Märchen-Klassik – Ali Baba und die 40 Räuber / Das Zauberpferd



Erster Eindruck: Wertvolle Schätze und weite Reisen

Durch Zufall beobachtet Ali Baba eine Räuberbande, die ihr magisches Versteck durch den kleinen Spruch „Sesam öffne dich“ erreichen können. Zwar nutzt er dieses Wissen zu seinem Vorteil, geht dabei aber ganz im Gegensatz zu seinem Bruder sehr vorsichtig vor... (Ali Baba und die 40 Räuber)
Ein Magier ist zu Besuch am Hofe des Sultans und zeigt ihm ein magisches Pferd, das blitzschnell durch die Lüfte fliegen kann. Der Sultan will das Zauberpferd unbedingt haben, doch der Magier will nichts weniger als dessen Tochter zur Frau haben... (Das Zauberpferd)

Die Märchen aus 1.001 Nacht sind hierzulande vielleicht nicht ganz so bekannt wie beispielsweise die Märchen der Gebrüder Grimm, bieten jedoch auch einen schier unerschöpflichen Vorrat an spannenden und unterhaltsamen Geschichten. So sind auch bei der Reihe Märchen-Klassik einige Hörspiele aus dieser Sammlung zu finden. Den Anfang macht hier „Ali Baba und die 40 Räuber“, welches hier in voller Länge zu hören ist und eine recht komplexe Handlung bietet. Dabei entsteht schnell eine ganz besondere Stimmung, die märchenhafte Elemente mit einigen sehr spannenden Momenten verbindet. So wird es einige Male recht knapp für Ali Baba, sodass die Handlung sehr kurzweilig wirkt. „Das Zauberpferd“ lässt die Stimmung dieser orientalischen Märchenwelt sehr gut wirken und spielt an verschiedenen Herrscherhöfen, was die magische Stimmung noch weiter verstärkt. Das Zauberpferd steht im Mittelpunkt, doch darum entwickelt sich eine vielseitige Geschichte um Liebe, Leidenschaft und zahlreiche Geheimnisse. Mir war „Das Zauberpferd“ vorher nicht bekannt, sodass es so einige überraschende Momente gab. Die beiden Hörspiele haben mir sehr gut gefallen, die Geschichten sind gut erzählt und atmosphärisch erzählt.

Aischa-Lina Löbbert ist in der Geschichte um Ali Baba als Erzählerin zu hören, auch hier hinterlässt sie mit ihrer angenehmen und sanften Stimme einen positiven Eindruck und setzt die Akzente an den richtigen Stellen. „Das Zauberpferd“ wird von Michael Seeboth erzählt, der seine Texte kurzweilig und unterhaltsam erzählt, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Frank Logemann ist als Ali Baba zu hören, er zeichnet mit seiner Stimme die Spannungskurve der Handlung nach. Weitere Sprecher sidn Katrin Wolter, Sebastian Kolb und Emil Schwarz.

Die Geschichten aus 1.001 Nacht mit klassischer Musik deutscher Komponisten zu kombinieren, wirkt zu Beginn etwas ungewohnt, passt aber besser zusammen als anfangs gedacht. Bei „Ali Baba“ sind Stücke von Johann Strauss zu hören, bei „Das Zauberpferd“ ist es Franz Schubert. Die Melodien sind immer gut eingebunden und passend zur Dynamik der Geschichten ausgewählt. Ergänzt von einigen Geräuschen entsteht eine stimmige und passende Atmosphäre.

Die Höhle der Räuberbande ist als zentrales Element der ersten Episode auch auf dem Cover zu sehen, wobei auch hier einige stilisierte Klaviertasten an die Kombination mit der klassischen Musik anspielt. Das ist alles recht detailreich dargestellt, wobei sich der bräunliche Grundton durch die gesamte Aufmachung zieht. Neben dem Infotext, der bereits in den anderen Folgen zu lesen ist, gibt es auch hier wieder eine ausführliche Trackliste, aber leider keine Auflistung, welcher Charakter durch welchen Sprecher übernommen wird.

Fazit: Die Stimmung der Geschichten aus 1.001 Nacht passt sehr gut zu der ausgewählten klassischen Musik, beides ergänzt sich sehr gut. Die Erzählung der Geschichten ist recht komplex, ist spannend gelungen und überzeugt mit gut eingebundenen magischen Elementen. Eine sehr starke Folge der liebevollen Reihe.

VÖ: 11. Oktober 2017
Label: Amor Verlag
Bestellnummer: 978-3-947161-09-6