Die Punkies – 5. Video-Stars



Erster Eindruck: Ein Dreh mit Folgen

Wie jede Band, die etwas auf sich hält, proben die Punkies nicht nur hart, sondern wollen nun auch ihr erstes Musikvideo drehen. Und da sie mit Guidos Eisdiele als Location nicht allzu glücklich sind, wollen sie in einem halb verfallenen Landschulheim drehen, das einsam im Wald steht. Doch die Drohne ihres Regisseurs Luis verschwindet auf merkwürdige Weise. Bei der Suche nach dem teuren Gerät stoßen sie auf eine große Überraschung...

Die Punkies etablieren sich immer mehr als Hörspielserie für Jugendliche, die lockere Grundstimmung und die sympathischen Charaktere haben dafür längst den Grundstein gelegt. In der fünften Folge „Video-Stars“ wird nicht nur ihre Geschichte weiter erzählt, die Entwicklung als Band vorangetrieben, sondern auch über den Tellerrand geschaut und eine aktuelle Thematik behandelt. Der Anfang zeigt aber erst einmal recht charmant den Band-Alltag und zeigt im Schnelldurchlauf, wie so eine Probe funktionieren könnte und ein neuer Song entwickelt wird. Der Übergang zum Videodreh ist flüssig geraten und zeigt schön, wie sehr die Punkies ihren eigenen Kopf durchsetzen wollen. Doch der Kern der Handlung ist das Zusammentreffen mit Darko, der den Punkies schnell sympathisch ist, aber mit einem ganzen Berg von Problemen beladen ist. Es dauert, bis er sich der Band öffnet, doch dann verschärft sich seine Situation recht schnell und spitzt sich immer weiter zu. Schön ist, wie sensibel die Thematik hier umgesetzt ist, auch wenn die „Bösewichte“ der Folge vielleicht eine Spur zu plakativ dargestellt wurden. Die Handlung hat immer wieder aufregende Momente und hält die Spannung zu aufrecht, während das Finale sehr rund erzählt ist und die Folge gekonnt abschließt.

Flemming Stein ist ja mittlerweile schon ein alter Hase als Hörspielsprecher und verleiht auch der Figur des Luis eine sehr lockere und authentische Sprechweise. Marek Harloff hat mir als Darko sehr gut gefalle, er spricht mit viel Nachdruck und macht das Dilemma des jungen Mannes für den Hörer erlebbar, wobei er viele Facetten an den Tag legt. Daniel Axt hat mich in seiner Rolle als Ben wieder überzeugt, er spricht sehr bodenständig und mit viel Energie. Weitere Sprecher sind Erik Schäffler, Bernd Stephan und Henry König.

Natürlich spielt bei einer Serie über eine Band die Musik eine besondere Rolle, sie ist auch immer wieder in die Szenen eingebunden und sorgt dabei für eine jugendliche und coole Stimmung. Schon in der ersten Szene im Proberaum wird dabei gezeigt, wie sich durch wenige Mittel ein Song verändern kann. Auch die Geräusche sind gut eingebunden und sorgen für einen lebendigeren Ausdruck.

Die ganze Band ist in ziemlich cooler Pose auf dem Cover zu sehen, während im Hintergrund verschiedene Themen und Figuren aus der Handlung zu sehen sind. Die Farbgebung in violett, rosa und Pink wirkt hier wegen der kräftigen Töne gar nicht mal so mädchenhaft. Im Inneren gibt es eine Übersicht über die bisherigen Folgen, und natürlich werden auch alle Mitwirkenden aufgelistet, was wegen der schwarzen Schrift auf dunkelblauem Hintergrund nicht immer gut zu erkennen ist.

Fazit: Hier wird einerseits die Entwicklung der Band vorangetrieben, als auch eine eigenständige Geschichte erzählt wird. Das aktuelle Thema wird dabei gekonnt und einfühlsam dargestellt, nur manchmal wirkt das Ganze etwas zu plakativ. Die lockere Stimmung der Serie kommt auch hier wieder sehr gut zur Geltung.

VÖ: 9. Juni 2017
Label: Europa
Bestellnummer: 889853449521