Die Ferienbande – 9. und der krass üble Rächer – Rückfall



Erster Eindruck: Ein Treppenfall und ein fieser Ohrwurm

Der unheimliche Clown treibt weiter sein Unwesen, doch die Polizei ist ihm noch keinen Schritt weiter auf die Spur gekommen – die Supervisionen nehmen einfach zu viel Zeit in Anspruch. Und während Frau Salamander überraschende Details aus ihrer familiären Situation offenbart, macht sich die Ferienbande allein auf die Suche nach dem Täter – und findet nur eine sehr ungewöhnliche Lösung...

Die Geschichte um den krass üblen Rächer ist ein Novum bei der Ferienbande, erstmals gibt es einen Mehrteiler. „Rückfall“ ist dabei die zweite von drei Folgen – und genau das ist auch die Krux dabei, denn sie ist hörbar in der Mitte eingeklemmt: Der erste Teil war noch aufregend, da die Situation erst noch geklärt werden muss, das große Finale steht noch aus. Und leider hat man sich hier auf einen nicht sonderlich spannenden Teil konzentriert: Die nicht gerade von Erfolg gekrönten Erfolge der Polizei. Was sicherlich einige reale Aspekte satirisch aufgreift, ist für den Hörer leider nicht wirklich unterhaltsam aufbereitet. Als netten Details nebenbei wäre dies ein gutes Gimmick gewesen, doch so kommt die Handlung nur sehr wenig voran. Der Humor der Serie wirkt hier ebenfalls etwas reduziert, doch es gibt wieder einige Spitzen, die richtig zünden. Sei es dann ein unerwarteter Soundtrack mit einem – nun ja – recht speziellen Hit, der Cameo-Auftritt eines alten Hörspielhelden mit veralteter Technik oder das typische hysterische Kichern von Bröckchen, auch hier macht das Hörspiel wieder richtig viel Spaß. Und auch wenn mit die vielen Kommentare über das Medium Hörspiel an sich ebenso gelungen sind, fehlt dieser Folge etwas der Schwung, die Handlung bringt zu wenig neues mit sich und hätte gut und gerne noch gekürzt werden können.

Die Sprecher sind wieder in Hochform und lassen ihre Figuren wunderbar stereotyp wirken, allen voran Sven Buchholz als Bröckchen. Seine schrägen Kommentare, sein grenzdebiles Lachen, seine hohe Stimme, das ist alles sehr witzig und sorgt für viele Lacher. Susanna Bonasewicz gibt sich hier auch die Ehre und spricht die Nebenrolle der Frau Doktor Franklin, sie beweist hier viel Sinn für Humor und setzt gekonnte Akzente. Auch Peter Weis spitzt als Physiklehrer Roland seine Zunge und gibt eine wunderbare Parodie auf den Berufsstand zum Besten. Weitere Sprecher sind Gabriele Blum, Sascha Rotermund und Fabian Harloff.

Neben dem oben bereits erwähnten, ziemlich bekannten Song wird den Einsatz von Musik hier sehr ausführlich gefröhnt. Die eingesetzten Melodien sind zwar auch witzig, aber stellenweise zu lang im Einsatz, was den etwas zähen Ausdruck der Folge noch fördert. Auch Geräusche sind wieder zahlreich vorhanden, die sehr treffend sind und so einige Hörspielklischees bedienen.

Die Verpackung der CD ist wieder hochwertig gelungen, sie befindet sich in einem stabilen und mehrfach ausklappbaren Digipack. Neben den üblichen Produktionsangaben finden sich darin die bereits bekannten Kurzvorstellungen der Hauptcharaktere. Das Titelbild wirkt nicht nur wunderbar futuristisch, sondern zeigt auch eine Szene aus dem Hörspiel.

Fazit: Es ist der wunderbare Humor der Serie und die vielen gelungenen Anspielungen, die diese Folge etwas retten, denn die Handlung entwickelt sich kaum weiter und scheint auf der Stelle zu treten. Doch wieder habe ich mehr als nur einmal herzhaft gelacht, da wieder viel Chaos herrscht und wunderbare Reminiszenzen an andere Produktionen vorhanden sind – inklusive einer sehr engen Verknüpfung zu einer ganz bestimmten Folge...

VÖ: 31. März 2017
Label: Wort Art
Bestellnummer: 978-3-946207-10-8