Jules Verne: Die Neuen Abenteuer des Phileas Fogg - 8. Im Angesicht der Bestien



Erster Eindruck: Finale in den Tiefen des Urwaldes

Mittlerweile hat sich Phileas Fogg einen Namen als Abenteurer gemacht, weswegen er von Lord Eckleby gebeten wird, mit ihm gemeinsam in Afrika nach seinem verschwundenen Freund zu suchen, dem Forscher Dr. Johausen. Doch ihr Camp wird von einer Horde wildgewordener Elefanten angegriffen, sodass sie immer tiefer in den Dschungel eindringen müssen...

Zwar ist die noch recht neue Maritim-Serie offiziell nicht in Staffeln unterteilt, mit der achten Folge schließt aber unüberhörbar der zweite große Handlungsstrang seit dem Beginn ab. Doch wie es der Stil der Serie ist, geschieht dies nicht, ohne dass am Anfang eine gänzlich andere Situation heraufbeschworen wird. Und so ist dieses mal der tiefe Dschungel Afrikas Hauptschauplatz des Geschehens, doch obwohl dies stimmungsvoll wie immer umgesetzt ist, erreicht die Handlung erst spät den gewohnten Biss, diese dramatische Schärfe, die man sonst so schnell gewohnt ist. Das ist keineswegs uninteressant oder langwierig geschildet, ist aber eben nicht ganz so scharf umrissen wie sonst. Das kommt erst später auf, etwa ab der Hälfte der Handlung, und dann ist die Geschichte auch wieder stark wie eh und je – mit phantastischen Wesen, packenden Kämpfen und starken Charakteren, die teilweise schon aus anderen Erzählungen bekannt sind – oder dieses mal sogar real existiert haben. Besonders das Verschwinden eines wichtigen Charakters ist sehr gelungen eingebaut, verschärft die Szenerie und läutet dann auch das dramatische Ende der Folge ein. Das Finale ist das recht pathetisch und dem Gegenspieler der Folge durchaus würdig, während natürlich nicht unterlassen wird, auch bereits gesponnene Fäden offen zu lassen – die Serie wird schließlich noch fortgesetzt.

Marius Claren ist selbstverständlich wieder als Passepartou zu hören. Den treuen Diener von Phileas Fogg spricht er mit sehr hoher, prägnanter Stimme, und auch wenn dies manchmal schon fast ein wenig übertrieben wirkt, macht er seine Sache ingsesamt gut. Detlef Bierstedt gesellt sich zu der illustren Reisegruppe als Lord Eckleby hinzu und steuert eine sehr betonte, ausdrucksstarke Figur bei, die immer wieder gekonnt Akzente setzen kann. Auch Lucca Bach fügt sich gut in die Handlung ein und verleiht dem bekannten Namen ein markantes Auftreten. Weitere Sprecher sind Lutz Mackensy, Robert Missler und Christian Brückner.

Wieder ist die Umsetzung der Geschichte sehr opulent, wofür unter anderem die orchestrale und pompöse Musik verantwortlich ist, die sehr gut zu der abenteuerliche Atmosphäre der Serie passt. Und auch die Geräusche sind wieder sehr vielfältig eingesetzt, mal um die Handlungen verständlicher zu machen, mal um eine lebendige Hintergrundstimmung zu schaffen. Beides ist sehr gelungen.

Das Cover ist wieder sehr treffend in Szene gesetzt und spielt auf den Handlungsort an: Der ursprüngliche Dschungel Afrikas mit seinem dichten Baumbestand, wodurch ein interessantes Spiel von Licht und Schatten entsteht, aber insbesondere auch die Affenwesen, die eine so wichtige Rolle in dieser Folge spielen, sind auf dem Titelbild stimmig untergebracht.

Fazit: Die achte Folge von Phileas Fogg startet etwas verhalten und hätte mehr Tempo vertragen, findet aber im weiteren Verlauf zu alter Stärke zurück. Der Schauplatz ist sehr präsent umgesetzt und bietet eine stimmungsvolle Kulisse für ein packendes Finale, das einen Handlungsstrang gekonnt abschließt. Auch die ganz besondere Atmosphäre, die von den Charakteren ausgeht, ist wieder treffend umgesetzt worden.

VÖ: 27. Januar 2017
Label: Maritim
Bestellnummer: 978-3-945624-69-2