Teufelskicker – 65. Die Kicker der Tafelrunde



Erster Eindruck: Ein Frieden, der nicht lange hält...

Ein großer Mittelaltermarkt wird in der Stadt aufgebaut, und da so viele Neuerungen eingeplant sind, sollen die Jugendfußballmannschaften den neuen Attraktionen einen Test vollziehen. Und so treffen die Teufelskicker und der VfB erneut aufeinander, einigen sich aber auf eine friedliche Zeit. Doch die alte Rivalität lässt sich anscheinend nicht einfach so ausblenden, und so wird es bald für einige der Spieler ziemlich gefährlich...

Dass sich die Teufelskicker insbesondere um das Thema Fußball drehen, aber eben manchmal auch andere Themen aufgreifen, ist schon häufiger der Fall gewesen. In der 65. Folge hat dies leider nicht ganz so gut funktioniert, vielleicht weil der Gedanke an einen Mittelaltermarkt so gar nicht zum Fußball passen will. Zwar haben die Autoren versucht, mit der Geschichte des Fußballs diese Thematik wieder in den Mittelpunkt zu rücken, diese Dialoge sind aber recht langwierig und hölzern geraten. Da gibt der art der Geschichte um eine Entführung und die dunklen Gänge der Burg schon etwas mehr her und erzeugt durch die verschiedenen Perspektiven Dynamik. Und beim Streifen durch die dunklen Gänge kommt dann auch kindgerechte Spannung auf, die Sorge um die liebgewonnenen Teufelskicker dürfte besonders für die Fans der Serie greifbar sein. Doch der Ausgangspunkt wirkt dann leider doch ziemlich konstruiert, als ob man nach einem Vorwand gesucht hat, die Teufelskicker einzusperren. Auch das Verhalten der VfBler wirkt dabei nicht wirklich authentisch. So kommt leider auch diese Folge nicht über das Mittemaß hinaus und konnte mich insgesamt nicht so recht überzeugen.

Flemming Stein ist in der Rolle des Mehmet wieder sehr sicher, klingt sympathisch und kann dem Torwart der Teufelskicker einige individuelle Eigenschaften verleihen. Laura M. Ketzer ist natürlich wieder als Rebekka mit dabei, ihre immer leicht zickige Art lässt sie allerdings auch hier nicht biestig, sondern eher bestimmt und durchsetzungsstark wirken. Rafi Guessos ist als Gastsprecher zu hören und berichtet als Führer über den Mittelaltermarkt mit angenehmer Stimme auch über die Geschichte des Fußballs, der französische Akzent wirkt aber etwas störend und passt nicht so recht in die Handlung. Weitere Sprecher sind Patrick Bach, Tilman Brock und Tim Kreuer.

Gerade am Anfang wurde ein wenig mit dem Klang gespielt und herumexperimentiert, indem einige mittelalterliche Klänge eingebaut sind und die sonstige Fußballhymnen-Thematik witzig variieren. Auch die Szenen in der Burg werden recht stimmig untermalt und haben für die Zielgruppe der etwas jüngeren Hörerschaft genau die richtige Portien Grusel in petto.

Mit Umhängen, Spitzhüten und Ritterrüstung sind einige der Teufelskicker auf dem Cover mit typischen, mittelalterlichen Accessoires zu sehen. Vor der düsteren Kulisse des nächtlichen Schlosses, das natürlich von einem vollen Mond beschienen und von Fledermäusen umflattert wird, kommt das gut zur Geltung. Die restliche Gestaltung ist wieder stimmig gestaltet und thematisch passend eingekleidet.

Fazit: Es ist zwar löblich, wenn immer wieder neue Themen Einzug in die Serie halten, das Mittelalter will sich aber einfach nicht stimmig einfügen. So wirkt alles doch recht konstruiert, die Charaktere handeln nicht immer nachvollziehbar. Die gute Portion Spannung im Schloss und eine dynamisch erzählte Handlung sorgen dennoch für Kurzweil.

VÖ: 27. Januar 2017
Label: Europa
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