Schlau wie 4 – 3. Das alte Ägypten: Ein Tag beim Kinderpharao



Erster Eindruck: Vom Schüler zum Herrscher...

Samirs Vater, der als Pilot arbeitet, überrascht seinen Sohn kurz vor einem Flug in der Schule und lässt es sich nicht nehmen, im ein ganz besonderes Geschenk zu machen: Eine Kette, die aus dem alten Ägypten stammt. Und da bald eine Projektwoche in der Schule ansteht, möchte sein Freund Tobi gleich mit dem Navinauten das Rätsel um die Ermordung von Tut-ench-amun aufklären. Doch den anderen ist das dann doch eine Nummer zu groß...

„Schlau wie 4“, die neue Wissensserie von Europa, hat einen ziemlich cleveren Weg gefunden, immer neue Themengebiete sinnvoll zusammenzuführen und nutzt diesen auch in der dritten Folge gekonnt aus: Der Navinauten, ein fantastisches Gerät, dass die vier Protagonisten mit einem Gegenstand aus der gewünschten Region und der passenden Zeit praktisch überall hin versetzen kann. Und so ist es innerhalb der Serienhandlung völlig schlüssig, dass die Reise für Samir, Pia, Lisa und Tobi ins alte Ägypten legt, nachdem eine kurzweilig erzählte Rahmenhandlung sie auf diese Idee gebracht hat. Und wie der Untertitel „Ein Tag beim Kinderpharao“ schon vermuten lässt, gibt es ein Treffen mit dem ziemlich arroganten und herrschsüchtigen Tut-ench-amun, der sich jedoch schnell den Freunden öffnet und von seinem Alltag erzählt, der bei weitem nicht so einfach ist wie man es vielleicht denken mag. Das ist schon ziemlich unterhaltsam erzählt, aber fast noch besser gefällt mir, dass auch das normale Volk der damaligen Zeit besucht wird. So bekommt man einen sehr interessanten Einblick in diese fremde Kultur und lernt so einiges über ägyptische Mythologie, die damalige Lebensweise oder das vorherrschende Regierungssystem. Auch nach der Rückkehr ins hier und jetzt lässt die Folge nicht nach und präsentiert einen lebendigen und unterhaltsamen Abschluss, in dem sogar der sonst so unsympathische Checker aus der Parallelklasse ein wenig nahbarer als sonst wirkt.

Tim Kreuer ist in dieser Folge als aufbrausender Tut zu hören, kann aber später auch seine sanfte und sympathische Seite zeigen – ein Zwiespalt, den er sehr gut zu gestalten weiß. Eberhard Haar ist als General Haremhab zu hören und bringt mit seiner markanten Aussprache eine für Kinder etwas unheimliche, aber sehr passende Note mit in die Handlung. Ben Hecker ist als Mister Eje zu hören und sorgt dafür, dass einem das normale Volk Ägyptens näher gebracht wird. Weitere Sprecher sind Tetje Mierendorf, Celine Fontanges und Erik Schäffler.

Gut gefällt mir die akustische Umsetzung der Folge, die vor allem aus zeitgemäßen Klängen besteht und so für Kinder und Jugendliche ansprechend wirkt. Dennoch wurde es nicht versäumt, auch einige altägyptische Passagen einzubauen und beispielsweise gesangartige Gebete einzubauen. Das macht das Ganze authentisch und lebendig, was sowohl für die Musik als auch für die Geräusche gilt.

Das Titelbild zeit natürlich eine Szene aus dem Hörspiel, in der die vier Freunde zusammen mit Tut in seinem Palastzimmer zu sehen sind. Schon hier gibt es viele Details zu entdecken, und das zieht sich durch die gesamte Aufmachung. Auch auf der Rückseite und im Inneren gibt es viele kleine Motive mit kleinen Infoboxen zum nachlesen.

Fazit: Die Reise ins alte Ägypten ist sehr lohnenswert, da man nicht nur eine unterhaltsame und spannende Geschichte erzählt bekommt, sondern auch nebenbei viel über die damalige Epoche lernt – und zwar nicht nur was Herrscher und Götter angeht, sondern auch das normale Volk betreffend. Das ist unterhaltsam und kurzweilig aufbereitet und sorgt für viel Hörspaß.

VÖ: 22. September 2017
Label: Europa
Bestellnummer: 889853638420