Professor van Dusen: Die neuen Fälle – 9. setzt auf Mord



Erster Eindruck: Eine fatale Wette mit Folgen...

Lord Babbington sucht den Rat von Professor van Dusen in einem höchst ungewöhnlichen Fall. Denn mit seinem Freund Angus Granger ist er eine verhängnisvolle Wette eingegangen, denn dieser behauptet, mit einem Mord an einem gemeinsamen Bekannten unentdeckt davonzukommen. Der Einsatz ist nichts geringeres als das gesamte Vermögen der beiden. Zunächst lehnt van Dusen empört ab, doch später wird doch noch sein Interesse geweckt...

Die Herangehensweise an einen Krimi ist ja immer sehr unterschiedlich, neben der klassischen Suche nach Täter und Motiv gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, um Spannung zu erzeugen. Die neunte Folge der wiedererschaffenen Professor van Dusen-Serie geht dabei einen sehr interessanten Weg: Sowohl Täter als auch Motiv scheinen von Anfang an bekannt und lassen sich auch aus dem Klappentext herauslesen. Doch es sind die vielen eingewobenen Feinheiten, die diese Folge so hörenswert und prickelnd machen: Da wird nach einer Lücke in einem wasserdichten Albi gesucht, da wird eine sehr intensiv inszenierte Gerichtsverhandlung mit verschiedenen taktischen Manövern der Kontrahenten gezeigt, da wird auch noch bei der Auflösung auf Ungereimtheiten aufmerksam gemacht. Diese sehr detailbezogene Erzählweise passt nicht nur bestens zur schillernden Hauptfigur und ihren sehr analytischen Verstand, sondern macht auch richtig Spaß und gibt dem Hörer einige Rätsel mit auf den Weg. Das Finale endet dann in einem lauten Knall, was recht ungewöhnlich und dennoch sehr passend ist. Das ist alles sehr trickreich und hat mir mal wieder richtig gut gefallen.

Jürgen Kluckert ist in der Rolle des Lord Babbington zu hören, seine tragende und ausdrucksstarke Stimme passt sehr gut zu der Figur, die er sehr gekonnt in seinen Szenen zur Geltung bringt. Bernd Stephan legt als Angus Granger eine sehr bedachte Sprechweise an den Tag, sodass er den manipulativen Charakter in vielen Facetten schimmern lassen kann. Als Richter Rudolph Slaught ist Christian Rode zu hören, der seine Stimme unglaublich schneidend klingen lässt und so sehr authentisch wirkt. Weitere Sprecher sind Tino Killing, Dirk Müller und Tobias Nath.

Akustisch wurde erneut eine sehr saubere Leistung abgeliefert, die Geschichte wird gekonnt in ein passendes Gewand gekleidet. Dabei hält sich die Musik eher zurück und bettet sich harmonisch in das Gesamtkonzept ein, während die Geräusche authentisch wirken und die Dialoge lebendiger wirken lassen. Besonders gegen Ende werden diese effektiv eingesetzt.

Wie immer ist eine Bleistiftzeichnung als Titelbild im Einsatz, für „Professor van Dusen setzt auf Mord“ ist dabei eine recht düstere, aber auch neutrale Szene gewählt worden. Die exzentrische Titelfigur ist samt Zylinder mit einem Begleiter in den beleuchteten Straßen zu sehen, was auch zu anderen Folgen gepasst hätte. Der dunkelrote Rahmen kommt auch hier gut zur Geltung.

Fazit: Eine sehr stimmig erzählte Geschichte, die sich nicht sonderlich mit wer oder warum beschäftigt, sondern das wie in den Mittelpunkt rückt. Dieser Ansatz ist hier sehr gelungen und prickend dargestellt, wobei besonders die Gerischtsverhandlung und das ungewöhnliche Ende ihren Reiz entfalten können.

VÖ: 24. Februar 2017
Label: Allscore
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