Sherlock Holmes – 31. Der Verlust des amerikanischen Gentlemans -1-



Erster Eindruck: Auftakt zu einer Doppelfolge

Für die Öffentlichkeit steht bereits fest, dass es sich bei William Harley um einen Mörder handelt. Doch dieser betreuert vehement, die junge Frau nicht getötet zu haben. Niemand will ihm glauben, bis er an Sherlock Holmes gerät. Der Meisterdektetiv sucht schon bald nach Beweisen für die Unschuld des Amerikaners, stößt dabei aber auf viel Widerstand...

„Sherlock Holmes & Co“, die Krimireihe von Romantruhe Audio, widmet sich nicht immer der bekannten titelgebenden Figur, die Doppelfolge mit dem Titel „Der Verlust des amerikanischen Gentlemans“ wird aber wieder von Sherlock Holmes und Dr. Watson aufgeklärt. Die Darstellung der beiden Charaktere ist etwas zurückhaltender als in anderen neuen Geschichten für Holmes, der schrullige Humor von Watson beispielsweise ist bis auf einige Szenen eher angedeutet, sodass sich dieser erste Teil stark auf den eigentlichen Fall konzentriert. Dieser beginnt recht gemächlich mit einer recht lockeren Szene um ein brandneues Fortbewegungsmittel und steigert auch im Laufe der Handlung das Tempo nur langsam, kann sich so aber auch sehr gut auf die einzelnen Szenen konzentrieren. Alle Elemente bekommen die notwendige Aufmerksamkeit und schaffen dabei eine rätselhafte Atmosphäre, die mit einigen falschen Fährten und versteckt platzierten Hinweisen gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Der Bogen wird gekonnt bis zum Ende dieser Folge geschlagen - wobei natürlich noch viele Fragen offen bleiben, die erst in der nächsten Episode beantwortet werden. Bis auf einige zu lang geratene Szenen ist hier eine hörenswerte Krimifolge entstanden.

Leonhard Mahlich ist in der Rolle des William Harley zu hören und kann den amerikanischen Gentleman mit viel Esprit ausstatten, seiner markante Stimme und der flüssigen Sprechweise habe ich hier gern gelauscht. Rainer Fritzsche ist in der Rolle des Inspektor Cross zu hören, der seinem Klang hier eine sehr eigenständige Note verleiht und mit einer geschliffenen Betonung versieht. Florian Halm ist natürlich wieder als Dr. Watson mit dabei, seine etwas ernstere Umsetzung der bekannten Figur hat mir wieder gut gefallen, zumal er immer für eine angenehme Grundstimmung sorgt. Weitere Sprecher sind Garhard Acktun, Frank Felicitti und Alexander Turrek.

Akustisch ist die Geschichte stimmig umgesetzt, ist aber wie immer zurückhaltend inszeniert. So liegt der Fokus voll auf den Sprechern und ihren Dialogen, nur ab und an schleicht sich eine Melodie ein und fängt die Stimmung der jeweiligen Szene ein. Geräusche sind da schon etwas häufiger im Einsatz und schaffen jeweils eine passende Klangkulisse, doch auch dieses geschieht eher im Hintergrund.

Obwohl der orangefarbene Rahmen und auch die schwarz-weiße Farbgebung des eigentlichen Motivs immer identisch, sind immer wieder neue Einfälle zu sehen. Auch hier, denn das Raster mit dem nur leicht durchscheinenden Motiv der beiden Hauptfiguren auf einem motorisierten Zweirad ist wirklich unkonventionell, gefällt mir aber sehr gut.

Fazit: Ein interessanter Ansatz, der durch die hier angestellten Ermittlungen immer mehr an Kontur gewinnt. Das ist durchaus spannend erzählt, auch wenn einige Momente etwas in die Länge gezogen wirken. Die detaillierte Erzählweise und viele gelungene Szenen sorgen für einen unterhaltsamen Verlauf für diesen ersten Teil.

VÖ: 28. April 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-282-9