Mark Brandis Raumkadett – 12. Der Fall Rublew



Erster Eindruck: Emotionale und dramatische Entscheidungen

Trotz einiger Querelen haben Mark Brandis und seine Freunde die Raumkadettenschule erfolgreich abgeschlossen. Und gleich wartet ein erster Auftrag auf den frisch gebackenen Piloten: Die Außenministerin der Union benötigt Begleitschutz, um die Friedensverhandlungen mit den Republiken weiter voranzutreiben. Doch die Flotte wird extra klein gehalten, um kein Misstrauen zu erwecken...

Streng genommen dürfte diese Folge gar nicht unter „Mark Brandis Raumkadett“ laufen, schließlich ist der einstige Schüler nun fertig ausgebildet. Doch bis zu seinem Posten als Commander ist es noch ein weiter Weg, auf dem es viel zu erzählen gibt, wie auch „Der Fall Rublew“ eindrucksvoll beweist. Zunächst scheint die Begleitung der Außenministerin noch recht gewöhnlich zu verlaufen, aber wie man es von der Serie gewohnt ist, gibt es schnell den ersten Kniff, sodass eine rasante und spannend erzählte Actionszene folgt. Das ist schon einmal sehr gelungen und doch nur der Auftakt zur eigentlichen Handlung, in der Mark noch einmal mehr Verantwortung auferlegt wird. Die daraus entstehenden Konflikte mit seinen Freunden bringen die Handlung auf persönlicher Ebene nach vorn, seine Entscheidungen führen weiter in Richtung der späteren Figur, die sich für Menschlichkeit und unbedingte Hilfbereitschaft einsetzt. Am Besten hat mir jedoch gefallen, dass der Einsatz alles andere als glatt läuft und sehr ernste Konsequenzen nach sich zieht. Diese Dramatik und Emotionalität erinnert schon stark an die ursprüngliche Serie und hat mich völlig gepackt. Toll, wie später damit umgegangen und alles aufgelöst wird, zumal sich hier ein kleiner Kreis schließt und ein alter Bekannter wieder die Bühne betritt – nicht der einzige Querverweis, denn auch ein Bezug zu einer Folge von Mark Brandis wird hier eingebaut, was Fans sehr freuen dürfte. Auch die zwölfte Folge der Serie ist somit wieder sehr hörenswert gelungen.

Daniel Claus bringt die Figur des Mark Brandis sehr gekonnt heüber, mit seiner sehr treffenden Aussprache kann er jede Szene sehr glaubhaft einfangen – von klaren Analysen bis hin zu emotionalen Entscheidungen. Sebastian Kluckert hat seinen Charakter Alec Delaney seit Beginn der Serie hörbar weiterentwickelt und liefert auch hier wieder eine bemerkenswerte Leistung ab. Toll gefallen hat mir auch der Auftritt von Thomas Nero Wolff ist äußerst gelungen, er strahlt eine Aura von Selbstsicherheit und Macht aus, die durch seine markante Stimme ihre volle Wirkung entfaltet. Weitere Sprecher sind Leon Baden, Sebastian Fitzner und Oliver Siebeck.

Mir gefällt die Dynamik dieser Folge, die von dramatischen Szenen zu ruhigeren Momenten hin- und herwechselt und dieses auch in der akustischen Begleitung ausdrückt. So ist der Einsatz von Musik sehr gut auf die jeweilige Stimmung angepasst, doch besonders die sehr gut platzierten Geräusche lassen die Szenen lebendig wirken und steigern deren eindringliche Wirkung.

Der kühle Ausdruck des Covers, der durch die weiß-blaue Farbgebung generiert wird, wird lediglich durch ein orange glühendes Raumschiff durchbrochen. Das wirkt wie immer sehr futuristisch, was durch den Schriftzug am oberen Rand noch unterstrichen wird. Das Innere enthält nicht nur die üblichen Produktionsangaben, sondern wieder einen kleinen informativen Text zu einem Aspekt des Hörspiels.

Fazit: Die Folge startet dynamisch und kurzweilig, steigert sich aber immer weiter mit einem dramatischen Einsatz von Mark Brandis. Nach dem großen Finale schließt sich ein nicht minder packendes Finale an, das die Zukunft der Hauptfigur weiter in Form bringt und sehr treffend geschildert ist. Sehr hörenswert!

VÖ: 28. April 2017
Label: Folgenreich
Bestellnummer: 0602557023183