Die Punkies – 3. Gig auf der Geisterinsel



Erster Eindruck: Viele Themen in kurzweiliger Geschichte

Die Punkies freuen sich riesig auf ihren Auftritt beim Beats & Waves-Festival auf der kleinen Nordseeinsel Nebelhörn. Gemeinsam mit Eiscafebesitzer und Organisator Guido machen sie sich auf gen Norden, sind aber umso enttäuschter, als sie erfahren, dass das Festival abgesagt wurde. Denn auf der Insel gehen seltsame Dinge vor sich, und auch die Bewohner haben sich schon größtenteils von der Insel verabschiedet. Doch sollen die Punkies nun tatsächlich auf einem Alternativfestival im Schatten der Krashkiddz auftreten?

Für die Punkies geht es zu Beginn gleich richtig los, neben einem Gastspiel bei den Teufelskickern zum aufwärmen und zwei Folgen zum Start geht es schon kurz darauf weiter mit der Geschichte um den „Gig auf der Geisterinsel“. Die Band, die im Gegensatz zum Namen eher Popmusik spielt, ist darin zum ersten mal außerhalb ihrer Heimatstadt unterwegs, was auch stimmungstechnisch sehr gut umgesetzt wurde: Man fühlt sich gleich an den Nordseestrand versetzt. Hier wurden einige Themen untergebracht, die nichts mit der Musik der Band zu tun haben, beispielsweise wird durch ein witziges und aufgedrehtes Zwillingspaar der Umweltschutz aufgegriffen, was auch im weiteren Verlauf noch eine wichtige Rolle spielen wird. Dennoch greift alles sehr gut zusammen, und auch die „Geisterinsel“-Thematik wird nicht albern erzählt oder in die Länge gezogen, obwohl alles von Anfang an klar ist, sondern bezieht sich er auf eine kurze, gelungene Szene, die Abwechslung in die Handlung bringt. Auch der Konflikt mit den Krashkiddz wird natürlich wieder eingebracht, umso schöner ist es aber, dass hier am Ende noch einmal ein anderer Kniff verwendet wird. Das ist locker und unterhaltsam erzählt, versteift sich nicht auf ein Thema, sondern bietet viel Abwechslung, wobei sich alle Elemente stimmig ineinander fügen. „Die Punkies“ vermeiden insbesondere die typischen Fehler anderer Serien und gehören zu den wirklich guten Produktionen für die jugendliche Hörerschar.

Jenny Maria Meyer ist auch in dieser Folge als Leonie mit dabei, sie spricht das aufgeweckte, leicht rebellische, aber auch sehr sympathische Mädchen mit einer sehr authentischen Art, die sie mal aufgebracht, dann auch wieder sehr warmherzig klingen lassen kann. Robert Missler überzeugt nicht nur mit glaubhaftem italienischem Akzent, sondern auch mit seiner offenen und leicht aufbrausenden Art, die noch einmal Schwung in die Serie bringt. Niels Rieke spricht mit Vince ein Mitglied der verhassten Krashkiddz und bringt seine arrogante und überhabliche Art sehr gut zur Geltung. Weitere Sprecher sind Johannes Semm, Tetje Mierendorf und Alina Degener.

Klar, dass es in einer Serie um eine Band auch viel Musik gibt. Diese ist sehr sanft in die Handlung eingebettet, man hört aber auch mal einen ganzen Song der Punkies. Das ist sehr abwechslungsreich, gerade weil hier noch verschiedene Gruppen zu hören sind und einige Lieder als Akustik-Versionen zum Besten gegeben werden. Auch ansonsten ist die akustische Gestaltung der Geschichte sehr professionell und atmosphärisch gelungen.

Auf dem Cover schauen die Punkies betreten bis ängstlich in der Gegend herum, während finstere Schatten auf die fallen und aus dem Hintergrund ein Leuchtturm die Gegend beleuchtet, ein paar blaue Farbwirbel ergänzen dieses Motiv. Aus der Gestaltung hätte man sicherlich noch mehr herausholen können, der Zeichenstil wirkt etwas kindlich, was durch das Schwein an der Seite nur noch verstärkt wird.

Fazit: Mir gefällt, dass es hier nicht bloß um die Musik der Punkies geht, sondern die Themenwelt auch mal erweitert wird. Das fügt sich recht stimmig ein und bringt Abwechlsung mit sich, zumal die Charaktere wieder äußerst gut dargestellt werden. Viele schöne Einfälle haben hier ihren Platz gefunden.

VÖ: 27. Januar 2017
Label: Europa
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