Die drei ??? - 185. und der Mann ohne Augen



Erster Eindruck: Handicap für Bob Andrews...

Ein großes Feuer zerstört in Rocky Beach ein einsam gelegenes Haus. Doch da dieses ihrem ehemaligen Lehrer gehört, nehmen Justus, Peter und Bib die Ermittlungen auf, denn alles deutet auf Brandstiftung hin. Dabei stoßen die drei ??? nicht nur auf einen unheimlichen Einbrecher, der durch das ausgebrannte Haus schleicht, sondern auch auf ein verschüchtertes Nachbarskind...

Es geht munter weiter bei den drei ???, die neuen Folgen erscheinen nebst einigen Sonderfolgen in erfreulicher Regelmäßigkeit – den hartgesottenen Fans soll ja stetiger Nachschub geliefert werden. Mit „Der Mann ohne Augen“ ist mittlerweile schon die 185. Folge des Klassikers produziert worden, und hier gibt es wieder einen sehr interessanten Ansatz, denn das oben beschriebene Intro ist gar nicht so eng mit dem Fall verknüpft, wie man es vielleicht denken könnte. Bald schon suchen die drei Detektive nicht mehr einen Brandstifter, die Ermittlungen gehen in eine ganz andere Richtung. Der titelgebende augenlose Mann ist dabei eine wunderbar unheimliche Figur, und auch die Auflösung bietet einen interessanten Kniff. Schade, dass der Weg dahin recht spannungsarm erzählt wurde, bis auf wenige Highlightszenen bleibt die Geschichte sehr ruhig. Das liegt insbesondere daran, dass oft nur über die Ereignisse berichtet wird, statt diese hautnah miterleben zu können. Hier hätte man deutlich mehr aus der Handlung holen können, denn die Idee hinter der Episode bietet durchaus das Potenzial zu einer sehr spannenden Folge. So bleibt „Der Mann ohne Augen“ solides Mittelmaß.

Martin May ist in der Rolle des Mr. Carrington zu hören und setzt dabei seine ganze Professionalität ein, um einen authentischen und präsenten Charakter zu schaffen. Auch Uschi Hugo macht ihre Sache als Leslie sehr ordentlich, ihre ganz spezielle und einprägsame Stimme sorgt auch hier für einen lebendigen Ausdruck. Lucia Angela Mahler hat mir als Liza Hawkins sehr gut gefallen, sie spricht die Rolle sehr glaubhaft und ausdrucksstark. Natürlich dürfen Oliver Rohrbeck, Jens Warczeck und Andreas Fröhlich auch in dieser Folge nicht fehlen.

Akustisch wird hier wieder eine gradlinige und passende, wenn auch nicht überragende Leistung geboten. Die Musikstücke zeichnen den Spannungsbogen der Handlung zwar nach, hätten aber durchaus manchmal etwas kraftvoller sein können, um die Dynamik zu steigern. Die Geräuschkulisse ist stimmig umsetzt und sorgt in den einzelnen Szenen für eine passende Atmosphäre.

Das Cover zu dieser Folge gefällt mir wieder richtig gut. Denn das lodernde Feuer im Hintergrund spiegelt sich in den dunklen Brillengläsern des Mannes, dessen Gesicht im Finsteren liegt und der fast ausdruckslos den Betrachter direkt anzusehen scheint, während das Farbenspiel im typischen Zeichenstil der Serie wieder sehr gut zur Geltung kommt.

Fazit: Die Folge bietet ein interessantes und verzwicktes Verbrechen, prägnante Charaktere und einige starke Szenen, doch leider ist die Handlung ziemlich eintönig geraten. Aus den wenigen spannenden Stellen entsteht leider noch kein wirklicher Handlungsbogen, der das Interesse auf Dauer hoch halten kann. Hier hätte man mehr herausholen können.

VÖ: 20. Januar 2017
Label: Europa
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