Sherlock Holmes Chronicles – 43. Das Familienritual / Belladonna



Erster Eindruck: Ein lange gehütetes Geheimnis...

Auch wenn Dr. Watson ziemlich gut über das aktuelle Leben von Sherlock Holmes Bescheid weiß – zu seinem Leidwesen insbesondere über seine Unordnung – ist der Meisterdetektiv über seine Vergangenheit oft sehr verschwiegen. Das ändert sich, als er seinem Kumpanen von einem seiner alten Fälle berichtet, bei dem er seinem alten Freund Reginald bei einem alten Rätsel über seine Familie behilflich ist...

Mit „Das Familienritual“ ist in den Sherlock Holmes Chronicles ein weiterer Klassiker aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle umgesetzt worden, der auch unter dem Titel „Das Musgrave-Ritual“ bekannt ist. Dabei wird wie in der Originalgeschichte auch ein unterhaltsames Intro geboten, das auf die ganz besondere Beziehung zwischen Holmes und Watson eingeht. Danach berichtet Holmes von dem zurückliegenden Fall, was durch einige Rückfragen von Watson aufgelockert wird – was sehr geschickt ist, weil die Erzähltexte so mehr in einen Dialog umgewandelt wurden. Der Fall an sich ist eher schlicht und konzentriert sich ganz auf das gestellte Rätsel der Familie, zeigt dabei sehr gut die durch und durch logische Herangehensweise der bekannten Romanfigur. Vielleicht nicht die stärkste Vorlage, diese wurde aber gut und auf den Kern beschränkt umgesetzt. Daran schießt sich noch eine weitere, neue Kurzgeschichte an: „Belladonna“, das sich um eine äußerst seltene und wertvolle Geige dreht, eine schwarze Stradivari. Die Geschichte um eine geheimnisvolle Dame in Schwarz spielt mit so einigen Motiven, die ein stimmiges Ganzes ergeben. Die ganz große Spannung kommt auch hier nicht auf, durch die mysteriöse Stimmung ist aber eine starke Episode der Serie entstanden.

Olaf Reichmann ist als Reginald Musgrave zu hören, seine ausdrucksstarke Stimme passt sehr gut zu der Figur, zumal er hörbaren Spaß an der Umsetzung hatte. Dennis Schmidt-Foß schafft es, seiner Stimme eine weitere Facette zu entlocken und passt sich sehr gut der vorherrschenden Atmosphäre an. Antje von der Ahe hat mit sehr gut gefallen, durch sie bekommt die Figur der Dame in Schwarz eine sehr präsente Aura. Weitere Sprecher sind Magdalena Turba, Tommi Piper und Assad Schwarz.

Die erste Episode ist noch recht ruhig umgesetzt, schafft aber passende Stimmungen für die unterschiedlichen Szenerien. Deutlich mehr passiert da in der zweiten Episode „Belladonna“, da hier natürlich auch auf der Geige gespielt wird. Die klassischen Klänge sind eine echte Bereicherung für die Folge, die viel an Atmosphäre dazugewinnt.

Ein glitzernder und funkelnder Goldschatz, der von einer juwelenbesetzten Krone getoppt wird, ist auf dem Cover abgebildet, was durch die dunkle Gestaltung des Covers eine sehr gelungene Aura verströmt. Im Inneren gibt es natürlich wieder einen einleitenden Text zu dieser Folge, während eine recht lange Hörprobe zum ebenfalls sehr lohnenden „Eifel-Krimi“ auf der CD vorhanden ist.

Fazit: Zwei sehr unterschiedliche Geschichten, die verschiedene Aspekte des Detektiv beleuchten. Während „Das Familienritual“ sehr reduziert auf ein interessantes Rätsel ist, schafft „Belladonna“ eine sehr düstere Atmosphäre und punktet mit einer sehr gelungenen Auflösung. Beide Episoden haben mir gut gefallen.

VÖ: 18. August 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6045-3