Sherlock Holmes: Die neuen Fälle – 31. Die Todesfalle von Dornwood



Erster Eindruck: Die Spur ist noch lauwarm...

Schon seit zwei Tagen haben Sherlock Holmes und Doctor Watson keine Spur von den Bruder ihrer Klientin Nora Henderson gefunden. Und obwohl sie nicht glauben, ihn noch am letzten bekannten Ort seiner Reise vorzufinden, machen sie sich auf zu dem abgelegenen Gasthaus in Nordengland. Die Sache hat nur einen Haken: Nora besteht darauf, das eingespielte Detektivgespann zu begleiten...

Bei den Klienten in den Geschichten um Sherlock Holmes ist es immer so eine Sache, oft kommen diese zu Beginn vor, um ihr Problem zu schildern, treten dann aber erst wieder zum großen Finale in Erscheinung, um die Auflösung vom Meisterdetektiv höchstpersönlich zu erfahren. Dieses Muster wurde nun in der 31. Folge der eigens geschriebenen neuen Fälle von Romantruhe Audio durchbrochen, denn Auftraggeberin Nora Henderson ist ein fester Part dieser Handlung. Und das bringt immer wieder Würze mit hinein, denn die energische Frau hat durchaus ihren eigenen Willen und setzt sich gegenüber Holmes und Watson immer wieder durch. Ein sehr gelungenes Beiwerk für die Handlung, und auch diese kann sich sehr hören lassen. Denn zunächst hat der Hörer gar keinen Anhaltspunkt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Langsam tasten Holmes nd Watson sich an das einsam gelegene Gasthaus und die nahe Privatklinik heran, lernen die dort lebenden Menschen kennen, setzen sich mit einem undurchsichtigen Kutscher auseinander, doch auch die beiden erfassen erst zum großen Finale, welcher Schrecken sich hinter dem Verschwinden des jungen Mannes verbirgt. Auch wenn der Mittelteil in Sachen Spannung etwas nachlässt, wird hier zum Schluss noch einmal ordentlich aufgefahren, zumal Kenner der Serie eine bekannte Stimme zu Ohr bekommen, die mit viel Wucht eingesetzt ist.

Vera Bunk ist in der Rolle der Nora Henderson zu hören und hat mich dabei völlig überzeugt. Sie bringt eine sehr energische Sprechweise mit ein und mischt das eingespielte Sprecherteam dabei ordentlich auf. Auch Hörspielurgestein Eckart Dux ist hier zu hören, wobei er mit seiner markanten Stimme den Dr. Wheldon sehr undurchsichtig und schaurig spricht, er bringt damit eine sehr gekonnte Note mit ein. Auch Hildegard Meier trägt als Emma Hoskin ihren Teil zum Gelingen des Hörspiels bei. Weitere Sprecher sind Uwe Jellenik, Helmut Krauss und Alexis Krüger.

Wie auch in den vorangegangenen dreißig Folgen ist die akustische Umsetzung der Serie auch hier eher zurückhaltend, was sehr gut zum Charakter der Serie passt. Denn die Dialoge kommen auch ohne großartige Effekte gut zur Geltung, werden aber durch einige Geräusche und den sehr behutsamen Einsatz von Musik dennoch in ihrer Stimmung aus dem Hintergrund beeinflusst.

Die Idee, die Cover im Stil eines alten Ölgemäldes umzusetzen, funktioniert auch hier wieder sehr gut. Zu sehen ist die Szene, in denen Holmes, Watson und Henderson an dem einsamen Gasthaus ankommen, sodass die beteiligten Personen gut zu erkennen sind. Die abendliche Stimmung kommt mit den verwendeten Rottönen gut zur Geltung und ergänzt geschickt dieses ansehnliche Cover.

Fazit: Der Charakter der Nora Henderson passt wunderbar in diese Folge und verlieht ihr einen neuen Dreh, doch auch die Ermittlungen, die ohne viele Anhaltspunkte starten, sind sehr gekonnt erzählt. Besonders das Finale ist dabei sehr überraschend und präsentiert einen geradezu teufischen Plan. Eine weitere starke Folge der Serie!

VÖ: 24. März 2017
Label: Romantruhe Audio
Bestellnummer: 978-3-86473-141-9