Sherlock Holmes Chronicles – 42. Das verwunschene Haus



Erster Eindruck: Junge Erbin in Nöten

Sherlock Holmes ist ein durch und durch logisch denkender Mensch, sodass ihm der Bericht seiner neuen Klientin zunächst nicht sonderlich überzeugt. Denn in der kleinen Waldhütte, die sie vor kurzem geerbt hat, erklingen unheimliche Stimmen und verändern sich Gemälde. Dennoch nimmt der Meisterdetektiv den Fall an und reist in die abgelegene Kate...

Es ist immer wieder spannend, wie andere Autoren mit der bekannten Figur des Sherlock Holmes umgehen. Manche fügen sehr kreativ eigene Elemente ein und lassen die Figuren in einem anderen Licht erscheinen, andere besinnen sich auf die Ursprünge und finden sich sehr gut in die bereits vorhandenen Stimmungen ein. Mit „Das verwunschene Haus“, welches als 42. Folge der Sherlock Holmes Chronicles vertont wurde, beweist Autor James A. Brett, dass er eindeutig in die zweite Kategorie gehört. Schon der Beginn der Handlung erinnert stark an die Vorlagen von Arthur Conan Doyle, in der die neue Klientin Myra in ruhiger Atmosphäre von den merkwürdigen Ereignissen berichtet. Das ist so konzentriert, dass ein plötzlicher Ausspruch von Watson überraschend kommt und fast wie ein Fremdkörper wirkt. Die Ermittlungen des Detektivgespanns in dem abgelegenen Waldstück lassen die zunächst übernatürlich wirkenden Momente sehr gut zur Geltung kommen und nähern sich in gewohnter Manier langsam an den Kern der Handlung an. Das ist unterhaltsam gelungen, zumal die Auflösung dann sehr gut erzählt ist. Eine sehr runde Folge der Reihe, die sehr unterhaltsam geraten ist.

Kaya Marie Möller gibt sich hier wieder die Ehre und spricht die Rolle der Myra O'Neill mit einer gelungenen Attitüde, wobei sie mit ihren Berichten um die übernatürlichen Ereignisse eine hübsch unheimliche Note mit einbringt. Thomas Petrou hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, seine markante Stimme sorgt als Wilbert Weilberforce für einige sehr eindrucksvolle Momente, in die er viel Energie investiert. Mit Torsten Sense hat sich eine weitere starke Stimme vor das Mikrofon von WinterZeit gesellt, er wirkt in seiner Rolle sehr authentisch. Weitere Sprecher sind Gerald Schaale, Sven Gerhardt und Till Hagen.

Knisternde Kaminfeuer sind ja ein bewährtes Stilmittel in Geschichten von Sherlock Holmes und ist auch hier im Einsatz, wirkt aber schon fast ein wenig zu laut. Die Umsetzung ist insgesamt sehr stilsicher und stellt die Dialoge immer in den Mittelpunkt, wobei diese durch passende Geräusche und stimmungsvolle Musikstücke ergänzt werden.

Das kleine Haus im Wald, das Hauptschauplatz der Handlung ist, ist auch auf dem Cover abgebildet, sodass man sich gleich einen Eindruck hiervon machen kann. Nur spärlich durch die dichten Äste beleuchtet kommt es fast ein wenig verwunschen herüber. Auch die restliche Gestaltung ist wieder sehr stimmig und enthält einen kleinen einleitenden Text von Markus Winter.

Fazit: Viele Elemente und die Stimmung erinnern hier tatsächlich stark an die originalen Geschichten, wobei sich die geheimnisvollen Elemente sehr stimmig einführen. Die unterhaltsamen Ermittlungen schließen mit einer spannenden und überraschenden Auflösung ab. Eine runde Folge mit vielen starken Momenten.

VÖ: 4. August 2017
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6044-6