Die schwarze Sonne – 14. Dem Tode nah



Erster Eindruck: 1893 und 2033

Die Weltausstellung 1893 in Chicago war ein großes Spektakel und hat wegen seiner technischen Innovationen zahlreiche Besucher angezogen. Zu verdanken war dies auch Nicola Tesla, der für die Stromversorgung verantwortlich ist. Besuch bekommt er von Nathaniel de Solis, der vehement eine alte Schuld bei ihm einfordert – sehr zur Verwunderung seines Begleiters Adam Salton...

Große Spannung herrschte vor der 13. Folge von „Die schwarze Sonne“, schließlich wurde hier der Handlungsstrang zunächst abgeschlossen. Doch genauso gespannt durfte man auf die nachfolgende Folge 14 sein, denn schließlich war unklar, an welchem Punkt die Handlung ansetzen würde. Nun ist klar, dass nicht nur auf Adam Salton gesetzt wird, sondern auch Nathaniel wieder ein fester Bestandteil der Serie sein würde. Ihr Besuch bei Nicola Tesla versprüht nicht nur viel historischen Charme des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der Weltausstellung in Chicago, sondern setzt auch eine sehr eindringliche Handlung um. Nachdem nun klar ist, wie die Zeitsprünge in der Serie umgesetzt werden, ist dies auch alles gut verständlich, ohne diese wunderbar geheimnisvolle Ausstrahlung der Serie zu vernachlässigen. Denn wie Adam es in der Handlung beschreibt, wird auch der Hörer voll in den Dialog zwischen Nathaniel und Nicola hineingezogen, ist von dessen Entwicklung fasziniert und lernt Adams Begleiter von einer anderen, unnachgiebigen und fordernden Seite kennen – und wird zum Schluss in ein packendes Finale hineingezogen. Doch danach ist noch lange nicht Schluss, es folgt ein langer Monolog einer gewissen Sarah über Nahtoderfahrungen, welches halb wissenschaftlich, halb leidenschaftlich vorgetragen wird. Dieser Part ist etwas losgelöst von der sonstigen Handlung, aber sehr eindrucksvoll, intensiv und voller Leidenschaft berichtet, sodass er mich völlig gefesselt hat. Zwei sehr unterschiedliche Teile, die „Dem Tode nah“ da anbietet, doch beide haben mich gefesselt und betonen die große Qualität dieser Serie, auch nach dem Abschluss des ersten Handlungsstrangs.

Jennifer Frank ist in der Rolle der Sarah im zweiten Teil der Serie die einzige Stimme, die erklingt. Es ist ihrer sehr eindringlichen Sprechweise zu verdanken, ihrem lebendigen Ausdruck und ihrer gefühlsbetonten Aussprache, dass dieser Teil so gelungen ist und die Inhalte ungefiltert beim Publikum ankommen. Torsten Weis ist in der Rolle des bekannten Nicola Tesla zu hören, dessen kraftvolle Aura für einige eindrucksvolle Momente sorgt und der damit wunderbar in die Serienatmosphäre passt. Auch Jürgen Holdorf hat mich als Jack Moore überzeugt, er spielt seine ganze Professionalität aus, um seine Figur zur Geltung zu bringen. Weitere Sprecher sind John Wesley, Anne Moll und Christa Krings.

Die akustische Umsetzung der Serie hat nichts von ihrer Dynamik verloren, wieder schwillt die Intensität von Musik und Sounds zusammen mit der Handlung an und wieder ab. Auch der ziemlich ruhige zweite Teil mit dem langen Monolog ist sanft, aber sehr gelungen in Szene gesetzt und unterstreicht dabei die Gefühlsregungen von Sarah auf sehr passende Weise.

Das Cover ist eine kleine Überraschung und weicht deutlich von den technisch wirkenden Zeichnungen der vorigen Folgen ab, um ein christlich inspiriertes Bild samt Engeln, betenden Menschen und einem hellen Licht zu zeigen – ungewöhnlich, und sehr ansehnlich. Im Inneren wurde das bekannte Bild von Nathaniel und Adam ausgetauscht, um eine sehr gelungene Zeichnung in schwarz-weiß zum zweiten Teil der Handlung zu zeigen.

Fazit: Die 14. Folge der schwarzen Sonne verbindet einen Blick in die Vergangenheit mit einem möglichen Ausblick auf die Zukunft. Während der erste Teil in gewohnter Manier und wieder spannend und dramatisch umgesetzt ist, ist der nachfolgende Bericht ungewöhnlich, aber auch sehr faszinierend – zumal man eine Ahnung bekommt, in welche Richtung sich der zweite große Handlungsstrang entwickeln wird.

VÖ: 4. August 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-93-4