Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 34. In den Klauen der Angst



Erster Eindruck: Eine chinesische Wäscherei und viel Wasser...

Das Lesen der Times ist für Sherlock Holmes zu einem unumgänglichen morgendlichen Ritual geworden. Nur seiner Aufmerksamkeit ist es zu verdanken, dass ihm deswegen ein Unterschied in der regulären Ausgabe und seinem Exemplar aufgefallen ist. Doch warum sollte jemand Wert darauf legen, ihm den Tod des zurückgezogenen Wissenschaftlers Professor Norton zu verschweigen? Für Holmes steht fest, dass er einem Verbrechen auf die Spur kommt...

Marc Freund ist als Autor von „In den Klauen der Angst“ für die 34. Folge der neuen Fälle für Sherlock Holmes für die Romantruhe verantwortlich und hat dabei wieder sehr gut die Stimmung der Vorlagen getroffen. Nicht nur in einer unterhaltsamen Introszene, in der die beiden Hauptcharaktere wieder eine ihrer kleinen Kabbeleien austragen, sondern auch in dem nachfolgenden Fall ist alles an seinem richtigen Platz. Der Aufbau der Spannung erfolgt langsam, aber stetig. Denn obwohl Holmes bald einen Verdacht hat, wer hinter dem vertauschten Artikel steckt, ist lange nicht klar, was das eigentliche Verbrechen ist. Bis dies aufgeklärt ist, werden zahlreiche unterschiedliche Elemente zusammengefügt, was aber sehr gut passt. Der verschlungene Weg zum Ziel macht ebenso viel Spaß wie das packende Finale, das alle Fragen aus der Handlung aufklärt und mit markanten Szenen begeistert. Toll ist dabei nicht nur, dass sich ein roter Faden durch die Serie andeutet, sondern auch ein eher offenes Ende die Folge abschließt, die sich eher wie eine kleine Niederlage für Holmes anfühlt. Eine sehr spannende und lohnenswerte Folge der Serie.

Lutz Harder ist mal wieder als Inspector Lestrade zu hören, seine reizvolle Sprechweise schafft einen interessanten Charakter mit viel Charme. Margrit Strassburger hat mir in der Rolle der Claudine Wheldon sehr gut gefallen, ihre ausdrucksstarke Stimme sorgt in ihren Szenen für viel Aufmerksamkeit für die sympathische junge Frau. Thomas Petrou ist in der Rolle des undurchsichtigen Fing Su ebenfalls sehr gut aufgehoben, wobei er mit viel Professionalität und Energie an die Figur herangeht. Weitere Sprecher sind Frank Glaubrecht, Alexis Krüger und Wolfgang Draeger.

Wieder ist die musikalische Gestaltung der Folge mit einem hervorstechenden Instrument umgesetzt worden: Das Cello, gespielt von Deryn Cullen, ist mit seinem düsteren Klang ein perfekter Begleiter für diese Folge und sorgt für einige sehr eindringliche Momente. Auch die Geräusche fügen sich immer sehr gut in die Dialoge ein und lassen diese lebendiger erscheinen.

Abseits von dem etwas beliebigen Titel ist die Gestaltung des Cover mal wieder sehr gelungen, das brennende Haus in der malerisch angedeuteten Landschaft als zentrales Element wird durch die beiden Hauptcharaktere im Vordergrund gut ergänzt. Im Inneren ist wie immer alles übersichtlich aufbereitet, wobei auch eine Übersicht der bisherigen Folgen nicht fehlen darf.

Fazit: Für diese Folge greifen ganz unterschiedliche Elemente sehr gut ineinander, sodass nach der unterhaltsamen Introszene eine spannende Ermittlungsarbeit mit starken Charakteren folgt. Das packende Finale kann danach begeistern, zumal sich auch kommende Ereignisse in der Serie andeuten.

VÖ: 29. September 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-144-0