Monster 1983 – Tag 1 – Tag 5



Erster Eindruck: Mysteriöses aus einer kleinen Küstenstadt

„Harmony Bay“ heißt das kleine Küstenstädtchen in Oregon, das die neue Wirkungsstätte von Sheriff Cody ist. Doch der Name täuscht, es geht alles andere als harmonisch zu, denn eine Mordserie erschüttert die Gegend, sodass Cody kaum die Gelegenheit bekommt, sich zusammen mit seiner Familie einzuleben. Als dann auch noch ein Gefangenentrasporter verunglückt und die Insassen spurlos verschwinden, ist es mit der Ruhe endgültig vorbei...

„Monster 1983“ ist eine ursprünglich für Audible entstandene Hörspielserie, die nun jedoch auch bei Lübbe Audio in einer CD-Version erschienen ist. Die Idee für den Stoff hatte Ivar Leon Menger, was allein schon fast ein Qualitätsmerkmal ist. So auch hier, denn wieder hat er es geschafft, eine atmosphärisch sehr dichte und ungewöhnliche Geschichte zu schreiben, die einen kaum loslässt. Schon zu Beginn dieser ersten fünf Tage der Serie wird dabei eine dichte Stimmung aufgebaut, die viele Geheimnisse im Hintergrund wirken lässt – durchschauen lässt sich die Handlung auch für geübte Hörer nicht. Neben diesen sehr mysteriösen Elementen sind noch Versatzstücke aus zahlreichen anderen Genres vorhanden, was einerseits sehr abwechlunsgreich wirkt, aber auch viel Aufmerksamkeit vom Hörer fordert. Die komplexe Handlung sorgt für viele Einzelheiten, die noch eine wichtige Rolle spielen und deswegen behalten werden wollen. Doch es lohnt sich, der Serie diese Zeit zu widmen, immer war ich sehr gespannt auf die kommenden Entwicklungen und von so mancher Wendung völlig überrascht. Die ruhige Erzählweise ohne großartige Actionelemente lässt „Monster 1983“ zudem sehr „erwachsen“ wirken. Wer sich nach diesen fünf Folgen wundert, dass kein wirkliches Ende vorliegt: Tag 6 bis 10 schließen direkt an diese Staffel an und sollten schnell danach gehört werden.

Zahllose Sprecher wirken an dieser immerhin über fünfsstündigen Produktion mit, zwei Seiten des Booklets sind nötig, um diese aufzuzählen. Im Mittelpunkt steht jedoch David Nathan in der Rolle des Sheriff Cody, der mit seiner markanten Stimme für genügend Aufmerksamkeit sorgt, andererseits aber auch eine sehr glaubwürdige Sprechweise wählt, die die Gefühlswelt des recht harten Mannes gekonnt wiedergibt. Luise Helm überzeugt mit ihrer Darstellung von Tylor Dunford, ihre Stimme nimmt unterschiedliche Färbungen an und schafft so einen interessanten Charakter. Auch Jonathan Lade hat mich begeistert, Michael Cody bekommt durch ihn seinen ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Weitere Sprecher sind Ekkehardt Belle, Helen Blaschke und Jonas Schmidt-Foß.

Passend zur Handlung ist auch die akustische Gestaltung mysteriös und leicht diffus, sodass die Stimmung sehr gut unterstützt wird. Immer wieder werden dabei neue und ungewohnte Klänge angeschlagen, immer sind sie jedoch eher unheimlich und sind sehr gut auf die einzelnen Szenen angepasst. Auch der Einsatz von Geräuschen ist stimmig und lebendig gelungen.

Der düstere Schatten eines Mannes mit einer langen Schrotflinte fällt auf ein Bett mit weißen Laken – das Titelbild ist stimmig und passt gut zu der Handlung. Aufgedruckt ist dieses nicht nur auf den großen Pappschuber, sondern wird auch für jede der fünf einzeln verpackten CDs verwendet. Im Inneren der Booklets gibt es neben den üblichen Informationen noch einige Fotos der Sprecher mit Ivar Leon Menger

Fazit: Ivar Leon Menger hat es wieder geschafft und eine sehr eindringliche und mysteriöse Stimmung geschaffen, in der sich starke Charaktere und zahlreiche Geheimnisse tummeln. Die komplexe Handlung ist sehr spannend und ruhig erzählt und strahlt eine ganz eigene Stimmung aus, die mich sofort gepackt hat. Sehr hörenswert.

VÖ: 13. Januar 2017
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 978-3-7857-5396-5