Larry Brent – 12. Die Insel



Erster Eindruck: Dämonen und Medien

Gerade noch mit letzter Not kann sich ein Schiffbrüchiger auf eine einsame Insel retten und trifft dort auf weitere Überlebende des Unglücks. Doch ihr Überleben wird nicht nur durch die Wildnis bedroht, auch andere Wesen sorgen für einen harten Überlebenskampf. Währenddessen versucht Larry Brent weiterhin, die spurlos verschwundenen medial begabten Menschen zu finden...

Larry Brent ist ein wahrer Klassiker unter den Hörspielen für Erwachsene, mittlerweile gibt es gleich mehrere Umsetzung, die auf den Heftromanen aufbauen. Mit der zwölften Folge endet nun aber die Serie aus rechtlichen Gründen – was äußerst schade ist, wie diese Episode beweist. Denn die zu schnelle und lückenhafte Vorgängerfolge ist einem gut strukturierten und spannendem Verlauf gewichen, die wieder richtig Spaß macht. Sicherlich sind auch hier Vorkenntnisse der bisherigen Handlung unerlässlich, man sollte einige Details noch sehr präsent haben, um der Handlung wirklich folgen zu können. Die die verschiedenen Erzählebenen funktionieren sehr gut miteinander, sind dynamisch eingebracht und werden auch wieder zusammengeführt, sodass ein stimmiges Ganzes entstanden ist. Dabei schaffen insbesondere die Szenen auf der Insel nach dem Schiffbruch sehr unheimliche und stimmungsvolle Momente, die sich im Laufe der Zeit immer weiter steigern. Schön für Fans der Serie ist es dann, dass dann doch so etwas wie ein abschließendes Ende gefunden wurde, auch wenn noch einige Teilbereiche offen gehalten sind. Schade, dass diese starke Larry Brent Serie nur wegen rechtlicher Querelen eingestellt werden muss.

Timo Moeseritz ist in der Rolle des Larry Brent auch hier sehr gut besetzt. Seine Stimme hat ein gewisse Anziehungskraft, er zieht damit die Hörer auf seine Seite und lässt sie mit der Titelfigur mitfiebern. Andrea Wick ist als Morna zu hören, sie passt sehr gut in die Szenerie der Serie und setzt mit ihrer Stimme immer wieder kleine Akzente. Erzählerin Brigitte Carlsen hat mir sehr gut gefallen, sie schafft in ihren Szenen eine intensive Stimmung und hält dabei die Spannung aufrecht. Weitere Sprecher sind Herbert Schäfer, Vera Teltz und Tommi Piper.

Akustisch hat sich die Serie von der inszenierten Lesung zum reinen Hörspiel entwickelt und überzeugt auch hier mit einer lebendigen Geräuschkulisse. So bekommt jede Szene einen eigenen Klang und kann so seine Wirkung noch besser entfalten. Auch die Musik ist stimmig dazu eingebaut und steigert die Dramatik und die Spannung der Szenen, auch die Szenenwechsel werden flüssiger gestaltet.

Das Cover ist sehr nostalgisch gestaltet und ist in leicht verschwommenen Zeichenstil gehalten. Zu sehen ist eine Szenerie mit einem abgestürzten Flugzeug, einem Mann mit Aktenkoffer und einem der Schlangendämonen vor einem angedeuteten Urwald. Das Innere ist wieder übersichtlich gestaltet, enthält als kleinen Bonus noch einen lesenswerten Text zum Ende der Serie auf dem Platz hinter der CD.

Fazit: Larry Brent von Winterzeit verabschiedet sich mit einer starken Folge, die mit zwei Handlungssträngen, die am Ende geschickt zusammengeführt werden, und einer flüssig erzählten Geschichte überzeugt. Zwar gibt es hier und da noch kleine Stolpersteine, doch insgesamt wird eine hörenswerte und kurzweilige Episode entstanden.

VÖ: 7. Juli 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-943732-99-3