Pater Brown – 52. Das Rätsel der schwarzen Nonne



Erster Eindruck: Ermittlungen im Sanatorium

Pater Brown macht sich auf bitten eines Gemeindemitgliedes auf in das Sanatorium in Manderley Cove, da sich eine alte Freundin, die dort als Rezeptionistin arbeitet, seit langem nicht gemeldet hat. Auch ihre Tochter Lucy ist in großer Sorge und ist sehr dankbar für die Hilfe des Geistlichen. Doch ansonsten stößt ihm viel Misstrauen entgegen, was seine Recherchen deutlich erschwert...

Oft haben die Geschichten um Pater Brown einen religiösen Bezug, schließlich ermittelt auch ein Geistlicher in den unterschiedlichsten Fällen. Auch in den neu erdachten Geschichten, die für Maritim umgesetzt werden, ist dies mal mehr, mal weniger der Fall. „Das Rätsel der schwarzen Nonne“ klingt zwar nach Ermittlungen im Kloster, die genannte Gestalt kommt aber nur am Rande vor. Die Handlung startet eher gemächlich und lässt sich viel Zeit, die verschiedenen Charaktere und die Grundsituation vorzustellen, was unterhaltsam gelungen ist. Doch auch die Ermittlungen kommen nur langsam voran, immer werden dem Ganzen nur kleine Puzzlestücke hinzugefügt. Und auch die Auflösung kommt nur sehr verzögert beim Hörer an, sodass die Spannung immer wieder nachlässt. Die 70 Minuten Laufzeit des Hörspiels wirken insgesamt zu lang für die erzählte Geschichte. Diese wird am Ende dann aber wieder stark und präsentiert eine Auflösung, mit der man so nicht unbedingt gerechnet hätte und zwar nicht durchgängig logisch, aber dafür interessante dargeboten wird. Schade, dass der Mittelteil so sehr in die Länge gezogen wurde, so hinterlässt diese Folge leider nur einen soliden Eindruck.

Marie Bierstedt ist in der Rolle der Lucy Paxton zu hören, ihre sanfte und helle Stimme passt sehr gut zu der Figur, zumal sie die Sorge um ihre verschwundene Mutter sehr gefühlvoll in Szene setzt und auch im Finale einen sehr markanten Eindruck hinterlässt. Michael Bideller spricht hier Dr. Frank Enderby und hinterlässt einen guten Eindruck, da er eine facettenreiche und prägnante Sprechweise an den Tag legt. Auch Uschi Hugo hat mir gut gefallen, sie spricht die Dr. Kim Warden sehr dynamisch und passt sich gut der Szenerie an. Weitere Sprecher sind Helmut Krauss, Sascha Rotermund und Bodo Wolf.

Die akustische Umsetzung dieser Folge ist unauffällig und natürlich gelungen, die verschiedenen Klänge sind gut aufeinander abgestimmt. Dabei spielt die Musik nur eine untergeordnete Rolle, ist aber passend ausgewählt und setzt auf passende Melodien. Die Geräusche sorgen für einen glaubwürdigen Eindruck der verschiedenen Szenen und lassen diese greifbarer erscheinen.

Der Pater ist in weißem Gewand, die Arme grüßend erhoben, vor einigen afrikanischen Ureinwohnern zu sehen, die festlich geschmückt sind. Das Ganze hat rein gar nichts mit der Handlung zu tun und ist einer der bekannten Verfilmungen entnommen. So passend ich die schwarz-weißen Fotografien für diese Serie auch finde, hier hätte man sicherlich noch ein anderen Motiv gefunden.

Fazit: Nach einem gut erzählten Auftakt, der Charaktere und Situation umfassend vorstellt, ist der Mittelteil leider zu lang geraten und kann die Spannung nicht durchgängig halten. Zu oft hat man das Gefühl, dass gleich die Auflösung kommen müsse, wobei dann aber doch nicht viel dabei herauskommt. Dafür ist die Auflösung dann wieder gut erzählt und schließt die Folge gekonnt ab.

VÖ: 28. April 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-33-0