die starr blickenden Zombies in ihren Fetzen und dem altertümlichen Holzschiff stehen in interessantem Kontrast zu der Hell erleuchteten Großstadt im Hintergrund. Die restliche Gestaltung ist dabei wie immer schlicht und übersichtlich gelungen.

Fazit: Schön, dass diese zweite Folge noch einmal eine ganz andere Richtung einschlägt und neue Prioritäten setzt. So gibt es gleich mehrere Handlungssträngen, die sich gut zu einer Einheit verbinden und den Herrn der Toten wieder von seiner kämpferischen Seite zeigen. Dass dennoch auch die Handlung des Dreiteilers vorangetrieben wird, ist umso löblicher.

VÖ: 12. Februar 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5066-7


John Sinclair – SE 05. Voodoo-Land



Erster Eindruck: Ungemütlicher Ausflug nach Louisana

Für einen geheimen Auftrag wird John Sinclair von Sir James Powell nach Louisana geschickt, doch der scheinbar einfache Auftrag, einen Vampir zu überführen, entpuppt sich als geheimer Auftrag einer Regierungsgruppe. Wegen der Brisanz des Themas besteht der Geisterjäger jedoch darauf, dass Suko ihm zur Seite steht – nicht ahnend, dass dieser dadurch in große Gefahr geraten wird...

Neben den regulären Folgen und dem Classic-Ableger gibt es von John Sinclair auch immer wieder Sondereditionen – dies aber natürlich nicht so regelmäßig. Doch kurz nach der Übernahme der Hauptrolle durch Dietmar Wunder ist auch schon mit „Voodoo-Land“ der fünfte Ableger in Spielfilmlänge erschienen, der sich nicht in die Serienhandlung einordnet. Das Vodoo-Thema kommt dabei sehr schnell sehr gut zur Geltung, schon wenige Szenen nach dem Start ist man auch schon mittendrin in dieser ganz besonderen, düsteren Stimmung. Woher die Bedrohung ausgeht, ist dabei lange Zeit nicht klar. Hier ist eine große Spannungsquelle, die ausführlich ausgeschöpft wird. Dunkle Schauplätze, interessante und aussagekräftige Charaktere und überraschende Wendungen prägen die Geschichte, die sehr temporeich erzählt wird und die Laufzeit komplett ausfüllen kann. Gegen Ende geht die Handlung dann noch einmal in eine ganz andere Richtung, wird sehr actiongeladen und präsentiert genreuntypische und ungewohnte Themen, die jedoch sehr gelungen eingebaut sind. Eine sehr runde und gelungene Folge, die besonders mit ihrem engen Voodoo-Bezug begeistern kann.

Das Stammensemble um Detlef Bierstedt, Martin May und Achim Schülke ist auch hier wieder in Hochform und kann sehr überzeugen, doch auch die Nebenrollen können hier absolut begeistern. Nadine Schreier ist als Mona zu hören, einer recht zwiespältigen Figur, die man zunächst nicht wirklich einordnen kann. So umgibt sie auch ihre Stimme mit einem Schleier des Mysteriösen, dreht aber später richtig auf und gibt energie- und gefühlbetonte Passagen zum Besten. Der grandiose Klaus Dieter Klebsch ist als Fred Diamond zu hören, der Sinclair bei seinen Ermittlungen zur Seite steht und mit seiner prägnanten Stimme immer genau den richtigen Ton trifft. Wunderbar ist Katja Brügger als düstere Voodoo-Priesterin Rhonda Lasalle, ihr kratziger Klang klingt wunderbar bösartig und dämonisch, sodass sie einen sehr bleibenden Eindruck hinterlässt.

Dass die Vertonungen der Sinclair-Hörspiele von Lübbe auf sehr hohem Niveau gehalten sind, ist wohl kein Geheimnis mehr, doch in dieser Folge konnte das Produktionsteam um Dennis Ehrhardt sogar noch eine Schippe drauflegen. Mit sehr mystischen Klängen und natürlich vielen Voodoo-Trommeln ist die Musik sehr atmosphärisch gehalten, und auch die Geräusche fügen sich bestens ein und sorgen in ihrer Heftigkeit für einen imposanten Eindruck.

Die beiden CDs sind in einem Jewel-Case untergebracht, das wiederum von einem hübsch gestalteten Pappschuber gehalten wird. Das ebenso schlichte wie ansehnliche Cover mit dem gelben Kreis samt mysteriöser Zeichen ist gelungen, während im kleinen Booklet die übliche Aufteilung herrscht, Extras sind hier keine vorhanden. Dafür sind am Ende der Folge einige Outtakes zu hören, die sehr witzig geraten sind.

Fazit: Die fünfte Sonderedition von John Sinclair konnte mich vollends begeistern. Die düstere Voodoo-Stimmung hat mich schon nach wenigen Momenten völlig vereinnahmt und hat sich immer weiter gesteigert, während im Laufe der Folge auch andere, sehr stimmige Themen eingebaut wurden. Die prägnanten Charaktere bleiben in der actiongeladenen Handlung nicht außen vor, sondern sind ebenso prägend wie die vielen spannenden Momente. Sehr hörenswert!

VÖ: 12.November 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5059-9


 

John Sinclair – 105. Shimadas Mordaugen



Erster Eindruck: Neue Bedrohung, neue Unterstützung

John Sinclair bekommt eine Warnung von höchst ungewöhnlicher Stelle: Die japanische Sonnengöttin Amaterasu berichtet ihm durch Sukoas Partnerin Shao von Shimada, einem äußerst gefährlichen Dämonen, der Menschen mit seinen blauen Augen in den Bann ziehen kann. Und tatsächlich taucht dieser bald mitten in London auf, sodass Sinclair und sein Team wieder alle Hände voll zu tun haben...

John Sinclair spielt immer wieder mit Wesen aus unterschiedlichen Mythologien und anderen Geschichten und versetzt diese in die moderne Zeit. Auch der Dreiteiler, der mit „Shimadas Mordaugen“ beginnt, entleiht sich einige Motive aus der japanischen Götter- und Dämonenwelt und verpackt diese in eine atmosphärisch sehr dichte und spannende Handlung. Der Start gelingt recht zügig mit einigen prägnanten Szenen, sodass sich der Hörer schnell zurecht findet. Durch zahlreiche eingebaute Wendungen und überraschende neue Informationen merkt man zudem gar nicht, wie die Zeit vergeht, da alles sehr dicht erzählt wird. Dass dabei die Action eher in den Hintergrund tritt, tut der Serie äußerst gut, denn so konzentriert sich die Handlung auf die Entwicklung der Ereignisse. Mir gefällt dabei insbesondere die wunderbar dargestellt Figur des Shimada, der eine sehr bedrohliche Stimmung einbringt und für einige dramatische Momente sorgt. Eingebettet in das immer noch spannende Geflecht aus bereits bekannten Charakteren bringt er neue Facetten mit ein. Das Ende dieses ersten Teils ist äußerst gelungen und lässt den Hörer – natürlich – in einer sehr lebendigen Situation zurück, was die Lust auf die kommenden Ereignisse einheizt.

Silke Haupt ist hier mal wieder als Shao zu hören, besonders gelungen sind dabei die Szenen, in denen sie mit der Stimme Amaterasus spricht. Sie entlockt ihrer Stimme dabei einige ganz neue Facetten, ist aber auch ansonsten wie immer überzeugend. Gen Seto ist als Shimada zu hören, der seinem Charakter einen sehr düsteren und bedrohlichen Klang verleiht und so für eindrucksvolle Momente sorgt. Bernd Vollbrecht ist mal wieder als Logan Costello zu hören, der dem Mafiaboss trotz all seiner Missetaten immer wieder auch sympathische Züge entlocken kann. Weitere Sprecher sind Peter Kirchberger, Douglas Welbat und Achim Buch.

Akustisch ist dem Team um Regisseur Dennis Ehrhardt wieder eine sehr stimmige und eingängige Atmosphäre gelungen, die die einzelnen Szenen sehr gekonnt und imposant in Szene setzt. Immer wieder sorgen laute, krachende Geräusche für die Aufmerksamkeit des Hörers, während sich die Musik stimmungsvoll in das Gesamtkonzept einbettet.

Das Cover ist sehr gut gelungen, das Bild des zugehörigen Heftromans kommt dank des schwarzen Rahmens bestens zur Geltung. Zu sehen sind Shimadas durchdringende, blaue Augen, die nur spärlich von einer einzelnen Kerze beleuchtet werden. Im Inneren werden wie immer die wichtigsten Produktionsdetails aufgelistet, auch ein Überblick über die bisherigen Folgen ist zu sehen.

Fazit: Der Auftakt zum Dreiteiler ist sehr gut gelungen, die Geschichte ist sehr dicht und spannend erzählt, zu keiner Zeit ziehen sich die Szenen in die Länge. Vielmehr vereinen sich einige Actionszenen mit kurzweiligen Sequenzen, die die Handlung immer weiter nach vorn treiben und so Lust auf die weiteren Ereignisse machen.

VÖ: 14.Januar 2016
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5065-0


John Sinclair – 104. Die magische Bombe



Erster Eindruck: Ein Abschied und eine Rückkehr

Madame Tanith, mit der John Sinclair einige male vertrauensvoll zusammengearbeitet hat, wird ermordet, und sowohl ein Video als auch eine Zeugenaussage deuten auf den Geisterjäger als Täter hin. Inspector Nolan ermittelt in dem Fall und setzt Sinclair in einer Arrestzelle des Yards fest. Suko hingegen ist von seiner Unschuld überzeugt und nimmt selbst die Ermittlungen in die Hand...

John Sinclair unter Mordverdacht – eine interessante Konstellation, die von der 104. Folge der Lübbe-Hörspielserie so richtig ausgekostet wird, denn mit einer langwierigen Einleitung hält sich „Die magische Bombe“ erst gar nicht auf. Unvermittelt ist der Hörer direkt in der Handlung, einige Dinge ergeben sich erst im Laufe der Zeit, sodass von Anfang an eine intensive Stimmung zu spüren ist. Zwar ist dem Hörer gleich bewusst, dass Sinclair selbst nicht der Mörder der übersinnlichen Madame Tanith ist, dennoch kommt hier schnell Spannung auf. Nicht nur Suko, sondern auch der Hörer wittert eine Intrige dessen Hintergründe zu erkunden den Reiz dieser Folge ausmacht – und diese sind komplexer als es zunächst den Anschein hat, denn gleich zwei Gegenspieler des Geisterjägers haben sich zusammengetan, sodass es ein wirklich unerwartetes Wiedersehen mit einem alten Bekannten gibt. In einem packenden Finale wird die Folge schließlich nach einigem hin und her gekonnt abgeschlossen, eine düstere Bedrohung für ganz London wird abgewehrt, und auch der ziemlich unsympathische Nolan bleibt geschlagen zurück. Trotz des nicht gerade vielversprechenden Titels ist eine packende, flüssig erzählte Folge mit viel Mystik und Witz entstanden, die den sehr positiven Trend der letzten Episoden nahtlos fortsetzt.

Der wunderbare Klaus-Dieter Klebsch ist als Nolan zu hören und lässt seine Stimme sehr unnachgiebig und hart klingen, was bestens zu dem unsympathischen Ermittler passt. Gerade gegen Ende fährt der erfahrene Sprecher noch einmal richtig auf und präsentiert einen sehr starken Charakter. Martin May macht seine Sache als Suko wieder sehr sicher und ausdrucksstark, er ist längst fest mit der Rolle verwachsen und kann die Gefühlsregungen des kampfeslustigen Asiaten sehr gekonnt wiedergeben. Die kurzen Passagen von Wolf-Dietrich Sprenger reichen vollkommen aus, um einen sehr positiven Eindruck zu hinterlassen und für eindringliche Momente zu sorgen. Weitere Sprecher sind Frank Felicitti, Tanja Dohse und Karin Buchholz.

Wieder ist die akustische Umsetzung der Vorlage sehr rund produziert worden, hier greift alles sehr gut ineinander. Dabei ist alles sehr dynamisch abgemischt – in den ruhigeren Szenen hält sich auch die Soundkulisse zurück, diese kann aber ebenso mit voller Wucht in den dramatischeren Momenten und insbesondere im großen Finale sehr laut, hart und heftig werden, ohne die Dialoge zu überdecken.

Das Cover zeigt eine der letzten Szenen auf dem Hochhaus, bei dem eine grauenvolle Fratze über der hell erleuchteten Stadt schwebt. Viele Details aus dem Hörspiel sind zu erkennen – was umso erstaunlicher ist, wurde das Titelbild doch einem gänzlich anderen Heftroman entnommen. Die übrige Gestaltung ist wie immer schlicht und mit den üblichen Informationen versehen.

Fazit: „Die magische Bombe“ startet ohne Umschweife mit der Handlung, die atmosphärisch sehr dicht ist und mit vielen packenden Momenten überzeugen kann. Denn neben den Mächten der Hölle hat der Geisterjäger auch mit sehr irdischen Problemen zu kämpfen, was immer wieder für witzige Momente sorgt. Das packende Finale ist dabei das Tüpfelchen auf dem i.

VÖ: 8.Oktober 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5064-3


John Sinclair – 103. Ghoul-Parasiten



Erster Eindruck: Die Nachwehen der Mordliga

Logan Castello bekommt Besuch von einem unheimlichen Fremden, der sich schlicht Mister X nennt und ihm nach der Auflösung der Mordliga seinen Schutz anbietet – in Form einer goldenen Pistole, der magische Kräfte innewohnen. Das ruft schnell John Sinclair auf den Plan, der jedoch von einer aufdringlichen Reporterin über den Stand der Ermittlungen ausgefragt wird – bis sich die Ereignisse überschlagen...

Etliche Episoden von John Sinclair reizen die Spielzeit einer handelsüblichen CD fast aus oder werden gleich in zwei Folgen aufgeteilt, „Ghoul-Parasiten“ hingegen läuft gerade einmal eine dreiviertel Stunde. Auch wenn dies erst einmal recht wenig klingen mag, beim Hören der Geschichte darf man sich davon überzeugen, dass genau dies der richtige Weg war. Denn die Handlung wird hier sehr dicht erzählt, ohne es an Atmosphäre mangeln zu lassen. Die Entwicklungen folgen Schlag auf Schlag und setzen schon gleich zu Beginn ein, steigern sich schnell, um den Hauptteil sehr wuchtig wirken zu lassen. John wird hierbei in Begleitung in eine düstere und unwirtliche Welt verbannt, die es gemeinsam mit sehr interessanten Mitstreitern zu erkunden und wieder zu verlassen gilt. Packend und ohne ausufernde Nebenarme geht dies zügig von statten, stellt aber auch einen mysteriösen neuen Gegenspieler vor und lässt alte Bekanntschaften einfließen.

Bernd Vollbrecht kehrt in dieser Folge als Logan Castello zurück in die Sinclair-Welt, seine volltönende Stimme nimmt wieder interessante Facetten an und schafft so einen gelungenen Charakter. Torben Liebrecht ist als geheimnisvoller Mister X zu hören, sein Klang nimmt eine harte und unnachgiebige Färbung an und sorgt damit für einige intensive Momente. Auch Robin Brosch hat mir als Professor Chandler gut gefallen, der ungewöhnliche Wissenschaftler kann sich durch ihn gut in Szene setzen. Weitere Sprecher sind Dagmar Dreke, Frank Gustavus und Flemming Stein.

Die Folgen haben zu Beginn der Serie neue Standards gesetzt und sich auf diesem hohen Niveau gehalten, sodass auch „Ghoul-Parasiten“ sehr gekonnt inszeniert wurde. Besonders die fremdartige Welt, in die der Geisterjäger katapultiert wird, bekommt mit feinen Hintergrundgeräuschen eine sehr eindringliche Atmosphäre verpasst, wobei auch die restlichen Szenen sehr passend umgesetzt wurden.

Merkwürdige rote Kugeln mit seltsamen Mustern darauf schweben durch die Luft, auch der Hintergrund stellt die fremdartige Welt ansehnlich dar. Dass die dargestellte Dame ein ziemlich knappes Kleid für ihren ausufernden Oberkörper hat, ist wohl der künstlerischen Freiheit geschuldet. Der scharfe Rahmen und der gelbe Schriftzug dürfen natürlich nicht fehlen, genauso wie die schlichte, aber gelungene Aufmachung.

Fazit: Sehr schnell und temporeich erzählt erhält diese Folge eine sehr dichte Stimmung, die sich konsequent weiterentwickelt und dennoch viel Wert auf die Details legt. Das ist sehr unterhaltsam und kann mit vielen starken Szenen punkten, wobei neue und alte Bekannte gleichermaßen zu Wort kommen – sehr gelungen.

VÖ: 10.September 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5063-6


John Sinclair – 102. Wikkas Rache



Erster Eindruck: Hexen gegen ihren Würger

Glenda Perkins ist weiterhin in der Gewalt des Hexenwürgers Mason Cortland, doch sie bekommt Hilfe von unerwarteter Seite: Jane Collins befreit sie nicht nur aus dessen Verlies, sondern bringt sie auch zurück in die Gegenwart - allerdings nicht ohne Hintergedanken. Und auch John Sinclair und Suko stellen sich den unheimlichen Vorgängen in dem düsteren Moor...

Es gab schon einige Mehrteiler bei John Sinclair, wobei traditionell die späteren Folgen schneller in die Handlung finden – klar, denn die Aufbauarbeit hat ja schon der Vorgänger erledigt. So ist auch „Wikkas Rache“ deutlich temporeicher als der Vorgänger und fesselt von Anfang an mit einer sehr düsteren Atmosphäre, die sehr prägend für diese Episode ist. Die oft mittelalterlich-bedrohliche Stimmung, die leicht verwirrenden Zeitsprünge, Folter und irrwitzige Gegenspieler – das alles kombiniert sich zu einem sehr dichten und stimmigen Ganzen, in dem einige Szenen positiv heraus stechen können. Dazu zählen insbesondere die Dialoge zwischen Glenda Perkins und Jane Collins, deren dämonische Seite wieder bestens zur Geltung kommt, in denen aber auch einige gefühlvolle Andeutungen gemacht werden. Und auch das wie immer furiose Finale ist packend geschildert und schließt den Zweiteiler gelungen und mit einem Wumms ab – nicht ohne eine erheiternde Abschlussszene zu bieten.

Ilya Welter wird auch hier wieder als Glenda mehr in den Mittelpunkt gerückt und kann auch dabei sehr überzeugen – die Folterszenen gelingen ihr sehr eindringlich, und auch die übrigen Szenen werden ausdrucksstark und mit gelungenem Tempo von ihr gesprochen. Ben Hecker gibt als Mason Cortland einen wunderbaren Gegenspieler ab, mit seiner tiefen Stimme und dem sehr bedrohlichen Unterton wird aus dem Hexenwürger eine unheimliche und sehr präsente Figur. Sandra Schwittau kann erneut als grausame und sehr präsente Wikka punkten, ihre kratzige Stimme passt wunderbar zu dem irren Auftreten. Weitere Sprecher sind Oliver Stritzel, Patrick Bach und Andreas Mannkopff.

Lobenswert ist auch hier wieder die akustische Gestaltung der Geschichte, die mit vielfältigen Elementen sehr lebendig wirkt. Seien es leicht verzerrte Stimmen, bombastische Sounds, harte, eingängige Musik oder leise Hintergrundgeräusche, alles fügt sich zu einem stimmigen Ganzen zusammen und bildet so eine sehr gelungene Kulisse für die Handlung, die dadurch ihre volle Wirkung entfalten kann.

Nebelverhangene Grabsteine, ein voller Mond, vermummte Gestalten im Hintergrund, eine leicht bekleidete Dame, die mit schreckverzerrtem Gesicht davon läuft – war passt das Cover nicht hundertprozentig zu der Handlung, fängt aber die Atmosphäre gekonnt ein. Wie immer ist die restliche Gestaltung übersichtlich und schlicht gehalten.

Fazit: Direkt an den Vorgänger anknüpfend startet die Folge gleich mit recht hohem Tempo durch und erzählt die Geschichte um den Hexenwürger und Wikka flott weiter, nutzt dabei die Chance zu einem atmosphärischen Gesamteindruck und setzt einige prägende Szenen in den Mittelpunkt. Eine sehr gelungene und kurzweilige Umsetzung.

VÖ: 16.Juli 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5062-9


John Sinclair – 101. Der Hexenwürger von Blackmoore



Erster Eindruck: Peitscher statt Würger

Als Sie Powell von dem seltsamen Verhalten zahlreicher Krähen im kleinen Ort Blackmoore erfährt, misst er dem Bericht erst einmal keine große Bedeutung zu. Doch als Bill Conolly zufällig auf Jane Collins trifft und von ihr ebenfalls einen Hinweis auf den abgelegenen Ort bekommt, macht sich John Sinclair gemeinsam mit Suko sofort auf den Weg dorthin. Denn jemand dort schwebt in großer Gefahr: Glenda Perkins...

Auch nach Folge 100 geht es mit John Sinclair weiter – so viel war klar. Mit einem großen Knall ist die Mordliga in der vorigen Folge vernichtet worden, doch „Der Hexenwürger von Blackmoore“ setzt nicht dort an, erwähnt diese Tatsache nicht einmal. Vielmehr konzentriert sich dieser Zweiteiler auf eine andere, bereits bekannte Gegnerin des Sinclair-Teams und eben insbesondere auf den Hexenwürger, der in einer atmosphärischen Introsequenz vorgestellt wird und trotz seines Namens überraschend wenig würgt, sondern vielmehr seine Peitsche nutzt. Im Laufe des Hörspiels verwischen Vergangenheit und Gegenwart immer wieder, nie kann man sicher sein, ob es sich im Realität oder eine Vision handelt. Das ist sehr gut umgesetzt und interessant erzählt, wobei die Atmosphäre deutlich im Vordergrund steht. In der Handlung kommt zwar kein wirklicher Leerlauf auf, ein bisschen flotter hätte diese für meinen Geschmack dann aber doch sein können. Besonders gelungen sind dann die Szenen im Kerkerverlies, aber auch die letzte Szene mitten im Moor, die sehr unheimlich ist und einen sehr gefälligen Kniff enthält. Die Handlung endet – natürlich – recht abrupt, sodass die Neugier auf den zweiten Teil geweckt wird. Alles deutet darauf hin, dass dann etwas mehr passiert, sodass dieser Auftakt durchaus als gelungen betrachtet werden kann.

Am Ende der letzten Folge wurde es angedeutet – die Hauptrolle des John Sinclair wurde neu besetzt und wird nun von Dietmar Wunder gesprochen. Diesen kennt man schon aus der Classic-Variante der Serie, sodass er sich schon völlig in die Rolle eingefunden hat. Mir gefällt, dass er zwar auch den coolen Ermittler gibt, aber eben auch seine eigene Note mit einbringt. Ich habe mich sehr über den Auftritt von Franziska Pigulla gefreut, die als Jane Collins mal wieder ihre dunkle und bedrohliche Seite zeigen konnte. Und auch Erzählerin Alexandra Lange macht ihre Sache mit ihrer ruhigen Art und den dynamischen Stimmänderungen wieder sehr gekonnt. Weitere Sprecher sind Lutz Mackensy, Ben Hecker und Oliver Stritzel.

Technisch wurde wieder eine sehr saubere Leistung vollbracht, wobei die dichte atmosphärische Gestaltung die Handlung wieder bestens unterstützt. Mit passender, stimmungsvoller Musik und einer Menge Geräusche werden die einzelnen Szenen ins rechte Licht gerückt, wobei man sich besonders die wabernden Momente im Moor bestens vorstellen kann. Auch ein neues Intro wurde der Serie spendiert, wobei der Stil durchaus gleich geblieben ist.

Ruhig und sehr bedrohlich ist die Titelfigur – der Hexenwürger – auf dem Cover abgebildet. Er scheint den Betrachter direkt anzuschauen, während er seine Peitsche schwingt. Auch der Hintergrund mit düsterem Schloss und halb verdecktem Mond ist gelungen und im typischen, etwas kitschigen Stil der Romanvorlagen gehalten. Wie immer ist die restliche Aufmachung schlicht, aber übersichtlich.

Fazit: Der Neustart bei Folge 1 nach der Mordliga ist mit einer sehr atmosphärischen Folge geglückt. Die vielen Sprünge zwischen den Zeiten und Traum und Realität sorgen für einen dynamischen Handlungsverlauf, der allerdings etwas zu langsam geraten ist. Die Lust auf Teil zwei wird auf jeden Fall geweckt.

VÖ: 18.Juni 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5061-2


John Sinclair – 100. Das Ende



Erster Eindruck: Abschiede zum runden Jubiläum

Lady X, momentane Erzfeindin des Geisterjägers John Sinclair, bereitet ihren großen Coup vor, auf diesen hat sie lange hingearbeitet. Doch dafür benötigt sie mächtige Verbündete – John Sinclair und sein Team kommen schnell auf ihre Spur. Und auch sie setzen auf Freunde, um den dramatischen Kampf bestehen zu können...

„Das Ende“ - welch ein Titel für die Jubiläumsfolge von John Sinclair. Wilde Spekulationen kamen kurz nach der Ankündigung auf, sogar die Einstellung der Serie wurde prognostiziert. Nun liegt sie vor und ist der besonderen Folge tatsächlich sehr würdig. Die Story ist auf zwei CDs untergekommen und sehr dicht erzählt, das Tempo ist sehr hoch, eine dramatische Szene jagt die nächste. Da gibt es Explosionen, da gibt es Tote, da wechseln sich die Szenen sehr schnell ab. Zudem wird ein Handlungsstrang gekonnt abgeschlossen und viele lose Fäden zusammengeführt, wobei gleichzeitig der Weg in die Zukunft geebnet wird. Was diese die Handlung aber so gelungen, so rund wirken lässt, ist dass zahlreiche alte Bekannte vorkommen und ihren wichtigen Teil spielen, dass ein Bezug zu früheren Folgen geschlagen wird, dass auch so viel mit bekannten und lieb gewonnen Charakteren passiert. Packende Szenen, ungewohnte Einfälle, zahlreiche Highlights (besonders am Ende der ersten CD). Und ganz am Ende, nach der Auflösung, die große Veränderungen mit sich bringt, wird nicht nur ein Ausblick auf personelle Wechsel gegeben, sondern auch zurückgeblickt und in einer abschließenden Szene mit viel Humor und Augenzwinkern sich selbst würdigt. Das ist schon eine Marke, was hier abgeliefert wurde, mir hat diese Folge jedoch guten Spaß gemacht und viel Spannung bereitet.

Für 100 Folgen sehr konstante Leistung ist noch einmal Frank Glaubrecht als John Sinclair besonders hervorzuheben, der seine Rolle immer mit Nachdruck, Leidenschaft, aber auch viel trockenem Humor umsetzt. Auch Martin May ist als Suko wieder mit vollem Einsatz mit dabei, legt viel Dynamik in seine Stimme und sorgt mit seinem sehr präsenten Auftreten immer wieder für gelungene Momente. Als Lady X ist Katrin Fröhlich wieder mit dabei, legt viel Bosheit und Niedertracht in ihren Klang, so schafft sie eine sehr prägnante Gegenspielerin für de Geisterjäger. Helmut Krauss, Alexandra Lange und Silke Haupt sind ebenfalls mit dabei.

Auch akustisch wurde hier wieder ein wahres Feuerwerk gezündet, laute Soundeffekte und harte Gitarrenmusik, aber auch atmosphärische Stücke werden hier miteinander kombiniert. Zum Jubiläum wurde der Serie zudem noch ein neues Intro spendiert, das mir mit seiner düsteren Stimmung gut gefallen hat. Die sehr schönen Worte von Frank Glaubrecht zum Ende der Folge sind ein gelungenes Extra.

Das gute alte Wackelbild hat es als weiterer Bonus für das Jubiläum auf das Cover geschafft. Ein gelbes, wie mit Farbe an die Wand gemaltes Kreuz hebt sich vor dem tiefschwarzen Hintergrund ab, als bei leichten Bewegungen des Covers ist noch ein Totenschädel mit langen Eckzähnen zu sehen. Das Booklet ist etwas dicker als sonst, enthält aber recht wenig wirkliche Extras, neben einem einleitenden Text von Jason Dark und einem Songtext ist nur eine Covershow zu sehen.

Fazit: Heftige Szenen, die sehr gut verknüpft wurden und Vergangenes und Zukünftiges miteinander verbinden. Die Sorge um lieb gewonnene Charaktere begleitet den Hörer, der in der sehr atmosphärisch erzählten Geschichte immer neue Highlights erlebt. Eine sehr würdige und unterhaltsame 100. Folge und ein sehr gelungener Abschluss eines wichtigen Handlungsstrangs.

VÖ: 13.März 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5060-5


John Sinclair – 99. Das gläserne Grauen



Erster Eindruck: Eine verschwundene Internatsschülerin

Die Suche nach den Großen Alten führt John Sinclair in ein düsteres Mädcheninternat nach Sizilien, welches von der Internatsleiterin Elena Verusco mit strenger Hand geführt wird. Dennoch kann sie nicht verhindern, dass Carla, die Tochter eines Mafiabosses, spurlos verschwindet. John Sinclair ahnt jedoch nicht, in welches Wespennest er dabei sticht...

Mit „Treffpunkt Leichenhaus“ wurde der letzte Zweiteiler von John Sinclair vor der lang erwarteten Folge 100 gelungen eröffnet, doch Episode 99 „Das gläserne Grauen“ legt noch einmal eine Schippe zu. Der Schauplatz des Mädcheninternats wirkt düster und bedrückend, was vielleicht etwas klischeehaft ist, aber sehr gut zu der Handlung passt. Und auch die vorkommenden Charaktere sind sehr intensiv geschildert und können die Episode bereichern. Besonders Elena Verusco ist sehr gut in Szene gesetzt worden und bringt ihre ganz eigene Note mit ein, aber auch Luigi Bergamo ist eine gelungene und reizvolle Figur. Im Mittelpunkt steht jedoch die Bedrohung durch die großen Alten, und das ist mit viel Tempo und sehr spannend umgesetzt worden. Immer weiter dröseln sich die einzelnen Erzählstränge auf und präsentieren so eine Handlung, die zwar typisch für die Serie ist, jedoch einige ganz eigene Elemente enthält und somit durchaus überraschen kann. Das sehr hohe Tempo, die spannende Handlung, die mächtigen Gegner und einige interessante Figuren schließen diesen Zweiteiler sehr gekonnt ab und machen noch einmal richtig Lust auf die Serie und das große Highlight, die Jubiläumsfolge 100!

Ursula Siegs unverkennbare, dunkle Stimme passt ganz wunderbar zu der strengen Internatsleiterin Elena Verusco, die so ihre ganz eigene Aura entfaltet und zu einer starken Figur wird. Als Luigi Bergamo kann Waldemar Hooge überzeugen, der mit festem Klang und eingängiger Betonung eine sehr stimmige Leistung abliefert und die Rolle so gekonnt umsetzt. Peter Weis ist als Professor Bricci ebenso gut besetzt und kann die Atmosphäre der Handlung noch einmal beeinflussen. Weitere Sprecher sind Souzan Alavi, Torben Liebrecht und Anna Kumosiak.

Das Team um Regisseur Dennis Ehrhardt hat wieder eine sehr intensive und packende Atmosphäre geschaffen, die längst zum Markenzeichen der Serie geworden ist. Dafür wurde für jede Szene ein passendes Musikstück ausgewählt, dass meist dräuend im Hintergrund bleibt und zu den dramatischeren Szenen nach vorn tritt. Auch die Geräusche fügen sich hier bestens ein und lassen die Szenerie lebendiger wirken.

Das Cover zu der Folge ist wieder im herrlich nostalgischen Stil gehalten und wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich auffällig, erst beim zweiten Hinsehen fallen die gläsernen und durchsichtigen Beine der beiden Männer auf den düsteren Treppenstufen auf. Das tiefschwarz des Rahmens zieht sich auch durch die restliche Gestaltung, die sehr schlicht gehalten ist.

Fazit: Die Geschichte um die großen Alten wird spannend und temporeich weitergeführt und kann im Gegensatz zum ersten Teil sogar noch ein wenig zulegen. Eine starke Szene reiht sich an die nächste, die zahlreichen Figuren ergänzen sich bestens, sodass diese Geschichte zudem sehr abwechslungsreich wird. Sehr gelungen!

VÖ: 13.März 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4930-2


John Sinclair – 98. Treffpunkt Leichenhaus



Erster Eindruck: Angriff der großen Alten

John Sinclair hat einen Einsatz an der fernen Adriaküste, wo ein Kreuzfahrtschiff von dem Todesnebel angegriffen wurde und gesunken ist. Doch bei seinem Ermittlungen stellt der Geisterjäger fest, dass Lady X scheinbar nicht die Übeltäterin ist. Doch weitere merkwürdige Vorkommnisse führen ihn schließlich auf die richtige Spur, denn bei einem Todesfall zerspringt das Opfer in tausende Scherben...

Der Umbruch bei John Sinclair ist deutlich spürbar, kurz vor der Folge 100 mehren sich die Hinweise auf eine neue Haupthandlung. Kurz zuvor wird noch einmal ein Zweiteiler präsentiert, der die Großen Alten wieder mehr in den Mittelpunkt rückt, dies aber auch gekonnt mit der Mordliga um Lady X kombiniert. Dabei ist die Handlung sehr temporeich erzählt, ohne die Atmosphäre zu vernachlässigen, immer wieder werden unheimlich-stimmungsvolle Momente eingestreut. Ganz nebenbei werden dabei die uralten Wesen näher vorgestellt und mit ihren Eigenheiten sehr gekonnt beschrieben. Zunächst tappt Sinclair hier aber im Dunkeln und hat mehrere Ansatzpunkte, die nicht recht zusammen passen wollen, immer weiter wird dies aber zusammengefügt und in einer spannenden Handlung weitergestrickt. Das Ende dieses ersten Teils lässt den Hörer dann auf einem Höhepunkt der Handlung zurück und macht sehr gespannt auf den zweiten Teil.

Peter Matic ist hier mal wieder als Myxin zu hören, nachdem der Zauberer aus Atlantis nun etwas länger Sendepause hatte. Seine sehr markante Stimme und der intensive Ausdruck lassen erneut eine vielschichtige und interessante Figur entstehen. Bernd Vollbrecht macht seine Sache als Gangsterboss Logan Castello wieder hervorragend, kann sowohl Ernsthaftigkeit als auch einen stets ironischen Unterton miteinander kombinieren. Karin Rasenack ist als Azucena zu hören und setzt dabei mit energiegeladener Stimme gekonnt Akzente. Weitere Sprecher sind Achim Schülke, Tayfun Bademsoy und Wolf Frass.

Die akustische Gestaltung des Hörspiels ist wieder sehr gelungen und unterstützt die Atmosphäre der Handlung in ihrer Wirkung. Dafür sind zahlreiche passende Musikstücke ausgewählt worden, die sich gut an die jeweilige Szene anpassen und sich mit den Geräuschen gut verbinden. Diese dürfen auch mal etwas lauter sein, was aber nie übertrieben wird, sondern die Geräusche nie überdeckt.

Wie immer wurde das Titelbild eines Heftromanes für das Cover verwendet, so richtig mag dies aber nicht zu der Geschichte passen. Die Szenerie in einem dunklen Kellergewölbe samt einiger dunkler Särge und dem ernst blickenden John Sinclair ist zwar passend, der zähnebleckende Vampir ist aber nicht mit der Handlung vereinbar. Die übrige Gestaltung ist wie immer sehr schlicht gehalten.

Fazit: Todesnebel, große Alte, Logan Castello, gläserne Menschen - „Treffpunkt Leichenhaus“ vereint zahlreiche Themen aus dem Sinclair-Universum und kombiniert diese zu einer spannenden und temporeichen Handlung, die Lust auf die weitere Entwicklung des Zweiteilers macht.

VÖ: 12.Februar 2015
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4929-6


John Sinclair – 97. Die Tochter des Totengräbers



Erster Eindruck: Unheimliches vom Friedhof

Von seinem Freund Boll Conolly wird Geisterjäger John Sinclair auf den Fall eines verschwundenen Mannes weiter. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche und entdecken ein schauriges Loch im Boden. Zur gleichen Zeit findet der Totengräber Jason Price seine Tochter Marion mitten in der Nacht vor einem Grab. Doch etwas scheint mit der jungen Frau nicht zu stimmen...

Neben all den mächtigen Feinden, mit denen John Sinclair es des öfteren mal zu tun hat, finden sich in der Hörspielserie auch immer wieder Folgen, die für sich allein stehen und keinen Bezug zur Serienhandlung haben. „Die Tochter des Totengräbers“ gehört dazu und bildet so eine angenehme Alternative zu Mordliga, Strigen und Co. Der Start in die Handlung ist dann auch recht atmosphärisch gelungen, sowohl die Szenen mit John und Bill als auch die Ereignisse auf dem Friedhof vermitteln eine düstere und unheimliche Stimmung. Anfangs wird noch parallel erzählt, erst im Laufe der Zeit kreuzen sich die beiden Stränge, sodass eine recht dynamische und abwechslungsreiche Erzählweise entsteht. Allerdings kann diese Folge in Sachen Spannung nicht mit ihren Vorgängern mithalten und wird eher oberflächlich erzählt. Die Hintergründe sind dann auch nur mäßig originell, es gibt nur wenig, was man so oder so ähnlich noch nicht gehört hätte. Gut gefallen hat mir hingegen der etwas größere Auftritt von Glenda Perkins, die mit ihrer etwas schnippischen Art und dem witzigen Auftreten Schwung in die Handlung bringt. Insgesamt ein recht durchschnittlicher Fall für John Sinclair, der knackig erzählt wurde, aber nicht so recht zünden möchte.

Ilya Welter spricht die Rolle der Glenda Perkins mit viel Energie und legt immer eine leicht ironische Note in ihre Stimme. Ihr direktes Eingreifen in die Folge und ihr verdutztes Verhalten ganz am Ende sind passende Elemente für diese Geschichte. Als Marion Price ist Dagmer Bittner zu hören, die insgesamt eine solide Leistung abliefert, an einigen Stellen aber doch ein wenig zur Übertreibung neigt. Reent Reins kann mit seiner markanten Stimme als Edward Jeffries wieder für unheimliche und eindrucksvolle Momente sorgen. Weitere Sprecher sind Bert Franzke, Gerlinde Dillge und Tammo Kaulbarsch.

Musikalisch wird hier nicht ganz so dick aufgetragen wie in einigen vorigen Folgen, hier wird dafür mehr Wert auf eine unheimliche und düstere Atmosphäre gelegt. Die Geräusche sind dabei wieder präzise eingebaut und können mehr Leben in die Handlung bringen. Da die Folge nicht mit einem großen Knall endet, wirkt die Szenerie auch hier ruhiger als gewohnt.

Das Cover zu dieser Folge wirkt erneut herrlich nostalgisch, wobei sich das Motiv nicht vollkommen mit der Handlung deckt. Gezeigt wird ein dunkler Friedhof vor dem Hintergrund eines alten Schlosses. Während ein Skelett seinem Grab entsteigt, steht eine junge Frau im pinken Kleid mit einem altmodischen Kerzenhalter im Mittelpunkt. Die restliche Gestaltung ist auf das Wesentliche reduziert worden.

Fazit: Als Einzelfolge kann diese Geschichte auch für sich allein stehen, kann aber in Sachen Dramatik und Spannung nicht mit den meisten Vorgängern mithalten. Alles wirkt zu seicht erzählt, wirklicher Schwung kommt nicht auf. Die düstere Szenerie, die klassischen Horrorfiguren und der wunderbare Auftritt von Glenda sorgen aber doch noch für Stimmung.

VÖ: 18.Dezember 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4928-9


John Sinclair – 96. Pandoras Botschaft



Erster Eindruck: Dämonische Griechen-Gestalt

John Sinclair bekommt einen Hilferuf aus Schottland, gerade das Dorf, in dem seine geweihten Silberkugeln hergestellt werden, wird von einer schrecklichen Seuche heimgesucht. Innerhalb weniger Tage hat sich fast die gesamte Bevölkerung an der heimtückischen Krankheit angesteckt. Schnell findet der Geisterjäger heraus, dass die Ursache der Seuche Pandora ist, doch noch eine andere Feindin steht ihm im Wege...

Jason Dark, Autor der John Sinclair-Romanserie, hat sich in ganz verschiedenen Kulten und Mythologien bedient, um neue Impulse für seine Bösewichter zu erschaffen. Als Folge 96 der Hörspielserie ist beispielsweise „Pandoras Botschaft“ zu hören, das die griechische Sagengestalt in den Mittelpunkt stellt. Deren Erschaffung wird in der sehr stimmungsvollen Introszene thematisiert, der danach folgende harte Schnitt versetzt den Hörer wieder in die Gegenwart zu Sinclair und seinem Team. Die sich aufbauende Handlung ist typisch für die Serie, setzt sich aus schnell ineinander fließenden Szenen zusammen und baut so eine große Dynamik auf. Die so mystische Sagengestalt Pandora wird dabei schnell zu einer mächtigen Gegenspielerin und beginnt ihren eigenen Kampf gegen Lady X, beide ergänzen sich hier gut. Die einigen wenigen Längen des Hörspiels werden durch das sehr spannungsgeladene Doppelfinale mehr als wett gemacht. Auch der Fortlauf der Serienhandlung wird hier weiter aufgegriffen, und auch ein weiteres Mitglied der Todesliga bekommt einen Auftritt, das dessen Profil weiter schärft anstatt ihn lediglich als Mitläufer wirken zu lassen. Das alles macht auch diese Folge zu einer gelungenen.

Eva Meckbach ist in der Rolle der Pandora sehr gut besetzt, ihre eindringliche und aussagekräftige Stimme sorgt für die passende Atmosphäre in ihren Szenen und stellt ein machtvolles und unnachgiebiges Wesen dar. Markus Stolberg ist als Pater Ignatius zu hören, er wirkt weise und nachdenklich, was durch seine Stimme gut transportiert wird. Udo Schenk hat hier als Xorron mal wieder einen etwas größeren Auftritt und kann dem oft eher stupide wirkenden Zombie überraschend viele Facetten abgewinnen. Weitere Sprecher sind Katharina Pütter, Maria Hartmann und Thomas Cermak.

Die akustische Umsetzung orientiert sich wieder an der hochwertigen Produktionsweise mit dem sehr klaren Klang und zahlreichen eingesetzten akustischen Sounds. So sind viele Musikstücke zu hören, die hart und düster wirken, während die Dialoge und die Actionszenen mit zahlreichen lauten und heftigen Geräuschen unterlegt sind. So wirkt alles sehr eingängig und lebendig.

Das Horn der Pandora, das von der Sagengestalt zur Überbringung der Seuche benutzt wird, ist stilisiert auf dem Cover dargestellt, als goldenes Füllhorn, von zwei überdimensionalen Händen gehalten, aus dem bleiche Skelette und rote Dämonen fallen. Eine gelungene und mystische Darstellung, die wohl wirklich noch besser geeignet ist als die simple Darstellung von Pandora selbst.

Fazit: Die Bedrohung durch Pandora wird gekonnt dargestellt, zumal die leicht mysteriöse Stimmung, die von ihr ausgeht, gerade zu Beginn gut aufgegriffen wird. Schnelle Szenenwechsel sind auch hier wieder das Mittel zur Steigerung der Dynamik, während gerade das Finale sehr spannend erzählt ist.

VÖ: 14.November 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4927-2


John Sinclair – 95. Der Schädelthron



Erster Eindruck: Unheimliches aus Norwegen

Während eines Besuchs bei Bill Conolly wird John Sinclair von den roten Vampirfledermäusen von Vampiro del Mar angegriffen. Doch schnell merkt er, dass dies nur eine Finte war und ihm vom eigentlichen Ziel der Mordliga ablenken sollte. Und so macht er sich bald auf auf die Lofoten, wo in den einsamen Wäldern die Strigen ihr Unwesen treiben...

Der Handlungsstrang um die Strigen, Eulen mit einem Totenschädel auf den Schultern, beschäftigt John Sinclair schon seit einiger Zeit. Und auch in der 95. Folge stehen die unheilvollen Wesen im Mittelpunkt, die dieses mal in Norwegen ihr Unwesen treiben. Und auch die Mordliga um Pamela Scott, die das Team um den Geisterjäger immer wieder auf Trab halten, haben hier wieder ihre Finger mit im Spiel. Dass beide Parteien sich nicht gerade einig sind, sorgt dabei für zusätzliche Dramatik in der Handlung, die in Sachen Stimmung zweigeteilt zu sein scheint. In der ersten Hälfte herrscht eine unheimliche, düstere Stimmung vor, die dunklen Wälder der Lofoten sind hierfür ein idealer Schauplatz. Es verschwinden Menschen, die Strigen tauchen auf, alles wirkt sehr stimmig. Gerade gegen Ende wird diese atmosphärische Erzählweise durch ein Sinclair-typisches und schnell erzähltes Spektakel abgelöst, bei dem die actionbetonten Kämpfe im Vordergrund stehen. Dabei geht es turbulent und nicht immer ganz gradlinig zu, zu einfach lösen sich einige Dinge auf. Eine typische Folge der Serie mit einer spannenden Erzählweise.

Zahlreiche Sprecher, die schon in den vorigen Folgen aufgetaucht sind, sorgen auch hier wieder für eine gute Leistung, unter ihnen Katrin Fröhlich, Helmut Krauss und Detlef Bierstedt. In einer kleineren Nebenrollen ist Achim Buch als Nils Björnisson gut ausgewählt wurde. Er spricht den verschrobenen Waldarbeiter mit einer knarrigen, ausdrucksstarken Stimme und stellt ihn so gekonnt dar. Jonas Brendboe wird von Hannes Stelzer gesprochen, mit viel Energie und einer passenden Ausdrucksweise schafft er so einen interessanten Charakter. Gut gefallen hat mir Maria Hartmann als Merle Nerhus, mit tiefer und eingängiger Stimme spricht sie die zurückgezogen lebende Norwegerin.

Die akustische Gestaltung ist hier wieder mit viel Aufwand umgesetzt worden, besonders die ersten Szenen in den dunklen und geheimnisvollen Lofoten sind sehr stimmig und atmosphärisch gelungen. Und gegen Ende darf es dann wieder ordentlich krachen, die actionbetonten Kämpfe mit der Mordliga und den Strigen wurden mit lauten und prägnanten akustischen Effekten ausgestattet.

Das Cover zu der Folge ist sehr schlicht, kann aber gerade deswegen durchaus überzeugen. Ein kahler Totenschädel prangt darauf, darüber die Schneeeule, die im Hörspiel eine wichtige Rolle spielt, die die Flügel weit ausgebreitet hat und auf den Betrachter zuzufliegen scheint. Der einfache schwarze Hintergrund und der prägnante gelbe Schriftzug sind hierzu die passenden Ergänzungen.

Fazit: Sehr unterschiedliche Stimmungen werden hier aufgegriffen. Während der erste Teil recht atmosphärisch und unheimlich ist, kommt gegen Ende wieder eine sehr actionbetonte Stimmung auf. Diese ist zwar temporeich erzählt, wirkt aber manchmal zu hektisch. Insgesamt eine typische Folge der Serie.

VÖ: 16.September 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4926-5


John Sinclair – 94. Verdammt und begraben



Erster Eindruck: Vampire gehen immer

John Sinclair und sein Freund Suko werden zu einem neuen Fall gerufen, der für den Geisterjäger schon fast nach einer Routineaufgabe klingt: Der Vampir Terrasco tyrannisiert ein ganzes Dorf und lockt seine Opfer in hinterhältige Fallen und saugt ihnen das Blut aus. Ein heftiger Kampf entbrennt, doch für John und Suko hat sich die Sache noch lange nicht erledigt...

Diverse Monster und Kreaturen der Hölle tummeln sich bei John Sinclair, doch Vampire sind immer wieder ein Thema. Auch Nummer 94 der Serie mit dem Titel „Verdammt und begraben“ widmet sich einem Blutsauger, doch das ist erst der Anfang für eine weitere, darauf aufbauende Handlung, die wieder zwei Mitglieder der Mordliga in den Mittelpunkt rückt und so auch den roten Faden der Handlug weiterführt. Hinzu kommt, dass ein bereits bekannter Charakter wieder auftaucht, was gerade für Fans der Serie ein echtes Schmankerl sein dürfte. Actionreiche und kampfbetonte Sequenzen, dazwischen natürlich auch immer wieder Dialoge, die die Handlung vorantreiben – ziemlich viel Stoff für eine Produktion, die gerade einmal 53 Minuten läuft. Das sorgt natürlich für Kurzweil und einen packenden Verlauf, sorgt in diesem Fall aber auch dafür, dass einige Passagen wie im Schnelldurchlauf erzählt werden. Das Tempo geht hier teilweise auf Kosten der Handlung, dennoch ist die Geschichte zweifelsohne spannend und packend erzählt, hat so einige Höhepunkte zu bieten und kann natürlich auch die wunderbare Atmosphäre der Serie vermitteln.

Manfred Liptow ist in der Rolle des zurückgekehrten Charakters zu hören, den er mit einem recht speziellen, aber auch sehr passenden Klang umsetzt und so den Hörer eine ungewöhnliche Rolle anbietet, die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Janis Zaurins setzt den Baron von Leppe auf eine frische und ungezwungene Art um, der in seinen Szenen durchaus passend umgesetzt wurde. Wie immer sehr lässig und voller Elan setzt Frank Glaubrecht seine Paraderolle als John Sinclair um, durch ihn gewinnt die Serie einen ganz eigenen, rauen Charme. Weitere Sprecher sind unter anderem Karin Rasenack, Yvonne Yung Hee und Achim Schülke.

In Sachen Akustik wurde hier wieder tadellose Arbeit abgeliefert, Dennis Ehrhardt und sein Team setzen hier erneut auf eine actionbetonte Stimmung, sodass der Gruselfaktor in den Hintergrund tritt. Da knallt und kracht es an allen Ecken und Enden, besonders die Kampfszenen sind sehr treffsicher mit zahlreichen Geräuschen und Sounds umgesetzt wurden. Ergänzend hierzu die harte, atmosphärische Musik, die immer wieder Akzente setzt.

Passend zu dem Vampirthema ist auf dem Cover einer der blutsaugenden Nachtschwärmer zu sehen. Er entsteigt hier gerade einem Sarg, die Zähne gebleckt, die Augen rot leuchtend, das spinnwebenverhangene Gemäuer durch eine große Flamme erleuchtet – ein ansehnliches Cover, das die Machart der Heftromanserie transportiert und die Szenen aus dem Hörspiel gekonnt untermalt.

Fazit: Die Folge erzählt ziemlich viel in recht kurzer Zeit, sodass sie etwas überfrachtet wirkt und nicht allen Elementen gerecht werden kann. Doch das aufkommende Tempo und die Spannung, die durch die verflochtene Geschichte entsteht, können durchaus überzeugen und sorgen für kurzweilige Unterhaltung.

VÖ: 15.August 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4925-8


John Sinclair - 93. Der Pesthügel von Shanghai



Erster Eindruck: Sukos Soloabenteuer (jedenfalls fast)

Gerade hat John Sinclair erfolgreich die Strigen zurückgeschlagen, da kommt schon das nächste Ungemach auf ihn zu: Sein treuer Freund Suko wird entführt. Er findet sich bald in China wieder, wo sein Ruf als Geisterjäger ihm vorauseilt. Dort soll der den Bewohnern eines Dorfes helfen, die nahe eines Sumpfes Seidenraupen züchten. Doch ein Mann hat sich zu weit in den Morast vorgewagt und damit großes Unheil hinauf beschworen...

John Sinclair kämpft in den 90er-Folgen der gleichnamigen Hörspielserie gleich gegen eine Vielzahl verschiedener Feinde – die Großen Alten, die Strigen, die Mordliga, die auch noch aus einigen unterschiedlichen Mitgliedern besteht. Genug Stoff, doch Folge 93 mit dem Titel „Der Pesthügel von Shanghai“ gönnt sich den Luxus und nimmt sich von alldem eine Auszeit, erzählt eine völlig eigenständige Geschichte ohne Einbindung in den roten Faden der Serie. Die Geschichte konzentriert sich vorrangig auf Suko und versetzt ihn in das kleine chinesische Dorf, zwielichtige Personen und eine unheimliche Atmosphäre sind besonders während der ersten Szenen sehr präsent. Besonders die Figur des Jademannes wird gut aufgebaut, er tritt erst spät selbst in Erscheinung, wird aber immer wieder erwähnt. So entsteht um ihn eine undurchdringliche Aura, was mir gut gefallen hat. Für einen dynamischen Eindruck sorgen Szenenwechsel zu John, der seinem Freund zu Hilfe kommen will und dafür sogar mit einem alten Feind paktiert. Die über 50-minütige Handlung vergeht ob der vielen Themen und Situationen sehr schnell, eine runde Folge, die mir richtig gut gefallen hat – gerade weil sie auch außerhalb der Serienhandlung funktioniert.

Martin May hat in dieser Folge als Suko einen sehr großen Auftritt, seine standfeste Stimme und seine glaubhafte Charakterdarstellung passt wieder wunderbar und kann so seine Szenen sehr präsent wirken lassen. Helmut Krauss ist ebenfalls als Gastsprecher zu hören, den Wu kann er mit seinem einzigartigen Klang und präziser Betonung ebenso gut wirken lassen. Yvonne Yung Hee hat mir als Meilin sehr gut gefallen, ihre angenehme, klare und kraftvolle Stimme sticht heraus und zeigt viel Energie. Weitere Sprecher sind Fang Yu, Asad Schwarz und Maverick Quek.

Und auch die akustische Umsetzung der Geschichte kann sich wirklich hören lassen, durch den Einsatz zahlreiche Elemente entsteht eine dichte und packende Atmosphäre. Die Musik bleibt hier oft eher im Hintergrund, ist manchmal leicht chinesisch angehaucht und insgesamt stimmungsvoll. Die Geräusche sind sehr vielfältig und durchgehend recht laut dargestellt, setzten somit Akzentpunkte und halten in Sachen Auffälligkeit locker mit den Stimmen mit, so entsteht ein sehr lebendiger und kerniger Audruck.

Die Cover dieser Serie werden seit jeher von de Heftromanserie übernommen und wirken ziemlich nostalgisch. Auch hier passt das Titelbild wieder sehr gut, in dem tiefschwarzen Rahmen mit dem auffälligen gelben Schriftzug greifen mehrere verzerrte menschliche Hände, grau und verkrampft, aus einem schlammigen Morast, während im Hintergrund durch den roten Sonnenuntergang ein grüer Jeep brettert.

Fazit: Eine Einzelfolge, völlig in sich abgeschlossen, ohne wirkliche Berührungspunkte zu der eigentlichen Handlung. Mir gefällt dies sehr gut und wirkt entzerrend auf den Serienverlauf, zumal de erzählte Geschichte mit einer gelungenen, actionbetonten Atmosphäre, einer großen Portion Mystik, tollen Schauplätzen und dynamischen Wechseln punkten kann.

VÖ: 18.Juli 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4924-1


John Sinclair – 92. Satans Eulen



Erster Eindruck: Kreuzfahrt des Grauens

Eigentlich wollte John Sinclair nur ein paar Tage Entspannung mit Bill, Sheila und Johnny auf einer Kreuzfahrt suchen, doch selbst dort lassen ihn die Mächte der Rolle keine Ruhe. Bald wird eine Passagierin von einer Eule angegriffen, die einen Totenschädel als Kopf hat. Die Situation spitzt sich immer weiter zu, und auch in einem abgelegenen Dorf ereignet sich Schreckliches...

Nach einem eher durchwachsenen Zweiteiler ist Folge 92 von John Sinclair wieder eine in sich abgeschlossene Geschichte präsentiert, die auch für sich allein stehen kann – natürlich nicht ohne Querbezüge zu bereits bekannten Personen und Ereignissen, die sehr gut miteinander verknüpft wurden. Der Anfang ist dabei sogar ziemlich heiter geworden, in einer sehr amüsanten Szene, in der John Sinclair von einer Unbekannten angesprochen wird, dabei werden gleichzeitig die ersten Grundlagen für die Handlung gelegt. Der Kampf gegen die dämonischen Eulen gelingt sehr spannend und packend, immer weiter steigert sich die Handlung, bezieht wieder Mitglieder des Sinclair-Teams mit ein und erzeigt so zusätzliche Dramatik. Insbesondere die Momente, in denen der kleine Johnny in Gefahr schwebt, bleiben dabei im Gedächtnis haften. Doch neben den Ereignissen auf dem Kreuzfahrtschiff sind auch andere Szenen mit dem gleichen Thema eingebaut, die eine gänzlich andere Wirkung entfalten und statt actionbetont eher unheimlich. Besonders gefällt mir, wie beides zusammengeführt und zu einer Einheit verschmolzen wird. Eine sehr stimmige Folge, die mir wirklich gut gefallen hat.

Kerstin Sanders-Dornseif ist hier als Martina Carlsson zu hören, die viel Energie in ihr Auftreten legt und so eine interessante Figur zu schaffen weiß, sie kann sich von verschiedenen Seiten präsentieren und dabei immer glaubhaft bleiben. Mittlerweile gefällt mir Erzählerin Akexandra Lange sehr gut, mit ihrer sonoren Stimme schafft sie eine unterschwellige Atmosphäre und kann gelungene Akzente setzen. Wolf Frass spricht den dämonischen Strigus und verbreitet dabei eine hübsch düstere Stimmung. Weitere Sprecher sind Patrick Güldenberg, Flemming Draeger und Cathlen Gawlich.

Auf gewohnt hohem Niveau ist die akustische Gestaltung, die sich hie sehr gut an die verschiedenen Stimmungen der beiden Erzählstränge anpasst, mal zurückhaltend, mal offensiv und laut, mal schaurig und leise klingt. Eine gelungene Mischung, die von harter Musik und zahlreichen stimmigen Geräuschen erzeugt wird, die immer präsent sich und sich als gleichwertiges Gegenstück zu den Dialogen positionieren.

Eine Eule sitzt auf einem knorrigen, unbelaubten Baum, die Flügel eng angelegt, ein Totenkopf auf dem Hals beobachtet sie den Betrachter. Der Hintergrund mit dem dunklen, violetten Himmel und dem rot scheinenden Mond ist zwar stimmungsvoll, doch wirklich furchteinflößend wirkt zumindest die Eule nicht – vielleicht, weil man den Totenschädel eher als Helm deuten kann. Die restliche Gestaltung ist wie immer schlicht gehalten.

Fazit: Zwei unterschiedliche Handlungsstränge, mal actionbetont, mal gruselig, dazu eine dynamisch erzählte Handlung mit vielen starken Szenen. Eine in sich abgeschlossene Folge, die mich mit ihrem pfiffigen Start und der Bedrohung auf dem Kreuzfahrtschiff überzeugen konnte.

VÖ: 16.Mai 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4923-4


John Sinclair – 91. Der Höllenwurm



Erster Eindruck: Schleimige Gegner

Belphegor ist zurückgekehrt und hält das Sinclair-Team in Paris auf Trab. Sein Plan ist John schnell klar, er will Izzi, den Höllenwurm erwecken und somit die Macht an sich reißen. Währenddessen treibt auch die Mordliga weiterhin ihr Unwesen und verfolgt ihre eigenen Ziele. Und bald kämpft der Geisterjäger an vielen Fronten und merkt, dass der Fall enger zusammenhängt als er denkt...

Doppelfolgen haben bei John Sinclair von Lübbe schon lange Tradition, und auch Folge 90 und 91 hängen zusammen und binden eine gemeinsame Geschichte. Der Anfang mit „Belphegors Rückkehr“ bot einen etwas holprigen Start, und auch „Der Höllenwurm“ gehört nicht zu den stärksten Folgen der Serie. Das liegt daran, dass für meinen Geschmack die einzelnen Elemente und Szenen zu überhastet erzählt werden und nicht so recht zur Geltung kommen wollen. Zu schnell werden Kämpfe abgehandelt, besonders der Showdown mit Izzi, dem Höllenwurm, geht viel zu einfach und kann der vorher aufgebauten Figur nicht gerecht werden. Und auch neben dieser Handlung wird zu viel auf einmal gewollt, die Mordliga und ihre Intentionen werden fast im Schnelldurchlauf durchgehetzt. Schade, denn dies birgt durchaus einen hohen Unterhaltungswert und kann mit sehr guten Ansätzen überzeugen. Der rote Faden der Serie wird weiter verfolgt, und zahlreiche packende Szenen sorgen hier immerhin für Kurzweil. Insgesamt keine schlechte Folge, aber die Erzählweise war mir manchmal einfach zu schnell.

Karin Buchholz hat mir als hellsichtige Madame Tanith gut gefallen, sie verleiht ihrer Stimme einen leicht mysteriösen Klang, ohne ins Lächerliche oder Übertriebene abzudriften. So schafft sie eine ebenso übersinnliche wie bodenständige Figur. Katrin Fröhlich ist wieder als skrupellode Lady X zu hören und legt eine große Schärfe in ihre Aussprache, intoniert sehr hart und schneidend. Johannes Steck ist gegen Ende noch in einer interessanten Rolle zu hören und gestaltet diese mit einer gelungenen Betonung. Weitere Sprecher sind Martin Keßler, Achim Schülke und Udo Schenk.

Die Produktion kann auch hier wieder mit einer wuchtigen und lauten Umsetzung des Geschehens punkten. Die Macher lassen es hier wieder ordentlich krachen und lassen neben zahlreichen rockigen Musikstücken wieder viele rohe Geräusche einfließen. Doch einige Stellen wirken hier etwas unsauber ausstaffiert, sodass nicht alles stimmig zusammengefügt wurde.

Die Aufmachung der Hörspiele war seit jeher sehr schlicht, und auch die Angaben in dem kleinen Booklet beschränken sich auf die wesentlichen Angaben und eine Übersicht über die bisher erschienenen Folgen. Das Cover ist der Heftromanserie übernommen und zeigt – natürlich – den riesigen Höllenwurm Izzi, der sich um ein Haus schlängelt und mit seinem riesigen Körper zur Seite drückt. Der Zeichenstil wirkt dabei herrlich nostalgisch.

Fazit: Leider konnte mich auch der zweite Teil nicht vollkommen überzeugen, da die einzelnen Elemente zu überhastet erzählt werden und somit nicht richtig zur Geltung kommen können. Hier hätte man sich ein wenig mehr Zeit lassen können, um die durchaus interessanten Ansätze weiter zu verfolgen.

VÖ: 15.April 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4922-7


John Sinclair – 90. Belphegors Rückkehr



Erster Eindruck: Wiedersehen mit einem ungeliebten Bekannten

Paris, Mentmatre, Sacré Coeur: Ein gewaltiger Blitz trifft die riesige Kuppel der weißen Wallfahrtskirche, nur kurze Zeit später kommt ein Mann ums Leben, bei lebendigem Leib verbrannt. Dies ruft den Geisterjäger John Sinclair auf den Plan, der schnell einen Zusammenhang zu den Großen Alten herstellen kann – und nicht damit rechnet, bald einem alten Bekannten gegenüber zu stehen, denn Belphegor breitet seine Rückkehr vor…

„Belphegors Rückkehr“ ist der Auftakt zum neuen John Sinclair-Zweiteiler und gleichzeitig Folge 90 der Serie. Wer sich an Belphegor nicht mehr richtig erinnern kann (was schon mal gut sein kann, denn sein letzter Auftritt fand in der Doppelfolge mit den Nummern 12 und 13 statt), muss aber keine Sorge haben, denn seine Person wird hier noch einmal ausführlich vorgestellt. Und auch ansonsten bekommt der Hörer hier einige Wiederholungen präsentiert, wirkt stellenweise eher wie eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse. Das ist – ohne Frage – unterhaltsam umgesetzt, dennoch hätte ich mir ein paar mehr eigenständige Elemente gewünscht. Tauchen diese auf, können diese auch überzeugen, zwar gibt es keine wirklich spannende oder mysteriöse Stimmung, dafür aber actionreiche und treibende Szenen. Doch dies wird hier leider auch recht komprimiert erzählt, denn die Zusammenfassungen nehmen viel Raum ein. Hier wird direkt an die vorigen Ereignisse angeknüpft, sodass man sich schnell in der Handlung zurecht findet. Die Darstellung des Belphegor ist hier sehr gelungen, der Dämon wirkt deutlich bedrohlicher und angsteinflößender als bei seinem ersten Auftauchen. Und auch die Mordliga bekommt wieder einen etwas differenzierten Ausdruck in ihrem Zusammenspiel, die Verhältnisse der Mitglieder untereinander lassen hier eine gewisse Komplexität durchschimmern. Leider kommt die Handlung wegen der Zusammenfassungen nicht so recht in Schwung, während sich später die Dinge überschlagen. Die Geschichte kann aber auch mit einigen gelungenen Elementen punkten.

Belphegor wird von Steffen Gräbner gesprochen, der die Rolle recht anders anlegt als sein Vorgänger im Jahr 2001. Er bringt einen sehr scharfen Klang in seine Worte, wirkt sehr bedrohlich und mächtig, sodass ein eindrucksvoller Bösewicht entsteht. Helmut Krauss ist wieder als Vampiro-del-mar zu hören, der hier wieder ein stimmiges Bild des Vampirlords schafft und zeigt, was so alles in der Figur stecken kann. Erzählerin Alexandra Lange hat hier wieder einige längere Passagen und kann diese kurzweilig und intensiv wirken lassen. Weitere Sprecher sind Karin Buchholz, Thomas Wenke und Martin Keßler.

Beeindruckend wieder, wie stimmig und rund hier die atmosphärische Gestaltung gelungen ist. Die dunkle, stimmungsvolle Musik ist nicht nur in den Szenenübergängen zu hören, sondern betont auch einige besonders dramatische Szenen oder lockert die Erzählpassagen von Alexandra Lange auf. Die Geräusche sind wieder wuchtig, treffend inszeniert und mit Nachdruck in die Handlung eingebaut.

Natürlich steht Belphegor auch auf dem Cover im Mittelpunkt, der rotgekleidete Dämon mit den geschwungenen Hörnern blickt mit diabolischem Gesichtsausdruck den Betrachter direkt an, den Arm weit über den Kopf erhoben und eine brennende Peitsche schwingend. Die Kombination aus roten und schwarzen hinterlässt eine sehr interessante Stimmung und schafft ein gelungenes Cover.

Fazit: Der Auftakt zum neuen Zweiteiler besteht zu großen Teilen leider aus Wiederholungen und Zusammenfassungen, sodass sie zuerst nicht richtig in Schwung kommen mag. Zwar sind die bisherigen Ereignisse stimmig und gelungen geschildert, doch die neuen Elemente geraten dabei etwas in den Hintergrund und werden im letzten Drittel recht überhastet erzählt.

VÖ: 14.März 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4870-1


John Sinclair – 89. In den Krallen der roten Vampire



Erster Eindruck: Ermittlungen in Deutschland

In einer Höhle in der schwäbischen Alb finden zwei Forscher eine riesige Fledermaus, die von rotem Fell bedeckt ist. Durch Will Mallmann, Ermittler beim BKA und Freund von John Sinclair, wird auch der Geisterjäger auf den Vorfall aufmerksam und reist mit Suko zum Ort des Geschehens. Bald entdecken sie, dass zwei ihrer Erzfeinde hinter den Vorkommnissen stecken. Doch Lady X und Vampiro-del-Mar stehen bald ebenfalls einem mächtigen Feind gegenüber…

Wer sich gefragt hat, was Will Mallmann so treibt, der in seit etlichen Folgen nicht mehr bei John Sinclair vorgekommen ist, bekommt in Nummer 89 der erfolgreichen Serie eine Antwort. Doch mit dem neuen Produzententeam ist auch sein Charakter etwas anders angelegt, er präsentiert sich hier äußerst übellaunig und spitzzüngig. Die Vorfälle mit der roten Fledermaus weitet sich wieder zu einem gruseligen Spektakel aus, das nach einer dynamischen und spannenden Handlung ein gut erzähltes Finale präsentiert. Lady X ist wieder dämonisch und herrisch wie immer, doch auch Campirp-del-Mar, der bisher eher eine Nebenrolle gespielt hat, tritt endlich in den Vordergrund und zeigt, dass auch er ein wunderbarer Bösewicht ist. Seine Kräfte, sein Auftreten und seine Verhaltensweise bringen neuen Schwung in die Handlung und ergänzen das Geschehen um die Mordliga gekonnt. Gegen Ende taucht aber ein weiteres dämonisches Wesen auf, das es noch mehr in sich hat und sehr mysteriös und grausam dargestellt wird. Es gibt viel zu erzählen in dieser Folge, sodass die Handlung manchmal etwas überstürzt wirkt, nicht alles wird ganz bis zum Ende erzählt. Das typische Sinclair-Flair stellt sich aber schnell ein und lässt auch diese Folge zu einer hörenswerten werden.

Helmut Krauss spricht wie auch schon in den vorigen Folgen Vampiro-del-Mar, hat aber hier erstmals einen richtig großen Auftritt. Er zeigt, was er mit seiner markanten Stimme alles anstellen kann und klingt furchteinflößend und bösartig. Lutz Riedel ist als Will Mallmann mit dabei und macht auch in der deutlich grantigeren, übel gelaunten Version der Figur eine glaubhafte und einprägsame Figur. Erzählerin Alexandra Lange gefällt mir auch hier sehr gut und gestaltet ihre Erzählparts nicht nach Schema F, sondern sorgt für neue Akzente. Weitere Sprecher sind Kaspar Eichel, Jan-David Rönfeld und Michael von Rospatt.

Die akustische Umsetzung der Folge ist wieder sehr sauber und effektbetont gehalten. Die ganz heftigen Schockmomente entfallen zwar, dennoch wird mit lauten Sounds und dramatischer Musik eine spannungsgeladene Szenerie erzeugt, die einzelne Abschnitte betont und einen gekonnten Bogen durch die gesamte Handlung schlägt. Wie immer wird hier sehr viel geboten.

Eine blonde Frau, die mit ihren blonden Locken und dem schlichten Kleid den 70er Jahren entsprungen scheint, wird auf dem Cover von einer Horde roter Fledermäuse angegriffen, das Gesicht vor Schreck und Entsetzen geweitet. Ein Skelett direkt neben ihr sowie eine unheimliche Burg im Hintergrund sind hierzu passende Ergänzungen. Durch die unheimlichen Schatten der Figuren bekommt das Cover seinen letzten Schliff.

Fazit: Die vielen verschiedenen Teile dieser Geschichten wirken manchmal etwas unorganisiert, dennoch kann „In den Krallen der roten Vampire“ mit seiner temporeichen Geschichte sehr gut unterhalten. Besonders das Auftreten von Vampiro-del-Mar und ein mächtiger Dämon sorgen für jede Menge unheimlicher Spannung.

VÖ: 17.Januar 2014
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4764-3


John Sinclair – 88. Die Leichenstadt



Erster Eindruck: Unter dem Meer

Nachdem John Sinclair die Nachricht von einer unterseeischen Stadt erhält, macht er sich sofort auf den Weg an die schottische Küste, vermutet er doch, dass die Einwohner des Dorfs Darkwater dort von einer grausamen Gottheit gefangen gehalten wird. Und während der Geisterjäger sich an Bord eines U-Bootes auf den Weg in die Tiefe macht, soll Suko auf die kleine Jennifer Moore aufpassen, die in merkwürdiger Verbindung zu dem Gott zu stehen scheint…

„Die Leichenstadt“ ist die abschließende Folge eines Zweiteilers aus der John Sinclair-Hörspielreihe und hat damit den großen Vorteil, nicht erst langwierig Stimmung aufbauen oder die Grundsituation erklären zu müssen – dies wurde ja dankenswerterweise schon von seinem direkten Vorgänger erledigt, der ebenfalls sehr hörenswert ist. Auch wenn Folge 88 direkt an „Die Schlucht der stummen Götter“ anknüpft, ist hier mehr als nur eine bloße Fortsetzung zu hören, vielmehr wird eine eigenständige Stimmung mit zahlreichen neuen, überraschenden Situationen aufgebaut, und das von Beginn an. Während Sinclairs Reise mit dem U-Boot und die ersten Szenen mit Suko und der unheimlichen Jennifer zuerst noch eine recht ruhige, aber nicht minder bedrohliche Atmosphäre vermitteln, geht es kurz danach wieder richtig zur Sache, mehrere Stränge verknüpfen sich zu einer sehr gut und spannend erzählten Handlung. Gerade diese Mischung aus anfänglicher dichter atmosphärischer Gestaltung und späteren harten, temporeich erzählen Handlungen macht diese Folge zu hörenswert – zumal die hier eingeführten Gegner es in sich haben und Sinclair in der nächsten Zeit Sicherlich noch etwas beschäftigen werden. Mir gefällt, wie hier alte und neue Elemente und Figuren miteinander verbunden werden, wie dramatisch und abwechslungsreich sich die Handlung entwickelt und wie herrlich unheimlich die kleine Jennifer Moore auch hier wieder wirkt. Eine sehr gut abgestimmte Folge, die zu den stärksten der letzten Zeit gehört.

Frank Glaubrecht ist natürlich wieder in der Rolle des John Sinclair zu hören. Im Laufe der Zeit und insbesondere seit dem Wechsel der Produzenten hat er zwar etwas von seiner coolen Lässigkeit verloren, aber dafür einiges an Intensität und noch markanterem Auftreten hinzugewonnen. Auch Susanna Bonasewicz ist wieder mal als Kara zu hören, mit ihrer hellen Stimme und dem starken Ausdruck darin kann sie den Hörer wieder schnell von sich überzeugen und gerade gegen Schluss noch einmal aufdrehen. Regina Lemnitz hat eine kleine, aber interessante Rolle als Schwester Bonifatia, ihre unverwechselbare Stimme sticht auch hier wieder hervor. Weitere Sprecher sind Martin May, Oliver Böttcher und Stefan Krause.

Wer von John Sinclair eine hochprofessionelle Machart und eine blitzsaubere Produktion erwartet, wird auch hier nicht enttäuscht. Alles fügt sich sehr gut ineinander und schafft mit harter Musik und zahlreichen, gern auch mal etwas lauteren Geräuschen die typische Sinclair-Atmosphäre, während am Anfang eher leise begonnen wird, um die vorherrschende Stimmung richtig auszukosten.

Ein ansprechendes und fantasievoll wirkendes Cover ziert diese Veröffentlichung und wurde natürlich auch schon für die Vorlage verwendet. Gezeigt wird eine Szene aus der untergegangenen Stadt, dessen Bewohner mit wehenden Haaren in einer Reihe stehen und sich an den Händen haltend die Ankunft eines U-Bootes betrachten. Die verwendeten Farben verleihen dem Titelbild einen mystischen Ausdruck.

Fazit: Die Grundlagen wurden schon im Vorgänger geschaffen, sodass es schnell richtig zur Sache gehen kann – erst atmosphärisch, später in Sachen Tempo, Action und Dramatik. Die zwei Erzählstränge fügen sich sehr gut ineinander und sind abwechslungsreich, während die Handlung mit ihrer starken Hintergrundgeschichte und faszinierenden Gegenspielern punkten kann. Sehr gelungen!

VÖ: 20.Dezember 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4763-6


John Sinclair – 87. Schlucht der stummen Götter



Erster Eindruck: Neue Feinde für den Geisterjäger

Ein kleines, abgelegenes Dorf wird erschüttert, nachdem ein kleines Mädchen verschwunden ist. Auch die nächtliche Zeltaktion zweier Freundinnen, die einen ihnen unbekannten Stadtstreicher beherbergen, endet auf grausame Art und Weise. Die übernatürlichen Ereignisse rufen Geisterjäger John Sinclair auf den Plan, und der wittert schnell, dass an den Vorfällen wesentlich mehr dran ist - und die ganze Welt in Gefahr…

Feine hat der Geisterjäger John Sinclair ja genug. Und anstatt dass diese mal weniger werden, kommen in fast regelmäßigen Abständen neue Gegenspieler hinzu. So auch in der 87. Folge der Serie, die den Auftakt zu einem Zweiteiler bildet: „Die Schlucht der stummen Götter“. Es gibt einen sehr guten Start in die Serie, nach einem stimmungsvollen und eindringlich erzählten Intro geht mit den beiden oben kurz angerissenen Szenen weiter. Die aufgebrachte Meute, die sich selbst in einem Gottesdienst nicht beruhigen lässt, und die unheimlichen und ziemlich ekligen Szenen beim Campen schaffen eine unheimliche Atmosphäre, lassen aber zeitgleich zur etwas von dem durchschimmern, was auf den Hörer zukommt – denn die Entwicklung des Ganzen geht in eine ganz andere Richtung und schlägt eine Brücke zu den allerersten Hörspielfolgen, erlaubt aber auch einen Ausblick in die Zukunft mit den weiteren, mächtigen Feinden, die hier gottgleiche Fähigkeiten bekommen haben. Die Entwicklung dahin ist mit zahlreichen gelungenen Wendungen gespickt und hält die Spannung sehr hoch. Insbesondere im letzten Drittel nimmt die Handlung ordentlich Fahrt auf, besonders die Rolle eines ziemlich unheimlichen Kindes ist sehr gut eingefügt und sorgt neben all der Action und dem Trubel für einige ruhige, Furchteinflößende Momente. Gut gelungen auch die kleinen, humoristischen Einlagen, die durch die ziemlich aufgedrehte Glenda Perkins zustande kommen. Im Prinzip ist diese Folge in sich abgeschlossen und könnte auch ohne den nachfolgenden Teil gehört werden, dennoch macht der gelungene Cliffhanger neugierig auf den weiteren Verlauf.

Ilya Welter hat hier mal wieder einen etwas größeren Auftritt als Glenda Perkins, ihre aufgekratzte und recht hibbelige Art sorgen an einigen Stellen für Lacher, man meint fast das genervte Augenrollen der Hauptfigur zu sehen. Linda Fölster und Sonja Stein stellen die beiden unbedarften Camperinnen dar, die am Anfang noch sehr locker und ohne Argwohn wirken, die sich aber mit dem steigenden Grauen weiterentwickeln und gegen Ende sehr stimmungsvolle die Szenerie unterstützen. Lobenswert ist die kleine Christina Staats als Jennifer Moore, ihre wunderbar unheimliche Art kommt sehr gut zur Geltung und sorgt für einen der Höhepunkte der Geschichte. Weitere Sprecher sind Philipp Brammer, Stefan Staudinger und Nele Mueller-Stöfen.

Die Produktion des Hörspiels ist auch hier wieder auf hohem Niveau angesiedelt, die Handlung ist sehr sauber und stimmig untermalt worden. Dabei bringt Dennis Ehrhardt auch hier wieder neue Ideen ein und unterlegt hier beispielsweise einen gedanklichen Monolog der Hauptfigur mit einem Hintergrundgespräch mit Glenda. Das Ganze wirkt so recht lebendig, aber auch etwas konfus, da man zwangsläufig versucht, beiden Stimmen zu folgen.

Das Cover ist recht schlicht aber wie immer ansprechend gestaltet worden. Der unausweichliche schwarze Rahmen und der zum Markenzeichen gewordene Schriftzug zieren das Motiv eines riesenhaften Gesichts, das mit spitze Ohren, schmalen Augen und einem breiten Mund recht entmenschlicht wirkt – wozu nicht zuletzt auch die schimmernd grüne Hautfarbe sorgt.

Fazit: Die spannende, unterhaltsame Geschichte wird insbesondere durch einige unheimliche Szenen unterbrochen, die sich bestens einfügen und für Atmosphäre sorgen. Gruselige Momente, die typische Recherche auf Sinclair-Art und jede Menge Action sorgen für kurzweilige Unterhaltung. Der Cliffhanger zum zweiten Teil ist gelungen, aber nicht so stark, dass diese Geschichte nicht für sich allein stehen könnte. Gelungen!

VÖ: 22.November 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4709-4


John Sinclair – SE04. Hexenküsse



Erster Eindruck: Drei dämonische Hexen…

In einem abgelegenen Waldstück im Süden Englands liegt ein beeindruckendes Schloss, das als Bordell umgebaut wurde und seitdem einige Kunden anlockt. Doch die dort arbeitenden Damen stellen sich als Furien heraus, die ihre Freier gnadenlos töten und damit einen mächtigen Dämonen wiedererwecken wollen. John Sinclair wird von dem mysteriösen Treiben in die Gegend gelockt, gerät aber zuerst in einen brutalen Banküberfall…

Mit „Hexenküsse“ ist 1984 der erste Paperback-Roman von John Sinclair erschienen. Diese wurde von Lübbe Audio als vierte Sonderedition der gleichnamigen Hörspielserie umgesetzt und fast 30 Jahre nach der Romanveröffentlichung in die Läsen gebracht. Schon die anfängliche Szene in dem oben beschriebenen Bordell verspricht eine düstere und spannungsgeladene, aber auch actionbetonte und ziemlich brutale Folge. An Blut wird hier jedenfalls nichts gespart, und das äußerst boshafte und hinterhältige Auftreten der Dämoninnen sorgt für einen gelungenen Einstieg in die etwa 90-minütige Handlung, die auf 2 CDs verteilt ist. Und auch die nachfolgende Handlung ist gespickt mit sehr temporeichen und packenden Szenen, immer wieder kocht die Stimmung hoch und setzt den Hörer unter Spannung. Dabei spielen mehrere Elemente ineinander und fügen dem Gesamtbild immer weitere Teile hinzu, wobei diese trotz ihrer anfänglichen Unvereinbarkeit sinnvoll miteinander verknüpft sind. Dabei ist die Geschichte gut ausgefüllt, langatmige Szenen kommen hier so gut wie nicht vor. Allerdings wird hier ab und an zu viel des Guten gewollt, manches wirkt doch etwas überladen. Besonders die Schlusssequenz wird zu schnell erzählt, hier überstürzen sich die Ereignisse, sodass diese kaum zur Geltung kommen können. Dies ist aber Meckern auf sehr hohem Niveau, entstanden ist insgesamt ein wirklich gut produziertes, hochunterhaltsames Hörspiel.

Astrid Breidbach, Cathlen Gawlich und Ulrike Möckel sind hier als dämonisches Hexentrio zu hören, sie bilden zusammen nicht nur eine sehr stimmige Einheit sondern können auch einzeln mit ihren prägnanten Stimmen überzeugen. Ebenso geht es den drei Bankräubern, die von Thomas Petrou, Jens Bohnsack und Stefan Staudinger ähnlich prominent besetzt wurden, auch sie können sich gegenseitig ergänzen und passen sich perfekt an die Handlung an. Santiago Ziesmer zeigt hier mal wieder seine Wandlungsfähigkeit und spricht den Steve Bennet deutlich düsterer und bedrückender als man es von ihm gewohnt ist. Weitere Sprecher sind unter anderem Bernd Stephan, Uli Krohm und Simona Pahl.

Die Musik stammt von Andreas Meyer, der es geschafft hat, jeder einzelnen Szene ein passendes Klangkleid zu schneidern und unterstützt diese so bei ihrer Wirkung. Dabei darf die Musik auch schon mal überraschend laut sein und geht mit den Stimmen der Sprecher so eine gelungene Symbiose ein. Natürlich sind auch die Geräusche wieder bestens eingebaut und setzen deutliche Reizpunkte.

Auf den ersten Blick wirkt das Titelbild des Pappschubers, das die einfache CD-Hülle umgibt, sehr schlicht, lediglich der bekannte gelbe Schriftzug und der Titel der Produktion sind auf dem rein schwarzen Hintergrund zu sehen. Erst bei näherem Hinsehen fällt auf, das das stilisierte Gesicht einer Frau darauf zu sehen ist, das in die Pappe eingeprägt und mit schwarzer Glanzfolie geprägt wurde. Sehr schick und ansehnlich. Allerdings wurde dafür die restliche Gestaltung eher stiefmütterlich behandelt, für eine Sonderedition hätte ich mir ein etwas dickeres Booklet mit zusätzlichen Informationen gewünscht. Immerhin sind auf der CD als Bonustrack einige Outtakes zu hören.

Fazit: Auch die vierte Sonderedition der Hörspielreihe um John Sinclair kann mit vielen actionbetonten und blutigen Szenen überzeugen, ein Highlight jagt hier das nächste und lässt den Hörer kaum zu Atem kommen, wirkt punktuell aber auch etwas überladen. Die Produktion und die Sprecher sind wieder absolut hochwertig und können die gelungene Geschichte noch weiter unterstützen.

VÖ: 13.Dezember 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4899-2


John Sinclair – 86. Terror der Tongs



Erster Eindruck: Tödliche Schlangen und willenlose Sklaven

Kalis Diener, die skrupellosen Tongs, versetzen London in Angst und Schrecken, das Sinclair-Team muss sich zahlreichen Attacken erwehren. Dringend wird deshalb der indische Geisterjäger Mandra Korab für den Kampf gebraucht, doch dieser befindet sich in der Gewalt von Wikka und Jane Collins. Zusammen machen sie Kali ein Angebot, dass der Todesgöttin noch mehr Macht verleihen würde…

Die beiden Folgen 85 und 86 der Geisterjäger-Hörspielserie bilden zusammen einen Zweiteiler rund um die indische Todesgöttin Kali, die in der vorigen Folge die Fertigung einer neuen Kette aus menschlichen Köpfen gefordert hat. Diese Geschichte wird nu n in „Terror der Tongs“ weitererzählt und die ausgelegten Geschichtsfäden wieder aufgegriffen. So ist die Handlung wieder schnell auf einem hohen Spanungslevel, gleich wird in schnellen Szenenwechseln zwischen den einzelnen Schauplätzen gesprungen und somit eine Dynamik erzeugt, die immer wieder an den entscheidenden Momenten umschneidet. Dabei wurde ziemlich viel in dem einstündigen Hörspiel verarbeitet, zahlreiche bekannte Figuren und etliche Nebenschauplätze tauchen hier auf. Das ist alles sehr kurzweilig und kann auch die typische Spannung einer Folge der Serie erzeugen, bleibt jedoch weitgehend überraschungsarm - die eingebaute Wendung ist für geübte Hörer der Serie schon vorhersehbar gewesen. Das trübt dieses spannende Actionspektakel jedoch kaum, besonders das große Finale im Kampf gegen Kali ist beeindruckend umgesetzt, ihr Auftauchen verspricht die nötige Portion Grusel, die der Serie zwischen all dem Horror und der Action immer gut tut. Schön auch, wie sich die Rahmenbedingungen und die Konstellation seiner Feinde für die nächste Folge leicht verschoben haben und so der rote Faden der Serie wieder weiterverfolgt wird.

Erneut hat Franziska Pigulla einen Auftritt als äußerst böse und hinterhältige Version von Jane Collins, ihrer rauchigen Stimme verleiht sie einen harten Ausdruck und wird so zu einer wunderbaren Gegenspielerin des Sinclair-Teams. Auch Ilya Welter hat mal wieder einen Auftritt als Glenda Perkins, die leicht aufgedrehte Sekretärin im Yard bekommt durch sie eine ganz besondere und authentische Note. Prashant Prabhakar spricht (logischerweise) den Dr. Rasana mit glaubwürdigem indischen Akzent und passt dabei sehr gut in die Atmosphäre dieser Produktion. Weitere Sprecher sind Julia Holmes, Bernd Vollbrecht und Bodo Wolf.

Dennis Ehrhardt und sein Team schaffen es auch hier wieder, eine eindringliche und recht laute Atmosphäre zu schaffen, die den Szenen den nötigen Nachdruck verleiht. Durch die effektvollen Geräusche und die stimmige Musikauswahl werden besonders die actionbetonten Szenen aufgewertet und erhalten eine dramatischere Note. Besonders das Finale ist dabei wieder eindrucksvoll umgesetzt worden.

Einer der dämonischen Tongs, willenlose Diener der Kali, ist groß auf dem Cover zu dieser Folge abgebildet, einen typisch indischen Hut auf dem Kopf und ein langes, blitzendes Messer im Mund. Statt schwarzer Pupillen hat der Mann hier kleine Totenköpfe, ein nettes, kleines Detail. Der schwarze Rahmen mit dem bekannten gelben Schriftzug darf dabei natürlich nicht fehlen.

Fazit: Die Ereignisse des ersten Teils werden sofort aufgegriffen und weiter verfolgt, sodass man schnell wieder in der Handlung steckt. Diese ist hier sehr kurzweilig und spannend, wenn auch auf die großen Überraschungen verzichtet wurde. Der Kampf gegen die indische Totengöttin nimmt immer dramatischere Züge an, sodass ein rundes und gelungenes Hörspiel herausgekommen ist.

VÖ: 20.September 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4708-7


John Sinclair – 85. Kalis Schlangengrube



Erster Eindruck: Rückkehr der indischen Göttin

Der indische Drogenfahnder Malcolm Dennings ermittelt auf einem Schiff aus seiner Heimat, auf der offensichtlich gefährliche Fracht geschmuggelt wird. Auch John Sinclair wird auf den Fall aufmerksam, doch er kann nur noch die Leiche von Dennings finden. Der zur Hilfe gerufene Mandra Corab trifft auf dem Flughafen jedoch nicht wie geplant auf Suko, sondern auf Jane Collins…

Wiederkehrende Gegner sind ja ein Kernelement von der Hörspielserie John Sinclair, sie scheinen oft ebenso wichtig wie die Hauptcharaktere und sorgen für einige Turbulenzen. Und so tauchen in der 85. Folge gleich mehrere alte Bekannte auf, Logan Castello ist ebenso mit von der Partie wie Jane Collins und Wikka. Im Mittelpunkt steht jedoch die indische Totengöttin Kali, die schon in einer der früheren Folgen vorgestellt wurde – und das, ohne dass sie jemals selbst in Erscheinung tritt. Sie bleibt völlig im Hintergrund und agiert aus dem Vorborgenen, was ihre mystische Aura noch weiter stärkt. Wieder wird hier auf verschiedenen Erzählebenen agiert, zwischen verschiedenen Schauplätzen gewechselt. Und so bekommt man eine vielfältige Handlung präsentiert, in der die einzelnen Elemente sehr gut ineinandergreifen. Besonders hervorzuheben sind dabei die Angriffe von Schlangen, die immer wieder für neue Situationen sorgen. Gut gefällt auch, dass die Rolle von Malcolm Dennings nicht so offensichtlich ist, warum er so sehr im Fokus des Interesses steht. Generell wird hier einiges im Unklaren gelassen, nicht alles erschließt sich dem Hörer direkt, sodass etwas Varianz in das Schema der Folge eingebracht wurde. Einige gekonnte Actionszenen runden die Geschichte ab, die jedoch eher auf der Entwicklung des Falles liegt, langsam werden die verschiedenen Fragen geklärt. Da es sich hier um die erste Folge eines Zweiteilers handelt, ist das Ende dementsprechend offen.

Sandra Schwittau hat mal wieder einen etwas größeren Auftritt als Wikka. Sie spricht die Königin der Hexen mit ihrer sehr rauen und kratzigen Stimme mit viel Leidenschaft und Energie, sodass sie zu einer interessanten und bedrohlichen Figur wird. Dirk Hardegen ist als Madra Korab zu hören, der sich sehr gut in das hervorragende Sprecherensemble einfügt und viel Nachdruck in seine Stimme legt. Gut gefallen hat mir auch Julia Holmes in der Rolle von Siri Dennings, die die lebhafte indische Frau einen etwas überdrehten Touch verleiht. Weitere Sprecher sind unter anderem Bernd Vollbrecht, Tayfun Bademsoy und Christian Stark.

Als Regisseur war wieder Dennis Ehrhardt am Werk, und das hört man der Produktion auch deutlich an. Wieder schafft er mit passenden Mitteln eine dichte Atmosphäre, die die Handlung optimal unterstützt und ihr viel von ihrer Wirkung verleiht. Dabei drängen sich weder Musik noch Geräusche allzu sehr in den Vordergrund, sodass der Fokus immer auf den Dialogen und der Entwicklung der Geschichte liegt.

Kali wird auf dem Cover zu dieser Folge als indische Schönheit dargestellt. Einige Riesenschlangen dienen ihr hier sowohl als Gefährten als auch als Thron. In (sehr!) knapper roter Kleidung und mit viel Schmuck behangen macht sie mit ihrem eher neutralen Gesichtsausdruck allerdings keinen sonderlich bedrohlichen Eindruck. Wie immer ist das Cover dem Titelbild eines der Heftromane von John Sinclair entnommen.

Fazit: Wieder tummeln sich so einige Feinde von John Sinclair in einer Story, in der sich die verschiedenen Erzählfäden immer wieder abwechseln und so Spannung und Dynamik erzeugen. Kali wirkt trotz ihres Nichtauftauchens sehr bedrohlich und präsent, während auch Wikka, Jane Collins und Logan Costello für Turbulenzen sorgen. Schön, dass hier nicht alles klar ist, sondern einige Dinge bewusst im Hintergrund bleiben, so entsteht eine geheimnisvolle Stimmung. Ein richtig gut gelungener Auftakt zum neuen Zweiteiler.

VÖ: 16.August 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4707-0


John Sinclair – 84. Ewige Schreie



Erster Eindruck: Rückkehr eines Henkers

John Sinclair besucht auf der Rückreise seines letzten Einsatzes seine Eltern in ihrem Anwesen. Als deren Mitarbeiterin Helen Cloud einen Hilferuf ihrer Familie aus dem schottischen Walham erhält, bietet sich der Geisterjäger sofort an, um sie dorthin zu begleiten – und stolpert damit eher zufällig in einen neuen Fall. Denn eine Serie an Selbstmorden versetzt das Dorf in Angst und Schrecken. Liegt das tatsächlich an dem rachsüchtigen Geist des längst verstorbenen Henkers Sam Davies?

Nachdem zuerst sein silbernes Kreuz behandelt wurde und danach ein Treffen mit seinem Kollegen Dorian Hunter anstand, ist es in der 84. Folge über Geisterjäger John Sinclair mal wieder Zeit für eine einzelne, in sich abgeschlossene Geschichte, die keinen wichtigen Bezug zum roten Faden der Serie hat. Das Intro, in dem von dem Tod von Henker Sam Davies Anfang des 19. Jahrhunderts berichtet wird, ist schon einmal sehr stimmungsvoll gelungen, und auch die nachfolgende Szene, die den Anfang der schrecklichen Selbstmordserie markiert, ist atmosphärisch dicht gehalten. Der Wechsel auf den allseits beliebten Geisterjäger bremst die Folge dann aber deutlich in ihrer Entwicklung aus, wirklich relevante Informationen werden hier nicht an den Hörer weitergegeben, hier hätte die Folge durchaus etwas gestrafft werden können. Dass Sinclair hier eher zufällig in die Sache hineinstolpert, mag aufgrund des folgenden, starken und durchaus gruseligen Teils verziehen werden. Zahlreiche Schießereien, eindrucksvolle Todesschreie und immer neue Entwicklungen halten hier das Tempo aufrecht und sorgen für einen flüssigen Erzählverlauf. Mit Ausnahme des ein wenig zu lang geratenen Einstiegs ist hier eine durchaus hörenswerte Folge gelungen, die mit einigen sehr starken Szenen punkten kann.

In dieser Folge kann Erzählerin Alexandra Lange wieder zeigen, was sie alles kann. Sie schafft unheimliche und stimmungsvolle Szenerien, spricht langsam, fast bedächtig und steigert gerade dadurch die Spannung des Hörspiels. Als Pfarrer Kilroy ist der wunderbare Douglas Welbat, der mit seiner sonoren Stimme auch das Intro mit der Legende um Sam Davies erzählt. Er kann den standhaften Mann sehr gekonnt in Szene setzen. Kaya Marie Möller spricht Sinclairs Begleiterin in dieser Folge, Helen Cloud. Mit viel Enthusiasmus ist sie dabei, kann besonders die Hysterie der jungen Frau in den spannenden Szenen darstellen. Weitere Sprecher sind Tim Knauer, Luise Lunow und Helmut Zierl.

Die akustische Umsetzung ist so gekonnt, wie in den vorigen Folgen. Dazu gehören düstere Musikstücke, die mal dräuend im Hintergrund erklingen und mal rockig und gitarrenlastig nach vorne treten. Und auch die vielfältige Geräuschkulisse ist wieder gut produziert und kann mit vielen Effekten für abwechslungsreiche Szenen sorgen. Die plötzlichen Schockmomente, die so typisch für die Produktionsweise von Oliver Döring war, sind hier allerdings nicht zu finden.

Das Titelbild wurde von der Heftromanserie übernommen und zeigt auf einem nächtlichen Friedhof zwei schreiende, vor Grauen verzerrte Gesichter, die aus den Grabsteinen ragen. Ein durchaus ansprechendes Cover, das den nostalgischen Charme der Zeichnung gut zur Geltung bringen kann. Die restliche Gestaltung ist so schlicht wie immer gehalten und enthält keinerlei zusätzlicher Informationen.

Fazit: Zwei sehr starke Introszenen, danach ein kleiner Stimmungsabfall und danach eine temporeiche und spannende, wenn auch etwas willkürliche Geschichte, die gut unterhalten kann. Die euphorischen Verfechter der ursprünglichen Produktionsweise dürften sich auch an dieser Folge reiben können, für meinen Geschmack ist sie aber unheimlich und düster gelungen, zumal das Ende dann doch recht überraschend ist und der Folge eine gelungene Tiefe verleiht.

VÖ: 21.Juni 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4706-3


John Sinclair – 83. Ein Leben unter Toten



Erster Eindruck: Ghouls oder Ghoule?

Diane Coleman, eine ältere Dame, die in einer schottischen Seniorenresidenz wohnt, lädt ihre Freundin Lady Sarah Goldwyn in einem Brief zu einem Fest ein, dem „Fest der Toten“ – doch kurz darauf ist sie tot. Sarah wittert eine Verschwörung und bricht mit dem Geisterjäger John Sinclair auf, um Nachforschungen anzustellen. Doch noch vor den Mauern der weitläufigen Residenz treffen sie auf einen Angestellten mit dem Namen Dorian Hunter…

Ein wuchtiger Dreiteiler um das magische Kreuz bildeten die John Sinclair-Folgen 81, 82 und 83 – und schon kurze Zeit danach ist eine neue Folge erschienen, die eher lockere Unterhaltung ist und den roten Faden der Handlung nur nebenbei behandelt. Eine willkommene Abwechslung, die zudem noch ein ganz besonderes Extra bereit hält: Dorian Hunter, der Dämonen-Hasser, hat einen interessanten Gastauftritt in dieser Folge. Und in der aktuellen Hunter-Folge wird genau die gleiche Geschichte aus seiner Sicht erzählt, sodass die beiden sich ergänzen, aber auch allein gehört werden können. Genau diese Überschneidungen machen die Geschichte so interessant, sie bekommt ihre ganz eigene Würze und wird zu etwas sehr Besonderem. Doch auch allleinstehend ist diese Folge richtig gut, das Geheimnis hinter der unheimlichen Residenz hält den Hörer auf Trab. Langsam kommen weitere Informationen zum Vorschein, werden neue Verhältnisse erklärt, zeigt aber auch der Kampf der alten Frauen gegen Unterdrückung und Abwertung. Und das alles kombiniert mit einer unheimlichen Stimmung, einer suspekten Heimleiterin und einer spannenden Schlusssequenz – wirklich hörenswert. Das Crossover-Projekt ist hier absolut gelungen, eine starke Folge!

Für dieses ganz besondere Projekt konnte Jürgen Prochnow gewonnen werden, dessen jahrzehntelange Schauspielerfahrung natürlich auch als Hörspielsprecher von Nutzen ist. Er spricht den Residenzleiter Doc Rawson und lässt immer Unheil in seiner Stimme mitschwingen, was besonders gut auf der alten Tonbandaufnahme zu Geltung kommt. Maria Mägdefrau gehört als Lory Brandshaw zu den Bewohnerinnen des Heims und kann ihren gealterten Klang sehr gekonnt einsetzen, um diese Nebenrolle interessant und authentisch wirken zu lassen. Alexandra Lange hat hier als Erzählerin nicht allzu viel zu tun, kann diese Passagen aber wieder richtig gut gestalten. Weitere Sprecher sind Hannelore Minkus, Ursula Sieg und Peter Woy.

Auch wenn es sich um eine Crossover-Folge handelt, bekommt man in Sachen Musik und Geräusche natürlich die gewohnte Sinclair-Manier geboten, die Dennis Ehrhardt für sich bestens modifizieren konnte. So sind die Schockeffekte nicht mehr ganz so heftig und häufig zu finden, dafür mehr unheimliche Stimmung. Diese wird insbesondere durch die düstere Musik erzeugt, doch auch die vielfältigen und sehr treffend eingebauten Geräusche tragen ihren Teil dazu bei, dass hier ein perfekt produziertes Hörspiel vorliegt.

Eine Hand bricht durch die Erde, verkrümmt und dunkel verfärbt, im Hintergrund ein Strand mit einer Steilklippe, auf dem ein altes Herrenhaus steht, die ganze Szenerie ist vom Mondlicht beschienen. Das Cover ist unheimlich und gruselig – und wer der Aufdruck „Crossover mit Dorian Hunter“ nicht mag, kann das Booklet umdrehen und findet das gleiche Motiv ohne das Emblem wieder. Das Booklet enthält noch einen unterhaltsamen Infotext zur Entstehung der beiden Folgen.

Fazit: Die Geschichte ist dynamisch und spannend erzählt und wird so zu etwas wirklich Außergewöhnlichem. Die Konfrontation der beiden Geisterjäger setzt der interessanten Geschichte die Krone auf. Sehr gelungen!

VÖ: 19.April 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4705-6


John Sinclair – 82. Macht und Mythos



Erster Eindruck: Die Macht des Kreuzes

John Sinclair steckt immer noch in der Vergangenheit fest, unerreichbar für Kara und ihre Beschwörungsformeln. Auch wenn er sich nicht an sein eigentliches Leben erinnern kann und als Babylonier Torkan lebt, lernt er vieles über das geheimnisvolle Kreuz, und das von dessen Erschaffer Hesekiel. Doch nicht alles davon dürfte dem Geisterjäger gefallen…

Nach einiger Zeit gibt es mit der Kreuz-Trilogie wieder einen Dreiteiler der kultigen „John Sinclair“-Serie, die nun unter der Regie von Dennis Ehrhardt entstanden ist. Schon in den ersten beiden Folgen ging es ordentlich zur Sache, Action und eine dynamische Handlung vom Anfang bis zum Schluss haben die Messlatte für den dritten Teil „Macht und Mythos“ ziemlich hoch gelegt. Nahtlos knüpft diese Folge nach einer kurzen Wiederholung der wichtigsten Ereignisse an ihre Vorgänger an, sodass wir neben Johns Leben als Torkan im alten Babylonien auch dem von verschiedenen Gegnern bedrohten Sinclair-Team lauschen können. Hier schwappt die Handlung wellenartig vor sich hin, immer wieder gibt es neue Wendungen, die Geschichte der totgeglaubten Lupina wird erzählt, das alles ist sehr stimmig, unterhaltsam und spannend umgesetzt. Kernpunkt ist aber die Handlung in Babylon, in der John nicht nur gegen den mystischen Baal und seine Schergen antreten muss, sondern insbesondere einige sehr interessante Informationen über sein Kreuz erhält. Das hat wahrscheinlich noch weitrechende Konsequenzen für die komplette Serie und ist mit viel Eindruck umgesetzt worden. Ein wirklich phantastischer Abschluss und eine sehr gelungene Handlung runden die hervorragende, düstere Trilogie gekonnt ab.

Und natürlich kann – wie in den beiden vorigen Teilen – auch die Sprecherliste voll überzeugen. An dieser Stelle sei noch einmal Alexandra Lange erwähnt, die sich als Erzählerin sehr gesteigert hat und nun mit ihrer etwas zurückhaltenden, aber dennoch intensiven Sprechweise viele Pluspunkte sammeln kann. Nicolas König spricht hier die Rolle des Torkan und klingt sehr kämpferisch und entschlossen, er macht klar, dass der Zusammenhang zu John Sinclair nicht aus der Luft gegriffen ist. Wolfgang Draegers dunkle und geheimnisvolle Stimme passt wunderbar zu der Rolle des Hesekiel, die düsteren Prophezeiungen kommen durch in sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Ronald Nitschke, Daniela Hoffmann und Gerd Rigauer.

Andreas Meyer ist hie zuständig für die Musik, und diese ist wieder eindringlich, stimmungsvoll und recht laut geraten. Sie begleitet die Spannungskurve der Handlung und ist steigert diese zusätzlich, unterstreicht wichtige Szenen oder die tollen mysteriösen Szenen, in denen die Hintergründe des Kreuzes erklärt werden. Auch die Geräusche sind wieder hervorragend passgenau eingefügt.

Natürlich ist hier das Kreuz von John Sinclair auf dem Cover zu sehen, schließlich geht es hier vorrangig um das magische Artefakt. Vor dunklem Hintergrund strahlt es in einem leichten Fliederton, Blitze zucken aus seiner Mitte heraus, während es von einer Hand gehalten wird. Die restliche Gestaltung ist bereits bekannt und so schlicht und übersichtlich wie immer.

Fazit: Ein grandioser Abschluss der Trilogie mit einer gekonnten Verknüpfung von Gegenwart und Vergangenheit und viel Hintergrundwissen zu dem Kreuz, eine Folge, die mit ihrem düsteren Ausdruck und den spannenden Szenen begeistern kann.

VÖ: 15.März 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4704-9


John Sinclair – 81. Allein in der Drachenhöhle



Erster Eindruck: Reise in die Vergangenheit

Lady Sarah Goldwyn ist trotz der Übergriffe von Lady X in Besitz der Steintafel, die das Rätsel um John Sinclairs mächtiges Kreuz lösen kann. Doch als sie sich in eine abgelegene Kirche flüchten kann, wird der Geisterjäger in eine Falle gelockt. Doch plötzlich scheinen sich auch Jane Collins und Pamela Scott uneins zu sein, denn der Plan der von Pamela birgt ein großes Risiko…

Während der erste Teil der John-Sinclair-Trilogie um sein heiliges Kreuz vor allem in der Gegenwart angesiedelt ist und die Grundsituation, den hinterhältigen Plan des Bösen aufgriff, wird in Folge 81 mit dem Titel „Allein in der Drachenhöhle“ auf die Vergangenheit eingegangen. Und so ergibt auch die düstere Einleitung des ersten Teils mit den sieben Weltwundern einen ganz anderen Sinn… Und so wird anfangs abwechselnd aus Vergangenheit in Babylonien und der Gegenwart hin- und hergeschwenkt, was einen dynamischen Eindruck vermittelt, man will wissen, wie beides zusammenhängt. Auf beiden Zeitebenen spitzt sich die Lage immer weiter zu, und in einer ziemlich heftiges Gewaltszene wird Torkans Wut auf Baal ziemlich deutlich erklärt – das ist nichts für schwache Nerven in diesem ziemlich ernsten Hörspiel. Die Differenzen zwischen Lady X und Jane Collins sind zwar sehr unterhaltsam, aber manchmal handeln die beiden nicht sehr logisch, denn beide hatten den Geisterjäger völlig in der Hand und haben ihn dennoch nicht getötet, weil sie ihren Plan unbedingt durchsetzen wollten. Ist John Sinclair dann aber erst einmal in der Vergangenheit angekommen, sind diese kleinen Ungereimtheiten aber vergessen, denn dort wird ein unglaublich dichtes und spannendes Hörspiel präsentiert, das zeigt, wie viele andere Facetten durch den Produzentenwechsel gezeigt werden können – alles ist wesentlich düsterer, unheimlicher und ernsthafter. Ein wirklich gelungener Mittelteil der Trilogie, die sehr neugierig auf den Ausgang des Spektakels macht.

Die Sprecherauswahl begeistert mit vielen bekannten Stimmen aus der Serie und einigen wirklich interessanten Neuzugängen. So ist Gerd Rigauer als Okastra eine sehr gute Ergänzung für das bereits bestehende Team, sein tiefer, bedrohlicher Klang vermittelt viel zusätzliche Atmosphäre. Und auch Nicolas König spricht den Torkan mit viel Energie und kann die aufwallenden Gefühlsregungen des jungen Mannes sehr gekonnt darstellen. Susanna Bonasewicz kann mit ihrer hellen Stimme wieder die Magierin Kara zum Leben erwecken. Weitere Sprecher sind Marianne Bernhardt, Sonja Stein und Achim Schülke.

Perfekt inszeniert wurde hier von Anfang bis Ende, die kraftvolle musikalische Untermalung zieht sich durch die gesamte Handlung und passt sich immer der jeweiligen Stimmung an, tritt an den richtigen Stellen auch schon mal in den Vordergrund, um die Dramatik des jeweiligen Moments zu verdeutlichen. Und auch die Geräusche halten sich nicht gerade zurück, sondern verleihen mit ihren lauten Klängen mehr Lebendigkeit.

John Sinclair kauert sich an einen altertümlichen Altar, auf dem ein Foliant liegt und versucht, möglichst viel Raum zwischen sich und den grün geschuppten Drachen zu bringen, der ihn umkreist und angriffslustig die Zunge herausstreckt, der Geifer läuft ihm aus dem zahnbewährten Maul – das Titelbild ist mit seiner nostalgischen Zeichenweise nicht mehr unbedingt zeitgemäß aber wohl ein Zugeständnis an die Fans der Heftromane.

Fazit: Ein absolut gelungener Mittelteil der Trilogie, auch wenn die beiden Bösewichtinnen Jane und Pamela nicht immer glaubwürdig handeln, kann hier mit einer dynamischen Geschichte überzeugt werden.

VÖ: 15.März 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4703-2


John Sinclair – 80. Sieben Siegel der Magie



Erster Eindruck: Auftakt der Kreuz-Trilogie

Bei Ausgrabungen werden uralte Steintafeln gefunden – und gleich von korrupten Arbeitern an Pamela Scott übergeben. Diese weiß um den wahren Wert dieser Artefakte, begründen sie doch die Macht von John Sinclairs Kreuz. Währenddessen begegnet Lady Sarah in einem Buchladen auf der Suche nach magischen Werken einer alten Bekannten: Jane Collins, die auf die Seite des Bösen gewechselt ist…

Um das legendäre magische Kreuz von John Sinclair ranken sich innerhalb der Serie zahlreiche Mythen, auch in den aktuellen Folgen der „Classics“-Serie geht es um das machtvolle Artefakt – und eben auch beim neuen Dreiteiler, der mit der 80. Folge mit den Titel „Sieben Siegel der Magie“ seinen tempogeladenen Auftakt findet. Der Anfang wird ziemlich stimmungsvoll erzählt, von den sieben Weltwundern wird schnell auf das Kreuz-Thema umgeschwungen, hier wird schon einmal die Neugier auf das Kommende geweckt. Und das kann sich wirklich hören lassen, zahlreiche Szenenwechsel, immer wieder neue Situationen und ein actionbeladenes Ende lassen diese Folge zum Spektakel werden, hier wird wirklich einiges in Sachen Story und Produktion geboten. Abgerundet wird das Ganze durch das Auftauchen vieler „alter Bekannter“ aus der Serie, vom Todesnebel über Lupina (!) bis zu einer grandiosen Jane Collins, die mit einer geflüsterten Beschwörungsformel für das Sorgen kann, was ich in der Serie oft vermisst habe: eine wirklich düstere und unheimliche Stimmung. Die vielfältige und sehr temporeiche Geschichte gepaart und die perfekte Produktion lassen ein sehr rundes Hörspiel entstehen, das einen wirklich gelungenen Auftakt zur Trilogie darstellt.

Durch die zahlreichen wieder vorkommenden Figuren ist der Cast entsprechend hochkarätig besetzt, viele der Lieblinge der Fans sind hier zu hören. Dazu gehört auch die fabulöse Franziska Pigulla, die hier auch ihre böse Seite hervorkehren kann und mit ihrer dunklen Stimme für eine wunderbar dichte und unheimliche Atmosphäre sorgen kann. Evelyn Gressmann kann als Sarah Goldwyn mit ihrem warmen und sympathischen Klang überzeugen, sie wirkt sehr spontan und glaubwürdig. Boris Tessmann als Spuk hat zwar keine sonderlich große Rolle, kann in dieser Zeit aber wieder mit viel Präsenz aufwarten. Weitere Sprecher sind Dieter Schaad, Peter Woy und Samir Fuchs.

Der Soundtrack zu der Folge ist wahrlich beeindruckend und passt sich sehr gut an die Dynamik der Handlung an. Düster und recht laut ist die Musik von Anfang an, steigert sich aber im Laufe der Zeit immer weiter und endet in einem wahrlich imposanten Finale samt orchestral begleiteter Chöre. Auch die Geräuschkulisse kann da mithalten, die effektiv und häufig eingesetzten Sounds verleihen die typische Atmosphäre.

Pamela Scott in ihrer furchteinflößenden Vampirgestalt stürzt sich in das biedere Wohnzimmer von Lady Sarah Goldwyn, die erschreckt in einem ihrer Sessel sitzt. Das friedliche Ambiente des Raumes wird deutlich durch die unheimliche Gestalt gestört. Selbstverständlich wurde wieder das Titelbild der Heftromane übernommen, und auch der allseits bekannte Schriftzug darf hier nicht fehlen.

Fazit: Dynamische Wechsel, interessante Verwicklungen, das Auftauchen zahlreicher Bekannter und die sehr spannende und bestens umgesetzte Handlung machen diese Folge zu einer richtig guten, die eine klare Empfehlung wert ist.

VÖ: 15.März 2013
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4702-5


John Sinclair – SE 03. Angst über London / Dark Symphonies



Erster Eindruck: Zwischen Traum und Realität

Merkwürdige Dinge gehen in London vor, Flugzeugabstürze, Verkehrsunfälle – die ganze stadt droht bald in Schutt und Asche zu liegen. Als John Sinclair auf das Medium Miriam di Carlo trifft, die in die Zukunft sehen kann, macht er sie zu seiner Verbündeten. Das hat er auch dringend nötig, denn all seine Freunde scheinen ihn plötzlich nicht mehr zu erkennen...

Auch wenn diese Veröffentlichung unter „Dark Symphonies“ läuft, also einer Musikkompilation passend zu der kultigen John Sinclair-Serie von Lübbe Audio, doch Fans der Serie dürften sich wohl eher über die darin enthaltene dritte Sonderfolge freuen – und auch darin den Hauptanreiz sehen, die Doppel-CD zu kaufen. Und das lohnt sich, denn „Angst über London“ unterscheidet sich stark von den Geschichten der Hauptreihe, legt eine ganz andere Erzählweise und einen anderen Handlungsverlauf zu Grunde und wirft damit ein ganz neues Licht auf die manchmal etwas eingefahrenen Strukturen des Geisterjägers. Man kann manchmal kaum zwischen Realität und Vision unterscheiden, und gerade das macht das entworfene Schreckensszenario so interessant und greifbar. Auch, dass anfangs ein großer Teil der Story eben nicht aus der Sicht von Sinclair, sondern von dem hellsichtigen Medium Miriam di Carlo erzählt wird und John Sinclair wie nebenbei auftaucht, hat seinen Reiz. Das große Rätsel, wer denn nun hinter allem steckt, warum die Hauptfigur plötzlich von niemandem mehr erkannt wird, was es mit den Visionen auf sich hat, all das wird langsam und genüsslich aufgeklärt und weicht dabei stark vom sonstigen Handlungsverlauf ab. Die Betonung auf Mytery-Elemente und deutlich weniger Actionsequenzen lassen diese Folge sehr stark werden, die somit eine klare Empfehlung für Sinclair-Fans darstellt.

Zahlreiche Gastsprecher sind hier in kleinen Rollen zu hören, die meisten sind auch schon auf der Musikkompilation zu hören, beispielsweise Marianne Rosenberg, Xavier Naidoo, Nena und Haudegen. Auch Katharina von Keller macht als Miriam di Carlo einen sehr guten Eindruck, klingt mal zerbrechlich, mal kraftvoll, spielt mit ihrem Charakter und formt ihn so zu einer interessanten Rolle. Erzählerin Alexandra Lange hat mir hier richtig gut gefallen, sie legt ein wenig mehr Tempo in ihre Texte und hat einen tiefen, unheilvollen Unterton. Als John Sinclair darf natürlich Frank Glaubrecht nicht fehlen, dessen coole Art wunderbar in die Serie passt.

Das Hörspiel ist opulent wie immer inszeniert, überraschen kann aber die „Dark Symphonies“-CD, die sich an so manchen gewagten Stilbruch traut. Da ist Marianne Rosenberg mit den Rüpel-Romantikern von Haudegen vereint, Nena mit den H-Blockx und Xavier Naidoo mit Score-Musik aus den Hörspielen. Doch gerade diese bunte Mischung ist es, die den Reiz der Zusammenstellung ausmacht, und allen Liedern liegt eine deutliche Düsternis zu Grunde.

Zur Sonderfolge gibt es hier auch eine besondere Aufmachung. Das Jewel-Case ist in einem schicken Pappschuber untergebracht, natürlich in schlichtem Schwarz – das Logo ist hier sogar eingeprägt. Darunter in schwarzer Glanzfolie der Folgentitel und in gelber Umrandung „Dark Symphonies“. Im umfangreichen Booklet ist zu jedem Künstler ein Foto sowie der Songtext abgedruckt.

Fazit: Eine ganz spezielle Folge von John Sinclair, die mit einem ganz anderen Handlungsverlauf und einem interessanten Gegenspieler überzeugen kann. Auch die Kompilation ist abwechslungsreich zusammengestellt.

VÖ: 28.September 2012
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4555-7


John Sinclair – 74. Lupinas Sohn



Erster Eindruck: Werwolfjagd

Lupinas Werwolfsippe bedroht weiter ganz London und richtet jede Menge Unheil an. Zwar können Suko und John Sinclair vorerst die gefährlichen Wesen zurückschlagen, die Königin der Werwölfe und ein geheimnisvoller schwarzer Wolf können aber entkommen. Und dann taucht auch noch Lady X auf und entführt Glenda Perkins...

Nach einem hervorragenden Start in den ersten Zweiteiler von Dennis Erhardt als Regisseur von John Sinclair geht es auch in Nummer 74 der Serie packend weiter. „Lupinas Sohn“ heißt der vierte Titel unter dem neuen Team und ist – wie sein Vorgänger – ein richtig gelungenes Hörspiel. Das liegt zum einen auch daran, dass „Die Werwolf-Elite“ gut vorbereitet hat und man nun schon voller Spannung die nächsten Ereignisse erwartet. Nahtlos wird auch daran angeknüpft, die verschiedenen kleinen Handlungsstränge werden in schnellem Wechsel weitergeführt und spitzen sich immer weiter zu. So sind später sowohl John Sinclair als auch seine Gegnerin Pamela Scott in einer Zwangslage, in der keiner auch nur einen Schritt zurück gehen kann und der weitere Verlauf völlig ungewiss ist. Das bestätigt sich auch dadurch, dass hier eine durchaus wichtige Figur für die bisherige Handlung ihren letzten Auftritt hat. Gut gefallen hat mir die neue Figur des Luparo, der ein weiterer mächtiger Feind ist und mit einer interessanten Hintergrundgeschichte ausgestattet wurde. Auch hier passt alles wunderbar zusammen, und das Flair, das Fans so an John Sinclair schätzen, wird massiv geboten. Sogar noch einen Tick besser als der erste Teil kann „Lupinas Sohn“ vollkommen begeistern.

Rasmus Borowski hat als Luparo hier zwar nur einen kleinen, dafür umso wichtigeren und beeindruckenderen Auftritt. Seine markante Stimme passt sehr gut zu dem mächtigen Werwolf, zumal er ihn düster und verschlagen wirken lässt. Ilya Welter legt als Glenda Perkins eine solide Leistung ab und stellt Sinclairs toughe Sekretärin gekonnt dar. Als Suko ist wie immer Martin May mit dabei, er bleibt in jeder Situation gekonnt cool und voll in seiner Rolle. Auch Karlheinz Tafel, Simona Pahl und Eckart Dux sind zu hören.

Behutsam und doch gekonnt hat Dennis Erhardt den Sound von Sinclair an seinen eigenen Stil angepasst und einen guten Mittelweg zwischen den beiden Stilistiken gefunden. Die Musik drängt sich nicht mehr so sehr in den Vordergrund und ist ein wenig atmosphärischer, ohne zu mystisch oder düster zu wirken. So ist der lockere Grundton der Serie beibehalten worden.

Natürlich sich auf diesem Titelbild Lupina und ihr Sohn Luparo zu sehen, die Königin der Werwölfe halb verwandelt mit Wolfskörper und menschlichem Gesicht. Die Umgebung ist mit dem schlichten Vollmondhimmel und dem dunklen Hügel sehr schlicht gehalten, sodass die beiden Figuren deutlich im Fokus stehen. Die restliche Aufmachung ist übersichtlich wie immer.

Fazit: Noch eine Steigerung zum ersten Teil mit vielen starken Szenen und einem packenden Finale.

VÖ: 18.Mai 2012
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4594-6


John Sinclair – 73. Die Werwolf-Elite



Erster Eindruck: Zurück auf altem Niveau

Als Glenda Perkins auf der Suche nach Jane Collin nichts weiter als einen Werwolfclub entdeckt hat, ist Geisterjäger John Sinclair alles andere als erfreut. Doch schon bald wird genau das zu einem brisanten Fall, als ein kleines Mädchen von einem Werwolf angegriffen wird und von niemand anderem als Pamela Scott gerettet wird. Was geht in der Mordliga vor?

Nach 70 Folgen Döring-Ära als Regisseur der Lübbe-Serie „John Sinclair“ und anschließendem Wechsel auf Dennis Ehrhardt mussten sich Hörer und Produzenten anscheinend etwas aneinander gewöhnen – mit der 73. Folge trifft man sich wieder auf einem Level. Das liegt zum einen daran, dass einige Änderungen wohl doch etwas gewöhnungsbedürftig waren und zum anderen daran, dass Dennis Ehrhardt hier wieder das macht, was er am besten kann: Gruselige Hörspiele produzieren. Schon in einer der ersten Szenen, das den Überfall auf das kleine Mädchen thematisiert, kommt ein wenig Grusel-Flair auf, genau so viel, dass es eine richtig gute Grundlage für diese Geschichte bietet. Und so geht es dann auch weiter mit Action, Spannung und ein bisschen Intrigenspiel in der Mordliga. Dessen Mitglieder wirken hier sogar noch intensiver und vielschichtiger als früher, ihnen wird insgesamt mehr Charakter zugestanden. Die Schnitte erfolgen schnell, alles wirkt hier dynamisch und flüssig, auch die Spannung kann durch diese gelungene Technik weiter gesteigert werden. Hier passt alles zusammen und bereitet zudem auf den zweiten Teil der Handlung vor, ohne seine Eigenständigkeit und eigene Nuancen zu verlieren. Eine richtig starke Folge, wie ich sie mir von der Serie wünsche. Weiter so!

Nach zwei sehr mäßigen Folgen sagt mir auch Erzählerin Alexandra Lange zu, ihre Passagen gestaltet sie düsterer und ein wenig langsamer als zuvor, was die Spannung noch zu steigern weiß. Claudia Urbschat-Mingues ist für dunkle Rollen wie geschaffen und bringt auch hier wieder Lupina sehr gut zur Geltung. Und eine Szene sei noch sehr lobend erwähnt, in der Frank Glaubrecht einen wahren Gefühlsausbruch hinlegt, wieder eine andere Facette des Geisterjägers. Auch Thomas Petrou, Tilo Schmitz und Bernd Vollbrecht machen ihre Sache gut.

Die Musik fügt sich stimmig in das Geschehen ein und unterstützt sie gekonnt in ihrer Wirkung. Es knallt auch hier nicht mehr so an allen Ecken und Enden wie bei Döring, aber auch dieses etwas Weniger gefällt mir sehr gut. Das gilt sowohl für die Musik, die sich mehr im Hintergrund hält, ohne gänzlich zu verschwinden, als auch für die Geräusche, für die ähnliches gilt.

Lupina, vom Vollmond beschienen, steht zusammen mit zwei weiteren, halb verwandelten Werwölfen in einem von Nebel umwaberten Wald und hält diese an den Händen – der Ausdruck des Titelbildes ist dunkel und mystisch, passt sehr gut zu der Folge und fügt sich auch in das andere Artwort der Serie mit dem grellgelben Schriftzügen gut ein.

Fazit: Spannung, Action, ein bisschen Grusel, eine flüssige und unterhaltsame Geschichte mit schlüssiger Produktion – so soll Sinclair klingen!

VÖ: 5.April 2012
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4552-6


John Sinclair – 72. Das Ölmonster



Erster Eindruck: Stopp in Saudi-Arabien

In der Saudi-arabischen Botschaft in London verwandeln sich plötzlich blutrünstige Besten und richten ein Massaker an. Der zur Klärung hinzugezogene Geisterjäger John Sinclair bricht kurz darauf in das Land der Wüste auf und macht dort weitere, erschreckende Entdeckungen. Zusammen mit Suko versucht er, der Sache auf den Grund zu gehen...

Seit der vorigen Folge wird die John Sinclair-Serie von Lübbe Audio von einem neuen Team umgesetzt, und gleich für den Erstling hagelte es jede Menge Häme und schlechte Kritiken. Die 72. Folge der Serie und damit die zweite unter neuer Regie wirkt nun deutlich gereifter und griffiger, hat wieder mehr von der alten Atmosphäre der beliebten Reihe. Schon die Handlung ist stimmiger und auch wesentlich spannender, wenn auch kein Top-Titel bei dieser Vorlage heraus kommen kann - ein deutlicher Anstieg im Laufe der Zeit ist zu erkennen. Auch kommt wieder mehr des typischen Sinclair-Flair herüber, mehr actiongeladene Gefechte und wilde Kämpfe säumen die Handlung. Sogar ein klein wenig Grusel ist in einigen Szenen zu entdecken, die Stimmung ist wieder intensiver als im Vorgänger, ebenso wie die von Jason Dark geschaffenen Figuren ihre Wirkung besser entfalten. „Das Ölmonster“ ist keine schlechte Folge der Serie, auch wenn sie nicht ganz an die Hochzeiten heranreicht. Und sind wir mal ehrlich, unter Oliver Döring gab es auch einige schwächere Folgen.

Frank Glaubrecht ist wieder richtig stark als John Sinclair und stellt den Witz der Figur gleichberechtigt neben den Ernst und die Coolness. Er sorgt an vielen Stellen für zusätzliche Atmosphäre. Auch Martin May als Suko ist wieder richtig gut, er spielt Glaubrecht immer wieder in die Hand, ohne zu versinken. Allein die neue Erzählerin Alexandra Lange-Baehr kann auch hier nicht überzeugen, sie bleibt zu blass und kann die jeweilige Stimmung nicht mit ihrem Klang transportieren. Weitere Sprecher sind Ronald Nitschke, Frank Jordan und Erik Schäffler.

Vom Sound her ist geht es nach dem Wechsel des Produktionsteams nicht mehr ganz so bombastisch zu, was insbesondere bei den Geräuschen auffällt. Beispielsweise sind die Pistolengeräusche realistischer und somit leiser gehalten, was allerdings auch nicht so dynamisch wirkt. Stilistisch ist die Musik ähnlich wie vorher, jedoch nicht mehr ganz so dramatisch.

Optisch hat sich nach dem Neustart rein gar nichts geändert, womit wir wieder das Titelbild der alten Bastei-Romane betrachten dürfen. Das Motiv passt recht gut zu der Handlung und bringt die Stimmung in der saudi-arabischen Wüste gut zur Geltung. Auch das Mystische Element in der Ölsäule passt gut herein. Die restliche Gestaltung ist gewohnt schlicht.

Fazit: Keine schlechte Folge mit einer gelungenen Geschichte, aber noch einigen Stolpersteinen.

VÖ: 16.März 2012
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4551-9


John Sinclair – 71. Der Mann, der nicht sterben konnte



Erster Eindruck: Neue Produzenten für die Erfolgsserie

Vor über 100 Jahren stürzte in Russland ein Meteor ab, der Holzfäller Fjodor Rankin ist unmittelbar in der Nähe. Das seltene Ereignis zieht weitreichende Folgen mit sich, denn von nun an kann Fjodor weder verletzt werden noch altert er. Der KGB rekrutiert den Mann für eine Mission in England, und dort trifft er auf niemand anderen als John Sinclair...

Schon früh war bekannt, dass mit der 71. Folge Oliver Döring aus der Erfolgsserie „John Sinclair“ aussteigen würde und somit Dennis Ehrhardt als neuer Produzent fungieren würde. Und auch, dass damit große Änderungen innerhalb der Serie vorgenommen werden würde, konnte man sich denken – entsprechend groß war die Spannung und die Erwartungshaltung an den anerkannten Produzenten. Leider wurde keine sonderlich glückliche Vorlage für das Erstlingswerk ausgesucht, „Der Mann, der nicht sterben konnte“ bietet nicht genügend Reizpunkte, um ein spannendes Hörspiel zu produzieren. Die Handlung plätschert hier nur so vor sich hin, das Tempo ist ausgesprochen gering. Einige der Dialoge wirken hölzern und künstlich – ein Problem, dass bei der Serie nicht zum ersten mal auftritt. Insgesamt wirkt alles sehr gebremst und wesentlich ruhiger, die überzogene Darstellungsweise Dörings hat der Serie besser gestanden. Dabei sind die neuen Ansätze durchaus lobenswert und in einzelnen Elementen auch gelungen, so wirkt das Sounddesign realitätsnäher und durchaus auch vielschichtiger. Vielleicht liegt es an der mauen Story, vielleicht ist man noch zu sehr an die wuchtigen Arrangements von Oliver Döring gewohnt, aber leider ist diese erste Folge unterm neuen Produzententeam kein guter Start.

Auch in Sachen Sprecher hat es personelle Veränderungen gegeben, die neue Erzählerin heißt Alexandra Lamge-Baehr. Sie spricht wesentlich sanfter und bei weitem nicht so prägnant wie ihr Vorgänger, kann deswegen auch nicht die gleiche Spannung aufbauen. Man hört allerdings, dass sie durchaus das Potenzial hat, stärker auf die Charaktere und ihre Gewissenskonflikte einzugehen. Erik Schäffler spricht Fjodor Rankin und kann die düstere und zwiespältige Gestalt gut einfangen. Der ganz spezielle Klang von Sven Plate bereichert auch in der Rolle des Gaylord Rankin dieses Hörspiel. Weitere Sprecher sind Evelyn Gressmann, Claus-Dieter Clausnitzer und Uli Krohm.

Schon zu Beginn lassen sich große Unterschiede zur Döring-Produktion feststellen: Das Intro ist komplett anders. Neben einem neuen Erzähltext, der nicht mehr ganz so reißerisch ist, wurde auch die Musik verändert und wirkt nun nicht mehr so wuchttig und mitreißend, eher verspielter – und das mag nicht so recht zu der Serie passen. Auch danach geht es gemäßigter weiter, nur die heftigen Schockmomente sind noch so prägnant wie früher.

An der optischen Ausführung hat sich nichts geändert, nach wie vor ist das Titelbild der Heftromanserie verwendet worden, auch die Kombination mit den grellgelben Schriftzügen ist geblieben. Der Mann, der nicht sterben konnte, wirkt auf diesem Bild aber eher grimmig und wehmütig als wirklich bedrohlich. Auch ein Hinweis auf den Wechsel des Produzenten ist nicht zu finden.

Fazit: Eine gemäßigte Handlung, die kaum Spannung zulässt, dazu kann auch die Produktion hier nicht begeistern. Kein guter Start...

VÖ: 20. Januar 2012
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-4550-2


John Sinclair – 70. Die Hexeninsel



Erster Eindruck: Wikkas Rückkehr

Der Ripper hat gesiegt und Besitz von Jane Collins Körper ergriffen. Geisterjäger John Sinclair legt alles daran, seine ehemalige Freundin zu retten und bringt sie nach einigen Diskussionen in ein Sanatorium, dass auch außergewöhnlichen Heilungsmethoden aufgeschlossen ist. Doch während der Fahrt wird ein Anschlag auf das Gefährt vernommen...

Nach 70 Folgen (und einigen Specials) nimmt Oliver Döring Abschied von John Sinclair, dem berühmten Serienhelden von Jason Dark, für die Hörspielserie wird er keine weiteren Folgen mehr produzieren. Und zum Abschied lässt er es noch einmal so richtig krachen – und setzt sich selbst ein kleines Denkmal. Denn einer der Fahrer des Krankentransports heißt nicht zufällig auch Döring und wird mit den Worten „Olli ist raus“ von übernatürlichen Mächten vernichtet. Doch neben dieser lustigen Anspielung hat „Die Hexeninsel“ noch einiges mehr zu bieten und setzt nahtlos den hervorragenden Vorgänger fort. Auch hier geht es in der Beziehung zwischen Jane und John turbulent zu, der Geisterjäger versucht verzweifelt, die Detektivin von dem Geist des Rippers zu befreien. Das ergibt einige emotionale Szenen, die ungefiltert beim Hörer ankommen und der Serie eine ganz andere Tiefe verleihen als die sonst übliche lockere und gruselige Unterhaltung. Doch auch in Sachen Action und Spannung lässt sich diese Episode nicht lumpen und gibt Wikka, der Königin der Hexen, einen weiteren eindrucksvollen Auftritt, der sie trotz der kurzen Zeit zu einer der Lieblings-Gegnerinnen der Hörer werden dürfte. Stets ist man hier auf Spannung und kann die weiteren Entwicklungen kaum abwarten, fiebert mit den Protagonisten mit und ist entsetzt über die Wandlung von Jane. Oliver Döring verabschiedet sich mit einem Knall und beweist, dass er ein grandioses Gespür für das richtige Timing hat. Eine sehr, sehr gute Folge der Serie.

Franziska Pigulla zeigt erneut eine andere Facette ihres Könnens, hier kann sie locker so einige andere Bösewichte mit ihrer heftigen Aussprache in die Tasche stecken und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Auch Sandra Schwittau ist als Wikka eine hervorragende Wahl, ihre raue und einzigartige Stimme nimmt hier eine hinterlistige und bösartige Färbung an. Susanna Bonasewicz ist wieder als Kara zu hören, ihr sanfter Klang bildet einen tollen Kontrast zur lautstarken Umsetzung der Serie. Weitere Sprecher dieser Folge sind Karlheinz Tafel, Dietmar Wunder und Wolfgang Bahro.

Für zusätzliche Atmosphäre sorgt wie immer die stimmungsvolle Musik, die genau an den richtigen Stellen einsetzt und die einzelnen Szenen immer wieder anders beleuchten kann. Hinzu kommen die zahlreichen Geräusche, mal leise, mal laut im Vordergrund, die der Handlung mehr Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit verleihen.

Drei Hexen mit hämischem Gesicht, mit flatternden schwarzen Kleidern tragen John Sinclair hoch über einer bergigen Insel – wieder wurde das Cover von den Heftromanen übernommen und verleiht so einen nostalgischen Charme, der durch den schwarzen Rahmen jedoch moderner wirkt. Im Inneren gibt es wie immer keine Extras, nur die wichtigsten Produktionsangaben.

Fazit: Viel Emotion, viel Spannung und eine dramatische Handlung, die einen Wendepunkt der gesamten Serie darstellt – ein Muss für Fans des Geisterjägers.

VÖ: 25.November 2011
Label: WortArt
Bestellnummer: 978-3-7857-4494-9


John Sinclair – 69. Der Ripper kehrt zurück



Erster Eindruck: Ein Wendepunkt mit Gefühlschaos

Jane Collins findet durch Zufall einen Liebesbrief von Nadine Berger und erfährt so von der Liaison der Schauspielerin mit John Sinclair. Die Trennung von John Sinclair steht für sie fest. Mitten in dieses Gefühlschaos platz die Nachricht Sir James Powells', dass anscheinend der Ripper zurückgekehrt sei. Das Dilemma nimmt seinen Lauf...

In der 69. Folge der John Sinclair-Serie von WortArt ist es vorerst nicht die actionreiche Geschichte, die auffällt, sondern das ganz private Drama zwischen John Sinclair und Dauerfreundin Jane Collins. Dieses nimmt einen großen Teil der Handlung ein und beschreibt, für diese Serie ungewohnt emotional, das ganze Gefühlschaos der beiden. Ein wichtiger Meilenstein der ganzen Serie, der alles verändert und gewohnte Sicherheiten auf den Kopf stellt. Gerade, wenn man sich länger mit der Serie beschäftigt hat und mit den Charakteren mitfühlt, ist dieser Part durchaus mitreißend. Ganz davon ab findet auch wieder eine gruselige und actionbetonte Story statt, die sehr gut mit dem ersten Teil verknüpft wird. Auch hier wird auf Ereignisse aus der Vergangenheit zurückgegriffen, der Ripper sorgt wieder für Spannung. Gerade das Unberechenbare, das dieser Figur anhaftet, ist intensiv eingefangen und sorgt für jede Menge unheimliche Stimmung. Auch das Szenario mit dem Grusel-Vergnügungspark fügt sich nahtlos ein. Ein wirklich fieser Cliffhanger beendet diese Folge und weckt reges Interesse an den weiteren Ereignissen. Eine rundum gelungene und sehr ausgeglichene Folge, eine der besten der letzten Zeit.

Auch die Sprecher laufen bei dieser gelungenen Vorlage zu Hochform auf, gerade die Stammsprecher können hier noch einmal alles geben. Die wunderbare Franziska Pigulla kann hier neben der coolen Detektivin auch die harte, kalte und sehr verletzliche Seite von Jane Collins zeigen. Und Frank Glaubrecht ist hier mal sehr emotional, alles Lockere und Flapsige fällt hier von ihm ab. Suko steht hier zwischen den Stühlen, und das bringt Martin May sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Tanja Geke, Anja Rybiczka und der wunderbare Jörg Hengstler als Ripper.

Wie immer ist die musikalische Umsetzung sehr gelungen, hier darf es eben auch mal etwas lauter zugehen, sodass die Musik wieder mit der üblichen, reißerischen Gitarrenmusik aufwartet und lautes Knallen für regelmäßige Schockmomente sorgt. Auch die Geräusche sind wieder bestens eingefügt, sodass die typische Atmosphäre der Serie aufkommt.

Der Ripper in wehendem Mantel und Zylinder würgt von hinten eine junge rothaarige Frau in modernem Dress, während der Hintergrund dunkel beleuchtet ist und nebelverhangene Straßen zeigt. Eine stimmungsvolles Bild für diese Folge, die schon mal gut die Atmosphäre wiedergibt. Im Inneren gibt es keine Neuerungen, alles ist sehr schlicht gehalten.

Fazit: Eine sehr spannende Geschichte mit grandiosem Bösewicht, dazu jede Menge Gefühlschaos, genau das Richtige für Fans der Serie und eine der besten Folgen der letzten Zeit.

VÖ: 11.November 2011
Label: WortArt
Bestellnummer: 978-3-7857-4475-8


John Sinclair – 68. Die Leichenkutsche von London



Erster Eindruck: Eine Kutsche, die es in sich hat...

Als das Haus eines Gangsterbosses angegriffen wird, erscheint plötzlich eine schwarz lackierte Leichenkutsche, der ein grauenhafter Dämon erscheint und den Übeltäter umbringt. Als eine Zeugin dies aussagt, ist John Sinclair schnell klar, dass Xorron dahinter stecken muss – und er hat noch andere Opfer, die er noch in dieser Nacht umbringen will...

Es geht weiter mit dem Klassiker unter den Geisterjäger-Hörspielen: John Sinclair. Mittlerweile ist Folge 68 erschienen, die den Titel „Die Leichenkutsche von London“ trägt. Dieses merkwürdige und gefährliche Gefährt taucht immer in der Geschichte auf, wenn Unheil droht, was auch recht stimmungsvoll in Szene gesetzt wurde. Schon zu Beginn wird mit dem Auftauchen der schwarzen Kutsche die eigentliche Geschichte eingeläutet, die von diesem Zeitpunkt an zwar nicht in halsbrecherischem, aber angemessen schnellem Tempo abläuft. Irgendetwas passiert immer, das wichtig für den Verlauf ist, sodass stets für Unterhaltung gesorgt wird. Dass Gangsterbosse von der Hölle gejagt werden, ist zwar nicht gerade eine große Neuerung, aber durchaus spannend umgesetzt. Gut gefällt mir hier wieder die Darstellung von Sinclair und seinem Team, der in einer Szene seinen Boss ziemlich hereinlegt – typisch für seine unkonventionelle Vorgehensweise. Der Verlauf ist flüssig und unterhaltsam, das Ende gut in Szene gesetzt – besondere Aufmerksamkeit verdient jedoch die Schlussszene, die einen Ausblick auf kommende Folgen gibt und das Leben des Teams entscheidend verändern wird. Eine gelungene und sehr solide Folge mit einigen starken Szenen.

Bernd Vollbecht spricht den Mafiaboss Logan Costello und bringt in seiner kurzen, aber effektiven Szene den unnachgiebigen und etwas hochmütigen Charakter gut wieder. Seine Geliebte Lana wird von Marie Bierstedt gesprochen, deren helle Stimme in interessantem Kontrast zu dieser nicht ganz lupenreinen Figur steht, was sie gut herüber bringen kann. Udo Schenks dunkle und markante Stimme ist bestens geeignet für die Rolle eines Bösewichts, weswegen er auch hier Xorron eine ganz eigenen Ausdruck verleiht. Weitere Sprecher sind Rainer Fritzsche, Markus Pfeiffer und Wolfgang Bahro.

Zu der akustischen Umsetzung müssen nicht mehr allzu viele Worte verloren werden, sie sind nach wie vor von hoher Qualität. Auch wenn andere Produktionen mittlerweile in Sachen atmosphärische Gestaltung und gruseliger Stimmung auf- und überholt haben, hat keine andere Serie so hübsche und immer wieder effektive Schockmomente wie John Sinclair.

Das titelgebende Gefährt ist auch auf dem Cover abgebildet und sieht ziemlich Unheil verkündend aus – was natürlich auch der sehr düstere Farbwahl mit den Lichteffekten zu verdanken ist. Dank der Übernahme von den Romanheften sieht das Cover herrlich nostalgisch aus. Die restliche Aufmachung ist – wie immer – sehr schlicht und bietet keine weiteren Extras.

Fazit: Eine kurzweilige und temporeiche Folge mit einigen wirklich gelungenen Szenen und flüssigem Verlauf.

VÖ: 16.September 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4474-1


John Sinclair – 67. Die Gruft mit dem Höllenauge



Erster Eindruck: Aus der Vergangenheit eines Geisterjägers

Das Grab von John Sinclair übt eine seltsame Faszination auf den jungen Mann namens Frank aus. Als er den Grabstein berührt, sitzt er plötzlich fest, den Arm halb im Stein versunken. Doch es gibt auch einen äußerst lebendigen Mann gleichen Namens, der auf den Fall aufmerksam wird und erneut die Mächte der Hölle konfrontiert wird – und gleichzeitig mit einer Familiengeschichte, die weit in die Vergangenheit reicht…

Neben einer ganzen Reihe von Erzfeinden, die in ziemlicher Regelmäßigkeit John Sinclair und seinen Freunden das Leben zur Hölle machen – und das im wahrsten Sinne des Wortes – gibt es auch immer wieder Folgen, die eher in sich abgeschlossen sind und einen einzelnen Fall des Geisterjägers behandeln. Wie beispielsweise die 67. Folge „Die Gruft mit dem Höllenauge“, die zudem noch einen sehr interessanten Einblick in die Familie des Titelhelden gibt. Nicht nur, dass Johns Eltern zum ersten Mal auftauchen, auch der Konflikt zwischen Horace Sinclair und seinem Sohn wird beleuchtet. Für Fans der Serie ein kleines Schmankerl, das schließlich weitere Einblicke in den Charakter der Hauptfigur erlaubt und ihn nicht nur als den coolen Ermittler zeigt. Eingebettet ist dies alles in eine durchaus interessante Geschichte, die aber nicht zu den stärksten der Serie gehört. Eine kleine mystische Geschichte um einen bösen Geist, der typische Aufbau der Serie mit dem langsamen Anfang, der sich zu einem actionreichen und temporeichen Finale steigert, ist ebenso vorhanden wie die Atmosphäre, die die Serie ausmacht. Alles passt gut zusammen und macht Spaß, wird kurzweilig dargeboten und lässt auch eine große Portion Humor nicht vermissen. Eine sehr solide Folge, die mit der interessanten Familiengeschichte punktet.

Neben dem bereits etablierten Cast der Serie wird natürlich auch hier wieder Wert auf gute Sprecher gelegt, die die Nebenrollen ebenso engagiert vertonen. So ist Dietmar Wunder als Frank Evans zu hören, der in dem Grabstein gefangen wird. Mit seinem professionellen Auftreten und der glaubhaften Sprechweise beweist er einmal mehr sein Können, auch aus der gewöhnlichsten Rolle etwas Besonderes herauszuholen. Ernst August Schepmann ist als Horace Sinclair zu hören und kann den charakterstarken Mann mit dem nötigen Ernst und Nachdruck darstellen. Rainer Schöne sorgt als „alter“ John Sinclair für gruselige Momente. Luise Lunow, F.G. Beckhaus und Martin May sind ebenfalls zu hören.

Die akustische Gestaltung ist nach wie vor auf höchstem Niveau und kann mit einer stimmungsvollen Atmosphäre überzeugen. Auf musikalischer Seite wird dies wieder durch die typischen harten Gitarrenklänge erreicht, die die Stimmung der Geschichte gut einfangen. Die Geräusche ergänzen dies mit ihren vielfältigen Einsätzen und gestalten besonders die actionlastigen Szenen sehr eingängig.

Natürlich wird die im Titel benannte Gruft auch auf dem Cover gezeigt, sodass der Betrachter gleich einen Eindruck von dem mächtigen Grabstein bekommt. Sonderlich gruselig oder stimmungsvoll ist das Titelbild aber dieses mal nicht anzusehen, im Gegensatz zu den vielen anderen sehr gelungenen Motiven wird hier eher Durchschnittliches geboten. Die restliche Aufmachung ist wie immer übersichtlich, aber ohne zusätzliche Informationen.

Fazit: Eine gute und unterhaltsame Geschichte mit dem typischen Verlauf der Serie, gewürzt mit Hintergrundinformationen zu der Hauptfigur und unheimlicher Stimmung.

VÖ: 22.Juli 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4473-4


John Sinclair – 66. Hexenwahn



Erster Eindruck: Neue Kultgruppen und neue Gegnerin

Bill Conolly bekommt Hinweise auf Vereinigungen von Hexen, denen sich insbesondere ältere Menschen anschließen. Zusammen mit dem Sinclair-Team will er der Sache auf den Grund gehen – und stößt tatsächlich auf eine neue, mächtige Gegnerin, die Dämonin Wikka. Besonders für Jane Collins hat dies weitreichende Konsequenzen...

In beeindruckendem Tempo, welches kaum ein anderes Label bei seinen Hörspielen vorlegt, erscheinen in erfreulicher Regelmäßigkeit neue Folgen der Geisterjäger-Serie John Sinclair, und selbst die Qualität scheint dabei eher zu- als abzunehmen. Folge 66 behandelt dabei ein Thema, das bisher eher sehr kurz gekommen ist: Hexen. Und das schafft auch wieder eine neue Atmosphäre für die Folge, alles wirkt hier ein wenig mystischer – und auch gruseliger, was vielen Fans gefallen dürfte, die nach den ganzen (auch hervorragenden) Actionspektakeln ein wenig Gänsehaut spüren wollen. „Hexenwahn“ heißt das gute Stück und ist spannend erzählt, überrascht immer wieder mit neuen Wendungen und hat ein wunderbar untypisches Ende, das merklich Grundsteine für weitere Entwicklungen der Rahmenhandlung bietet. Besonders gefallen mir hier die Szenenwechsel zwischen zwei Erzählsträngen, die alles dynamisch wirken lassen und sich zu einem spannenden Ganzen entwickeln und in einem hochdramatischen Finale enden. Schön, dass hier ordentlich frischer Wind in die Serie gebracht wurde, Hexenwahn ist für mich eine der besten Folgen von John Sinclair, die in letzter Zeit veröffentlicht wurden.

Bis in die kleinste Nebenrolle wurde auch dieses Hörspiel mit Top-Sprechern besetzt, die für ungetrübten Hörgenuss sorgen. Die wunderbare Franziska Pigulla kann ein weiteres mal zeigen, wie vielfältig sie ihre Stimme anpassen kann, ihre Interpretation der Jane Collins ist wohl nur schwer zu toppen. Wikka, die böse neue Gegenspielerin, bekommt ihre Stimme von Sandra Schwittau geliehen, deren rauer Klang wunderbar mit der Rolle harmoniert, auch sie macht mal wieder einen hervorragenden Eindruck. Christian Schult ist als Harald Doyle mit dabei und fügt sich mit seiner einprägsamen und angenehmen Stimme sehr gut in das Ambiente ein. Weitere Sprecher sind Thomas Nero Wolf, Berenice Weichert und Gerrit Schmidt-Foss.

Großes Lob gibt es seit jeher für die akustische Gestaltung der Serie, und auch hier wird dem äußerst positiven Eindruck kein Abbruch getan. Die Musik ist sehr stimmig und scheint in Gleichklang mit der Story Wellen zu schlagen, ist mal präsent und mal zaghaft im Hintergrund. Die Geräusche dürfen hier auch mal etwas lauter sein, was eine intensivere und heftigere Atmosphäre schafft.

Die Covergestaltung gefällt mit dieses mal äußerst gut. Die melancholisch blickende und durchscheinende Frau gibt ein tolles Motiv ab, das durch mystische und naturverbundene Elemente und die Einfärbung in Violett noch wunderbar in Szene gesetzt wurde. Zudem wirkt es wesentlich moderner als viele seiner Vorgänger. Die übrige Gestaltung ist bereits bekannt und wurde nicht verändert.

Fazit: Hier kommen wieder mehr mysteriöse Elemente ins Spiel, eine hervorragende Gegnerin und neue Verstrickungen des Teams – eine sehr starke Folge der Serie!

VÖ: 20.Mai 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4472-7


John Sinclair – 65. Das Vampirnest



Erster Eindruck: Der Fortschritt der Medizin...

Bei einem Kampf tötet John Sinclair einen Angreifer und ist überrascht, dass der vermeintliche Vampir viel Blut verliert und auch sonst nicht alle Merkmal eines Blutsaugers besitzt. Er beginnt zu recherchieren und vermutet eine neue Teufelei der Mordliga – womit er völlig richtig liegt, denn Lady X und Solo Morasso haben einen neuen Plan ausgeheckt...

Die Mordliga ist seit langer Zeit ein großes Thema bei John Sinclair, der erfolgreichen Geisterjäger-Serie, die in der Neuproduktion bei Lübbe Audio erscheint und Qualitätsmaßstäbe gesetzt hat. Ein Vorteil dieser Organisation ist, dass viele verschiedene Bösewichter immer wieder andere Färbungen in die Handlung mit einbringen, was schon daran liegt, dass sie ganz unterschiedliche Dämonen sind. „Das Vampirnest“ beschäftigt sich mal wieder intensiv mit Lady X alias Pamela Scott, was natürlich wieder eine Vampirgeschichte nach sich zieht. Doch dieses mal geht alles erst einmal recht rätselhaft zu, das Sinclair-Team muss vorerst herausfinden, was hinter den Kreaturen steckt, die eine Mischung aus Mensch und Vampir zu sein scheinen – schade nur, dass dem Hörer die Auflösung recht schnell präsentiert wird, hier wurde viel Potenzial für zusätzliche Spannung verschenkt. So konzentriert sich die Handlung wieder auf zahlreiche, hervorragend erzählte und produzierte Actionszenen und ein kleines bisschen Grusel. Dabei wird nie die herrliche Lockerheit verloren, der die Serie ausmacht und die viel Raum für sarkastische Anmerkungen lässt. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten auf Seiten von John Sinclair, was durchaus eine Bereicherung ist. Eine weitere gute Folge der Serie.

Eine weitere Stärke der Serie sind die Sprecher, die stets eine sehr gute Wahl sind und ihre Rollen gut darstellen. Katrin Fröhlich gefällt mit beispielsweise als Pamela Scott immer noch sehr gut, ihre grausame Art passt sehr gut, besonders wenn die wie nebenbei diverse Todesurteile verkündet. Douglas Welbat ist nach einiger Zeit mal wieder als Professor Zamorra zu hören und ergänzt die restlichen Sprecher des Stammteams mit seiner eingängigen Sprechweise. In einer Nebenrolle ist Marianne Groß zu hören, deren dunkler Klang angenehm heraussticht. Weitere Sprecher sind unter anderem Helmut Krauss, F.G. Bekchaus und Philipp Schepmann.

Keine Frage, in Sachen Produktion mischt diese Serie immer noch ganz vorne mit. Zwar sind hier keine ausgeklügelten orchestralen Klänge zu hören (die ganz nebenbei auch kaum passen würden), dafür aber temporeiche und harte Musik und Melodien, die Stimmungen schaffen. Bei den Geräuschen wird nicht gegeizt, sie sind zahlreich und laut eingebaut.

Das Titelbild des Heftromans wird hier erstmals nicht für das Cover gewählt, ein andere Geschichte liefert hier die Vorlage. Leider ist diese nicht allzu passend, da die dargestellte Szene kaum etwas mit der Handlung zu tun hat und sich die Geschichte eher junge, modernere Vampire dreht. Trotzdem ist das Cover natürlich ansprechend gestaltet und dürfte für genügend Aufmerksamkeit sorgen.

Fazit: Einige neue Nuancen spielen in diesen recht typischen Fall mit ein und lassen ihn zu einem spannenden Actionspektakel werden.

VÖ: 15.April 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-37857-4444-4


John Sinclair – 64. Um Mitternacht am Galgenberg



Erster Eindruck: Neuer Feind, neue Gefahren

Ty Everett, beruflich Journalist, soll eine Lösegeldforderung abwickeln, der Treffpunkt ist um Mitternacht am Galgenberg. Er trifft auf einen Mann, der von Würmern zerfressen nur noch eine einzige Tat vollbringen kann: Ein magisches Amulett übergeben mit dem Hinweis, dass es für John Sinclair bestimmt ist – der schon bald einer weiteren höllischen Kreatur gegenübersteht...

Unzählige Erzfeinde hat John Sinclair bereits, doch die Hölle scheint unerschöpflich, sodass immer wieder gerne mal einer hinzustößt. Das geschieht auch in dieser 64. Folge der Hörspielserie, und wieder wird auf biblische Motive zurückgegriffen, die sich fest in die Serie integriert haben und durchaus gut mit anderen Mythologien harmonieren. Eingebettet wird dies in eine wie immer spannend und dynamisch erzählte Geschichte, die mit vielen Action-Szenen punkten kann. Zahlreiche große und kleine Kämpfe vergehen, unterbrochen von ruhigeren Szenen, wodurch ein abwechslungsreicher Eindruck entsteht. Gut zum Tragen kommt auch ein gewisser Ekelfaktor, der immer wieder durch detaillierte Beschreibungen von ziemlich vielen Würmern entsteht, ein Bild, das vor dem inneren Auge des Hörers entsteht. Nur schade, dass der Gruselfaktor hier doch zu kurz kommt, an keiner Stelle schleicht sich Gänsehaut den Rücken herunter. Mir gefallen die dieses mal recht bildreichen Beschreibungen der Landschaften und Begebenheiten, die gut in die Handlung eingebaut sind und keinesfalls das Tempo drücken, das auch hier wieder recht hoch ist. Eine sehr runde Sache, die die Serie um einen weiteren Bösewicht erweitert und eine spannende Stunde Action betonte Unterhaltung bietet.

Die Sprecher gaben auch hier ihr bestes, was sich durch glaubhafte und intensive Szenen bezahlt macht. Sehr gut gefallen hat mir beispielsweise Zazie-Charlotte Pfeiffer als Colette Monet, die das Entführungsopfer mit eine interessanten Stimme und abwechslungsreicher Betonung gut herüber bringt. Torsten Michaelis ist mit Ty Everett ebenfalls eine wichtige Rolle zugeteilt worden, die er mit der ihm üblichen Coolness und dem nötigen Druck hinter der Stimme spricht. Martin May kann auch hier mal wieder als Suko sehr überzeugen und zeigt einmal mehr, warum er in diesem Hörspiel unverzichtbar geworden ist. Weitere Sprecher sind Tobias Kluckert, Viktor Neumann und Thomas Petrou.

Die abwechslungsreiche Instrumentalisierung der Serie kommt erneut bestens zum Tragen, gleich zu Beginn wird die Grundstimmung der Ortschaften dargestellt, während im späteren Verlauf der Handlung mit harten Klängen und zahlreichen wuchtigen Effekten nicht gegeizt wird – das typische Sinclair-Feeling passt auch hier wieder perfekt.

Das Cover lässt einen höheren Gruselfaktor vermuten, als er tatsächlich gegeben ist. Trotzdem passt das düstere Bild mit Fledermäusen, altmodischem Galgen und dem Kopf von Asmodis, der im roten Hintergrund zu verschwimmen scheint, gut zu der Handlung und hat natürlich auch den Rahmen, der zum Erkennungszeichen der Serie geworden ist.

Fazit: Eine typische Geschichte um den Urvater aller Geisterjäger, wenig Grusel, dafür stark Action-betont. Schöne Erweiterung der Liste an Gegnern.

VÖ: 18.März 2011
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4384-3


John Sinclair – 63. Tokatas Todesspur



Erster Eindruck: Japanischer Dämon mit neuem Plan

Die Mordliga ist geschwächt, doch Geisterjäger John Sinclair kann sich auch jetzt keine Pause gönnen. Tokata hat einen neuen, teuflischen Plan ausgeheckt, der Sinclair und seinen treuen Gefährten Suko auf eine einsame Insel vor der japanischen Küste führt, auf der Tokata die Macht an sich reißen will – wird die tödliche Falle gelingen?

„Ein Hörspiel für Erwachsene“ steht auf der 63. Folge der Urmutter aller Geisterjäger-Serien. Aber dass gerade hier John Sinclair von seiner gewohnt harten und actiongeladenen Machart abweicht, wird wohl kaum jemand ernsthaft angenommen haben. Und auch in sämtlichen anderen Belangen weicht die Geschichte kaum vom Standard der Serie ab: Zuerst ein mysteriöses Intro, das großen Unheil ankündigt und einen schnellen Start in die Handlung bietet, dann ein John Sinclair in einer gewöhnlichen Alltagssituation, der dann zu der neuen Bedrohung beordert wird und diese schließlich mit Hilfe seines Teams abwenden kann. Das ist alles unterhaltsam, gut gemacht und schließlich auch das, was die meisten Fans von der Serie erwarten dürften. Allerdings wäre ein wenig mehr Innovation, eine neue Nuance sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Ebenfalls auffällig ist, dass sich die Folge stark an den schrecklichen Vorfällen orientiert und den roten Faden der Serie oder Johns Privatleben fast vollständig vernachlässigt. Auch hier hätte ich mir etwas mehr vorankommen gewünscht. „Tokatas Todesspur“ ist keine schlechte Folge der Serie, sondern sogar eher eine recht gute und spannende, das Hören macht wie immer großen Spaß und bietet unterhaltsame Minuten. Es fehlt lediglich der letzte Funken, eine Überraschung oder ein wenig mehr Tiefgang, um mich wirklich zu begeistern.

Karsten Gausche spricht auch hier wieder den mächtigen japanischen Dämon Tokata auf seine ganz eigene, unverkennbare Weise. Seine feste und ausdrucksstarke Stimme passt nicht nur sehr gut zu der Figur, die er verkörpert, sondern auch in das gesamte Ambiente der Serie. Martin May ist selbstverständlich wieder als Suko zu hören und liefert eine gewohnt solide Leistung ab, zumal man sich mittlerweile stark an den Charakter gewöhnt hat. Rainer Fritschze leiht seine unverwechselbare Stimme hier Ishimo Tagashi, der dadurch eine ganz eigene Note bekommt. Weitere Sprecher sind beispielsweise Martin Keßler, Tobias Kluckert und Thomas Nero Wolff.

Um der Geschichte noch mehr Leben zu verleihen und die Sprecher in ihrer Wirkung zu unterstützen, wurde jede Menge am Musik und Sounds eingefügt. So sorgen effektvolle und meist sehr laute Geräusche für Schockmomente und lassen insbesondere die Kampfszenen plastischer und gehaltvoller erscheinen, während die Musik mit ihren harten Gitarrenklängen für die richtige Stimmung sorgt.

Tokata ist der Blickfang auf dem Cover zu dieser Folge, sein japanischer und bunter Samurai-Dress fällt direkt ins Auge, ohne zu fröhlich zu wirken. Der Hintergrund mit den Bergen und den fliehenden Menschen wirkt hingegen recht düster. Die restliche Aufmachung ist wie immer sehr schlicht.

Fazit: Eine spannende und gut produzierte Folge, aber leider nichts Besonderes. Für Fans der Serie wird aber gute Unterhaltung geboten.

VÖ: 14. Januar 2011
Label: WortArt / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4383-6


John Sinclair – 62. Bring mir den Kopf von Asmodina



Erster Eindruck: Kampf der Superschurken

Die Mordliga hatte alles perfekt vorbereitet, jedes Details geplant – jetzt musste Asmodina nur noch in ihre Falle tappen. Tatsächlich kam sie mit ihren Todesengeln in die Welt des Spukes, um ihrerseits Solo Morasso und seine Kumpanen zu vernichten. Doch wieder hat keiner von ihnen mit John Sinclair gerechnet, und so werden Dinge geschehen, die weitreichende Folgen haben werden...

Immer wieder gibt es Mehrteiler in der wohl berühmtesten Dämonenjäger-Hörspielserie John Sinclair. Hier werden Geschichten erzählt, die sich nicht in eine Stunde zusammenfassen lassen – beispielsweise der große Kampf zwischen der Mordliga und Asmodina, in der John Sinclair selbst zwischen die Fronten gerät und die Wege der Hölle beschreitet. „Bring mir den Kopf von Asmodina“ ist die letzte Folge des Dreiteilers und setzt die Kenntnis von Nummer 60 und 61 voraus, um der Geschichte folgen zu können. Der Vorteil ist hier natürlich, dass nach einer (sehr) kurzen Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse durch die Mordliga direkt mit der eigentlichen Handlung begonnen werden kann, hier wird schnell das bekannte Actionfeuerwerk gezündet. Die intriganten Pläne der Mordliga, Asmodinas Rache, John Sinclairs einmischen – all das wird aus der Sicht der jeweiligen Person erzählt, sodass man einen umfassenden Einblick in der Verlauf der Geschichte bekommt. Zudem ist es sehr dynamisch und abwechslungsreich, was so alles passiert, das Tempo ist aufgrund der vielen Ereignisse sehr hoch. Natürlich bangt man am meisten um Sinclair, der wieder einmal viele Gefahren überstehen muss und überraschende Wege dafür gehen kann, doch auch die Bösewichte sind einem im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen, und nach dieser Folge sind sie nicht mehr komplett. Auch das Auftauchen eines alten Gegners aus der Anfangszeit der Serie trägt zum hohen Unterhaltungswert der Folge bei. Ein kleines Highlight ist jedoch das Auftauchen einer mysteriösen Gestalt auf der Seite von John Sinclair, der offenbart, wie groß die Macht des Bösen wirklich ist und neue Wege aufzeigt, die die Serie noch gehen kann. Die abwechslungsreiche und dynamische Geschichte steckt voller Spannung und starker Momente, auch wenn der Gruselfaktor bei all der Action wieder auf der Strecke bleibt.

Zahlreiche beliebte Stimmen sind auch hier wieder auf der Sprecherliste zu finden, und das betrifft sowohl den Stammcast als auch die Gastsprecher. Jörg Hengstler ist beispielsweise in einer mysteriöse Erscheinung von John Sinclair mit seiner geheimnisvollen Stimme und dem bedeutungsschweren Ausdruck eine hervorragende Wahl. Walter Gontermann spricht Maddox und kann die Bosheit dieser Figur sehr gut an die Oberfläche transportieren. Joachim Kerzel sorgt in seinen Erzähltexten mit stets angespannter Stimme für zusätzliche Dynamik und Abwechslung. Weitere Sprecher sind Martina Treger, Till Hagen und Bernd Rumpf.

Die Akustik des Hörspiels ist wieder sehr genau austariert und bietet das typische Flair der Serie: Harte Musikstücke sorgen für die richtige Stimmung, während die Geräusche ziemlich laut eingestellt sind und auch mal etwas knalliger sein dürfen. Doch bei John Sinclairs übernatürlicher Begegnung schlägt das Ambiente um, sodass auch hier Abwechslung geboten wird.

Das Cover ist wie immer an das Design der zu Grunde liegenden Heftromane angelehnt und zeigt dieses mal ein Bild, das schon etwas altmodisch wirkt, Zeichenstil und Motiv würden heutzutage sicherlich etwas anders ausfallen. Aber gerade das macht den Charme des Designs aus. Gleiches gilt für den Schriftzug mit den „zerlaufenden“ grellgelben Buchstaben.

Fazit: Eine Folge voller Entscheidungen, die den Erzählstrang weit nach vorne bringt und zudem den Dreiteiler abschließt – sehr gelungen!

VÖ: 26. November 2010
Label: WortArt / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4298-3


John Sinclair - 61. Im Zentrum des Schreckens



Erster Eindruck: Der Höllenfürst persönlich mischt sich ein...

Solo Morasso hat viele mächtige Gegenstände gesammelt, um Asmodina zu vernichten. Kara hat Visionen von einem all umgreifenden Krieg. Suko stellt fest, dass das mächtige Kreuz von John Sinclair ausgetauscht wurde. Asmodina spinnt weiter ihre Intrigen. Und John Sinclair? Der wandelt gerade in der Hölle und lernt ihre Schrecken kennen...

Es geht weiter im heftigen Kampf von Asmodina und ihren Gegnern, der Mordliga. Nach den sehr gut gelungenen Auftakt des Dreiteilers "Ich stieß das Tor zur Hölle auf", geht es mit der 61. Folge "Im Zentrum des Schreckens" genauso unterhaltsam weiter. Natürlich wird hier immer noch sehr viel Wert auf die verschiedenen dämonischen Kreaturen gelegt, die in dem Getümmel eine Rolle spielen, immer wieder werden ihre verschiedenen Beweggründe aufgezeigt. Besonders Asmodis, der Herr der Hölle, wird hier in den Mittelpunkt gerückt und spielt zum ersten mal in der Serie eine entscheidende Rolle auf den Ausgang. Dabei ist der Verlauf wie immer sehr kurzweilig und die Geschichte konsequent, aber ohne Hast weiter erzählt, sodass sich alle Elemente,alle Erzählebenen zu ihrem Vorteil entwickeln können. Dass John Sinclair natürlich einmal mehr in größte Gefahr gerät und nur knapp dem Tod entkommt, gehört einfach in jede Geschichte um den Geisterjäger. Ein gemeiner Cliffhanger gegen Ende macht dann viel Lust auf den abschließenden Teil und kündigt große Veränderungen an. Ich bin gespannt, wie dieser bisher sehr gute Mehrteiler ausgeht...

Gute Sprecher sind gehören ebenso zur Serie wie die aufwändige akustische Gestaltung, dabei wird zu jedem Charakter der passende Schauspieler gefunden. Als Asmodis ist beispielsweise Bernd Rumpf zu hören, der wahrhaft durchtrieben und urböse wirkt, dabei einen gewissen Charme nicht vernachlässigt. Tilo Schmitz kann als Solo Morasso, dem Anführer der Mordliga, wieder den positiven Eindruck der vorigen Folgen bekräftigen und legt eine tadellose Vorstellung hin. Katrin Fröhlichs markante Stimme passt sehr gut zu Pamela Scott, deren Skrupellosigkeit so besonders gut zum Vorschein kommt. Weitere Sprecher sind unter anderem Susanna Bonasewicz, Udo Schenk und Tanja Geke.

Dramatische Musik untermalt besonders die Szenen, die in der Hölle spielen und verleihen dem unwirklichen Ort somit etwas Substanz, der ihn greifbarer werden lässt. Doch auch die anderen Passagen werden wie immer sauber in Szene gesetzt und bekommen so ihre jeweils passende Stimmung durch das Zusammenspiel von Musik und Geräuschen.

Sicherlich sind die Titelbilder der Heftromane nicht mehr ganz so zeitgemäß, auf den Covern der Hörspielserie gehören sie dennoch. Ein Farbstrudel mit mehreren dämonischen Fratzen am Rand, und mittendrin John Sinclair - das beschreibt das Gefühl der Folge recht genau. Ein wenig merkwürdig wirkt das Ganze aber dann doch.

Fazit: Die Begegnung mit dem Fürsten der Hölle verleiht der Folge eine neue Ebene, doch auch die alt bekannten Charaktere können wieder für eine unterhaltsame Geschichte sorgen.

VÖ: 12. November 2010
Label: WortArt / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4297-6


John Sinclair - 60. Ich stieß das Tor zur Hölle auf



Erster Eindruck: Krieg in der Hölle

John Sinclair und sein Team werden aus der Hölle gleich von zwei Seiten bedroht: Neben der komplettierten Mordliga macht ihm auch Asmodina, die Tochter Satans, das Leben schwer. Doch auch untereinander herrscht zwischen den beiden Gruppierungen Krieg. Einmal mehr muss Sinclair sein Leben aufs Spiel setzen - und auf Asmodis höchstpersönlich...

Bisher hatte man bei der "John Sinclair"-Serie von WortArt immer etwas das Gefühl, das zwei Erzählstränge nebeneinander her laufen: Der mit Asmodina und der mit der Mordliga. Nun beginnt mit der 60. Folge ein Dreiteiler, der stark auf den Konflikt dieser beiden Parteien setzt und logischerweise auch John Sinclair in diesem Kampf mit hineinzieht. Im Gegensatz zu anderen Folgen der Serie steht nicht so sehr die Action im Vordergrund. Natürlich knallt es auch hier an allen Ecken und Enden, die genialen Schockmomente sind fester Bestandteil der Geschichten. Aber die vielen Kämpfe sind (vorerst) herausgefallen, das Intrigenspiel der Mächte der Hölle wird stärker in den Fokus gerückt. Das gilt nicht nur im Kampf zwischen Asmodina und der Mordliga, sondern auch innerhalb der Gruppierungen. Viele bereits bekannte Charaktere tragen ihren Teil dazu bei, und schließlich kann auch der Hörer nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, wer welches Ziel verfolgt. Das ist unterhaltsam und spannend, zumal es auch wieder für den Geisterjäger äußerst knapp wird und er neue Wege geht. Sehr guter Auftakt, der gleich nach mehr verlangt.

Natürlich ist die Sprecherliste wieder hervorragend besetzt, viele Sprecher, die Rang und Namen habe, sind hier zu hören. Die zauberhafte Marie Bierstedt ist als Lucille Adams in einer Rolle zu hören, die ihre helle Stimme sehr gut unterstreicht. Auch Karin Buchholz passt wunderbar zu der Rolle von Madame Tanith und kann diese glaubhaft herüberbringen. Boris Tessmann sorgt als Spuk erneut für einige gruselige Momente. Weitere Sprecher sind unter anderem Eberhart Prüter, Till Hagen und Martina Treger.

An der musikalischen Umsetzung der Geschichte gibt es nichts auszusetzen. Rockmusik der etwas heftigeren Gangart wird hier präsentiert, was vielleicht nicht das Aufwändigste ist, was momentan auf dem Markt vertreten ist, aber fr diese Folge sehr passend ist und ihr einen guten schönen Rahmen verleiht.

Asmodis, Herr der Hölle und Vater von Asmodina, ist auf dem Cover zu sehen. Von Flammen umspielt, mit rotem Mantelkragen, Hörnen und boshaft-herrischem Blick wird hier eher das Klischee bedient, das man vom Teufel persönlich haben mag. Das Bild ist durchaus auffällig und ansprechend, die restliche Aufmachung wie immer schlicht.

Fazit: Intrigenspiele, Verrat und Misstrauen und John Sinclairs Gegnern prägen das Bild dieser Folge und machen sie so spannend und kurzweilig.

VÖ: 23. Oktober 2010
Label: Wort Art / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4296-9

 John Sinclair - 59. Das Erbe des schwarzen Todes

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Erster Eindruck: Alte Gefährtin in neuem Look

Ein Schiff wird auf seiner Fahrt von einer merkwürdigen grünen Wolke angegriffen, die Männer glauben, eine Fratze darin zu erkennen. John Sinclair hingegen ist mit anderen Dingen beschäftigt, in Bills Haus soll mit Cara eine Geisterbeschwörung stattfinden - doch diese wird empfindlich gestört...

Der schwarze Tod hat den Geisterjäger John Sinclair in den ersten Folgen das Leben schwer gemacht, bis er in einem packenden Duell besiegt werden konnte. Die 59. Folge greift nun auf diesen Handlungsbogen zurück und präsentiert "Das Erbe des schwarzen Todes". Die Geschichte hat ein recht ungewöhnliches Intro, ein Song, der stark an ein Weihnachtslied lässt den Hörer fragen, ob er wirklich die richtige CD eingelegt hat. Die anfängliche Szene ist dann aber wieder im typischen Sinclair-Stil mit seinen Schockeffekten, aber auch vielen gruseligen Momenten gestaltet - ein vielversprechender Auftakt der Folge. Der Mittelteil ist hingegen recht gemächlich, lange Zeit passiert nichts Entscheidendes, wobei die geführten Gespräche im Sinclair-Team durchaus interessant sind. Die Szene mit dem verschollenen Schiff wird immer wieder behandelt, doch auch hier kommt nicht wirklich Fahrt auf. Erst im letzten Drittel kann die Folge mit dem Auftauchen einer neuen Gefährtin und des eigentlichen Gegners an Tempo aufnehmen und die Folge zu einem spannenden Abschluss führen. Ein wenig mehr von dieser gruseligen Spannung hätte ich mir auch schon vorher gewünscht, trotzdem ist die Folge insgesamt unterhaltsam und gut gelungen.

Die Sprecher sind - wie eigentlich immer bei dieser Serie - in Hochform und können die angepeilte Wirkung voll umsetzen. Detlef Bierstedt ist als Bill Conolly zu hören, seine warme, tiefe Stimme setzt er gekonnt ein, um ein glaubhaftes Bild des Freundes von John Sinclair zu zeichnen. Seine Frau Sheila wird von Daniela Hoffmann gesprochen, ihr aufgeweckter Klang bekommt hier eine ängstliche Note, ebenfalls eine sehr gute Darstellungsweise. Wunderbar ist Jörg Hengstler als Dschinn, der mit donnernder Stimme für gruselige Atmosphäre sorgt. Weitere Sprecher sind Oliver Kalkofe, David Nathan und Simon Jäger.

Wie bereits oben erwähnt zeigt Oliver Döring mit der anfänglichen Melodie, dass er gerne mal Abwechslung in die Serie bringt. Ebenfalls auffällig ist, dass das Intro hier komplett fehlt, die donnernden Worte vermisse ich aber nicht wirklich. Ansonsten ist alles beim alten geblieben, sodass man sich auf typischen Sinclair-Feeling einstellen kann.

Passend zum Titel ist der Nachfolger des schwarzen Todes auf dem Titelbild zu sehen, der Dschinn mit der blutigen Sense, die allseits bekannt sein dürfte, ist sehr gut dargestellt. Der klassische schwarze Rahmen verleiht dem Titelbild gleich den typischen Look, und auch im Inneren wurden keine Veränderungen vorgenommen.

Fazit: Eine tolle Introszene und ein packendes Finale, dazwischen interessant, aber nicht sonderlich außergewöhnlich - eine Sinclair-Folge, die mir gut gefallen hat.

VÖ: 25. September 2010
Label: Lübbe / WortArt
Bestellnummer: 978-3-7857-4295-2

 

John Sinclair - 58. Asmodinas Todeslanyrinth

Erster Eindruck: Keiner sonderlich herzliche Begrüßung...

Glenda Perkins ist in Asmodinas Todeslabyrinth gefangen und wird von unvorstellbaren Kreaturen gejagt. Eine ihr wenig willkommene Frau kommt ihr schließlich zur Hilfe. Währenddessen versucht auch das Sinclair-Team, Glenda zu retten, bis schließlich Kara eine gefährliche Idee hat...

Glenda Perkins entführt, John Sinclair in Begleitung des zwielichtigen Rick Hunter, alle Mächte der Hölle mobilisiert, um den Geisterjäger zu vernichten - das war der Stand, an dem der erste Teil der Geschichte den treuen Fan zurück gelassen hat. Hier setzt dann "Asmodinas Todeslabyrinth", Nummer 58 der Serie, direkt an und führt die Geschichte weiter. Da im ersten Teil der komplette Plan von Asmodina aufgedeckt wurde, gibt es hier leider nicht mehr sonderlich viele Überraschungen. Der weitere Verlauf der Ereignisse ist trotzdem recht spannend und kurzweilig geschildert. Wieder einmal kann insbesondere Kara, die Schöne aus dem Totenreich, begeistern und mit ihrer mystischen Aura den Hörer auf ihre Seite ziehen. Highlight der Folge ist aber definitiv eine andere Seznen, in der sich Glenda und Jane ziemlich in die Wolle kriegen - herrlicher Zickenterror, der für viel Erheiterung sorgt. Ein drohendes Unheil, das sich für John Sinclair zusammenbahnt, rundet die Folge gegen Ende ab. Eine Folge, die nicht sonderlich überraschend ist, mir aber durch den spannenden Verlauf und einige witzige Szenen viel Spaß gemacht hat.

Philipp Schepmann stellt seinen Charakter, Rick Hunter, sehr genau dar und lässt ihn undurchsichtig und latent gefährlich erscheinen. Susanne Bonaséwicz kann ihre helle Stimme als Kara sehr mysteriös und geheimnisvoll klingen lassen, zumal sie eine sehr genaue Gefühlsdarstellung vollbringt. Erzähler Joachim Kerzel sorgt in seinen kurzen Passagen für zusätzliches Tempo. Natürlich dürfen Frank Glaubrecht, Franziska Pigulla und Martin May nicht fehlen.

In Sachen Akustik müssen nicht mehr allzu viele Kommentare verfasst werden, diese ist von Beginn der Serie auf hohen Niveau und konnte sich nicht weiter steigern. Immer wieder sind kleine Schockmomente eingebaut, die den Hörer teilweise wirklich unerwartet wirken, selbst wenn man die Machart der Serie kennt.

Der schwarze Balken rund um die eigentliche Illustration ist längst zum Erkennungszeichen der Serie geworden. Hier sieht man Glenda auf der Flucht vor den Höllenwesen, ein wenig nostalgisch verrät die Zeichnung einiges vom Inhalt.

Fazit: Eine spannende Fortsetzung der Geschichte mit wunderbarem Zickenterror. Viele starke Szenen!

VÖ: 23. Juli 2010
Label: WortArt / Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4238-9


John Sinclair - 57. Im Jenseits verurteilt



Erster Eindruck: Entführung in die Hölle

Myxin und Cara enthalten eine verschlüsselte Nachricht, die auf einen großen Kampf des Sinclair-Teams hindeuten. Tatsächlich wird kurz danach Glenda Perkins, die Sekretärin des Geisterjägers, entführt und an einen höllenartigen Ort verschleppt. Welchen Plan verfolgt die Mordliga, und wie ist Asmodina in die Sache verstrickt?

Weiter gehts mit dem Urgestein unter den Kämpfern gegen die Dämonenwelt: John Sinclairs 57. Folge "Im Jenseits verurteilt" ist der Auftakt zu einem Zweiteiler. Auf recht vielen Handlungsebenen passiert schon in diesem Teil so einiges, viele der Hauptcharaktere spielen hier eine entscheidende Rolle. Schön, dass hier so viel Wert auf die Handlung und nicht nur auf reine Action gelegt wurde! So wirkt auch Glenda Perkins Martyrium wieder so richtig gruselig und Furcht einflößend, während sich langsam der Sinn hinter der Geschichte offenbart. Erzählerisch recht geschickt werden immer wieder kleine Stücke des Planes offenbart, und neue Ereignisse ändern geschickt den scheinbar vorgetretenen Pfad. Auch für das Privatleben von John Sinclair ist Platz, sodass man Einblick in viele Aspekte bekommt. Wieder mal eine sehr gute Folge, die durch ihre ausgeklügelte Story überzeugen kann.

Natürlich sind auch die Sprecher wieder gut ausgewählt und harmonieren mit ihren Rollen. Als Glenda Perkins ist Ilya Welter zu hören, mit ihrem glaubhaften Schauspiel kann sie die Gefühle der Frau deutlich machen. Walter Gontermann wirkt als dämonischer Richter Maddox herrlich bösartig und grausam. Boris Tessmann spricht den Spuk und kann eine unheimliche Atmosphäre erzeugen. Weitere Sprecher sind Philipp Schepmann, Bernd Vollbrecht und Martina Treger.

Die akkustische Gestaltung der Serie hat in den letzten Jahren zwar harte Konkurrenz bekommen, kann aber auch noch 10 Jahre nach der ersten Folge überzeugen. Zum einen liegt das an der stimmigen Musik, insbesondere aber an dem geschickten Einsatz von Geräuschen, die stets eine geheimnisvolle Stimmung zu erzeugen wissen.

Auf dem Cover ist die an einen Stuhl gefesselte Glenda zu sehen, Angst und Panik in ihren Augen. Sehr passend zu dieser Folge, zumal der Hintergrund recht schlicht ist und die Frau in den Mittelpunkt rückt. Der schwarze Rahmen um das Bild ist ja schon längst zum Erkennungsmerkmal der Serie geworden.

Fazit: Eine Sinclair-Folge, die wieder vermehrt auf die Geschichte Wert legt und damit zu einer der besten der letzten Zeit wird.

VÖ: 25. Juni 2010
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4237-2


John Sinclair - 56. Eine schaurige Warnung



Erster Eindruck: Der Tod im Mondlicht...

Trotz seiner Beinverletzung begleitet John Sinclair seinen Freund und Kollegen Suko bei dem nächsten Kampf gegen das Übersinnliche. In einem kleinen Wald wird jeder getötet, der sich nach Sonnenuntergang noch hineinwagt. Das Dramatische daran: Ein Freund von John Sinclair ist dabei ums Leben gekommen...

Die 56. Folge der John Sinclair-Serie von WortArt mit dem Titel "Eine schaurige Warnung" kann den äußerst guten Eindruck seines direkten Vorgängers leider nicht aufrecht erhalten. Positiv anzumerken ist, dass die Geschichte um einen wütenden und grausamen Waldgeist wieder eine ordentliche Portion Grusel bietet. So sind einige Szenen in dem Wald von einer unterschwelligen Drohung untergraben, die mit den Protagonisten mitfiebern lässt. Auch die Legende, auf der die Folge aufbaut, wird gut dargestellt. Leider hat die Story auf mich eine leicht konfuse Wirkung als wisse sie nicht, worauf sie eigentlich hinaus will. Auch bleiben einige Fragen ungeklärt - warum benutzt beispielsweise ein Geist, der sich zum Beschützer des Waldes ausgerufen hat, eine doch sehr chemische Tötungsmethode? Dennoch ist "Eine schaurige Warnung" keine schlechte Folge, da das Auftauchen einer alten Bekannten neue Fragen für den roten Faden der Serie aufwirft.

Zu Anfang hat Dorette Hugo einen sehr ergreifenden Auftritt als Carrie Smith, die ihren Mann verloren hat und sich allen Schmerz von der Seele schreit - toll, wenn das so authentisch wirkt wie hier. Jochen Malmsheimer spricht den Dämon Abrakim und schafft es, sehr wütend und bösartig zu wirken. Und über die Rückkehr von Joachim Kerzel als Erzähler habe ich mich sehr gefreut, da er seine Passagen wieder einzigartig gut gestaltet. Weitere Sprecher sind Peter Flechtner, Tina Haseney und Ernst August Schepmann.

Über die hervorragende akkustische Umsetzung der Serie muss kaum noch ein Wort erwähnt werden. Besonders auffällig sind hier die vielen kleinen (und großen) Schockmomente, die nicht immer zu den erwarteten Zeitpunkten kommen. Die gruselige Stimmung des Waldes wird ebenfalls sehr gut eingefangen.

Einen ziemlich hohen Nostalgiefaktor weißt das Cover auf - die Zeichnung mit den beiden Skeletten und einem sich erschreckenden John wirkt leider etwas altbacken in Anbetracht der Tatsache, dass die Serie doch ziemlich modern gehalten ist. Zudem würde ich mich über ein paar kleine Extras im Booklet sehr freuen.

Fazit: Der Fall mit dem wütenden Walddämon hat einige spannende Momente und wohligen Grusel parat und bietet auch hier wieder etwas mehr Grusel


John Sinclair - 55. Fenris, der Götterwolf



Erster Eindruck: Göttliches Eingreifen...

Tief betrübt vom Tode Nadine Krügers begibt sich der Geisterjäger John Sinclair zu ihrer Beerdigung in das kleine Dorf Avoca. Doch die Trauerfeier wird von dem Autauchen einiger Wölfe gestört, die John und Suko als Kreaturen der Hölle erkennen. Nadines Tante Emily Berger erzählt ihnen von einem schrecklichen Fluch, der tief in die Götterwelt führt...

Weiter geht es mit einer der erfolgreichsten und bekanntesten Hörspielserien überhaupt, dem coolen Geisterjäger John Sinclair. Ein wenig wird der rote Faden der Serie vefolgt - der Tod von Nadine Krüger belastet John auch so sehr, weil sie seine Geliebte war. Dennoch steht "Fenris, der Götterwolf" ganz für sich allein und bietet mal wieder einige wirklich gruselige Szenen, die Action steht hier nicht allzu sehr im Vordergrund. Der Kampf des Dorfes gegen die übermachtigen Wölfe wird durch einen bekehrten Pfarrer und mysteriösen Nebel interessanter gestaltet, während John in einem alten Kloster einen spannenden Showdown erlebt. Schön, dass diese Geschichte so gut erzählt wurde und durch kleine Cliffhanger die Spannung aufrecht gehalten wird. Auch von Folge 55 der Serie bin ich vollkommen überzeugt und freue mich sehr über den hohen Gruselanteil.

Wie nicht anders zu erwarten ist auch der Sprechercast von höchster Qualität. Pfarrer Stone, der recht neu in der kleinen Gemeinde ist und dem Aberglauben skeptisch gegenüberstand, wird von Bernd Rumpf sehr überzeugend und eindringlich gesprochen. Alexandra Lange ist als Emily Berger zu hören und kann sowohl die gefühlvolle als auch die kämpferische Seite der Frau gut darstellen. Sehr gut gefallen hat mir Liane Rudolpg als fest entschlossene Nonne Clarissa, die in jeder Situation den richtigen Ton getroffen hat. Weitere Sprecher sind unter anderem David Nathan, Jörg Hengstler und Tina Haseney.

Im Jahr 2000, als die erste Folge der Serie erschien, setzte das Sounddesign neue Maßstäbe für alle nachfolgenden Produktionen. Auch heute, 10 Jahre später, funktioniert das nur minimal veränderte Konzept hervorragend. In dieser Folge ist besonders die Szene im Kloster gut umgesetzt und sorgt für gruselige Spannung.

Ein zähnefletschender Wolf, ein dämonisch lachendes Gesicht und ein Wolf, der einen Mann anfällt - das Titelbild zu dieser Folge ist eine gelungene Collage, das immer noch im Artwork der seiner Vorgänger erschienen ist. Im Inneren ist alles beim alten geblieben, lediglich ein Flyer zur TV-Serie auf DVD und einem Hörbuch liegt bei.

Fazit: Schön, dass man sich bei John Sinclair wieder richtig gruseln kann. "Fenris, der Götterwolf" ist eine richtig starke Einzelfolge der Serie.

VÖ: 26. Februar 2010
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4235-8

 


JohnSinclair - 54. Ein schwarzer Tag in meinem Leben



Erster Eindruck: Pamela Scott in Hochform

Überraschend bekommt John Sinclair einen Anruf von Nadine Berger, die ganz in der Nähe einen neuen Film dreht. Leider erfährt nun auch Suko von der Affäre und fordert deren sofortige Beeindigung. Doch ganz andere Probleme stellen den Geisterjäger vor eine neue Herausforderung: Pamela Scott überredet Solo Morasso, ihr freie Hand zu lassen und schmiedet einen perfiden Plan...

Der Kampf gegen die Mordliga geht weiter für John Sinclair und seine Freunde. Die teuflische Pamela Scott schlägt in dieser 54. Folge wieder zu und hat einen grausamen Plan entwickelt - besonders gefallen hat mir jedoch, dass die Unstimmigkeiten zwischen den Mitgliedern thematisiert worden sind. Für das Verständnis dieser Folge sind Vorkenntnisse der Doppelfolge 51 und 52 hilfreich, denn viele Themen und Charaktere werden hieraus übernommen. Diese Weiterentwicklung der Geschichte um Pamela Scott, die in vielen früheren Folgen positiv aufgefallen ist, ist sehr reizvoll für Hörer der Serie. Auch die privaten Verwicklungen der Charaktere sind interessant und abwechslungsreich dargestellt. Der Spannungsbogen ist gelungen, durch die temporeiche Entwicklung der Geschichte wird der Hörer an die Handlung gebunden und fiebert mit den Figuren mit. Dabei ist besonders das Finale, das sehr actionreich, aber auch emotional geworden ist, ein Highlight der Folge. Eine weitere sehr gute Folge der Serie.

Elisabeth Günther ist wieder als Nadine Berger zu hören und stellt die attraktive Schauspielerin wieder mit viel Feinfühligkeit dar. Positiv aufgefallen ist Dascha Lehmann, die in einer etwas kleineren Rolle einerseits ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt, andererseits trotz schwieriger Parts nie in die Übertreibung fällt. Wolfgang Pampel hat sich als Erzähler bestens eingefunden und überzeugt mit prägnanter Stimme und präziser Betonung. Weitere Rollen übernehmen Tilo Schmitz, Iris Artajo und Berenice Weichert.

Natürlich ist auch in dieser Folge das typische Sounddesign der Serie zu finden, das einen großen Teil der Hörgefühls ausmacht. Recht harte Musik prägt das gebotene Bild, die besonders während der Szenenübergänge eingesetzt wird. Mit den passenden Effekten sind gerade die Actionszenen opulent ausgestattet.

Das Cover zeigt die Dreharbeiten zu dem oben erwähnten Film, was nur am Rande mit der Story zu tun hat. Trotzdem wirkt die Szene sehr dynamisch und ansprechend. Die Aufmachung in den Farben Schwarz und Gelb ist Markenzeichen der Serie und hebt sich auch hier hervor.

Fazit: Die Darstellung der Mordliga, ein heftiger Schlag für John Sinclair und persönliche Entwicklungen machen diese Folge aus und zu etwas Besonderem. Eine gute Story die mit einer tollen Besetzung umgesetzt wurde.


JohnSinclair - 53. Dämonen im Raketencamp



Erster Eindruck: Freund oder Feind?

Suko, der treue Freund von John Sinclair, wird von Sir James Powell nun auch als Inspector eingestellt. Doch viel Zeit zum feiern bleibt dem Sinclair-Team nicht, denn ein abgestürztes Space-Shuttle sorgt an der englischen Küste für Aufsehen. Sinclair findet schnell heraus, dass mehr an der Sache dran ist...

Die 53. John Sinclair-Folge mit dem Titel "Dämonen im Raketencamp" beginnt anders als man es von vielen seiner Vorgänger gewohnt ist. Man bekommt einen Raketenstart zu Ohr, der nur ganz am Ende auf dämonische Aktivitäten schließen lässt. Diese Ungewissheit unterstützt einen gewissen Grusel, der bei einem zu offensichtlichen Angriff oftmals verloren geht. Auch bei den Nachforschungen von John und Suko wird nicht gleich alles aufgedeckt, sodass der Dämon nur noch besiegt werden muss. Bis zur Aufklärung dauert es dieses mal ein wenig, so ist der Mittelteil eher Grusel- als Actionbetont gehalten. Das Finale offenbart größere Zusammenhänge, die für die Serie sicherlich noch entscheidenden Einfluss haben wird. Eine rundum gelungene Folge über den Geisterjäger also, die sowohl eine Geschichte für sich allein erzählt als auch den roten Faden der Serie nach vorne bringt.

Nachwievor wird Suko von Martin May gesprochen, der den coolen Asiaten mit Hingabe und Leidenschaft, aber auch hörbarer Professionalität verkörpert. Als Gegenspieler des Sinclair-Teams ist Tobias Kluckert im Einsatz. Ich freue mich schon, ihn in dieser Rolle wieder zu hören, denn seine Darstellung hat mir sehr gut gefallen. Einen wichtigen Part in dieser Folge hat Rainer Schöne als Jason Style, den er souverän und glaubhaft meistert. Weitere Sprecher sind Regina Lemnitz, Kaspar Eichel und Sandra Schwittau.

Wie man es von John Sinclair gewohnt sein darf, ist die akkustische Gestaltung dieser Folge wieder auf absolutem Top-Niveau. Die Musik lockert die Szenerie auf, kann aber trotzdem zusätzliche Spanung aufbauen. In Sachen Geräusche und Sounds ist sehr präzise gearbeitet worden, sodass die Handlungen greifbar werden.

Das Cover ist wieder einmal den Heftroman entnommen und nur minimal verändert worden. Leider sagt es mir nicht ganz so sehr zu, dass Dämon und Samurai zu plakativ auf der Illustration prangen, wo doch die Folge dieses mal ganz anders gestrickt ist. Der Hintergrund mit der startenden Rakete gefällt mit allerdings wieder gut.

Fazit: Eine gute Folge der Serie, die sich positiv vom reinen Actionspektakel loslöst.


JohnSinclair – 52. Horrortrip zur Schönheitsfarm



Erster Eindruck: Damentrio in Gefahr

Nach dem Übergriff der Mordliga auf die internationale Modenschau werden Jane, Sheila und Shao in ein unbekanntes Gebäude verschleppt. Dort lechzt Pamela Scott geradezu nach Rache, denn sie hat Jane ihre letzte Begegnung noch längst nicht verziehen. Mehr durch Zufall stoßen John Sinclair und Suko auf das geheime Versteck. Kommen sie noch rechtzeitig, um das Schlimmste zu verhindern?

Weiter geht es mit der Geschichte um die Modewelt und die Mordliga, Teil zwei trägt den verheißungsvollen Titel "Horrortrip zur Schönheitsfarm" und ist Nummer 52 der John Sinclair-Reihe. Da die beiden Teile zusammenhängen, wird hier die Ausgangssituation der vorigen Folge aufgegriffen, allerdings in eine völlig neue Richtung geführt. Ein alter Bekannter taucht auf und will seinen Plan weiterführen. Hervorragend umgesetzt ist der psychische Verfall von Sheila Conolly, die nur durch Jane und Shao aufrecht gehalten wird. Diese Szenen sorgen für ordentlich Gänsehaut, was auch auf die brutale Grausamkeit der Mordliga, insbesondere von Pmaela Scott zurückzuführen ist. Diese muss sich zudem erst einmal mit einer für sie ganz neuen Rolle zurechtfinden, was einen weiteren Anreiz bildet. Die Story ist dichter als im ersten Teil, es passiert wesentlich mehr, die Bedrohung ist viel näher und gefährlicher. Besonders das spektakuläre Ende, in der das Sinclair-Team (mal wieder) nur mit knapper Not entkommt, ist äußerst hörenswert und sehr spannend. Auch die humorigen Elemente aus Nummer 51 fehlen nicht und werden gekonnt aufgegriffen. Zusammengenommen ist ein wirklich hervorragender Zweiteiler, doch diese Folge ist eindeutig die stärkere von beiden.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich die wunderbare Leistung von Daniela Hoffmann als Sheila Conolly hervorheben. Ihre Angst und ihre Panik stellt sie so intensiv dar, dass sie sich umgehend auf den Hörer überträgt. Wunderbar! Katrin Fröhlich hingegen ist als Pamela Scott wieder die Bosheit in Person und bestreitet ihren großen Part wieder hervorragend und sehr intensiv. Und dass Frank Glaubrecht als John Sinclair einfach genial ist, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Weitere Sprecher sind Bernd Rumpf, Kartsen Gausche und Markus Pfeiffer.

Ein wahres Spektakel für die Ohren wird durch den Einsatz von bombastischen Effekten erzielt. Dass diese sich in den richtigen Momenten auch zurückhalten können, steigert die Dynamik und das Wirken der Sprecher enorm. Natürlich hat auch die Musik wieder ihren festen Platz in dieser Produktion, wobei hier besonderes Augenmerk auf die Szenenübergänge gelegt wird.

Die explodierende Villa im Hintergrund, davor die diabolische Pamela Scott mit ihrer heiß geliebten automatischen Schusswaffe, das ergibt wieder ein Titelbild nach meinem Geschmack. Der Rest der Aufmachung ist wieder etwas schlicht, aber durchaus angemessen.

Fazit: Schnell, abwechslungsreich, voller gruseliger Momente, das ist John Sinclair auf seinem Höhepunkt. Mir hat es vorzüglich gefallen.


JohnSinclair – 51. Mannequins mit Mörderaugen



Erster Eindruck: Modenschau des Grauens

John Sinclair bekommt wegen seiner großen Erfolge über die Mächte des Bösen einige Tage Urlaub in Paris zugesprochen. Die Sache hat nur einen Haken: Pamela Scott alias Lady X taucht am Flughafen auf und sorgt für Unruhe. Trotzdem besuchen John und Suko gemeinsam mit Jane, Sheila und Shao eine Modenschau besuchen. Doch plötzlich schlägt die Mordliga wieder zu…

Nach der Jubiläumsfolge geht es bei der John Sinclair-Reihe von Wort Art/ Lübbe mit einem Zweiteiler weiter, „Mannequins mit Mörderaugen“ macht den Auftakt. Von dem relativ merkwürdigen Titel sollte man sich dabei nicht abschrecken lassen, denn neben der gewohnt perfekten Produktion kann man sich an einer flüssigen Story erfreuen, die einige Seitenhiebe verteilt: Nicht nur, dass großes Aufsehen um eine Talentshow im Fernsehen gemacht wird, in der angehende Models gecastet werden, dieser eine Modeltrainer hat mir doch stark an eine momentan bekannte Medienfigur erinnert… Doch neben den humorigen Gefilden geht es auch wieder spannend zu, wenn auch eher im hinteren Teil dieser Folge. Der Rest ist zwar immer noch unterhaltsam, bereitet aber vor allem die kommenden Ereignisse (in der nächsten Folge) vor. Pamela Scott ist wieder herrlich böse, einige Szenen wirken sehr bedrohlich, und es kündigt sich eine entscheidende Veränderung in der Mordliga an. Allein ist diese Folge vielleicht kein großer Knaller, zusammen mit Nummer 52 sollte man sie sich aber keineswegs entgehen lassen.

Knappe 30 (!) Sprecher wurden für diese Produktion verpflichtet, wieder allesamt auf hohem Niveau. Berenice Weichert und Iris Artajo sind dabei zwei der neuen Models, dabei treffen sie sowohl ihre "normalen" Passagen als auch diese als Dienerinnen der Mordliga. Als Brenda Jones ist Anke Reitzenstein verpflichtet worden, die ihre weiche, angenehme Stimme wieder vielfältig zur Geltung bringt. Natürlich sind auch einige Sprecher des Stammcastes dabei, zum Beispiel Silke Haupt als Sukos Freundin Shao, die wieder ihren Charakter zum Leben erweckt. Außerdem sind unter anderem Michael Pan, Hans-Georg Panczak und Jörg Knör zu hören.

Hochkarätig wieder die Akustik, die mit eindrucksvoller Musik und den passenden Effekten einmal mehr überzeugen kann. Hier hört man die extreme Professionalität aller Beteiligten einfach heraus, alles passt zusammen und ist bis ins kleinste Detail in seiner Wirkung bedacht. So wird die Spannung der Folge sehr gut ausgereizt.

Das Cover greift die letzte Szene aus dem Hörspiel auf und gibt einen kurzen Eindruck von der dort stattfindenden Modenschau. Leider wirkt das ganze etwas angestaubt, was auf das Alter der Heftromans zurückzuführen ist. So stellt man sich heutzutage die Modewelt nicht vor, eine Überarbeitung wäre hier wünschenswert gewesen.

Fazit: Ein gutes Hörspiel, dass mit dem zweiten Teil seinen vollen Reiz entfalten kann. Mir gefällt die erstarkte Mordliga sehr gut.


JohnSinclair - 50. Zombies in Manhattan



Erster Eindruck: Zum Jubiläum die Mordliga

Von einem befreundeten Polizisten wird John Sinclair nach New York gebeten. Zusammen mit Suko, der mit einem mächtigen Gegenstand von seiner Reise zurückgekehrt ist, macht er sich auf, um das vermehrte Auftauchen von Zombies zu untersuchen. Schnell bestätigt sich seine Befürchtung: Xorron, Herr der Zombies, soll von der Mordliga wiedererweckt werden…

Satte 50 Folgen gibt es bereits von der John Sinclair-Serie von Lübbe in Zeiten, in denen immer mehr Hörspielserien in recht kurzer Zeit abgesetzt werden ist das in jedem Fall ein Ereignis, das gebührend gefeiert wird. Zombies in Manhattan ist dabei einer der besseren Titel der Serie geworden und das will bei der hohen Qualität schon etwas sagen. Recht schnell entwickelt sich dabei eine Hetzjagd auf die Mordliga, doch auch die schlägt immer wieder zu, was insgesamt eines spannendes und extrem temporeiches Spektakel ist. Die oft recht schnellen Schnitte und die eingebauten Schockmomente sind so etwas wie Markenzeichen der Serie und funktionieren auch in dieser Folge einwandfrei. Ganz besonders beeindruckend ist eine Gewissensentscheidung von John Sinclair, die unserem Helden wesentlich mehr Profil und Tiefe verleiht, ihn sogar menschlich näher bringen kann. Heftige Auftritte der Mordliga fehlen ebenso wenig wie der typisch schwarze Humor der Serie oder natürlich ein spektakuläres Ende. Zombies in Manhattan ist eine sehr gute Sinclair-Folge, nicht mehr und nicht weniger. Für das nötige Jubiläums-Gefühl sorgen hier besonders die Extras.

Natürlich darf auch in einer Jubiläumsfolge nicht eine außerordentlich gute Sprecherauswahl fehlen. Obwohl leider nicht alle Stammcharaktere untergebracht wurden (wobei die Macher natürlich nichts für die Vorlage können…), wird man mit über 20 Top-Sprechern rundum gut versorgt. Neu als Xorron dabei ist Lieblings-Bösewicht-Sprecher Udo Schenk, der auch hier herrlich böse klingt und seine dunkle, harte Stimme toll zur Geltung bringt. Als Jo Barracuda hören wir einen Dietmar Wunder in Hochform, dessen Talent mit sehr unterschiedlichen Szenen gefordert ist. Dass er in sämtlichen glänzen kann steht ja eigentlich schon außer Frage. Und Wolfgang Pampel scheint sich besser in die Erzähler-Rolle eingefunden zu haben und zeigt deutlich mehr Elan. Weitere Sprecher sind Marianne Groß, Björn Schalla und Hans Werner Bussinger.

Grundsätzlich wird auch bei der Musik auf Bewährtes gesetzt. Schließlich ist sie das, was die Serie am Laufen hält und auch das, was die Fans hören wollen- Trotzdem wird eine Szene besonders Eindruckvoll intoniert, in dem ein Schuss aus John Sinclairs Pistole lange nachhallt und dann in vollkommene Stille übergeht ein sehr eindrucksvoller Moment, der mir lange im Gedächtnis geblieben ist und auch eine neue Ebene für das Hörspiel darstellt. Denn hier überdecken eben nicht noch lautere Effekte die Wirkung einer Szene. Das ist eine der besten Momente wenn nicht sogar der beste der ganzen Serie!

Passend zum Jubiläum ist diese Folge besonders aufwändig gestaltet worden. Die CD befindet sich zwar in einem normalen Jewel-Case, diese ist jedoch in einem Plastikschuber mit 3D-Einsatz geschoben, was sehr stilvoll und lebendig wirkt. Zumal auch noch ein Wackelbild erscheint, wenn man die Hülle etwas bewegt. Auch das Booklet ist wesentlich umfangreicher, was ich an vorigen Folgen manchmal etwas vermisst habe ist hier vorbildlich gelöst: Nach einem kurzen Einführungstext von Regisseur Oliver Döring finden sich viele Fotos von Sprechern und Machern wieder. Und als kleines Gimmick können wir alle Sinclair-Cover in Kleinformat bewundern. Für Fans, die ein wenig mehr Geld investieren möchten, bietet sich die Anschaffung der edlen Metallbox an. Das recht große Format wirkt eindrucksvoll, neben der Grundausstattung findet sich geschickt im Inneren integriert eine Fahne unseres Helden wieder.

Doch das war noch nicht alles: Neben der normalen Hörspiel-CD findet sich noch eine DVD mit Extras sowohl in der normalen als auch in der Special Limited Edition wieder. Hier findet sich ein sehr amüsanter Rückblick auf die Vollplaybacktheater-Tour wieder, und auch ein informativer, schräger und durch und durch liebenswerter Film über die Entstehung der Nummer 50 ist enthalten, bei dem kleine Interviews ebenso wie lustige Gags oder Sprachaufnahmen zusammen geschnitten wurden. Für alle, die es noch nicht kennen, ist zudem noch das Hörbuch Die Rückkehr des schwarzen Todes auf der DVD als Audio-Version verfügbar.

Fazit: Auch ohne die vielen sinnvollen und erfreulichen Extras wäre diese Folge nur zu empfehlen. Auch bei Nummer 50 zeigt der Daumen nach oben.


JohnSinclair - 49. Ich jagte "Jack the Ripper"



Erster Eindruck: Rückkehr der Londoner Serienmörders...

In London treibt ein Mörder sein Unwesen, der den legendären Jack the Ripper nachzuahmen scheint und Prostituierte grausam ermordet und skalpiert. John Sinclair wird auf die Sache angesetzt und ermittelt zusammen mit Will Mallmann, es soll eine Zeugin geben, die den Mörder gesehen hat. Und auch Jane Collins stellt verdeckt Recherchen an...

"Ein Hörspiel für Erwachsene" steht in kleinen Lettern auf der Rückseite des Covers. Dieser Hinweis sollte unbedingt ernst genommen werden, denn selbst hartgesottenen Gruselfans bietet diese Folge Angsteinflößende Momente. Dabei geht es - nach einer kurzen Introszene, in der Suko nach Nepal gerufen wird, um ein geheimnisvollen Artefakt entgegen zu nehmen - nicht wirklich übersinnlich zu, der Serienmörder scheint ganz und gar realer Natur zu sein. Erst im Laufe der Folge kommt ein übersinnlicher Aspekt hinzu, sodass diese Geschichte insgesamt glaubwürdiger wirkt. Dass Jane Colluns zufällig im gleichen Fall ermittelt ist dramaturgisch ein genialer Einfall und hält die Geschichte dynamisch und abwechslungsreich. Die Spannungskurve zeigt steil nach oben, bis zu einem spektakulären und sehr überraschenden Finale - dankenswerterweise mal ohne den Einsatz des geheiligten Kreuzes. Diese Folge sticht aus der sehr guten Serie noch einmal heraus und ist für mich ein klares Highlight der Serie - und auch Neueinsteigern zu empfehlen, da die Mordliga eine Auszeit nimmt und diese Folge auch allein gehört werden kann.

Wieder auf Top-Niveau sind die Sprecher, die allesamt einen hervorragenden Eindruck machen. Die dunkle Stimme von Franziska Pigulla verleiht Jane Collins eine sehr einprägsame und erotische Note, die sie selbstverständlich wieder meisterhaft zur Geltung bringt. Lutz Riedel ist mal wieder als Will Mallmann dabei und liefert glaubhafte Szenen ab. Als Gast ist Regina Lemnitz mit ihrer unverwechselbaren Stimme als Big Mama dabei und gestaltet ihren kleinen Part sehr amüsant. Weitere Sprecher sind Ilona Otto, Kaspar Eichel und Manja Döring.

Nach dem bekannten Intro wird auch bei der Musik auf Altbewährtes gesetzt. Nicht wirklich Neues oder Überraschendes, wobei die Schockmomente wie immer toll inszeniert werden. Dieser Wiedererkennungswert ist aber sicherlich ein großer Pluspunkt für die Serie und sorgt von Anfang an für wohligen Grusel.

Mit dem Cover kann ich nicht wirklich viel anfangen, es wirkt recht altbacken und alles andere als stimmungsvoll. Wenn hier etwas mehr angedeutet werden würde, hätte alles einen größeren Reiz. Auch das Booklet könnte etwas umfangreicher sein, enthält aber alles nötigen Informationen.

Fazit: Eine Highlight-Folge mit spannenden Handlungsverlauf und wirklich überraschendem Ende.


JohnSinclair - 48. Lupinas Todfeind



Erster Eindruck: Kein Kreuz, aber ein großer Kampf

Es steht schlecht um John Sinclair und sein Team: Während der Geisterjäger lebendig in einem Glassarg gefangen gehalten wird und ihm Lupina sein mächtiges Kreuz abnimmt, werden Suko und Jane von skrupellosen Gangstern festgehalten und gefoltert. Doch dann betritt ein unerwarteter Gast die Bühne: Silva, Lupinas größte Konkurrentin. Wird sich doch noch alles zum Guten wenden können?

Mit einem furiosen Cliffhanger an allen Stellen der Geschichte endete die letzte Folge, und genauso spannend und Atem beraubend geht es auch in der 48. Folge der John Sinclair-Reihe von WortArt weiter. Wir erinnern uns, dass John Sinclair von Suko und Jane getrennt worden ist, wir also gleich zwei Handlungsstränge zu hören bekamen. Nun werden auch die beiden anderen getrennt, sodass wir nun an drei Fronten zu kämpfen haben. Umso beeindruckender ist es, dass sich alles gut und einfach verfolgen lässt. Auch die Zusammenführung der verschiedenen klappt problemlos und steigert sich zu einem großen Finale, dass unsere lieb gewonnene Feindin Lupina vor einen großen Kampf stellt und sicherlich auch Auswirkungen auf den Fortlauf der Serie haben wird. Eine tolle Weiterführung des ersten Teils und mindestens genauso spannend.

Anke Reitzenstein übernimmt die Rolle von Lupinas Todfeind(in) Silva und stellt dabei eine skrupellose und machthungrige Person heraus. Eine sehr gute Leistung! Auch Claudioa Urbschat-Mingues ist als Lupina sehr überzeugend, besonders in der letzten Kampfszene gibt sie alles. Als Gast ist Udo Schenk als Roland Foucert dabei, der hier ebenfalls nicht hinter seinen Kollegen zurücksteht. Weitere Rollen übernehmen Frank Glaubrecht, Peter Flechtner und Tobias Kluckert.

Zum Start der Serie im Jahr 2000 setzte diese Serie neue Maßstäbe in Sachen atmosphärische Gestaltung. Auch wenn mittlerweile viele wahnsinnig gute Produktionen gefolgt sind, spielt John Sinclair immer noch weit vorne mit. Die harten musikalischen Arrangements und die passenden Geräusche ergeben ein stimmiges Ganzes, dass sich im wahrsten Sinne des Wortes hören lassen kann.

Das Cover ist sicherlich Geschmackssache, ich für meinen Teil bin mir sicher, dass schöne Fantasy-Zeichnungen auch ohne halbnackte Frauen auskommen. Das Schloss im Hintergrund trifft hingegen wieder voll meinen Geschmack. Also insgesamt betrachtet passt das Cover zum Hörspiel.

Fazit: Toller zweiter Teil des Hörspielduos, das mit einem tollen Finale die spannende Geschichte noch toppen kann.


JohnSinclair - 47. Die Werwolf-Sippe



Erster Eindruck:Verstärkung für Lupina

In einem französischen Internat geschehen schreckliche Mordfälle, und als John Sinclair aus dem Brief einer Schülerin davon erfährt, dass Lupina in der Gegend ist, bricht er mit seinem Team nach Frankreich auf. Doch auch die Gegenseite ruht nicht: Die Werwölfe schicken sich an, sich unter ihrer Königin zu vereinen, und auch neue Werwölfe werden geweiht…

Erneut muss John Sinclair in einem Zweiteiler ein etwas längeres Abenteuer bestehen, und wie der Titel schon verrät handelt es sich wieder um die Werwölfe und ihre Königin Lupina. Obwohl auch andere Mitglieder des Sinclair-Teams mit nach Frankreich fahren, müssen sie sich kurz darauf trennen, wobei der Hörer danach das Gefühl hat, dass an zwei Fällen gleichzeitig gearbeitet wird. Eine recht komplexe Angelegenheit aber, die trotzdem leicht nach zu verfolgen ist. Welcher der beiden Stränge spannender ist, vermag ich nicht zu beurteilen, ich halte beide für sehr gelungen. Dass dabei für alle ziemlich gefährliche Situationen entstehen, muss Hörern der Serie wohl kaum gesagt werden. Nur soviel sei verraten: Am Ende dieser Folge erlebt John Sinclair einen wirklichen Albtraum. Ein spannender Auftakt zum Zweiteiler, der einen absolut gespannt auf die weitere Geschichte macht.

Eine Umbesetzung wurde in der Sprecherriege vorgenommen: Statt des großartigen Joachim Kerzel ist hier Wolfgang Pampel zu hören. Er ist hörbar bemüht, eine gruselige Stimmung zu erzeugen, bleibt allerdings an manchen Stellen noch zu blass, zu farblos. An der Intensität muss also noch gefeilt werden, ein gelungener Einstand war es aber trotzdem. Der Rest der Stammbesetzung ist allerdings gleich geblieben, wobei ich mich wieder über den Einsatz der bezaubernden Daniela Hoffmann als Sheile Conolly gefreut habe. Als ernstzunehmende Neu-Werwölfin Jovanka ist Berenice Weichert zu hören, die einen sehr atmosphärischen Wolfsmenschen darstellt. Weitere Sprecher sind Dascha Lehmann, Marianne Rogée und Detlef Bierstedt.

Wie nicht anders zu erwarten ist die klangliche Umsetzung wieder auf höchstem Niveau. Besonders die Geräusche überzeugen an den etwas blutrünstigeren Stellen mit realistischen und manchmal leicht ekligen Klängen. Doch das unterstreicht vor allem die Grausamkeit der dunklen Mächte und bildet zusammen mit den Sprechern eine untrennbare Einheit.

Die Anfangsszene, in der die Stammesälteste die Gabe der Werwölfe weitergibt, ist sehr stimmungsvoll gezeichnet worden, und so erinnert das Cover an Zigeunerfantasien und ist wirklich gelungen. Der Klappentext klingt vielversprechend aber etwas zu undurchsichtig, ein Neueinsteiger hat kaum eine Ahnung, was ihn erwartet.

Fazit: Für diese spannende und unterhaltsame Folge kann ich nur eine Empfehlung aussprechen auch wenn das bei dieser Serie fast schon nicht anders zu erwarten war.


JohnSinclair - 46. Myxins Entführung



Erster Eindruck: Myxin in großer Gefahr

Asmodina sinnt auf Rache gegen den uralten Myxin und beauftragt die Mordliga, ihn zu ihr zu bringen. Der Magier aus Atlantis, forscht mit seiner neuen Gefährtin Kara weiter nach Geheimnissen aus seiner Vergangenheit, um seine Kräfte wieder herzustellen. Plötzlich ist Myxin verschwunden, und so sucht Kara Hilfe bei dem einzigen Menschen, der ihnen helfen könnte: John Sinclair…

Nach diesen beiden äußerst gelungenen Eingansszenen der 46. John Sinclair-Folge kommt erst einmal ein kleiner Schock auf die Hörer zu: Unser beliebter Geisterjäger hat eine ziemlich pikante Nacht mit Schauspielerin Nadine Berger hinter sich. Schön, dass neben der Mordliga und Asmodina noch Zeit für eine private Entwicklung der Charaktere möglich ist! Auch die Geschichte, in der Myxin in größte Gefahr gerät kann sich hören lassen, wobei auch hier das große Ganze nicht vernachlässigt wird. Denn die Mordliga ist auf der Suche nach ihrem letzten Mitglied und kommt diesem Ziel hier einen Schritt näher. Diese Ausgewogenheit zwischen einem roten Faden und einer in sich geschlossenen Geschichte macht John Sinclair so reizvoll, und weil diese Folge an einigen Stellen schön gruselig ist, sehr viel Action bietet und auch der schwarze Humor nicht vernachlässigt wird, habe ich mich bestens unterhalten gefühlt.

Mit Eberhard Prüther wurde mitten in der Serie, in Folge 22, ein neuer Sprecher für Myxin eingesetzt. Auch jetzt macht sich diese Veränderung noch positiv bemerkbar, denn seine markante Stimme verleiht dem Magier etwas Unverwechselbares. Auch für Kara wurde mit Susanna Bonasewicz eine fähige Sprecherin gefunden, die hier mit tiefer, manchmal sogar rauchiger Stimme für schöne Momente sorgt. Und dass Martin May als Suko ebenfalls eine gute Wahl war, beweist er seit den Anfängen der Serie immer wieder. Weitere Sprecher sind Till Hagen, Judith Brandt und Katrin Fröhlich.

Eine grundsolide Leistung wird im Bereich Akustik geboten. Hervorzuheben sind hier sicherlich die vielen Schockmomente, die mitten in gesprochene Texte eingebaut sind und so einen besonders intensiven Schreck beinhalten können. Selbst wenn man diese Vorgehensweise kennt, ist man nicht davor gewappnet.

Das Cover halte ich dieses mal für besonders gelungen. Dadurch, dass es recht verwischt gezeichnet ist, wirkt es als würden sich die Personen wirklich bewegen, und die Darstellung von Asmodinas Todesengeln finde ich sehr eindrucksvoll. Auch der Klappentext ist ziemlich viel versprechend.

Fazit: Rahmenhandlung, Spannung, Geschichte mit Substanz, viel Action und Mystik… Hier wurde an alles gedacht und somit ergibt sich eine sehr gelungene Sinclair-Folge.


JohnSinclair - 45. Die Teufelsuhr



Erster Eindruck: Ein Mord und seine Folgen

Nadine Berger, Schauspielerin und gut mit John Sinclair bekannt, will ihre Verlobung in einem Haus an der walisischen Steilklippe gebührend feiern. Doch schon vorher schlägt ein Fluch zu, der vor über 100 Jahren gelegt wurde, als ein Teufelsanbeter drei schreckliche Morde beging, um die Opfer für seine Zwecke zu benutzen. Drei schreckliche Morde an Kindern...

Eine kleine Pause von der Mordliga gönnt sich die John Sinclair-Serie mit der 45. Folge "Die Teufelsuhr", die eine in sich abgeschlossene Geschichte ist. Das Intro ist genial: Anfang des letzten Jahrhunderts werden Morde an Kindern begangen. Sehr atmosphärisch und gruselig gehört diese Szene zu den besten Anfängen der Serie und weckt den Hunger nach mehr. Der Mittelteil ist eher unterhaltsam, allerdings nicht sonderlich gruselig oder spannend. Hier wird eher die private Seite von John Sinclair beleuchtet. Die Party, die zu einem horrormäßigem Szenario wächst, kann die Spannung halten. Doch das Ende hat mich dann doch gestört - John Sinclairs geheiligtes Kreuz kann doch nicht die Lösung aller Probleme sein, hier hätte man mehr herausholen können. Trotzdem eine unterhaltsame und für "Sinclair-Verhältnisse" recht lange Folge, deren Ende noch Konsequenzen haben wird...

Manja Doering liefert als zickige und überdrehte Marion Mitchell eine Glanzleistung ab und bleibt so trotz der nicht allzu langen Nebenrolle im Gedächtnis haften. Auch Dietmar Wunder ist als Don Mitchell, Marions Bruder und Nadine Bergers Verlobter, ganz wunderbar und intensiv. Prädestiniert für Bösewichter ist ja Udo Schenk, der in der Introszene als Rick Holloway wieder für Gänsehaut sorgt. der in weiteren Rollen von Wolfgang Ziffer, Lutz Mackensy und Hans-Jürgen Wolf unterstützt wird.

Für eine packende Umsetzung des Ganzen ist natürlich auch wieder gesorgt, und so sind die Sounds wieder treffend eingesetzt (besonders in den vielen kleinen und großen Schockmomenten), die Musik trägt die Geschichte und bietet wieder eine recht harte Atmosphäre.

Was liegt näher, als bei diesem Titel eine Teufelsfratze an einer Standuhr zu zeichnen? Das dachten sich auch die Verantwortlichen, die mit Spinnweben und Kerzen einige zusätzliche Details einbrachten. Lobend erwähnt sei an dieser Stelle die Auflistung der Sprecher, die in Hauptsprecher sowie in größere und kleinere Nebenrollen unterteilt ist und so sehr übersichtlich wirkt.

Fazit: Eine solide Folge der Serie, die eine gelungene Abwechslung zur Hauptstory bildet und diese auflockern kann.


JohnSinclair - 44. Das Elixier des Teufels



Erster Eindruck:Die Mordliga in Hochform...

Während John Sinclair nach dem Flugzeugabsturz um seine Rettung kämpft, geht es auch in London hart zur Sache: Pamela Scott ist in der Gewalt von Scotland Yard, will jedoch nichts über die Pläne der Mordliga preisgeben. Um sie zum Reden zu bringen, benutzt das Sinclair-Team einen Trick. Einen Trick, der für ein Mitglied tödliche Folgen haben kann: Jane Collins.

Zweiteiler haben es oft schwer: Ist die erste Folge richtig gut, empfindet man die zweite oft als etwas schwächer. Hinkt es aber bei Teil 1, wird einem die Freude auf das Folgende leicht genommen und man geht direkt mit negativer Einstellung heran. Nicht so bei Nummer 43 und 44 der John Sinclair-Reihe, denn nach dem gelungenen "Ich flog in die Todeswolke" geht "Das Elixier des Teufels" eine andere Richtung und beleuchtet insbesondere das Sinclair-Team um Jane Collins, während die Titel gebende Figur eher eine etwas untergeordnete Rolle spielt. Pamela Scott alias Lady X, ihrerseits Mitglied der Mordliga, wird von Suko und Jane mit etwas unkonventionellen Methoden befragt. Doch wie immer hält die Serie einiges an Überraschungen parat, und auch hier schlägt die Situation um, die Geschichte entwickelt sich noch einmal anders als gedacht. So wird die Spannung elegant über die gesamte Spieldauer aufrecht erhalten, und auch der Handlungsstrang wird nicht vernachlässigt. Grandios!

"Lady X" Pamela Scott anvanciert zu einer Lieblingsfigur in der Serie, was nicht zuletzt an der fabelhaften Sprechleistung von Katrin Fröhlich liegt, die sehr vielseitig klingt und eine große Palette an Gefühlen darbietet. Jane Collins, John Sinclairs Geliebte und Privatdetektivin, wird von Franziska Pigulla gesprochen, die besonders in dieser Folge zeigen kann, was alles in ihr steckt. Und auch Sir James Powell ist von Karl Heinz Tafel wieder wunderbar in Szene gesetzt worden. Weitere Sprecher sind Karten Gausche, Martin May und Rita Engelmann in einer tollen Nebenrolle.

Christian Hagitte und Simon Berteling sind viel beschäftigte Leute, denn neben vielen anderen Produktionen steuern sie auch für John Sinclair Musik bei, die durch andere Stücke passend ergänzt wird. Zusammen mit den Geräuschen werden so de Sprecher ins rechte Licht gerückt, um ein dynamisches Gesamtklangbild zu erschaffen.

Das Cover ziert Solo Morasso mit dem Titel gebenden Elixier des Teufels, das in der Folge für einiges Ungemach sorgt. Eine gute Wahl und eine tolle Zeichnung, im Booklet finden wir, wie üblich, eine Sprecherauflistung und eine Folgen übersicht.

Fazit: Temporeich, spannend und natürlich auch mit schwarzem Humor versehen kann diese Folge wider erwartet überzeugen.


JohnSinclair - 43. Ich flog in die Todeswolke



Erster Eindruck: Ohne Ausrüstung gegen das Böse

Als John Sinclair sein wichtiger Koffer, in dem seine ganze Ausrüstung gegen die Ausgeburten der Hölle steckt, gestohlen wird, macht er sich sofort an die Verfolgung der beiden Diebe. Gerade noch schafft er es, den beiden in ein Flugzeug zu folgen. Allerdings hat er nicht mit den Auftraggebern der beiden Kriminellen gerechnet: Die Mord-Liga...

"John Sinclair"-Fans dürfte der Todesnebel aus Folge 36 noch ein Begriff sein, der in dieser ersten Folge eines Zweiteilers sein schreckliches Comeback feiert. Auch die Mordliga ist wieder mit von der Partie, sodass Vorkenntnisse in der Serie schon ziemlich hilfreich sind, um alles auffassen zu können, was so alles in dieser Folge steckt. Dafür werden sehr spannende Szenen geboten, die von John Sinclair im Flugzeug mit den beiden Dieben begleiten. Wie es weiter geht wird natürlich erst im nächsten Teil verraten. Positiv über diese Folge lässt sich so einiges sagen: Die Handlung um die Mordliga ist äußerst spannend und viel versprechend, wird hier konsequent weitergeführt. Die Erzähltexte sind weit heruntergefahren, sodass man das Geschehen aus erster Hand miterlebt, das Tempo ist sehr hoch. Und natürlich möchte man wissen, wie es zu Ende geht, mit Spannung erwartet man die nächste Folge. Und die negativen Seiten? Fallen - wie zu erwarten - nicht weiter ins Gewicht. Eine sehr gut produzierte Folge.

Auch die Sprecher sind wieder in Hochform und geben ihr bestes. Nachwievor halte ich Martina Treger als Asmodina für den dynamischsten und interessantesten Bösewicht der Serie, da sie auch kurze Passagen wie hier sehr spannend gestaltet. Gleiches gilt für Tilo Schmitz alias Solo Morasso, dem Dämonenmenschen, der sehr hart und verschlagen klingen kann. Auch Thomas Lang und Jörg Doering tragen als Einbrecherduo zum Gelingen des Hörspiels bei. Weitere Rollen besetzen Peter Groeger, Marie Bierstedt und Udo Schenk.

Wie immer perfekt ist das Ganze inszeniert: Harte, laute Musik, die genau an den richtigen Stellen eingesetzt ist, sowie realistische Geräusche, die oft für sich allein sprechen und weitere Erklärungen unnötig machen, ergeben eine Atmosphäre, wie wir sie von Sinclair gewohnt sind. Hier stehen eindeutig Action, Spannung und Spaß im Vordergrund, was auch eindeutig hörbar ist.

Eine Teufelsfratze markiert die dunkle Todeswolke, in die das Flugzeug hineinbrettert: Der Spannungshöhepunkt der Folge wurde als Titelbilds verwendet. Wieder eine tolle Wahl und eine vielseitige Zeichnung. Der Rest ist wie immer recht schlicht und sachlich gehalten.

Fazit: Auch Folge 43 der John Sinclair-Reihe bietet beste, spannende Unterhaltung mit grandiosen Sprechern und bereitet zusätzlich die nächste Folge vor.


John Sinclair Remastered - Box 2 - Damona Dienerin des Satans/ Der Mörder mit dem Janus-Kopf/ Schach mit dem Dämon



Erster Eindruck: Drei Abenteuer des Dämonenjägers

John Sinclair kommt auf die Spur der gefährlichen Damona-Sekte, die mit ihren matriarchalischen Strukturen immer neue Frauen anwirbt und die junge Damona anbetet. Seine Freundin Jane Collins schleicht sich als neues Mitglied ein… (Damona Dienerein des Satans)

Immer wieder durchkreuzt Jon Sinclair die Pläne der Hölle. Deswegen verbündet sich ein mächtiger Dämon mit einer Gruppe skrupelloser Verbrecher. Kann John Sinclair dem tödlichen Janus-Kopf entkommen? (Der Mörder mit dem Janus-Kopf)

Bill Conollys Geburtstagsparty entwickelt sich für das Team um Geisterjäger John Sinclair zu einem Albtraum, denn seine Freunde werden von einem Dämon entführt. John kann sie nur retten, indem er ein Schachspiel gegen ihn gewinnt… (Schach mit dem Dämon)

John Sinclair ein Name, der nicht nur Heftroman- oder Horrorfans bekannt ist, sondern in Deutschland ein Inbegriff der gruseligen Unterhaltung geworden ist. Grund genug für Oliver Döring, der Reihe im Jahr 2000 eine würdige Hörspielumsetzung zu produzieren, die auch nun, neun Jahre später, immer noch ein Erfolg ist. Aus diesem Grund wiederum wurden die ersten Folgen in neuer Klangqualität und mit erweiterten Szenen neu aufgelegt. An den Geschichten an sich hat sich nichts geändert, sie sind so spannend und temporeich wie immer. Sei es nun das Abenteuer, in dem sich Jane Collins getarnt als Neu-Mitglied in die Damona-Sekte einschleicht und dabei zu einer großen Gefahr wird, der Kampf gegen den Janus-Kopf, bei dem John Sinclair noch gegen sehr weltliche Gegner kämpfen muss oder das packende Schachspiel, bei dem das Leben aller seiner Freunde auf dem Spiel steht: Der Hörer wird von einem spannenden Moment in den nächsten geworfen, die Zeit vergeht wie im Fluge und man ist völlig gefesselt und fiebert mit. Für lustige Momente sorgen viele flotte Sprüche, die der Geisterjäger eigentlich immer auf den Lippen hat. Doch lohnt sich die Anschaffung dieser Box? John Sinclair-Fans werden sicherlich zugreifen und die erweiterten Szenen schnell entdecken. Auch Neueinsteigern der Serie würde ich zu der Box raten, da an jede CD interessante Extras angehangen sind, beispielsweise Interviews oder ein nicht ganz ernst gemeintes alternatives Ende zu Schach mit dem Dämon. Für Leute, die die Hörspiele schon besitzen, ist es allerdings keine notwendige Anschaffung. Zwar ist der Ton hörbar verbessert, doch in neun Jahren hat sich an der Technik nun nicht so viel verändert, dass es ein ganz krasser Unterschied wäre. Und die verlängerten Szenen fallen nun nicht so sehr auf, dass sie ein absolutes Muss darstellen.

Viel Wert wurde auf eine sorgfältige Sprecherauswahl gelegt, die sich hier bezahlt macht. Denn alle Charaktere werden glaubhaft dargestellt, sodass die Geschichte einiges an Lebendigkeit hinzugewinnt. Natürlich ist Frank Glaubrecht als John Sinclair zu hören, der die Coolness in Person ist und sogar in den gefährlichsten Situationen einen kühlen Kopf behält. Seine Freundin Jane Collins wird von Franziska Pigulla gesprochen, die ihren Charakter mit einer gewissen Portion Erotik in der Stimme gestaltet. In der vierten Folge überzeugt Diana Staehli als Damona de Lorca, indem sie mal leise bedrohlich, mal laut kreischend eine tolle Vorstellung abliefert. Auch Walter Gontermann kann in der Rolle als Mr Janus seine gemeine Seite ausleben, was ihm hörbar gelingt. Auch Udo Schenk, prädestiniert für Bösewichter, ist als Octavio in Folge 6 eine Wucht. Weitere Sprecher sind unter anderem Thomas Friebe, Silke Haupt, Daniela Hoffmann, Martin May und Frank Glaubrecht als Erzähler.

Ebenso beeindruckend wie die hohe Qualität der Sprecher ist die akustische Gestaltung, die neue Maßstäbe im Hörspielbereich gesetzt hat. Viele Soundeffekte sorgen für die passende Stimmung zu jeder Szene, besonders die diversen Kämpfe werden mit viel Getöse umgesetzt und wirken so noch actionreicher. Toll ist auch die eingesetzt Musik, die den Hörer mit harten Klängen in die richtige Stimmung versetzt. Eine grandiose Umsetzung!

Schick ist sie geworden, die Box mit den zweiten drei Teilen. Die CDs befinden sich in einem schönen Pappschuber, aber auch die einzelnen Hüllen sind leicht anders gestaltet als die früheren Auflagen: Der schwarze Rahmen ist verschwunden, das Bild nimmt somit das komplette Cover ein, was wesentlich moderner wirkt. Dabei sind natürlich auch die Zeichnungen ziemlich gelungen, besonders das fliegende Schwert und die Frauengestalten beim Damona-Cover haben es mir angetan. Dass die restliche Gestaltung sehr schlicht ist und im Inneren der Folgentitel immer der gleiche ist lässt sich da verkraften.

Fazit: Auch neun Jahre nach der Erstveröffentlichung haben diese Hörspiele nichts von ihrer Faszination verloren, was durch diese Box einmal mehr bewiesen wurde. Allerdings sollte jeder selbst entscheiden, ob er sie benötigt oder nicht.


John Sinclair Remastered - Box 1 - Im Nachtclub der Vampire/ Die Totenkopf-Insel/ Achterbahn ins Jenseits



Erster Eindruck: Der Urvater aller Geisterjäger ist zurück

Die junge Studentin Marina Held entdeckt im turbulenten Londoner Nachtleben eine Bar voller Vampire, von denen sie nun gnadenlos gejagt wird. Gut, dass sie zuvor im Flugzeug den Geisterjäger John Sinclair getroffen hat. Kann er Marina noch vor den Klauen des Bösen retten? ("Im Nachtclub der Vampire")

Eine Gruppe von Menschen, die dem Aufruf in einer Zeitung nach schnellem Geld gefolgt sind, sitzen in einem Hubschrauber, der sie zu einer Insel bringt. Wird der riesege Totenkopf wirklich das letzte sein, das sie sehen? ("Die Totenkopf-Insel")

Schon die Bauarbeiten des Vergnügungsparks stehen unter keinem guten Stern. Liegt es wirklich daran, dass dort ein alter Friedhof liegt? Doch als auch später immer wieder schreckliche Ereignisse stattfinden, greift der Geisterjäger John Sinclair mit seinem Freund Suko ein... ("Achterbahn ins Jenseits")

Im Jahr 2000 war es soweit, dass die erfolgreichen Heftromane von "John Sinclair" nach der Umsetzung von TSB, die nicht von allen Fans gut angenommen wurde, quasi einen zweiten Frühling erlebten, indem sie aufwändig von Oliver Döring neuvertont wurden. Nun, neun Jahre später, gibt es die ersten drei Folgen der Serie "remastered" - also neu abgemischt und teilweise erweitert - zusammen in einer Box, weitere sollen folgen. Diese Hörspiele haben sozusagen eine komplett neue Ära an hochwertig produzierten Hörspielen eingeleitet, und auch das Genre eines Geisterjägers wurde durch die Produktionen enorm gepusht. Kennzeichnend für diese Serie sind Geschichten, die eher auf Action und Spannung als auf eine tiefgründige Story aufgebaut sind. Hier knallt und rumort es immer wieder, den Hörer wird kaum eine Atempause gelassen. Dabei ist der Grundton relativ locker, für einen coolen Spruch hat der viel beschäftige Geisterjäger selbst in den brenzligsten Situationen Zeit. Den Anfang macht "Im Nachtclub der Vampire", eine fast schon klassischen Horrorgeschichte, in der die Rettung von Marina Held im Vordergrund steht und die am Ende die Ankunft eines neuen, übermächtigen Feindes für John Sinclair ankündigt und somit einen gelungenen, temporeichen Auftakt darstellt. "Die Totenkopf-Insel" beschäftigt sich eher mit den Allmachtsansprüchen eines einzelnen und bietet mit den Zombie-Piraten einen gruseligen Handlungsverlauf. "Achterbahn ins Jenseits"Stellt mit Suko und Boll Conolly gleich zwei Helden an John Sinclairs Seite vor, die spukige Geschichte ist zudem noch äußerst spannend.
Dass die Folgen länger sind, dürfte eingefleischten Fans, die jede Folge auswendig können, sofort auffallen, und auch der Ton ist hörbar verbessert worden. Ob sich die Anschaffung der Box lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden, Neulingen der Serie würde ich aber dringend zu dieser schönen Box raten.

Bei den Sprechern wurden keine Kompromisse gemacht, und so ist die creme de la creme der deutschen Hörspiel- und Synchronisationsszene zu hören. Frank Glaubrecht spricht nicht nur John Sinclair, er verkörpert ihn geradezu. Immer cool und lässig, als ein Mann, der nichts anbrennen lässt ist er der Prototyp eines Geisterjägers. Als Erzähler wurde Joachim Kerzel eingesetzt, der in seinen Parts eine unglaubliche Stimmung erzeugt und wohl die beste Besetzung für die Serie ist. Sir Powell, der leicht cholerische Vorgesetzte des Geisterjägers, wird wunderbar angespannt von Karl-Heinz Tafel dargestellt. Auch Martin May als Suko, Detlef Bierstedt und Daniela Hoffmann als Bill und Sheila Conolly gehören außerdem zur Stammbesetzung. Silke Haupt, die Marina Held spricht, liefert eine ebenso hervorragende Leistung ab. Sibylle Kuhne spricht auf beeindruckende Weise die brutale und hinterhältige Vampirin Mona. Doch auch der Rest der Sprecher, wie beispielsweise Thomas Friebe, Udo Schenk und Henning Bornemann überzeugen auf ganzer Linie.

Ebenso beeindruckend ist die Musik, die besonders aus harten Gitarrenriffs besteht. Schon im Intro werden große Geschütze aufgefahren, wenn Fred Bogner vom Rüsten der Hölle und ihrem Widersacher berichtet, doch was danach kommt, kann sich noch einmal steigern. Die Kämpfe werden mit bombastischen Sounds unterlegt, die Bedrohung durch die Schergen der Hölle mit der passenden Musik unterlegt, und für jede Szene die richtige Stimmung erzeugt. Besonders gelungen sind die Schockeffekte, die nach ruhigeren Passagen mit voller Lautstärke eingesetzt werden. Perfekt!

Auch die Cover wurden leicht überarbeitet, so ist der schwarze Rahmen um die Illustrationen verschwunden. So bekommen wir einen umfassenderen Ausblick auf die tollen Zeichnungen. Ein echtes Highlight findet sich am Ende jeder Folge: Zwei Making ofs, in denen zum Beispiel das Zusammenspiel einzelner Soundelemente gezeigt wird, und ausführliche und spannende Interviews erlauben einen Blick hinter die Kulissen und sind für wahre Sinclair-Fans ein Muss. Eine hervorragende Idee!

Fazit: Dass die Sinclair-Hörspiele zu den besten ihres Genres gehören, ist wohl unumstritten. Hier gibt es die Möglichkeit, die ersten drei Folgen in einer längeren Fassung mit verbessertem Klang und tollen Extras zu erhalten.