Morgan & Bailey – 8. Die letzte Ölung



Erster Eindruck: Ungewöhnlicher Ermittlungsort

Pfarrer Morgan erfährt von einem seltsamen Todesfall in dem örtlichen Sanatorium, doch da er selbst dort bekannt ist, kann er keine Ermittlungen anstellen. Und so erklärt sich seine Kollegin Rose Bailey dazu bereit, sich undercover einzuschleichen und gibt einen Putzzwang vor. Doch schon bald scheint auch sie in großer Gefahr zu schweben...

Seit dem Start von Morgan & Bailey erscheinen in erfreulicher Regelmäßigkeit neue Geschichten um das himmlische Ermittlerduo, sodass nun bereits die achte Folge mit dem Titel „Die letzte Ölung“ auf den Markt gekommen ist. Und dabei folgt auch diese Episode dem Stil der vorigen, bleibt insgesamt eher ruhig und stellt charmante Momente und ausdrucksstarke Charaktere vor actiongeladene Szenen. Das gefällt mir hier besonders gut, denn in der psychiatrischen Klinik gibt es so allerlei skurrile Auftritte, Ärzte und besonders die Patienten sind sehr gelungen dargestellt und sorgen für humorige Momente. Dabei ist auch der Auftritt von Rose Bailey hervorzuheben, die den gespielten Sauberkeitstick umterhaltsam darbietet. Doch im Mittelpunkt steht natürlich der Mord an einem Gemeindemitglied, der hier langsam und genussvoll aufgedeckt wird, lange Zeit bekommt der Hörer nur wenige Hinweise auf Identität und Motiv des Mörders. Die Auflösung wirkt dann stimmig und passend, der Spannungsbogen wird während der Folge größtenteils aufrecht erhalten, sodass insgesamt eine hörenswerte Folge der Serie entstanden ist.

Bei den Sprechern sei Ulrike Möckel hier noch einmal positiv als Rose Bailey genannt, ihre sanfte und gutmütige Stimme nimmt hier in der Klinik eine leicht überdrehte Art an, die wunderbar zu dem gespielten Tick passt. Lutz Mackensy hat mir als Angus Jones ebenfalls sehr gut gefallen, seine Stimme wirkt sehr ausdrucksstark und setzt in seinen Szenen sehr gelungene Akzente. Dagmar Dreke ergänzt das Sprecherteam um eine sehr gelungene Facette und liefert ebenfalls eine sehr starke Leistung ab. Weitere Sprecher sind Tobias Schmidt, Melek Erenay und Wolfgang Bahro.

In Sachen Akustik hat Contendo Media hier keine großen Experimente gewagt, sondern eine sehr solide und stimmige Atmosphäre erzeugt. Die Musik ist insgesamt eher unauffällig und beeinflusst die Stimmung aus dem Hintergrund, während sich die Geräusche etwas präziser präsentieren und die Dialoge lebendiger wirken lassen.

Ein Totenkopf, der leicht mexikanisch angehaucht wirkt und aus verschiedenen Tabletten und Pillen zusammengesetzt wurde, ist als Covermotiv ausgewählt worden. Durch die rötlich-orangene Farbgebung hebt sich das Cover zusätzlich von den Vorgängermotiven ab. Im Inneren gibt es wie immer eine Auflistung der Mitwirkenden sowie recht viel Werbung für andere Contendo-Produktionen.

Fazit: Das sympathische Ermittlergespann ermittelt hier in einem unterhaltsamen und lockeren Fall, der eine sehr greifbare Kulisse und starke Charaktere vereint. Viele gekonnte Auftritte stehen einigen wenigen etwas langwierigen Szenen gegenüber, sodass insgesamt eine sehr solide Produktion entstanden ist.

VÖ: 12. Mai 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-62-8