Das dunkle Meer der Sterne - 5. Daedalus II



Erster Eindruck: Ein geheimnisvoller Retter...

Kim und Captain Moon sind auf dem abgelegenen Planeten in der Gewalt der mächtigen Kaiserin Valea und werden grausam verhört und schließlich zum Tode verurteilt. Nur der neue Hinweis auf ihren Großvater erhält Kim einen Funken Hoffnung. Erst im letzten Moment erhalten die beiden Hilfe von einer unerwarteten Seite...

Schon der erste Teil von "Daedalus" aus der "Das dunkle Meer der Sterne"-Reihe überzeugte mit einer durchdachten Geschichte und neuen, interessanten Figuren. Und dennoch ist der zweite Teil noch besser gelungen. Die Kaiserin Valea birgt viel Potential zu einer der interessantesten Gegenspielerinnen zu werden, und auch ihr Sohn Jeremy ist in dieser Folge undurchsichtig. Mit vielen, geschickt eingestreuten Informationen lernen wir die beiden auf verschiedenen Ebenen umfassend kennen, sodass sie sehr lebendig und real wirken. Doch auch mit Kim und Captain Moon geht es weiter, während gegen Ende eine neue Ära für die Serie eingeläutet wird. Dass wie nebenbei noch eine interessante und spannende Geschichte erzählt wird macht das Hörvergnügen komplett. Schön ist, dass eine gelungene Mischung aus Anspruch und Lockerheit gefunden wurde. Rundum positiv ist dieses Hörspiel also zu sehen, um das Interesse an der Serie aufrecht zu erhalten wäre es allerdings von Vorteil, die nächste Folge vielleicht noch in diesem Jahr zu veröffentlichen.

Bei den Sprechern wird nicht so sehr auf bekannte Namen gesetzt, professionell und mit dem nötigen ernst dabei sind aber alle. Stephanie Harrer gibt als Valea ihr Hörspieldebüt, und meistert die Rolle der zwiespältigen Herrscherin ganz hervorragend. Besonders der Widerspruch zwischen Härte und Verletzlichkeit bringt sie wunderbar herüber. Toll ist auch Sabine Kuse, die das sprechende Raumschiff Vimana mit einigem Witz in der Stimme darstellt. Auch Barnhard Selker ist als Captain Moon eine sehr gute Wahl, der dem Charakter zusätzliche Tiefe verleiht. Weitere Sprecher sind Katja König, Ralf Okunick und Berry Vitusek.

Ruhige, fast zarte Melodien und wenige, aber gezielte Geräusche sorgen dafür, dass die Geschichte nicht von Effekten überladen wirkt und sind der Beweis, dass gute, anspruchsvolle Science Ficiton auch ohne bombastische Sounds auskommt und trotzdem rund wirken kann.

Die Coverillustration ist dieses mal leichter zugänglich als die von "Daedalus I" und überzeugt auch auf den ersten Blick mit einem faszinierenden Weltraumpanorama. Abgerundet mit dem typischen Pandoras Play-Rahmen kommt ein schönes Cover heraus.

Fazit: Mit "Daedalus II" gelingt ein spannender und vielschichtiger Umbruch in der Serie und führt diese in eine neue Stärke. Weiter so!


Das dunkle Meer der Sterne - 4. Daedalus I



Erster Eindruck: Gefahr auf einem neuen Planeten

Immer noch auf der Suche nach Kims Großvater landen sie und ihr Begleiter Captain Moon auf einem abgelegenen, kaum entwickelten Planeten. Auf einem Stadtfest verlieren sich die beiden, und Kim trifft auf einen Jungen, der sie sofort fasziniert, während Joshua Moon Erkundigungen über den Planeten einholt. Alles scheint friedlich, doch die Welt wird von einer allmächtigen Premierministerin beherrscht...

Nach einer etwas längeren Pause geht es mit "Das dunkle Meer der Sterne" gleich mit dem Zweiteiler "Daedalus" weiter. Während die angenehm ruhige, fast zauberhafte Grundstimmung der ersten drei Teile beibehalten wurde, ist die Story merklich anspruchsvoller geworden. Neu hinzugekommen sind die weitreichenden politischen Verwicklungen, die sich auf dem Planeten abspielen. So lauschen wir lange Strecken über Gesprächen der Ministerin, während Kim und Captain Moon etwas in den Hintergrund geraten und ihre Geschichte nicht mehr allein im Vordergrund steht. Ich sehe das durchaus als Bereicherung, da eine völlig neue Ebene erreicht wird. Besonders, da die neuen Figuren einige äußerst interessante Aspekte einbringen und die Chance haben, einen zusätzlichen Spannungsbogen über mehrere Folgen zu bilden. Der erste Teil von "Daedalus" ist in jedem Fall spannend, unterhaltsam und gut produziert, sodass man direkt den zweiten Teil hören möchte.

Katja König, die Sprecherin von Kim Hunter, hat eine faszinierende Stimme, die zwischen Jugend und Weisheit, Gefühl und Härte wechseln kann und einen Zauber innehat, den man selten zu hören bekommt. Premiere in der Serie hat René Dawn-Claude, der Jeremys vielschichtigen und bemerkenswerten Charakter hervorragend darstellt. Erzähler Andreas Bötel führt mit einer schönen Betonung durch die Handlung. Weitere Sprecher sind Bernhard Selker, Berry Vitusek und Katja Behnke.

Musik wird eher spärlich eingesetzt, was den momentanen Trend bei Science Fiction-Hörspielen entgegensteuert. Der Hauptaugenmerk liegt hier eindeutig auf den Sprechern, die von einigen Geräuschen begleitet werden. In den Szenenübergängen, in denen Musik eingespielt ist, ist diese sehr passend eingeführt und wirkt angenehm.

Das Cover ist leider etwas zwiespältig zu sehen: Der Rahmen gefällt mir außerordentlich gut und ist stimmungsvoll, die Illustration hingegen hat den Flair einer schnellen Computeranimation, auch wenn auf den zweiten Blich viele Details zu erkennen sind und diesem Eindruck wiedersprechen. Ob sich Hörspielfreunde im Laden unter diesen Voraussetzungen allerdings zu Spontankäufen animieren lassen, darf bezweifelt werden.

Fazit: "Das dunkle Meer der Sterne" von Pandoras Play hat die Kreativpause sehr gut getan, einiges an Anspruch ist dazugekommen, während der lockere Ton und die schöne Atmosphäre geblieben sind. Weiter so!