Die drei ??? - Das Grab der Inka-Mumie



Erster Eindruck: Aus dem Planetarium ins Wohnzimmer

Die Familie Peredes ist stolz darauf, von den Inka abzustammen und hat sich im Keller ihres Anwesens sogar eine Grabstätte eingerichtet. Als die Inka-Mumie daraus entwendet wird, wendet sich die Tochter der Familie an die drei Fragezeichen. Doch außer Nayra scheint niemand begeistert über deren Anwesenheit zu sein, sodass sie sogar von ihrem Bruder Andres vom Grundstück verwiesen werden – und das bedeutet Ermittlungen unter erschwerten Ermittlungen...

Neben der regulären Serie um die drei ??? gibt es auch immer wieder Specials und Sonderfolgen um Justus, Peter und Bob. Es wurden sogar einige Geschichten um die bekannten Detektive produziert, die für die Vorführung in Planetarien gedacht waren (was übrigens eine ziemlich gute Location für Hörspiele ist), in einer kleinen Mini-Reihe erscheinen diese aber auch regulär im Handel. Den Anfang macht „Das Grab der Inka-Mumie“, das das geheimnisvolle untergegangene Reich Südamerikas in den Mittelpunkt stellt. Das bringt eine sehr gelungene Note mit ein und wirkt düster bedrohlich, was den üblichen Verlauf der Serie gekonnt variiert. Gut hat mir die Introszene gefallen, die mitten in die Handlung einsteigt und den Hörer über die genauen Umstände zunächst im Unklaren lässt, und auch danach wird eine unterhaltsame und kurzweilige Geschichte erzählt. Immer neue Rätsel tun sich für Justus, Peter und Bob auf, und langsam setzt sich ein komplettes Bild des Falles zusammen. Nichtsdestotrotz ist das Finale dann überraschend und überzeugt mit dem Auftritt einer ungewöhnlichen Gestalt, die einem die Inka-Kultur noch näher bringt und das eindeutige Highlight der Folge ist. Der Spannungsbogen trägt über die gesamte Länge von immerhin 90 Minuten, die Geschichte wird gradlinig erzählt, die Charaktere sind gut in Szene gesetzt.

Sonja Stein fällt hier als Nayra eine recht große Rolle zu, die sie mit ihrer leicht aufgedreht wirkenden Stimme und viel Energie sehr gekonnt umsetzt. Auch Tim Kreuer ist als ihr Bruder Andres eine gute Wahl, besonders die sehr deutliche Ablehnung, mit der er den drei ??? gegenübertritt, wird durch ihn sehr präsent in Szene gesetzt. Eckart Dux hat einen sehr gelungenen Auftritt gegen Ende des Hörspiels, die er düster und geheimnisvoll, aber keinesfalls unsympathisch umsetzt – eine sehr gelungene Mischung. Weitere Sprecher sind Urs Affolter, Kerstin Draeger und Merete Brettschneider.

Die akustische Umsetzung ist auf dem gewohnten Niveau der Serie, die wie immer eine ganz besondere Atmosphäre schafft. Dabei liegt der Fokus während der Dialoge voll auf den Sprechern, während der Übergänge sind aber immer passende und atmosphärische Melodien eingesetzt, die hier auch mal etwas länger sein dürfen. Die Geräusche sind stimmig eingefügt und sorgen für einen lebendigen Ausdruck der Handlung.

Das Cover der Folge fällt mit seiner intensiven Farbgebung auf, vor dem tiefvioletten Hintergrund zeichnet sich die neon-gelb und gründe Inka-Mumie deutlich ab, die schwarzen Linien, die teilweise auch doppelt gezogen sind, verleihen dem Bild einen ganz eigenen Ausdruck. Schade, dass der Raum hinter der CD komplett in Weiß gehalten ist, hier hätte man noch einige Zusatzinformationen oder Bilder unterbringen können.

Fazit: Eine spannende Handlung, die auch über die längere Laufzeit unterhaltsam gestaltet ist. Durch die Inka-Thematik und die starken Charaktere kommt eine ganz eigene Stimmung auf, die der undurchsichtigen Handlung noch mehr Reiz verleiht. Das Finale ist sehr gekonnt aufgelöst und punktet mit einer äußerst interessanten Figur.

VÖ: 24. März 2017
Label: Europa
Bestellnummer: 888430428027