Edgar Wallace löst den Fall – 3. Der schwarze Armbrustschütze



Erster Eindruck: Bedrohung durch zischende Pfeile...

Die Bewohner des traditionsreichen Landsitzes Caxton Manor sind in Angst und Schrecken, denn ein unheimlicher Bogenschütze attackiert immer wieder die Familienmitglieder. Chiefinspector Bliss wird zu Rate gezogen und verschafft sich erst einmal einen Überblick über die Situation, doch schon bald steht der nächste Angriff bevor. Dabei gibt es eine seltsame Forderung: Die Familie soll das Haus im Kürze verlassen...

Winterzeit hat eine neue Serie rund um die Geschichten von Edgar Wallace gestartet, die allerdings nicht die Originale umsetzt, sondern neue Handlungen nach Motiven des bekannten Krimiautors erzählt. Schon nach kurzer Zeit ist auch die dritte Folge entstanden, die sich dieses mal an der Geschichte „Der grüne Bogenschütze“ orientiert und viele bekannte Elemente aus den Wallace-Romanen enthält: Eine geheimnisvolle Gestalt, ein altes, herrschaftliches Gemäuer, ein sehr reduzierter Kreis an Verdächtigen – so kommt schnell das Flair der Vorlagen auf. Und auch die Geschichte ist gut strukturiert und kurzweilig erzählt, die Ermittlungen werden in angenehmen Tempo vorangetrieben, sodass es nicht langweilig wird und der Hörer dennoch Gelegenheit hat, das Ganze für sich selbst zu ordnen. Bliss gibt dabei immer wieder einen Schubs in die richtige Richtung und erzählt, wie ähnliche Vorgänge in den Wallace-Romanen aufgelöst werden. So ist das Finale dann auch keine ganz große Überraschung, aber sehr stimmig in Szene gesetzt. Die Charaktere sind dabei gut ausgearbeitet und ein wenig überspitzt dargestellt, sodass sie genügend interessante Eigenheiten haben, um die Handlung zu bereichern. Eine gelungene Folge der Serie, die allerdings etwas zu leicht zu durchschauen ist.

Erzähler Rainer Gerlach bringt wieder viel Stimmung in die Handlung mit ein und gestaltet seine Texte atmosphärisch und lebendig. Michael Pan ist in der Rolle des Ashwood Blair zu hören, er investiert viel Energie in die Rolle und verleiht ihr einen leicht skurrilen und passenden Ausdruck. Und wo ein alternder, unfreundlicher Schlossherr benötigt wird, darf Jürgen Thormann natürlich nicht fehlen, auch in dieser Erzählung fühlt er sich in der Rolle hörbar wohl und grantelt wunderbar abweisend vor sich hin. Weitere Sprecher sind Dirk Petrick, Alice Bauer und Johannes Berenz.

Die Macher konzentrieren sich hier insbesondere auf die Sprecher und ihre Dialoge, die akustische Umsetzung ist eher sacht angebracht. Durch die kleinen Melodien, die als Szenenübergang eingesetzt sind, und die passenden Geräusche entsteht dennoch eine stimmige Atmosphäre. Dabei kommt die Stimmung auf dem alten Landsitz besonders gut zur Geltung.

Natürlich ist auch hier wieder die Gestaltung in einem kräftigen Orange gehalten, die sich neben dem Cover auch im Inneren fortsetzt und so einen einheitlichen Look erhält. Eine Armbrust ist als Motiv für das Titelbild ausgewählt worden und hebt sich in dunklen Farben deutlich ab, während die gewählte Schrift hell und leicht gelblich ist, sodass sich alles gut lesen lässt.

Fazit: Viele stimmige Elemente aus den Wallace-Romanen wurden hier neu zusammengestellt und zu einem stimmigen Ganzen zusammengesetzt. Dabei sind die Charaktere sehr prägnant umgesetzt und sorgen für einige eindrucksvolle Momente. Die Auflösung deutet sich zwar im Laufe der Zeit an, ist aber mit genügend interessanten Wendungen versehen.

VÖ: 12. Mai 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-945624-91-3