Fünf Freunde – 120. und die doppelte Erfindung



Erster Eindruck: Der verschwundene Onkel...

Da Tante Fanny einer erkrankten Familienangehörigen helfen muss und Onkel Quentin einen wichtigen Termin beim Patentamt haben, bleibt den Fünf Freunden nichts anderes übrig, als Georges Vater in die Stadt zu begleiten. Sie haben sich nach dem Termin in einem Park verabredet, doch auch nach einigen Stunden ist er immer noch nicht aufgetaucht. Da die Polizei erst einmal nicht ermitteln kann, machen sich die fünf Freunde auf die Suche nach ihm...

Sicherlich haben die privaten Verpflichtungen von Tante Fanny oder die berufliche Karriere von Onkel Quentin schon des öfteren dafür gesorgt, dass die Fünf Freunde ihre Heimatstadt verlassen und in verschiedenen Orten ermitteln können. Doch in der 120. Folge ist dies nicht nur eine nette Begleiterscheinung, sondern gleich der Aufhänger der Folge, denn hier dreht sich alles um eine bahnbrechende Erfindung und den Problemen bei der Anmeldung beim Patentamt. Das Verschwinden von Onkel Quentin kommt schon recht überraschend, aber es gibt zunächst nur wenige Anhaltspunkte, sodass sich erst einmal einige spannende und atmosphärische Ermittlungen anschließen. Besonders eine unheimliche Nacht ist sehr gut geschildert und sorgt für eine unheimliche Stimmung. Und so hangelt sich die Handlung immer weiter und bietet langsam, aber stetig neue Informationen. Lange Zeit können so die Hintergründe im Verborgenen bleiben, und das ist richtig gut erzählt. So ist eine kriminalistisch angehauchte und sehr gelungene Folge enstanden, die zu den Besten der letzten Zeit gehört.

Natürlich ist Ivo Möller wieder als Julian zu hören, und er macht seine Sache nicht nur sehr sicher, sondern kann auch den pfiffigen Charakter des Jungen gekonnt unterstreichen. Wolf Frass ist in der Rolle des Mr. Higgins zu hören, mit seinem markanten Klang schafft er einen präsenten Charakter, indem er immer wieder sprachliche Akzente setzt. Timo Kinzel hat als Vincent zwar nur einen recht kleinen Auftritt, kann diesen aber nachhaltig und flüssig gestalten. Weitere Sprecher sind Peter Weis, Detlev Tams und Erkki Hopf.

Akustisch ist die Folge wieder solide wie immer umgesetzt, wobei die eingesetzte Musik eher fröhlich ist und die eher düstere Stimmung immer wieder auflockern. Besonderen Wert wird aber wieder auf die vielfältigen Geräusche gelegt, die immer gut an jede einzelne Szene angepasst sind und ihnen so zu mehr Lebendigkeit verhelfen.

Auf dem Cover verstecken sich die fünf Freunde in dem Patentamt unter eine Treppe – was ihnen aufgund ihrer quietschbunten Kleidung wohl nicht ganz einfach fallen dürfte. Doch die Interessante Perspektive und der angedeutete Hintergrund des Gebäudes samt den Schuhen eines Mannes lassen ein ansehnliches und passendes Cover entstehen.

Fazit: Mir gefällt an dieser Folge sehr, wie gut Onkel Quentins Beruf hier eingebaut ist und wie gelungen alles miteinander verzahnt ist. Dabei halten sich atmosphärische Szenen wie im nächtlichen Gebäude und detektivische Ermittlungen die Waage, wobei erst ganz am Ende alles offenbart wird. Eine sehr gelungene Folge, die richtig Spaß gemacht hat.

VÖ: 17. Februar 2017
Label: Europa
Bestellnummer: 889853753222