Monster 1983 – Tag 6 – Tag 10



Erster Eindruck: Der Nervenkrieg in Harmony Bay geht weiter

Den Tod seiner Frau hat Sheriff Cody noch nicht verkraftet, doch sein neues Revier Harmony Bay gestaltet sich als äußerst schwieriges Pflaster. Denn eine Serie brutaler Todesfälle hält die Stadt in Atem, die scheinbar von einem Serientäter verübt wurde. Immer weitere Leichen tauchen auf, und Cody muss sich tief in die Abgründe der menschlichen Seele begeben, um den Fall zu lösen...

Ivar Leon Menger – ein Name, der in Hörspielkreisen für Aufsehen sorgt. Denn der Autor steht für äußerst kreative und atmopshärisch dichte Produktionen, wie auch „Monster 1983“ beweist. Die ersten fünf Folgen der Audible-Serie ist bereits bei Lübbe Audio erschienen, doch auch „Tag 6 – Tag 10“ gehört untrennbar zu der Handlung um einen düsteren Serienmörder. Diese Folgen sollte man nicht nur gehört, sondern auch die wesentlichen Inhalte parat haben, denn die Handlung ist sehr komplex, wer einmal ausgetiegen ist, hat es schwer, wieder hereinzufinden. Doch schnell ist man wieder völlig in der Geschichte verwurzeltund fiebert mit den Charakteren mit – und es sind mittlerweile viele, denn die Handlung ist in mehrere Stränge aufgeteilt. Das erlaubt eine große Dynamik, immer wieder ist auf dem Höhepunkt der Spannung ein Szenenwechsel eingebaut, was die Dramatik nur noch weiter erhöht. Zudem hat jede der Folgen einen eigenen Schwerpunkt, erzählt einen wichtigen Teil der kompletten Story. Diese spitzt sich immer weiter zu und endet in einem äußerst packenden Finale, das einige Überraschungen bietet. Die mysteriöse Stimmung, die vielen angesprochenen Themen von Spionage bis zu einer Liebesgeschichte, fügen sich sehr gut zusammen, sodass „Monster 1983“ eine absolute Hörempfehlung darstellt.

Ekkehardt Belle ist in der Rolle des Deputy Landers äußerst gut aufgehoben, seine ausdrucksstarke Stimme verleiht der Figur viel Präsenz, auch die Entwicklung seines Charakters treibt er gelungen voran. Bernd Rumpf ist als Doc Schulz zu hören, auch er schafft einen einzigartigen Charakter mit ganz eigener Ausstrahlung, indem er seine Stimme sehr feinsinnig an die unterschiedlichen Situationen anpasst. Luisa Wietzoreks sanfte Stimme steht in gelungenem Kontrast zu der harten und rauen Stimmung, sie unterstützt die Handlung gekonnt in ihrer Wirkung. Weitere Sprecher sind Till Hagen, Udo Schenk und Florian Halm.

Passend zu der geheimnisvollen und düsteren Handlung ist auch die akustische Gestaltung gehalten, die sich parallel zum Spannungsbogen entwickelt. Dabei bleibt auch die Musik eher ruhig und beeinflusst die Stimmung aus dem Hintergrund, zudem ist sie sehr gut auf die einzelnen Szenen abgestimmt. Die Geräusche sind ebenfalls zurückhaltend, aber sehr treffend eingefügt.

Genau das gleiche Cover wie bei den ersten fünf Folgen ist auch hier im Einsatz, und das sowohl für die Pappbox als auch für die Titelbilder der einzelnen CDs. Hier hätte man durchaus einen Mehrwert gegenüber den Download-Versionen schaffen können, ein paar mehr Extras als Fotografien der mitwirkenden Sprecher wären sicherlich machbar gewesen.

Fazit: Ivar Leon Menger beweist einmal mehr sein Gespür für eingängige und mytseriöse Hörspiele, lässt vieles im Dunkeln und überrascht seine Hörer immer wieder mit neuen Elementen der Handlung. Alles fügt sich sehr gut ineinander und hat mich völlig begeistert – zumal sich die Handlung hier noch einmal mehr steigern kann.

VÖ: 13. Januar 2017
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5397-2