Twilight Mysteries – 6. Kregula



Erster Eindruck: Auf den Spuren der Germanen...

Dr. Zephyre, Nina Sallenger und Dave Edwards machen sich auf den Weg nach Deutschland, nachdem der Mitarbeiter des paranormalen Wissenschaftler von einem alten Freund um Hilfe gebeten wurde. Denn in der Gegend verschwinden immer öfter Menschen spurlos. Einen ersten Hinweis kann Karl selbst geben, denn immer wieder tauchen Berichte einer riesigen Krähe auf...

Nachdem sich Twilight Mysteries in der vorigen Folge insbesondere um Elisabeth, die aus dem Koma erwachte Frau von Dr. Zephyre, gedreht und so die Rahmenhandlung der Serie vorangetrieben hat, ist „Kregula“ nun eher in sich abegschlossen – auch wenn die Serie natürlich einige Handlungsfäden aufgreift und beispielsweise Daves neu entdeckte übernatürliche Kräfte in den Fall mit einbezieht. Das Setting in Deutschland ist kein Zufall, sondern bringt gleich zwei wichtige Elemente mit ein. Einerseits hat immer wieder die germanische Götterwelt mit ihren mysteriösen Runen großen Einfluss auf die Handlung. Das bringt eine ganz besondere Stimmung mit ein und vermittelt ganz nebenbei noch viel Wissen über diese faszinierende Mythologie. Andererseits wird noch auf eine ganz andere Geschichte Bezug genommen, die Hörern von Dreamland Grusel sehr bekannt vorkommen dürfte, hier werden die Hintergründe näher beleuchtet und fortgeführt. Doch auch ohne Kenntnisse von „Im Bann der Teufelskrähe“ kommt man in den vollen Genuss dieser Geschichte, denn die wichtigste Stichpunkte werden von den Protagonisten geliefert. Und so wird eine sehr stimmungsvolle Geschichte erzählt, deren Stimmung sich immer weiter steigert und die mit vielen interessanten Elementen versehen ist. Gerade gegen Ende zieht die Dramatik noch einmal weiter an und wird zu einem mittlerweile als typisch zu bezeichnenden Finale mit Knalleffekt, was diese gelungene Geschichte sehr gut abschließt.

Kim Hasper ist als Dave Edwards auch hier wieder sehr überzeugend, seine lebendige Sprechweise und sein charmanter Ausdruck lassen die Figur in „Kregula“ sehr nahbar, sympathisch und witzig wirken. Patrick Bach ist als Karl Zorn ebenfalls eine gute Wahl, mit viel Schwung setzt er seinen Charakter sehr sicher um und verleiht ihm einige interessante Züge. Mia Maronist als Sarah zu hören und legt viel Energie in die Umsetzung ihrer Szenen. Weitere Sprecher sind Dark Hardegen, Markus Raab und Tom Steinbrecher.

Akustisch hat das Produktionsteam hier wieder einiges aufgefahren und eine dynamische Umsetzung für die Handlung geschaffen, die den Spannungsbogen gut nachzeichnet. So sind die Geräusche mal für eine leise Szenerie im Hintergrund eingesetzt, können aber in den richtigen Szenen auch mal ordentlich aufdrehen und gemeinsam mit der gut ausgewählten Musik die Stimmung beeinflussen.

Das Cover gibt mit wenigen Mitteln eine sehr geheimnisvolle Stimmung wieder. Zu sehen ist ein teil mit Moos überzogener Ast, in den ein einfaches Zeichen eingeritzt ist, welches sich spätestens nach dem Hören dieser Folge als germanische Rune entpuppt. Der laubbedeckte Hintergrund und die dezente, aber ansehnliche Rahmengestaltung ergeben zusammen ein sehr gelungenes Cover, welches gut zu der Folge passt.

Fazit: Der Bogen zu „Im Bann der Teufelskrähe“ und die Einbindung der germanischen Mythologie und des Nibelungenlieds sind nur einige der lohnenswerten Elemente dieser Folge. Alles ist stimmig zusammengefügt und mit einer spannenden und abwechslungsreichen Geschichte versehen, die mir wirklich sehr gut gefallen hat.

VÖ: 12. Mai 2017
Label: Maritim
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