Macabros – 6. Der Horror-Trip



Erster Eindruck: Auf die Größe kommt es an...

Die Sorge um Björn Hellmark alias Macabros ist groß, schon seit Tagen ist der Verlobte von Carminia Brado spurlos verschwunden. Ihr zur Seite steht Rani Mahay, der schließlich einen Hinweis über merkwürdige Vorgänge in Kalkutta erhält und diesen nachgeht. Doch wo sich Björn Hellmark tatsächlich aufhält, übersteigt selbst seine Vorstellungskräfte...

Was in „Die Schreckensgöttin“ begann, wird von WinterZeit in der sechsten Folge der „Macabros Classics“ nahtlos fortgesetzt. Die Parameter für die Geschichte wurden bereits im Vorgänger gestellt, sodass „Der Horror-Trip“ direkt in die Handlung einsteigt und mit hohem Tempo starten kann. Das ist dann auch sehr gut gelungen, jede Szene bringt neue Elemente mit ein und treibt die Entwicklung voran. Zudem sorgen auch schnelle Wechsel eine dynamische Atmosphäre, dennoch wird hier nicht überhastet erzählt. Sei es die Suche von Carminia, die Szenen in Kalkutta oder Björns schreckliche Erlebnisse, alles ist sehr gut zusammengefügt. Die Geschichte ist spannend, wird aber noch durch zahlreiche Schockmomente gesteigert, die sehr gekonnt eingebaut sind und meist in kleinen Cliffhangern ändern. Die mystischen Elemente sind gut eingebaut und sorgen für eine dichte Atmosphäre, sie bieten einige interessante Gedankenspiele, aber auch ziemlich grausame Momente, die jedoch nie ins allzu Brutale rutschen. Auch das Finale ist gut erzählt, nur danach kommt ein kleiner Wermutstropfen in das ansonsten sehr gelungene Hörspiel: Die letzte Szene scheint mitten im Gespräch zu enden, was etwas hastig wirkt. Aber das ist bei dem gelungenen Hauptteil äußerst gut zu verkraften.

Marios Gavrillis ist in der Rolle des Rani Mahay zu hören, was ihm gut gelingt. Er spricht die Rolle sicher und mit glaubhafter Betonung, sodass eine sympathische und präsente Rolle entstanden ist. Auch Helmut Krauss hat mit Al Naafur eine interessante Rolle, die er wie immer sehr professionell und mit der ihm ganz eigenen Aura spricht. Jill T. Böttcher ist als Carminia Brade wieder gut besetzt, ihre sanfte und doch kraftvolle Stimme hat viel Strahlkraft. Weitere Sprecher sind Lutz Riedel, Torsten Sense und Frank Schaff.

Laut und knallig geht es in dieser Folge zu, zum Einschlafen ist „Der Horror-Trip“ jedenfalls nicht geeignet. Gerade die Geräusche sind auch mal etwas lauter und gehen mit den Dialogen eine Verbindung ein, beides ergänzt sich wunderbar. Auch die Musik fügt sich sehr stimmig ein, harte Gitarrenriffs prägen hier das Bild und sorgen für einen dynamischen Eindruck.

Zwei schrecklich entstellte Bestien ziehen einen Streitwagen, auf dem eine in einen roten Mantel verhüllte Amazone spielt – das Motiv aus dem Cover des Hörspiel entstammt einer der prägnantesten Szenen des Hörspiel und ist perspektivisch sehr gelungen in Szene gesetzt. Fotos und Interviews zweier Sprecher sowie die CD in Schallplattenoptik sind weitere hübsche Aspekte der Gestaltung.

Fazit: Dynamische Szenenwechsel, spannende Entwicklungen und grausame, mystische Wesen - „Der Horror-Trip“ hält, was er verspricht. Das hohe Tempo ist nicht überhastet, die Charaktere kommen gut zur Geltung. Eine sehr runde Folge, die den Zweiteiler der Serie gekonnt abschließt.

VÖ: 29. September 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-960660-66-8