Sherlock Holmes Chronicles – 39. Die Rache des Pharao



Erster Eindruck: Aufregung im British Museum

Von übernatürlichen Phänomenen hält Sherlock ja bekanntlich ziemlich wenig. Und so schenkt er auch Sir Edward Thompson, dem Direktor des British Museum, wenig Glauben, als dieser von der Mumie berichtet, die scheinbar im den weiten Räumen umherwandert – und einen jungen Archäologen umgebracht haben soll. Und so macht er sich selbst einen Eindruck vom Tatort...

Bereits in den Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle hatte Sherlock Holmes einen Hang zum Sarkasmus, James A. Brett hat dies in seiner Erzählung „Die Rache des Pharao“ noch weiter ausgebaut und stattet den Meisterdetektiv mit äußerst schlechter Laune aus. So bringt er immer wieder ziemlich bitterböse Spitzen gegen seine Gesprächspartner und muss sogar von Watson zurechtgewiesen werden, was den humorigen Faktor der Serie deutlich steigert. Doch auch der Fall an sich ist unterhaltsam und gut auf die bekannten Figuren zugeschnitten. Denn wieder ist es die genaue Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, die unterhaltsam dargeboten ist und die bekannte Figur gelungen ausformt. Es werden in recht langen Dialogen viele Details offenbart, sodass auch der Hörer einige Rückschlüsse ziehen kann. Ein Verdacht verdichtet sich dann immer weiter, in einer typischen Auflösungsszene wird der Täter dann überführt – allerdings mit einem recht merkwürdig anmutenden Trick, der nicht so recht zum Rest der Handlung passen will. Dennoch ist hier eine gute und klug durchdachte Folge entstanden, die mit einem Hauch des Mysteriösen spielt und einen Holmes in Hochform präsentiert.

Dieser wird hier wieder vom wundervollen Till Hagen gesprochen, der den Meisterdetektiv hier mit einem immer leicht ironischen Unterton ausstattet und die sarkastischen Kommentare sehr treffsicher spricht. Dietmar Wunder hat mir als Sir Edmund ebenfalls sehr gut gefallen, seine intensive und variable Stimme verleiht jeder Szene eine ganz besondere Aura. Eine sehr gute Leistung hat auch Ulrike Stürzbecher abgeliefert, denn auch wenn ihr Charakter nur wenige Minuten vorkommt, hat sie ihn mit ihrer lebendigen Sprechweise ins rechte Licht gerückt. Weitere Sprecher sind Hans-Eckart Eckardt, Jürgen Thormann und Reinhard Kuhnert.

Akustisch ist diese Folge wieder sehr stimmig umgesetzt, wirkt aber etwas reduzierter als andere Episoden der Serie. So liegt die Konzentration klar auf den vielen Dialogen, während die Geräuschkulisse stimmige Szenarien schafft und einige Handlungen untermalt. Die dezente Musik fügt sich sehr gut in dieses Bild ein und verstärkt den Ausdruck der Folge.

Auf dem Cover ist in erdigen Tönen ein an die Wand gelehnter, geöffneter Sarkophag zu sehen, während die Mumie nur von der Seite zu sehen ist und so vielem der Fantasie des Betrachters überlassen ist. Ein stimmiges Motiv mit vielen Details, welches auch im Inneren noch einmal wiederholt wird. Ziemlich kreativ ist der Hinweis auf die eigene Homepage, auf der man sich ein alternatives Ende für diese Handlung anhören kann.

Fazit: Ein Hauch Mystik, ein spöttelnder Detektiv und eine gut durchdachte Story - „Die Rache des Pharao“ ist eine weitere gute Folge der Serie und bringt frischen Wind in die Erzählungen. So gibt es neben dem typischen Flair der Figuren auch einige neue Elemente, die sich stimmig einfügen.

VÖ: 19. Mai 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-9606-6041-5