Fünf Freunde – 121. und die verlassene Jagdhütte



Erster Eindruck: Ein Ausflug mit unerwarteter Wendung

George hat einen neuen Waldabschnitt entdeckt, den sie bisher noch nicht gekannt hat. Allerdings sind viele Bäume mit merkwürdigen Zeichen versehen, die sie nun gemeinsam mit Julian, Anne und Dick erkunden will. Auf ihrem Streifzug entdecken sie eine einsam gelegene Jagdhütte – und geraten in ein heftiges Gewitter...

Dass die fünf Freunde ziemlich naturverbunden sind, ist bereits aus den vorigen Folgen bekannt. Auch dass sie sich in den heimischen Wäldern bestens auskennen, ist kein großes Geheimnis. Etwas verwunderlich ist es dann aber, dass sie die Markierungen nicht kennen, die Förster an die Bäume anbringen, um anzuzeigen, welche Bäume gefällt werden sollen. Das macht aber nichts, denn so ist die Introszene der 121. Folge der Serie nicht nur unterhaltsam geraten, sondern vermittelt auch gleich ein bisschen Wissen. Auch das Gewitter und die verlassene Jagdhütte sind gut plaziert, die bringen eine sehr unterhaltsame Note in den ersten Teil des Hörspiels, das sogar in einer recht brenzligen Situation für die Jugendbande endet. Der Start in sehr gelungen, doch der Hauptteil nimmt im Vergleich dazu leider deutlich ab. Das liegt auch an der Figur des Luke, der für sein Alter deutlich zu überzeichnet wirkt und nicht authentisch handelt. Auch die Auflösung des Ganzen ist nicht wirklich stimmig und enthält einige Ungereimtheiten, die bei näherer Betrachtung schlicht unlogisch wirken. Das trübt den zunächst positiven Eindruck dann doch leider und lässt die Geschichte um die verlassene Jagdhütte leider nur Mittelmaß werden.

Malon Stahlhut ist der Sprecher des Luke und spricht den Jungen leider recht überzogen, gerade bei der Auflösung setzt er einige Schippen zu viel ein und kann so keine glaubhafte Leistung abliefern. Sein Vater wird von Till Demtröder gesprochen, der mit sympathischem Auftreten und überzeugender Sprechweise die Gefühle des Mannes gut herüberbringt. Alexander Mettin hat einen guten Auftritt als Constable Miller und kann seine Szenen kurzweilig gestalten. Weitere Sprecher sind Achim Schülke, Maud Ackermann und Claus Wilcke.

Die akustische Umsetzung ist Europa solide gelungen, wobei die gewohnte Mischung aus vielen Geräuschen und ein paar Melodien für eine passende Atmosphäre sorgt. Auch hier sticht der gute erste teil positiv hervor, die Stimmung im Wald beim Gewitter und dem späteren Umherirren der fünf Freunde kommt sehr gekonnt herüber.

Die fünf Freunde streifen durch den Wald und entdecken die seltsamen Zeichen, die sie immer tiefer in den Wald führen – auch das Cover konzentriert sich auf den ersten Teil und ist im ansehnlichen Zeichenstil gehalten. Die Farben sind dabei wie immer sehr kräftig und fast ein wenig überzeichnet, kommen aber mit dem natürlichen Ausdruck der Umgebung gut zur Geltung.

Fazit: Nach einem wirklich gelungenen Start im Wald mit einigen sehr starken Szenen lässt sie eigentliche Handlung leider nach und schwenkt zu einer recht ausgesetzten Handlung mit einer unglaubwürdigen Auflösung um. Zudem wirken nicht alle Figuren gut gezeichnet, gerade die Figur des Luke ist zu überspitzt in Szene gesetzt.

VÖ: 21.April 2017
Label: Europa
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