Danger – 11. Bestimmung



Erster Eindruck: Mysteriöses Endzeitszenario

Die Welt steht am Abgrund, die Zivilisation ist größtenteils zusammengebrochen, jeder muss für sich allein einstehen. In dieser Situation müssen sich auch Evelyn und ihre Tochter Emma durchschlagen und sind auf der Suche nach einer sicheren Unterkunft. Doch nach einem Unfall ist ihr Auto nur noch Schrott, sodass sie nicht weiterkommen. Und dann setzen bei beiden auch noch merkwürdige Träume ein...

Missgunst, offene Feinseligkeit, der Zusammenbruch der Zivilisation – die elfte Folge von Danger präsentiert ein Endzeitszenario, das bei der aktuellen politischen Situation nicht mehr ganz unwahrscheinlich wirkt. Mitten drin sind gleich mehrere Charaktere, die man im Laufe der Zeit immer besser kennenlernt, aus deren Leben man erfährt. Zunächst wird erst einmal auf die deutlich verschärfte Situation eingegangen, in der sowohl Medien und Kommunikation als auch die Regierung kollabiert sind. Es gibt dabei vieles zu entdecken, und auch die Charaktere sind dabei gut eingebunden und mit interessanten Hintergrundgeschichten versehen. Besonders, wenn jeder von Ihnen grausame Träume bekommt, die sich mit ihrem eigenen Leben beschäftigen und ziemlich apokalyptisch wirken, zieht die Stimmung der Folge noch einmal an. Doch leider wirkt das Ganze gerade dadurch auch recht konfus, nicht alles kann der Hörer gut einsortieren – zu schnelle Wechsel, zu viele unterschiedliche Sequenzen, zu unübersichtliche Zusammenhänge. Und auch das Finale konnte mich nicht so recht überzeugen, zwar passt es in die vorher aufgebaute Schreckensszenerie, wirkt dann aber doch zu dick aufgetragen. So bleibt von diesem Mystery-Hörspiel nur ein solider Eindruck, aus der bedrückenden Stimmung und der kreativen Situation hätte man durchaus noch mehr herausholen können.

Luisa Wietzorek ist in der Rolle der Emma zu hören, ihre unverkennbare Stimme nimmt hier sehr unterschiedliche Klänge an und setzt so jede Szene sehr intensiv und eindringlich um. Besonders zum Finale wird sie sehr stark, zumal auch ihre Entwicklung gut erkennbar ist. Arianne Borbach spricht ihre Mutter Evelyn, und auch sie hinterlässt einen sehr positiven Eindruck, indem sie jedes einzelne Wort gekonnt betont und ihrer Rolle so viel Ausstrahlung verleiht. Erzähler ist Douglas Welbat, der eine dröhnende und dramatische Sprechweise gewählt hat und so nicht nur eine sehr kurzweilige Performance abliefert, sondern auch die Stimmung der Szenen noch einmal steigert. Weitere Sprecher sind Markus Pfeiffer, Detlef Tams und ein Uve Teschner in Hochform.

Akustisch wurde hier eine sehr gute Leistung abgeliefert, sodass die düstere Zukunftsvision sehr gut zur Geltung kommt. Dräuende Melodien im Hintergrund, Geräusche, die auch mal etwas lauter sein dürfen, leicht verzerrte Stimmen in den Traumsequenzen – das passt alles gut zusammen und sorgt für eine gekonnte Klangkulisse, vor der sich die Dialoge gut entfalten können.

Fast schon puristisch ist auch dieses Covermotiv der Serie geworden, die schwarz-weiße Fotografie eines brennenden Hauses ist gut auf die Handlung abgestimmt, ohne zu viel von der Handlung zu verraten. Die rote Rahmengestaltung mit dem schlichten Logo ist gut darauf abgestimmt, während das Innere bis auf die üblichen Produktionsinformationen keine weiteren Extras enthält.

Fazit: Der Beginn ist vielversprechend, und diese düstere Szenerie baut sich über die gesamte Handlung hinweg immer weiter aus. Leider franst die Geschichte teilweise aus und will zu viel auf einmal erzählen, bei den vielen Charakteren mit ihren Visionen, den schnellen Schnitten und der nicht konsequent erzählten Handlung kann man schon mal den Überblick verlieren.

VÖ: 6. Januar 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-20-0