Jules Verne: Die neuen Abenteuer des Phileas Fogg – 9. Im Reich des Zaren



Erster Eindruck: Aufstände in Sibirien

Phileas Fogg, seine Frau Aouda und sein treuer Diener Passepartout reisen nach Sankt Petersburg, um dort am rauschenden Fest des Zaren teilzunehmen. Doch das exklusive Dinner dauert nicht lange, als ein Aufstand in Sibirien bekannt wird. Auch die abenteuerlustige Reisegruppe macht sich auf den Weg, nicht ahnend, dass sich eines der Mitglieder damit in äußerste Gefahr begibt...

Weiter geht es mit der Maritim-Reihe „Phileas Fogg“, die die Stimmung und Figuren der Jules Verne-Geschichte aufgreift und mit zahlreichen Elementen aus anderen bekannten Geschichten verknüpft. Wie der Folgentitel der neunten Episode bereits andeutet, reisen die Hauptfiguren ins ferne Russland und treffen auf den Kurier des Zaren. Mir gefällt dabei besonders, wie viele verschiedene Stimmungen allein in dieser Geschichte geschaffen werden, vom aristokratischen und edlen Dinner über wilde Verfolgungsjagd und einen wahrhaft diabolischen Gegner ist alles dabei. Die abenteuerliche Stimmung, die dabei herrscht, wird sehr gekonnt ausstaffiert und sehr dynamisch am Leben gehalten. Das Tempo ist recht hoch, dennoch wird sich die Zeit genommen, jede einzelne Situation auszukosten und sie so sehr atmosphärisch wirken zu lassen. Dass dabei die Hauptcharaktere wieder in große Gefahr geraten, macht die Szenerie noch lebendiger und steigert die Spannung deutlich. Besonders gelungen ist dabei das Finale, denn nach der eigentlichen Auflösung setzt die Folge noch einmal einen packenden Höhepunkt mit einer eindringlich erzählten Wendung. Dabei werden schon einmal Andeutungen auf den nächsten großen Handlungsstrang gemacht, der sich über einige Folgen erstrecken wird. Eine sehr atmosphärsiche und lebendig wirkende Produktion!

Markus Pfeiffer ist in der Rolle des Michael Strogoff zu hören und setzt seine Stimme sehr gekonnt ein, um eine markante und sehr präsente Figur zu schaffen, er verleiht der Folge so einen sehr individuellen Reiz. Detlef Tams ist als Harry Blount zu hören, auch er passt sehr gut in die Szenerie und legt viel Energie in seine Stimme. Einmal mehr überzeugt hat mich auch Annina Braunmiller-Jest, die hier als ziemlich emanzipierte und bodenständige Dame auftritt und ihrer Rolle genügend Feuer verleiht. Weitere Sprecher sind Mathieu Carriere, Peter Flechtner und Otto Strecker.

Akustisch hat das Produzententeam wieder ganz Arbeit geleistet und eine sehr stimmige Atmosphäre geschaffen. Die Musik passt sich an die russische Umgebung an, ohne ins klischeehafte zu verfallen und steigert die Dynamik der Szenen, während die Geräusche gerade in den actiongeladenen Szenen sehr präsent sind und alles noch intensiver wirken lassen.

Ein wildes Reiterheer ist auf dem Cover zu sehen, die Schwerter zum Schlag erhoben und scheinbar direkt zum Betrachter galoppierend. Die eisige und düstere Farbgebung mit dem dunklen Hintergrund und dem hübschen Schriftzug lassen daraus ein ansprechendes Cover werden, während im Inneren des kleinen Booklets alle Beteiligten gut lesbar aufgelistet sind.

Fazit: Der Auftakt zum neuen Handlungsstrang von Phileas Fogg hat mir ausnehmend gut gefallen und sorgt nicht nur mit seiner dichten Atmosphäre für Kurzweil. Denn auch die vielen Szenenwechsel mit den ganz unterschiedlichen Stimmungen kommen hier sehr gut zur Geltung und steigern die Spannung deutlich. Sehr gelungen!

VÖ: 24. März 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-960660-35-4