Die schwarze Sonne – 13. Nedr Gwind



Erster Eindruck: Zurück zum Anfang

20 Jahren nach den Ereignissen um das Schloss der Schlange kehrt Adam Salton nach Nedrig Wind zurück, auf der Suche nach Antworten. Doch was er entdeckt, stellt ihn vor weiteren Schrecken. Währenddessen erfährt auch Helmut Berger im Jahr 2018 mehr von seiner Rolle in einem großen Plan, der weitreichendere Folgen hat als gedacht...

Elf Jahre hat es gedauert, nun ist es vollbracht: Der erste Handlungsstrang der düsteren Fantasy-Serie „Die schwarze Sonne“ ist mit dem 13. Teil „Nedr Gwind“ abgeschlossen. Doch wir löst man eine solch komplexe Geschichte auf, lässt dem Hörer einen Rest Mysterium und lässt gleichzeitig Platz für kommende Folgen? Autor Günter Merlau hat eine sehr geschickte Variante gewählt und sich vorerst auf Adam Salton konzentriert, seinen Weg in dieser Serie nachgezeichnet, einzelne Aspekte erneut betrachtet und in den Kontext gesetzt, der in der vorigen Folge bereits angedeutet wurde. Das ist sehr bewegend umgesetzt und wirft noch einmal ein ganz anderes Licht darauf, lässt alles klarer erscheinen. Anschließend wird auch noch auf andere Elemente eingegangen, wobei ein weiterer Schwerpunkt als Helmut Berger und seine entscheidende Rolle in dem ganzen Konstrukt gelegt wird. Das ist dann sehr überraschend, fast schon schockierend gelöst und lässt einen erstaunt zurück – doch dies war nicht der letzte Höhepunkt, in einer Aufsehen erregenden Schlussszene wird eine heftige Entwicklung um die Forscher erzählt. Eins sei gesagt: Eine klare, allumfassende Auflösung gibt es hier nicht. Vielmehr ist der Hörer aufgefordert, sich selbst mit den aufgestellten Theorien und Zusammenhängen zu beschäftigen, was einen durchaus noch einige Zeit beschäftigen kann. „Die schwarze Sonne“ ist auch hier, wie sie begonnen hat: Packend, düster und nicht unbedingt massentauglich. Die nächsten Folgen sind bereits angekündigt, und ich bin sehr gespannt, wie die Handlung nach diesem sehr gut erzählten Schlusspunkt der ersten Staffel weitergeführt werden wird.

Christian Starks Leistung für diese Serie muss hier noch einmal hervorgehoben werden, die Figur von Adam Salton wird durch ihn sehr intensiv, nachdenklich und melancholisch gesprochen, er kostet jedes Wort, jede Silbe voll auf und bringt so die Figur auf den Punkt. Günter Merlau selbst spricht die Rolle des William Salton, wirkt dabei sehr ausdrucksstark und passt wunderbar in die düster-romantsiche Atmosphäre der Serie. Und auch Reinhilt Schneider hat hier wieder einen kleinen Auftritt, nicht zuletzt durch sie als Arabella March hat die Serie wie auch diese Folge an Ausstrahlung deutlich hinzugewonnen. Weitere Sprecher sind Jan-Paul Sachse, Jürgen Holdorf und Lea Leissen.

Das Team um Günter Merlau hat auch hier wieder volle Arbeit geleistet, um eine dichte und dunkle Atmosphäre zu schaffen. Essentiell dafür ist es auch, dass sich die atmosphärische Gestaltung an den richtigen Stellen zurücknimmt und den Fokus so noch mehr auf die Dialoge lenkt. Ansonsten gibt es wieder einen vielfältigen, orchestralen Soundtrack und zahlreiche Geräusche, was sehr stimmig zusammengefügt wurde.

Der Kreis der Serie schließt sich auch auf dem Cover, indem das titelgebende Schloss wieder auf dem Titelbild abgebildet ist – hier allerdings als imposante Ruine, wie es in der ersten Folge zurückgelassen wurde. Die schwarz-weiße Zeichnung wirkt auch wegen der darübergelegten Schriftzeichen so faszinierend, während im Inneren wieder die hübsche, verschnörkelte Schrift verwendet wurde.

Fazit: Der eingebaute Rückblick auf Adams Weg durch die Handlung hilft nicht nur, einzelne Elemente besser einzuordnen, sondern ist auch noch einmal sehr unterhaltsam erzählt. Die Auflösung ist keineswegs endgültig, schließt aber den Kreis bis zum Beginn der Serie. Und auch die anderen Handlungsstränge werden gekonnt mit weiteren Erkenntnissen angereichert. Die tolle Atmosphäre ergänzt diese hervorragende Erzählung.

VÖ: 14. April 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-56-2