Sherlock Holmes Chronicles – 41. Der Fluch von Blackwood Castle



Erster Eindruck: Düstere Gestalten in altem Gemäuer

Ein ganzer Landstrich in Schottland glaubt daran, dass Werwölfe die Gegend terrorisieren. Und so wird auch bald Sherlock Holmes auf den Fall aufmerksam und reist mit Dr. Watson auf das alte Gemäuer Blackwood Castle. Holmes zweifelt keine Sekunde, dass es sich um kein übernatürliches Phänomen handelt. Doch als er selbst einem der Wesen gegenübersteht, macht er einige wichtige Entdeckungen...

Die Verbindung von der durch und durch rationalen Figur des Sherlock Holmes und scheinbar übernatürlichen Phänomenen stand bei Sir Arthur Conan Doyle, dem Erfinder der berühmten Figur, nur ab und an im Vordergrund, ist aber durchaus reizvoll. Dies beweist auch die 41. Folge der Sherlock Holmes Chronicles, in der sich der Meisterdetektiv mit dem Werwolfmythos auseinandersetzen muss. Dafür wurde eine hübsch düstere und unheimliche Atmosphäre geschaffen, die sich schnell auf den Hörer überträgt. Besondere Highligts sind dabei immer wieder das Auftauchen der Bestien, die die Spannungskurve nach oben schnellen lassen, aber eben auch neue Hinweise für die Lösung des Falles bieten. Auch hier gelingt es Holmes in seiner typischen Art, kleinste Details zu logischen Schlussfolgerungen zusammenzuführen und so die Tat zu entschlüsseln, was sehr gut erzählt wurde. Auch das Konstrukt hinter dieser Folge hat mir sehr gut gefallen, da es verschiedenen Komponenten vereint und gar nicht so leicht zu durchschauen ist, obwohl genügend Hinweise gestreut wurden. So gefällt mir diese Reihe richtig gut!

Tom Jacobs ist natürlich als Dr. Watson mit dabei und stellt die bekannte Figur wieder sehr charmant dar, passt sich aber auch der düsteren Atmosphäre an. Besonders in den Erzähltexten fährt er den humoristischen Anteil zurück und sorgt für eine intensive Stimmung. Roland Hemmo ist als Lord Arthur ebenfalls sehr stark, mit seiner markanten Stimme sorgt auch er dafür, dass sich die Geschichte noch mehr verdichtet. Uschi Hugos unverwechselbarer Klang passt sich ebenfalls sehr gut an die düstere Handlung an und ist wunderbar undurchsichtiger. Weitere Sprecher sind Kaspar Eichel, Boris Tessmann und Michael Iwannek.

Ein altes Schloss, nächtliche Szenen, Werwölfe, die jagend durch die Gänge streifen – genau das hat Winterzeit auch akustisch sehr gut umgesetzt, aber dabei nicht zu dick aufgetragen. Die Stimmung wird insbesondere durch die vielen eingebauten Musikstücke erzeugt, aber auch die Geräusche und Klangeffekte sorgen für eine lebendige und düstere Atmosphäre.

Herrlich atmosphärisch ist auch das Cover gelungen, das herrschaftliche Schloss ragt düster empor, von Nebelschwaden umgeben, davor ein kleiner Friedhof mit schlichten Kreuzen, einer düsteren Gestalt und einem Hirschen, darüber ein Schwarm Raben – sehr unheimlich und stimmig! Schön, dass es im Inneren wieder einen kleinen, unterhaltsamen Text von Markus Winter gibt.

Fazit: Die Handlung ist spannend, kurzweilig erzählt und gut konstruiert. Das spricht an sich schon einmal für ein gelungenes Hörspiel, wird aber auch noch durch eine intensive Atmosphäre unterstützt. Die Kombination aus logischen und deduktiven Elementen und dem mystischen Einschlag sorgen für sehr gute Unterhaltung.

VÖ: 7. Juli 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6043-9