Charlie Chan – 2. Der chinesische Papagei



Erster Eindruck: Durch die Wüste

Charlie Chan, der chinesisch-hawaiianische Detektiv, hat einen sehr ungewöhnlichen Auftrag angenommen: Er soll eine wertvolle Perlenkette seinem neuen Besitzer überbringen. Das wird auch noch dadurch erschwert, dass sich immer merkwürdigere Zwischenfälle ereignen und Chan all seine Raffinesse einsetzen und zudem nebenbei auch noch einen Mord aufklären...

Charlie Chan geht in die zweite Runde, die bei Allscore gestartete neue Krimireihe dreht sich rund um eine früher recht bekannte Roman- und Filmfigur, die mittlerweile aber etwas in Vergessenheit geraten ist. Leider konnte mich die Titelfigur auch in „Der chinesische Papagei“ nicht wirklich überzeugen, für meinen Geschmack ist sie deutlich zu steif geraten und hat keinen Esprit, keine wirklich gut zu benennenden Eigenschaften mit Ausnahme seiner Ernsthaftigkeit und dem Zitieren von chinesischen Weisheiten. Die Geschichte ist hier jedoch etwas besser aufgebaut, da zu Anfang nicht mit zu vielen Einzelheiten aufgewartet wird, alles entwickelt sich organischer und verständlicher. Prickelnde Spannung oder Dynamik wird dabei zwar nicht erzeugt, aber die Handlung ist flüssig und größtenteils unterhaltsam geraten – nur einige langwierige Dialoge hätten dabei gestrafft werden können. Die Auflösung des Ganzen wirkt dann ein wenig konstruiert und aufgesetzt, ist aber zumindest trickreich und mit einem kleinen Kniff erzählt. Doch insgesamt ist auch hier eine nicht sonderlich starke Krimierzählung entstanden, die kaum Charme versprüht.

Natürlich ist Helmut Krauss auch in dieser Folge in der Rolle des Charlie Chan zu hören. Da diese Figur nur recht wenig Strahlkraft besitzt, kann Krauss seine herausragenden Fähigkeiten leider nicht ganz entfalten, sodass die Figur recht beliebig wirkt. Christian Brückner ist in der Rolle des Will Holley zu hören und macht seine Sache sehr solide, er setzt den Charakter seiner Figur glaubhaft um. Kaspar Eichel spricht den P.J. Madden mit der ihm eigenen Intensität und sorgt dabei für eine gelungene Sprechweise. Weitere Sprecher sind Luisa Wietzorek, Michael Pink und Gabriele Schramm.

Die Geschichte allein versprüht nicht allzu viel Charme, die akustische Umsetzung kann dies leider nicht ausgleichen. Auch hier gibt es einige Geräusche, die zwar passend und sehr sauber eingefügt sind, aber auch keine eingängige Atmosphäre der Handlungsschauplätze schaffen können. Musik gibt es auch, diese ist zurückhaltend und angenehm im Hintergrund im Einsatz.

Mit dieser zweiten Folge offenbart sich das gelungene Coverkonzept erst richtig, denn das Motiv selbst wurde nicht verändert, lediglich die Farbgebung des Rahmens und einiger Details wurde verändert. Das satte Gelb weckt eine fröhliche Stimmung und lässt durchaus Assoziationen zum Wüstensand dieser Folge zu. Im Inneren sind wieder alle Mitwirkenden übersichtlich angegeben.

Fazit: Wer die erste Folge der Serie nicht mochte, wird auch mit dieser nicht richtig warm werden. Denn es gibt viele Ähnlichkeiten, auch wenn die Handlung hier runder und passender erzählt wurde. Dabei schimmert zwar immer das Konstrukt durch, zudem sind auch einige langwierige Stellen zu erkennen. Insgesamt ist aber eine Steigerung zu erkennen.

VÖ: 24. März 2017
Label: Allscore
Bestellnummer: 4015698009286