Sherlock Holmes – 30. Der bucklige Mann



Erster Eindruck: Klassische Motive in neuer Variation

Mitten in der Nacht steht Sherlock Holmes bei seinem treuen Chronisten vor der Tür und bittet um Einlass – denn natürlich hat er mal wieder einen neuen Fall und benötigt ein warmes Bett und die Mithilfe von Dr. Watson. Denn die Umstände, unter denen Colonel Barclay gestorben ist, deuten auf seine Frau Nancy als Mörderin hin. Doch Holmes ist von ihrer Unschuld überzeugt...

„Der bucklige Mann“ ist eine sehr klassische Geschichte aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle und enthält viele Elemente, die sich auch in anderen Erzählungen von ihm wiederfinden. Große Experimente werden hier nicht gewagt, dafür ist die Handlung sehr flüssig und kurzweilig geraten. Die Anpassung an das Medium Hörspiel ist dabei bestens gelungen, denn vieles, was vorher nur aus zweiter Hand berichtet wurde, ist mit zahlreichen Momentaufnahmen aufgelockert worden. Das sorgt für etwas Dynamik in der etwas steif wirkenden Geschichte. Der Fall selbst ist dabei verzwickter, als es zu Anfang den Anschein hat, und wird im Laufe der Zeit mit einigen gelungenen Elementen angereichert, wozu auch die titelgebende Figur gehört. Die undurchsichtigen Entwicklungen führen zu einen gut erzählten Ende, und auch das ist typisch für die Serie. Die ganz große Spannung bleibt dabei zwar aus, dafür gibt es eine solide erzählte Geschichte mit einigen Rätseln und einer trickreichen Auflösung, die gar nicht so leicht zu entschlüsseln ist.

Sabina Trooger ist in der Rolle der Nancy Barclay zu hören und setzt ihre Stimme sehr geschickt ein, um ihre Szenen lebendig wirken zu lassen. Auch Daniela Reidies hat mir sehr gut gefallen, ihre außergewöhnliche Stimme sticht hervor und sorgt für viel Aufmerksamkeit, die sie geschickt auszunutzen weiß. Philine Peters-Arnolds sorgt als Margery Mapleton wieder für einen sehr humorigen Effekt und stellt die Zimmerwirtin mit viel Charme dar. Weitere Sprecher sind Bodo Primus, Marianne Mosa und Bosse Koch.

Wie immer bei der Umsetzung der Holmes-Geschichten von Titania Medien ist die akustische Gestaltung eher zurückhaltend, wobei einige sanfte Melodien zur Auflockerung passgenau eingesetzt wurden. Auch die Geräuschkulisse ist stimmig und sorgt für eine angenehme Atmosphäre, alles passt dabei gut zusammen und ist auf die Handlung abgestimmt.

Natürlich ist der Bucklige auch auf dem Cover abgebildet, in seinen ärmlichen Klamotten und dem Gehstab weckt er Mitleid, während die beiden Damen in viktorianischer Kleidung ziemlich schockiert und angewidert aussehen. Das ist sehr detailreich ausgestaltet und wurde von Ertugrul Edirne mit viel Liebe gezeichnet, wozu auch der edel wirkende schwarze Rahmen passt.

Fazit: Viele der hier genutzten Ideen und Erzählweisen sind auch schon aus anderen Geschichten des Meisterdetektivs bekannt, wurden aber gekonnt variiert. Die Geschichte ist durchaus rätselhaft und ist gar nicht so einfach zu durchschauen. Die Umsetzung ist wie immer bei Titania Medien sehr stimmig geraten.

VÖ: 30. Juni 2017
Label: Titania Medien
Bestellnummer: 978-3-7857-5456-6