Oscar Wilde & Mycroft Holmes - 7. Ritual des Grauens



Erster Eindruck: Ein unheimlicher Mörder...

Sherlock Holmes hat die polizeilichen Ermittler an seinen Bruder Mycroft verwiesen, da er den aktuellen Fall von Scotland Yard in seinem Bereich sieht. Dieser ist zunächst verwundert, denn der Mord an einigen Wissenschaftlern ist zwar durchaus mit einigen Fragen behaftet, bedroht aber eigentlich nicht die Sicherheit des Königreiches. Doch die Untersuchung der Lehmspuren an den Tatorten führt die Sonderermittler der Krone zu einem unglaublichen Verbrechen...

Sherlock Holmes ist vollkommen rationaler Natur, im Gegensatz dazu muss sich sein Bruder Mycroft in der Maritim-Serie „Oscar Wilde & Mycroft Holmes“ auch mit übernatürlichen Phänomenen beschäftigen. Die Krimiserie mit Mysteryelementen schlägt in der siebten Folge wieder einen direkten Bogen zwischen den beiden Geschwistern, auch wenn Sherlock selbst nicht in Erscheinung tritt. Doch das ist nur ein kleines Vorspiel um die Ermordung einiger Wissenschaftler, die von dem ungewöhnlichen Gespann auf Wilde und Holmes gelöst werden muss. Leser von Fantasyliteratur werden sich schon recht schnell zusammenreimen können, wie diese geschehen sind, und bereits im ersten Drittel wird auch die Identität des Mörders nebst seinem Motiv offenbart. Dann bleibt nur noch recht wenig Spannung übrig, auch wenn der weitere Verlauf mir der Verfolgung des Täters durchaus einige reizvolle Momente bietet – und wer die Hinweise nicht gleich entschlüsseln kann, wird sich dann noch mit einer gelungenen Auflösung überraschen lassen können. Der eingebaute Humor gefällt mir hier sehr gut, auh die kleinen Anspielungen auf die Hintergründe der beiden Hauptfiguren lockern die Handlung etwas auf. Zudem wird auch die Rahmenhandlung um den diabolischen Geheimbund weitererzählt, sodass trotz einiger zu langer Szenen und einer allzu offensichtlichen Auflösung eine runde Folge der Serie entstanden ist.

Reent Reins verleiht der Figur des Mycroft Holmes mit seiner kraftvollen Stimme wieder ein sehr präsentes Auftreten und ein harsches Auftreten, besonders in den späteren Szenen gewinnt er so viel Aufmerksamkeit. Tobias Lelle überzeugt in der Rolle des Andrew Wabbercott mit einer dynamischen Sprechweise, mit der er sich sehr gut an die unterschiedlichen Situationen anpasst und so den Spannungsbogen der Folge unterstreicht. Auch Arianne Borbach setzt den Fokus gelungen auf ihre Rolle der Agnes, ihre Stimme kommt in der düsteren Atmosphäre gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Wolfgang Condrus, Norman Matt und Kerstin Draeger

Die szenische Gestaltung des Hörspiels ist angemessen und verleiht den Dialogen mehr Stimmung. Insbesondere die Musik sticht dabei immer wieder heraus und sorgt für eindringliche Momente. Auch während der Dialoge ist diese teilweise im Einsatz und lenkt so die Aufmerksamkeit auf entscheidende Stellen, während der Einsatz von Geräuschen eher zur besseren Verdeutlichen der Dialoge dient.

Das Cover ist natürlich wieder im Stil der bisherigen Titelbilder gehalten und ist sehr ansprechend gestaltet. Zu sehen sind die Seiten aus einem alten Folianten, die mit mystischen Zeichnungen und Symbolen übersät sind. Die Farbgebung in Sepia mit vielen roten Elementen trägt noch mehr dazu bei, die Stimmung des Hörspiel auch optisch einzufangen.

Fazit: Kann man aus den gestreuten Hinweisen und entwas Wissen über mystische Figuren den Tathergang der Morde erschließen, entfällt leider etwas der Reiz der Folge, die ansonsten spannend und größtenteils flüssig erzählt wurde. Die Figuren kommen wieder sehr gut zur Geltung und sorgen gemeinsam mit der gelungenen Atmosphäre für viele düstere Momente mit einem dazu passenden Humor.

VÖ: 13. Januar 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-7857-5326-2