Asterix – 22. Die große Überfahrt



Erster Eindruck: Hinter dem großen Teich...

Frischer Fisch ist im Dorf der tapferen Gallier leider Mangelware – auch wenn Verleihnix dies wohl anders sehen würde. Doch für seinen Zaubertrank benötigt Miraculix einige frische Meeresbewohner, sodass sich Asterix und Obelix in einem kleinen Kahn auf den Weg machen. Doch sie landen etwas weiter weg als geplant, in einem Land, in dem es schmackhafte Laufvögel und rothäutige Ureinwohner gibt...

Wer die Trickfilme über den kleinen, tapferen Gallier Asterix und seine Freunde kennt, wird auch mit dem Comic „Die große Überfahrt“ vertraut sein – auch wenn dies nicht allen bewusst ist. Denn diese Geschichte diente als Vorlage für „Asterix in Amerika“, wenngleich nur die Grundidee und einige entscheidende Szenen übernommen wurden. Eine deutlich werkgetreuere Umsetzung hat nun Karussell als Hörspiel herausgebracht, das wie die meisten anderen Folgen auch kurzweilig umgesetzt ist. Der Start gelingt sehr charmant und stellt die Gallier in ein liebenswert-chaotischem Licht dar, wobei durch die deutliche Charaktergestaltung viel Humor eingebracht wurde. Der Hauptteil, der Aufenthalt von Asterix und Obelix bei den amerikanischen Ureinwohnern ist ebenso humorvoll gelungen, wobei neben den Verständigungsschwierigkeiten noch einige Anspielungen und Klischees für Lacher sorgen. Am Ende wird die Handlung dann aber etwas konfus, da mit den Wikingern noch eine andere Gruppe den Plan betritt. Hier verliert die Folge deutlich an Charme, da zu viele durcheinandergewüfelt wirkende Szenen auf einmal eingebaut sind. Dennoch ist insgesamt eine unterhaltsame Folge enstanden, die den Geist der Serie aufgreift und behutsam an das Medium Hörspiel angepasst wurde.

Auch die Sprecher haben mir in dieser Folge gut gefallen, allesamt sorgen sie mit einer spaßigen Umsetzung für Lacher. Eckart Dux verleiht beispielsweise dem singenden Troubadix eine sehr ulkige Note und kann seine schrägen Töne gekonnt herüberbringen. Michael Bideller macht seine Sache als Fortwienix ebenfalls sehr ordentlich, er wirkt in der Rolle präsent und verleiht ihr eine spezielle Note. Konstantin Graudus ist als Erik im Einsatz, auch er bringt seine Szenen gekonnt zur Geltung. Weitere Sprecher sind Christian Rudolf, Peter Bieringer und Holger Mahlich.

Die Serie hat längst ihr eigenes Klangkonzept gefunden und klingt dabei sehr comichaft, was sich nicht nur in den vielen eingebauten Geräuschen niederschlägt, sondern durchaus auch für die eingesetzte Musik gilt. Dabei sind einige bereits bekannte Melodien aus vorigen Folgen erneut zu hören, was langsam einen leichten Abnutzungseffekt mit sich bringt.

Natürlich wurde auch hier wieder das Cover der Comicvorlage verwendet und an das neue Format der CD angepasst, sodass man nur einen Auschnitt zu sehen bekommt. Die tosenden Wellen, die das kleine Schiff umspülen, kommen dabei aber ebenso gut zur Geltung wie der beeidigte Blick von Obelix und Asterix' düstere Aussicht in die Ferne.

Fazit: Die Asterix-Reihe von Karussell ist durchgängig solide umgesetzt, aber immer auch von der Vorlage abhängig. „Die große Überfahrt“ sorgt dabei für kurzweilige Unterhaltung mit viel Witz und Charme, nur gegen Ende geht der Handlung etwas die Puste aus und wird mit dem Auftauchen der Wikinger etwas konfus. Dennoch eine insgesamt hörenswerte Umsetzung, die mir viel Spaß bereitet hat.

VÖ: 3. März 2017
Label: Karussell
Bestellnummer: 0602557101379