Geister-Schocker – 71. Kalter Tod durch heiße Flocken



Erster Eindruck: Rick Marsters muss sterben!

Es ist ein sommerlicher Junitag im verschlafenen Ort Kilroy, als riesige Wolken aufziehen und ätzende Schneeflocken auf die Bewohner rieseln lassen. Der Frieden ist vorüber, jeder hat einen geliebten Menschen verloren oder ist selbst entstellt. Schnell ist der Schuldige ausgemacht: Der übernatürliche Ermittler Rick Marsters, der kurz vor der Katastrophe im Dorf gesichtet wurde...

Geister-Schocker besteht ja in der Regel aus in sich abgeschlossenen Geschichten, doch in „Kalter Tod durch heiße Flocken“ kehrt zumindest ein bereits bekannter Charakter auf: Rick Marsters darf in einem weiteren übernatürlichen Fall ermitteln. Die Introszene setzt einen sehr intensiven Startpunkt, in dem das Grauen der Erscheinung gut zu Gehör gebracht wird. Recht schnell wird anschließend die Brücke zu Rick Marsters geschlagen, der nicht nur in dem Fall seine Recherchen anstellt, sondern deutlich enger mit den Ereignissen verknüpft ist, als man anfangs denken könnte. Die Szene, in der er noch einmal vorgestellt wird, ist vielleicht eine Spur zu lang geraten und nimmt das Tempo nach dem tollen Intro aus der Folge, das anschließend erst einmal nicht wieder in Fahrt kommt. Die Handlung kommt erst später wieder in Fahrt, wenn Rick mit seiner Begleiterin Amy einer Geistererscheinung auf die Spur kommt. Dieser letzte Teil ist dann wieder richtig gut erzählt, indem viele kleine Wendungen und Überraschungen mit Tempo in Szene gesetzt werden. Die Bedrohung für Rick von allen Seiten bringt zusätzlichen Druck in die Handlung.

Patrick Bach ist wieder als Rick Marsters zu hören und bringt seine Rolle gut herüber, indem er viele Facetten einbaut und den Charakter so lebendig gestaltet. Marie Burghardt steht ihm als Marie zu Seite, auch sie passt sich den unterschiedlichen Stimmungen ihrer Rolle gut an und hinterlässt einen positiven Gesamteindruck. Tanja Niehoff hat einen gelungene Auftritt, den sie mit mit viel Wut in der Stimme und einer dazu passenden Aura umsetzt. Weitere Sprecher sind Reent Reins, Marc Schülert und Tom Steinbrecher.

Die erste Szene hinterlässt Eindruck – auch weil die Zusammenstellung aus aufgebrachten Stimmen, hektischen Geräuschen und dramatischer Musik so gut funktioniert. Doch auch später passt sich das Sounddesign gut der jeweiligen Situation an, sodass besonders die Geistererscheinungen zum Ende der Geschichte viel Eindruck hinterlassen.

Das Cover wirkt wie eine Collage aus verschiedenen Motiven, der säurehaltige Schnee gehört allerdings nicht dazu. Vielmehr ein erschrocken flüchtendes Paar, ein hoch in den Himmel ragendes Schloss und zwei Hände, die sich wie aus dem Nichts in rot-schwarzer Umgebung nach vorne strecken. Wirklich ein Einklang kann ich dies nicht mit der Handlung bringen. Im Inneren sind wieder viele zusätzliche Informationen zu finden.

Fazit: Trotz des etwas gewöhnungsbedürftigen Titels ist ein gelungenes Hörspiel entstanden, dass nach der tollen Introszene zwar etwas ins Stocken gerät, später aber eine spannende und unheimliche Geschichte erzählt. Toll, wie die Bedrohung für Rick inszeniert wird und wie eng er dann doch mit den Ereignissen verknüpft ist.

VÖ: 1. September 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-229-4