Twilight Mysteries – 5. Abiliator



Erster Eindruck: Erwachen mit Grauen...

Lange hat Dr. Zephyre auf diesen Tag gewartet und die Hoffnung schon fast aufgegeben, doch seine Frau Elisabeth ist endlich aus dem Koma erwacht. Doch schon bald merkt er, dass seine Frau sich während der Zeit deutlich verändert hat. Zudem hat sein Mitarbeiter Dave Edwards nach seiner Nahtoderfahrung plötzlich psychokinetische Fähigkeiten, was ihm ziemliche Probleme einbringt...

Wirkten die erste handvoll Episoden von Twilight Mysteries noch so, als wäre jede Folge eher in sich selbst abgeschlossen, doch spätestens in der fünften Folge stellt sich ein starker roter Faden in der Serie heraus. So wird in „Abliator“ direkt an die Ereignisse der letzten Folge angesetzt, auf bereits bekannte Gegner eingegangen und auch die Charaktere entwickeln sich hier auf verschiedenen Ebenen weiter. Toll ist, dass durch gleich zwei wesentliche Veränderungen viel Druck in der Geschichte ist, beiden Teile aber viel Aufmerksamkeit gewidmet wird. Beides greift gut ineinander, beeinflusst sich gegenseitig, sodass die Spannung der Folge immer weiter steigt – insbesondere durch die Auftritte des Gegenspielers Linh Hon, der mit den Gefühlen der Protagonisten spielt, kommt viel Schärfe in die Handlung mit ein. Und trotz aller Dramatik kommt auch der Humor der Serie nicht zu kurz, flotte Sprüche und kleine Reibereien innerhalb des übersinnlichen Ermittlerteams sorgen für den witzigen Aspekt der Folge. „Twilight Mysteries“ gefällt mir immer besser und entwickelt in dieser fünften Folge die Rahmenhandlung deutlich weiter, was eine spannende und dramatische Szenerie ergibt.

Marc Schülert zeigt hier noch mehr Facetten von Dr. Zephyre, das Erwachen seiner Frau aus dem Koma wirft den Parawissenschaftler aus der Bahn, was er mit seiner Stimme sehr lebendig und lebensnah umsetzt. Diese wird von Kerstin Draeger gesprochen, die eine sehr gelungene Sprechweise gewählt hat und ihrer Stimme ganz unterschiedliche Klänge entlockt, mal sanft und verunsichert, mal hart und unnachgiebig. Felix Würger hat hörbaren Spaß an der Rolle des Linh Hon, bringt dessen dämonische Wirkung sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Dirk Hardegen, Christin Deuker und Patrick Steiner.

Die Handlung bietet immer neue Entwicklungen, was durch die akustische Gestaltung gut unterstützt wird. Nicht nur, dass die dynamische Spannungskurve Folge gekonnt mit passender Musik unterstrichen wird, durch eine vielfältige und auch mal etwas lautere Geräuschkulisse und präzise umgesetzte Szenenwechsel findet man sich auch immer gut im jeweiligen Abschnitt der Handlung zurecht. Besonders das Finale ist sehr treffend inszeniert worden.

Project „T.H.“ ist die Beschriftung des großen Hebels, der das Motiv zu dieser Folge auf dem Cover bildet. Das wirkt wie bei einer alten Maschine und ist durch seine Schlichtheit sehr gelungen, hat aber dennoch einen starken Bezug zur Folge. Die restliche Gestaltung ist bereits aus den vorigen Folgen bekannt und ist natürlich wieder mit den Schuhen der Protagonisten als witzige Idee versehen.

Fazit: Folge fünf der Serie setzt die Handlung sehr druckvoll um und bietet gleich zwei Themenschwerpunkte, die jedoch eng miteinander verknüpft sind. Dass die Handlung dabei so nah an die Hauptfiguren heranrückt, verlieht dem ganzen eine gewisse Dramatik, und auch akustisch ist hier eine gelungene und kurzweilige Folge entstanden.

VÖ: 17. Februar 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-9606-6027-9