Insel-Krimi – 1. Die Toten von Juist



Erster Eindruck: Auftakt zu einer neuen Krimireihe

Ein schrecklicher Fund versetzt Juist bald in Aufregung: Ein menschliches Auge wird in einer Flaschenpost an den Strand gespült. Arne Brekewoldt, der eigentlich auf Borkum wohnt, wird auf den Fall angesetzt und bekommt unerwartete Unterstützung von der Kinderärztin Nele Röwenkamp, die den grausigen Fund entdeckt hat. Und bald steht fest: Das Auge wurde nach dem Tod eines Menschen entnommen...

Contendo Media konnte bereits einige Serien erfolgreich am Hörspielmarkt etablieren, hat jedoch mit der Reihe „Insel-Krimi“ ein neues heißes Eisen im Feuer. Dabei wird nicht etwa auf karibisches Flair oder exotische Spielorte gesetzt, vielmehr wird die Handlung auf die norddeutschen Inseln verfrachtet. Der Start ist mit „Die Toten von Juist“ schon einmal gut gelungen und setzt gleich in der ersten Szene ein Ausrufezeichen mit dem Fund des abgetrennten Auges. So kommt die Handlung gleich in Fahrt, wobei zunächst noch recht wenige Anhaltspunkte auf den Täter gegeben werden. Gut hat mir gefallen, wie die Charaktere nach und nach vorgestellt werden, was gut in die laufende Handlung eingebettet ist. Das ungewöhnliche Ermittlergespann aus Ärtzin und Kommissar funktioniert sehr gut, aber auch der zynische Gerichtsmediziner ist gekonnt eingebaut und bringt eine humorige Note mit ein. Langsam klärt sich alles auf, und mit einer Rückblende auf ein zurückliegendes Ereignis ergibt sich dann auch das Motiv des Täters. Das ist gut konstruiert, manchmal hatte ich aber das Gefühl, dass der Zufall etwas zu sehr in die Ermittlung eingreift. So kommt Nele beispielsweise ziemlich schnell auf eine bekannte Analogie, die den Täter inspiriert hat, deren Zusammenhang aber nicht so klar und logisch ist wie es hier dargestellt wird. Dennoch ist „Die Toten von Juist“ gelungen und bietet eine kurzweilige Handlung mit einigen spannenden Highlights und einem guten Hintergrundkonstrukt.

Daniela Bette-Koch ist in der Rolle der Nele Röwenkamp gut besetzt, mit ihrer glaubhaften Sprechweise und dem sympathischen Auftreten kann sie ihre Rolle überzeugend darstellen, einige Szenen hätte sie aber auch mit noch mehr Energie umsetzen können. Markus Pfeiffer ist als Arne Brekewoldt sehr solide, er setzt die einzelnen Szenen treffend um und kann den Spannungsbogen der Handlung mit seiner Stimme nachzeichnen. Anita Hopt hat mir als Christina Dransfeld auch gut gefallen, sie klingt durchgehend sehr authentisch. Auch der restliche Cast macht seine Sache ordentlich, unter anderem sind dies Celina Walter, Uve Teschner und Wolf Frass.

Wer beim Gedanken an Juist zuerst an Wellengang und Möwengeschrei denkt, wird hier nicht enttäuscht werden. Die Geräuschkulisse ist vielfältig und sehr prägnant umgesetzt, lenkt aber nicht zu sehr von den Dialogen ab. Die Musik tritt dabei nicht allzu sehr in den Mittelpunkt, greift aber immer wieder die vorherrschende Stimmung der Szenerie und gestaltet die Szenenübergänge sanfter.

Der Strand von Juist ist auf dem Cover umgesetzt, und das aus einer interessanten Perspektive. Denn groß im Vordergrund ist ein Seestern zu sehen, neben dem die besagte Flaschenpost liegt. Der feine Sandstrand, die grasbewachsenen Dünen, im Hintergrund ein schlichter Leuchtturm – das ist schon stimmungsvoll und hübsch umgesetzt. Das Innere ist schlicht gestaltet und enthält keine weiteren Informationen als die üblichen.

Fazit: Der Start in die neue Serie ist mit einer gut konstruierten Handlung gelungen, zumal auch die Charaktere interessant gestaltet sind und gut miteinander harmonieren. Die Spannung kann sich immer weiter steigern, und auch der Rückblick in die Vergangenheit ist ein passendes Element für diese Handlung. Zudem kommt auch die Stimmung der Insel gut zur Geltung.

VÖ: 19. Mai 2017
Label: Contendo Media
Bestellnummer: 978-3-945757-51-2