Tod unter Gurken



Erster Eindruck: Humorvolle Oldschool-Krimis

Nach seiner Pensionierung hat Alfons Friedrichsberg keine Lust auf Müßiggang, wenn er nicht gerade mit seinen Freunden ein üppiges Festmahl zu sich nimmt oder dem Alkohol verfällt, löst er liebend gern Kriminalfälle, mal mit Scharfsinn, mal mit Glück, aber immer mit seiner ganz eigenen Art, die Fälle zu einem Abschluss zu bringen...

Kai Magnus Sting hat sich mit seinen Produktionen mittlerweile einen Namen und Hörspielhörern gemacht und überrascht immer wieder mit ungewöhnlichen und leicht skurrilen Produktionen. Und auch Bastian Pastewka hat schon mit viel Witz in einigen Hörproduktionen mitgewirkt. Beide zusammen sind nun bei „Tod unter Gurken“ zusammengetroffen, mit dem Ziel, ein Hörspiel der klassischen Machart mit ziemlich schrägem Humor zu kombinieren. Herausgekommen sind einige Episoden um Hobbydetektiv Alfons Friedrichsberg, die mit ganz unterschiedlichen Ansätzen beginnen und meist kurzweilig fortgeführt werden. Das ist sehr abwechslungsreich, was auch bei den Auflösungen nicht aufhört – hier waren hörbar kreative Köpfe am Werk, die immer neue Ideen eingebaut haben. Garniert wurde dies mit ziemlich schrägem Humor und teils derben Sprüchen, die mich immer wieder zum Lachen gebracht haben. Dies zieht sich durch das gesamte Hörspiel und endet auch bei den Verbrechen nicht – da werden Leichen falsch zusammengesetzt und unersättliche Kleingartenbesitzerinnen werden recht unschmeichelhaft beschrieben. Die Kürze macht hier die Würze, flott und kurzweilig erzählt wird auch schon zum nächsten Fall übergegangen, die auch durch die wunderbar schrägen Charaktere so gut zur Geltung kommen.

Lediglich vier Sprecher sind hier zu hören, nur Jochen Malmsheimer hat mit Alfons eine feste Rolle zugeteilt bekommen. Diese versieht er mit viel Charme und lässt die Ironie der Figur bestens zur Geltung kommen. Bastian Pastewka beweist einmal mehr seine Wandlungskunst und verleiht jeder ganz spezielle Eigenheiten, lässt aber immer seinen spitzbübigen Humor durchscheinen. Auch Anette Frier hat mir sehr gut gefallen, die weiblichen Rollen bekommen durch sie viel Ausstrahlung verliehen. Kai Magnus Sting, der Autor der Geschichten, ist ebenfalls in einigen Rollen zu hören und hat hörbaren Spaß daran, seine Ideen auch zu vertonen.

Die Umsetzung ist absichtlich „oldschool“ geraten, sodass keine ausgeklügelte Klangkulisse oder verwobene Musik zu hören ist, sondern die Dialoge stets klar im Vordergrund und oft auch für sich allein stehen. Die eingebauten Geräusche verleihen dann aber doch einiges Atmosphäre und lassen die Gespräche lebendiger wirken.

Die beiden CDs sind in einem sehr hübschen und stabilen Digipack verpackt. Das Cover zeigt neben der gezeichneten Hauptfigur auch Fotos der Sprecher, alles ist vor einem nostalgisch wirkenden Farbstrudel zu sehen. Toll ist das kleine Booklet, dass neben einem unterhaltsamen einleitenden Text noch Fotos und Kurzbiographien der Mitwirkenden enthält.

Fazit: Bei den vielen kreativen Köpfen, die hier mitwirken, ist es keine Überraschung, dass eine äußerst schräge und humorvolle Produktion herausgekommen ist. Doch auch die kleinen Krimis und die toll ausgearbeiteten Charaktere sorgen für viel Kurzweil, zumal man allen Sprechern den Spaß an der Sache deutlich anhört.

VÖ: 20. März 2017
Label: Der Hörverlag
Bestellnummer: 978-3-8445-2592-2