John Sinclair Classics – 29. Der Hexenclub



Erster Eindruck: Hexen am Werk?

Als ein Mann in Soho erhängt an einer Laterne aufgefunden wird, tritt John Sinclair auf den Plan, denn die ausgebrannten Augen deuten auf einen dämonischen Hintergrund hin. Zur gleichen Zeit steht für den engagierten Mitarbeiter Dean eine Beförderung an, nur einen letzten Test muss er noch bestehen. Noch ahnt er nicht, welchen Schrecken er mit seiner Entscheidung heraufbeschwören wird...

41 Jahre nach der Veröffentlichung als Heftroman wurde „Der Hexenclub“ nun als Hörspiel für die John Sinclair Classics vertont - natürlich nicht, ohne Anpassungen an die heutige Zeit vorzunehmen. Sogar eine kleine Anspielung auf das aktuelle Zeitgeschehen kann man entdecken. Das ist eher untypisch für die Serie, passt hier aber gut in den Kontext. Die Geschichte ist zweigeteilt, zum einen begleitet der Hörer natürlich John Sinclair bei seinen Ermittlungen. Diese sind gut aufgebaut und steigern sich von dem eher unauffälligen Anfang immer weiter. Der Witz der Serie kommt dabei immer wieder hindurch und lockert die Stimmung auf. Auf der anderen Seite wird Dean begleitet, und hier baut sich die Geschichte um den Hexenclub langsam auf. In diese düstere Welt einzutauchen macht den Reiz der Folge aus, wobei beides natürlich zusammengeführt wird. Im späteren Verlauf taucht dann eine mystische und machtvolle Frauengestalt auf, die nicht nur die Atmosphäre steigert, sondern auch das Tempo der Handlung erhöht. Gut gefällt mir auch, dass Sinclair hier nicht nur mit roher Gewalt, sondern auch mit einem kleinen Trick das Blatt letztendlich zum Guten wendet. Die Folge ist nur sanft in den Rahmen der Serie eingebunden und kann deswegen auch für sich allein gehört werden – was wegen des unterhaltsamen Verlaufes auch empfehlenswert ist.

Jacob Weigert ist in der Rolle des jungen und dynamischen Dean zu hören, was ihm mit der sehr gradlinigen und authentischen Sprechweise auch gut gelingt. Peter Weis ist als Paul Robinson zu hören und sorgt mit seiner markanten Stimme für einen prägnanten Charakter mit einigen starken Szenen. Stephanie Kellner hat einen sehr Aufsehen erregenden Auftritt und gestaltet ihre Rolle mit viel Energie gekonnt aus. Weitere Sprecher sind Konstanze Ullmer, Thomas Petrou und Nadine Schreier.

In der Handlung werden einige unterschiedliche Schauplätze angesprochen, allesamt wurden akustisch treffend umgesetzt und erhalten so eine ganz eigene Ausstrahlung. Die Geräuschkulisse ist auch beim Auftauchen von den übernatürlichen Erscheinungen präzise umgesetzt, die Musik ist wie immer bei dieser Serie hart und laut im Einsatz.

Die anfängliche Szene, in der ein betrunkener Mann die Leiche findet, die an einem Laternenpfahl aufgeknüpft ist, wurde von Timo Wuerz treffend in Szene gesetzt. Er nutzt das Spiel zwischen Licht und Schatten sehr gekonnt, um eine sehr interessante Stimmung zu schaffen. Im Inneren sind die Mitwirkenden übersichtlich aufgelistet.

Fazit: Schnell baut diese Folge eine spannende Grundstimmung auf, die sich über die Laufzeit hinweg immer weiter zu steigern weiß und mit einigen starken Szenen das Interesse stets hoch hält. Besonders das Finale ist dabei sehr gelungen und zeigt eine weitere Facette des Geisterjägers.

VÖ: 28. Juni 2017
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5248-7