John Sinclair – 114. Die Eismeer-Hexe



Erster Eindruck: Mystische Wesen und ungeklärte Verhältnisse

Für John Sinclair steht es gerade nicht zum Besten: Die Bedrohung durch Mandraka ist immer noch sehr präsent, doch durch die überraschende Abkehr eines ehemaligen Verbündeten ist das Team sehr geschwächt. Nun müssen sie als letzten Ausweg die Hilfe eines mächtigen Wesens anfordern und dafür tief in die Rocky Mountains vordringen. Doch ist ihnen die Eismeer-Hexe tatsächlich wohl gesonnen?

Eigentlich dreht sich der erste Vierteiler der John Sinclair-Serie von Lübbe Audio unter der Regie von Dennis Ehrhardt um Mandraka und den Planeten der Magier, doch in der zweiten Folge taucht noch eine ganz andere mystische Gestalt auf und leiht der Episode ihren Namen: Die Eismeer-Hexe. Auch von ihr geht eine ganz besondere Aura aus, wild und machtvoll, sodass ihre leider rechr rar gestreuten Szenen sehr gut wirken. Doch dies ist nicht der einzige Aufhänger und tritt gegenüber einer anderen Frage zurück: Wie wird sich das Verhältnis von John Sinclair und Jane Collins weiterentwickeln. Sicherlich ist dies auch bereits in den vorigen Folgen thematisiert worden, doch nun werden dem noch weitere Facetten hinzugefügt – zumal sie einen ausgeblufften Plan ausklügelt, der ihrer Figur einen neuen Dreh gibt, noch mehr wird sie dazu zur treibenden Kraft statt einfach nur eine Randfigur zu sein. Der Verlauf der Folge ist mit vielen starken Szenen gespickt, die aber nicht immer wie eine Einheit wirken: Obwohl alles spannend und unterhaltsam ist, ist der darüber geschlagene Bogen etwas wackelig. Dennoch hat mir auch diese Folge sehr gut gefallen, da sie die Handlung des Vierteilers gekonnt weitertreibt und dabei mit vielen eindrucksvollen Momenten punktet.

Franziska Pigulla ist natürlich wieder als Jane Collins mit dabei, ihre dunkle und rauchige Stimme gelingt dabei eine sehr gelungene Mischung aus dem warmherzigen Ton der ersten Folgen und den bösartigen Auftritten der letzten Episoden. Stefanie Kirchberger ist als Eismeer-Hexe eine sehr beeindruckende Erscheinung, was nicht zuletzt durch ihre sehr präsente Sprechweise und den sehr betonten Ausdruck erzeugt wird. Douglas Welbat hat einen guten Auftritt als Dr. Grey, den er mit seiner professionellen Art gekonnt umsetzt. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Fjofor Olev und Linda Fölster.

Bei der akustischen Umsetzung darf man sich wieder auf den bereits bekannten Mix aus zahlreichen Sounds und passender Musik freuen, sodass schnell das typische Flair der Serie aufkommt. Das ist ziemlich wuchtig und vielseitig, sodass jede Szene ihre eigene Ausstrahlung bekommt. Insbesondere die Auftritte der Eismeer-Hexe sind sehr gelungen inszeniert.

Passend zum Titel ist auf dem Cover ein Eskimo abgebildet, dessen wettergegerbtes Gesicht von einer fellbesetzten Mütze umgeben ist. Als passendes Element dazu ist eine fauchende Ratte zu sehen, die auf seiner Stirn sitzt. Im Inneren wird das bewährte Konzept der sehr übersichtlichen Auflistung aller Mitwirkenden beibehalten, wobei keinerlei Extras geboten werden.

Fazit: Hier wird sowohl die Handlung des Vierteilers als auch der rote Faden der ganzen Serie vorangetrieben, dennoch hat diese Folge ihr ganz eigenes Gesicht. Die Eismeer-Hexe hat gelungene Auftitte, aber auch die Beziehung zwischen John und Jane wird sehr intensiv weitererzählt.

VÖ: 16. März 2017
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5425-2