Dorian Hunter – 35.2 Niemandsland: Ausgeliefert



Erster Eindruck: Gefahr von allen Seiten

Es steht nicht gut um das Team um Dorian Hunter. Während der Dämonenhasser selbst auf Panama festsitzt und aus der Gewalt von Shapiro entkommen muss, hat Donald Chapman gemeinsam mit der Familie Zamis die Londoner Villa okkupiert. Die Lage scheint ausweglos, doch warum ist es der schwarzen Familie so wichtig, Phillip außer Gefecht zu setzen?

Was in „Eingeladen“ angefangen hat, wird in „Ausgeliefert“ zu einem Ende gebracht: Die 35. Folge von Dorian Hunter wurde zweigeteilt und beschäftigt sich mit einer sehr reizvollen Grundsituation, denn nicht nur die Trennung des Teams ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Folge, sondern auch, dass alle in der Gewalt dunkler Mächte sind. Die Parameter hierzu wurden schon in der vorigen Folge gesetzt, die Spannung und die Stimmung aufgebaut. Das wird zwar auch gekonnt fortgesetzt, eine wirkliche Steigerung zur vorigen Folge ist aber nicht auszumachen. Vielmehr wirkt es stellenweise, als sollte die Handlung schnell zu Ende erzählt werden, nicht alle Elemente kommen dabei so gut zur Geltung wie in der vorigen Episode. An die eigentliche Folge schließt sich noch ein Zwischenspiel namens „Das Paket“ in der Handlung an, in der nur wenige bekannte Figuren vorkommen und die sich um Dorians Freund Jeff Parker dreht. Auch hier ist die Grundidee durchaus gelungen, die Erzählweise kurzweilig. Aber dennoch wird leider nicht die Intensität der Serie erreicht, dazu konnte ich nicht genug mit den Charakteren mitfiebern. Für die Handlung der Serie ist diese Episode aber wichtig, da die Figuren in die richtige Stellung gebracht werden. Eine solide Folge der Serie, die jedoch auch kleinere Schwächen aufweist.

Die Sprecher machen ihre Sache wieder richtig gut, wobei mir Jacob Weigert als Georg Zamis sehr gut gefallen hat. Mit seiner dunklen, ausdrucksstarken Stimme kann er die Bedrohung, die von dem Mitglied der schwarzen Familie ausgeht, sehr präsent umsetzen. In „Das Paket“ ist Volker Hanisch neu in der Rolle des Jeff Parker zu hören, er setzt dies mit viel Energie und einer glaubhaften Aussprache um. Linda Fölster zeigt hier als Cassandra, dass sie auch in düsteren Stoffen gut aufgehoben ist und sorgt dabei für noch mehr Stimmung. Weitere Sprecher sind Karin Rasenack, Frank Gustavus und Katrin Decker.

Mit dem richtigen Gespür für das Timing beweist das Team von Zaubermond auch hier, dass sie die Handlung wieder hervorragend in ihrer Wirkung unterstützen. Die harte Rockmusik ist in Teilen schon aus den vorigen Folgen bekannt, aber auch viele neue Elemente fügen sich hier stimmig zusammen. Die Geräusche sind gewohnt treffsicher eingebaut und sorgen für eine dynamische Ausstrahlung der Folge.

Ein junger Mann, auf einem Stuhl sitzend, die Hände auf dem Rücken gefesselt, den Kopf hoffnungslos nach unten gesenkt – das Motiv des Cover ist schlicht, aber sehr stimmig, zumal die schummrige Beleuchtung aus einem dreckigen Fenster zusätzliche Stimmung mit einbringt. Im Inneren ist ein teils rührender, teils sehr informativer Text über die Besetzung dieser Folge zu lesen.

Fazit: Die Szenerie der Folge gefällt mit auch hier wieder sehr gut und ist insgesamt gut umsetzt, es fehlt aber eine wirkliche Steigerung zu der vorigen Folge. Der zweite Teil um Jeff Parker ist solide erzählt, es fehlt aber der letzte Kick, um mich wirklich mitfiebern zu lassen. So kann diese Folge nicht mit allen Vorgängerepisode mithalten, ist aber dennoch kurzweilige Hörspielunterhaltung.

VÖ: 1. September 2017
Label: Zaubermond
Bestellnummer: 978-3-95426-694-4