Larry Brent – 11. Der Dämonenbeißer



Erster Eindruck: Handlung auf zwei Kontinenten

Iwan Kunaritschew, Agent der PSA, ist weiterhin auf der Suche nach medial begabten Menschen und begibt sich dafür in die Sümpfe Louisanas. Tatsächlich trifft er dort auf eine junge Frau, doch sein Einsatz entwickelt sich schon bald ganz anders als geplant, und schon bald wird Iwan vom Jäger zum Gejagten. Und auch Larry Brent muss sich den bösen Mächten Stellen – allerdings auf einem anderen Kontinent...

Larry Brent, ein wahrer Hörspielklassiker, hat bei Winterzeit sein neues zu Hause gefunden, bereits die elfte Folge ist nun erschienen und setzt den bereits aufgebauten Handlungsbogen weiter fort. Vorkenntnisse sollten dabei schon vorhanden sein, ohne diese wird man sich kaum in der Handlung zurecht finden können, zu viele Details und Zusammenhänge werden hier wieder aufgegriffen. Die Handlung von „Der Dämonenbeißer“ spielt dabei parallel auf mehreren Handlungsebenen, wobei Iwan Kunaritschew hier im Mittelpunkt steht. Der ebenso bodenständige wie harte Ermittler kommt dabei gut zur Geltung und sorgt mit seiner Suche nach übernatürlich begabten Menschen für Spannung und einige sehr eindrucksvolle Momente. Daneben ermitteln auch Larry und Morna weiter, doch genau dort liegt der Stolperstein der Folge: Die Szenen sind zu eng aneinander getaktet, zu knapp hintereinander erzählt, sodass man immer das Gefühl bekommt, nicht mit der Handlung mitzukommen. Statt geschmeidiger Übergänge gibt es harte Schnitte, was manchmal etwas wirr wirkt. Die einzelnen Szenen sind sehr gut gestaltet, atmosphärisch und spannend, aber die Zusammenstellung verhindert, dass der positive Eindruck der letzten Folgen nahtlos fortgeführt wird. Das Ende ist dann recht dramatisch und bringt Änderungen in der Konstellation der Serie mit sich, sodass auch hier die Rahmenhandlung weiter fortgeführt wird.

Tilo Schmitz hat mir als Iwan Kunaritschew sehr gut gefallen. Nicht nur, dass er mit sehr glaubwürdigem russischen Akzent spricht, er verleiht seiner Figur auch den notwendigen Charme. Die Stimme von Helmut Krauss kommt auch hier wieder bestens zur Geltung, zumal er ihr eine zum Hörspiel passende Attitüde verleiht. Auch Thomas Petrou ist hier in einer kleinen Rolle zu hören, die er wie immer mit viel Nachdruck und seinem markanten Klang umsetzt. Weitere Sprecher sind Mario Hassert, Daniela Molina und Anita Hopt.

Gut hat mir wieder die akustische Umsetzung der Folge gefallen, die einige düster-dräuende Momente bietet und damit die Mystery-Faktor der Serie steigert, aber auch mit Nachdruck einige dramatische Szenen in den Vordergrund rückt. Dafür sorgen neben vielen Geräuschen auch zahlreiche Musikstücke, die sich auch mal mehr in den Vordergrund stellen dürfen.

Das Covermotiv hat mir dieses mal sehr gut gefallen, weil es trotz des schlichten Motivs viel Stimmung der Handlung wiedergibt. Zu sehen ist eine junge Frau, die beide Hände vor dem Gesicht geschlagen hat. Der typische Zeichenstil der Serie und die Rotfärbung der Szenerie sorgen dabei für das gewisse Etwas. Im Inneren sind alle Mitwirkenden aufgelistet, auch wenn nicht allen Sprechern ihre Rollennamen zugeordnet sind.

Fazit: „Der Dämonenbeißer“ bietet einige sehr starke und gehaltvolle Szenen und dramatische Entwicklungen, kann diese aber nur stockend aneinanderreihen, was sich störend auf den Hörfluss auswirkt. Die vielen Sprünge haben der Handlung nicht wirklich gut getan, auch wenn die einzelnen Szenarien durchaus reizvoll sind und auch die Charaktere wieder gut dargestellt wurden.

VÖ: 24. Februar 2017
Label: Winterzeit
Bestellnummer: 978-3-943732-96-2