ContamiNation Z – 1. Totenland



Erster Eindruck: Ein neues Zuhause...

Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr, seit die Toten wieder lebendig geworden sind und die Zivilisation zum Erliegen gebracht haben. In den Wäldern, die vor dem Untergang als der Harz bekannt waren, hat sich eine kleine Gruppe Überlebender eine halbwegs sicherere Zuflucht eingerichtet, viele von ihnen haben die Kadaver noch nie zu Gesicht bekommen. Doch die Ankunft eines Fremden bringt diese Sicherheit ins Wanken...

Contendo Media bietet eine breite Palette an verschiedenen Genres an, mit „ContamiNation Z“ ist nun eine weitere Serie hinzugekommen. Ganz neu ist der Fünfteiler jedoch nicht, vor einigen Jahren ist er unter dem Titel „Terra Motris“ bereits bei dem kleinen Independent-Label Pandoras Play erschienen und wurde für die Neuveröffentlichung noch einmal überarbeitet. Seitdem eine gewisse Zombie-Fernsehserie große Erfolge feiert, ist das Thema auch wieder in aller Munde, ursprünglich ist diese Serie aber deutlich vorher entstanden. Dennoch ergeben sich viele Parallelen im Setting, besonders das kleine Camp der Überlebenden ist hierfür prägnant, ebenso wie eine Szene, in der ein guter Freund stirbt und wieder aufersteht. Die Handlung an sich ist im Grunde gut konzipiert und bietet einige gelungene Gedankenspiele. Die Ausführung des Ganzen konnte mich allerdings nicht so recht überzeugen, manche Szenen wirken recht flach und klischeehaft. Leider gab es keinen Moment, der mich richtig gepackt hätte, der dazu geführt hat, dass ich mit den Charakteren mitfiebern würde. „ContamiNation Z“ ist nicht von Contendo Media produziert worden und kann daher leider nicht mit dem übrigen Portfolio des Labels mithalten und fällt im Vergleich dazu deutlich ab.

Auch die Sprecher konnten mich nicht mitreißen, sogar die sonst so grandiose Elga Schütz klingt als Erzählerin eher gelangweilt und schafft es nicht, die Stimmung des Hörspiels aufzugreifen oder wenigstens zu verstärken. Rene Dawn-Claude hat als Jan zwar eine lockere und sympathische Attitüde, wirkt aber in den entscheidenden Szenen etwas gekünstelt und hätte mehr Energie für diese wichtige Rolle aufwänden können. Auch Katja König kann das Ruder als Anna nicht herumreißen und bleibt vor der starken Kulisse recht blass. Weitere Sprecher sind Bruno Beeke, Karen Schulz-Vobach und Andreas Bötel.

Akustisch ist die Produktion weitgehend okay, auch wenn es hier oft an Tiefe fehlt. Wie die Handlung plätschert die Untermalung eher vor sich hin, anstatt einen wirklichen Reizpunkt zu setzen. Gerade die Geräusche hätten in den dramatischeren Szenen ruhig noch lauter sein dürfen, und auch die Dynamik verschiedener Lautstärken wird hier nicht genügend ausgereizt – alles bleibt auf einem Level.

Das Cover hingegen ist äußerst gelungen, die Gestaltung ist schwarz und rot ist sehr kontrastreich gelungen und überzeugt auch mit dem Design: Eine scherenschnitthafte Darstellung einer Gruppe von Menschen, auf denen ein kahler Baum zu sehen ist. Gepaart mit dem weißen Schriftzug ergibt das ein kraftvolles und aufregendes Cover, das durch den roten statt schwarzen Rand des Jewel Case noch verstärkt wird.

Fazit: Die Idee des Hörspiel ist durchaus aufregend, die Ausführung hingegen drückt die Stimmung leider deutlich. Die Sprecher agieren des öfteren hölzern und zu zurückhaltend, die akustische Gestaltung wirkt zu flach, die Handlung konnte mich nicht fesseln und bleibt insgesamt zu blass. „ContamiNation Z“ passt in dieser Form leider nicht in das Angebot von Contendo Media.

VÖ: 22. September 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-73-4